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geize

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
36
Verweise raus
16

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

geize f.

Bd. 5, Sp. 2816
geize, f. der pflugsterz. 11) geytze am pfluog, stiva Dasyp. 338a, die geytze 233a, die geitze des pfluogs, stiva, bura Maaler 164c, geize S. Helber 36, gaitze Frischlin nom. 266; dann abgestumpft geitz f. Henisch 1447: ein bauersman der verlaszen het die geitz seines pflugs. Keisersb. synodalpredigt 1492 9b; so in vocc. des 15. jh. geytz, gaitz buris Dief. 85a, stiva 554a, n. gl. 349b, gaicz 62b, gayz am pflug Brack voc. 34 (Scherz 480), auch in der Leipziger ausg. 1491 30b gaytz, d. h. das alem. wort unübersetzt gelassen. noch jetzt schwäb. geitze (genauer gaize, auch goazen gesprochen) Schmid 226, schweiz. Stalder 1, 439, aarg. Hunziker 103 »die mit dem grendel verbundene gabel, mit welcher der pflugheber (d. h. halter, führer) den pflug leitet«. 22) mhd. geize im 14. jahrh. (Lexer 1, 801) auf alem. boden: geitz, stiva, buris. Wack. voc. opt. 22b, gestutztes geize; die (waldhüter) hand den pfoll des sungichtfüres zuo s. Johanns tag und die geitze des pfluoges und das felgeholz zuo iren wägen dem vorg. herren zu dienen (aus dem bannholz zu liefern). weisth. 5, 373, oberels.; der teufel will von den lotter und buoben die verschonen, die etwa noch 'in den pflug gehn': gienge ainer in ain gaitzen für (statt) das er den lüten tuot abslaitzen (und tett mit trüwen mit dem pfluog buwen C), und wær (würd?) ain biderman, so würd er des galgen ân. teufels netz 12678. auch ahd., und zwar aus rhein. und bair. quellen: gaiza, keiza, keizza, stiva Graff 4, 287. 33) nebenformen und ursprung (auch geiz, geisz spinnrad). 3@aa) ein masc. geiz, das auch in den gl. geytz u. ä. oben mit versteckt sein kann, gibt im 18. jh. z. b. M. Kramer deutsch-holl. wb. 1787, bezeugt im 16. jh. elsäss.: du muoszt arbeiten, den pfluog angrifen und die hend an den geytz richten. Keisersb. post. 3, 60. merkwürdig aber auch gaisz fem., das vorliegt in kärntisch gâsz, pflugsterze Lexer 112. das gätze sp. 1516 meint wol gæze, mit æ für ai. 3@bb) da mit geisz (s. d. 3, b. c) auch sonst geräte bezeichnet werden, wie mit bock, wird auch hier der benennung die vorstellung der geisz zu grunde liegen. vgl. Weigand oben unter furche von der auffassung des pfluges als thier, wie ihm mhd. ein horn beigelegt wurde, d. h. die handhabe, wetterauisch noch das rehhorn genannt, aber auch kurz das reh und diesz schon im 15. jh. bezeugt in einem rhein. voc.: buris, ein re an dem pluge. Dief. n. gl. 62b. jenes alte horn kann wol auch als geiszhorn gedacht gewesen und doch, wie hier reh für rehhorn, auch die geisz selbst dafür eingetreten sein, das ganze für die handhabe und umgekehrt. ist doch auch in pflugsterz, d. h. schwanz, der pflug als thier behandelt, wie es auch heiszt pfluoges houbt vel pfluoges swancz buris Dief. n. gl. 62b, also das thier einmal gerade, einmal verkehrt gehend, einmal sein schwanz, einmal seine hörner als handhabe (vgl.'gabel' u. 4 a. e,). so mag ahd. gaiza entstanden sein aus gaiʒja, fortgebildetem gaiʒ (vgl. die schreibung keizza vorhin) und nur das nhd. m. geiz sucht noch erklärung, ob eigentlich geize m., ahd. gaizo aus gaiʒjo? 3@cc) ein stützendes seitenstück findet das m. geiz in einem merkwürdigen deutschböhm. geiz m. spinnrad Petters andeut. 51, gebräuchlich im süden vom Erlitzgebirge, der mährischen grenze nahe. denn in der Schweiz findet sich umgekehrt geisz als spinnrad für baumwolle Stalder 1, 437 aus Uri. dabei kann übrigens weder die baumwolle noch das rad von haus aus wesentlich sein, der ausdruck müszte wol bei seiner hohen alterthümlichkeit von dem ältern spinngerät, der kunkel (die ja auf das sog. spinnrad mit übergieng) in einer bestimmten form ausgegangen sein, die dem pflugsterz ähneln mochte.
3726 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    geizestswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    geize stswf. pflugsterze, stiva Dfg. 554 a . n. gl. 349 b . Oberl. 508. die geitze des pflugs Gr.w. 5,373. gienge ainer …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    geizef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    geize , f. der pflugsterz. 1 1) geytze am pfluog, stiva Dasyp. 338 a , die geytze 233 a , die geitze des pfluogs, stiva,…

  3. modern
    Dialekt
    Geizef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Geize 2 f. : 1. a. 'Flohkrebs', Geize (Pl. ?) [ BZ-Albw ]. — b. 'das Spinnentier Wasserläufer ', Geize [ IB-Heckdh PS-Lu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geize

25 Bildungen · 25 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

geize‑ als Erstglied (25 von 25)

geiʒebône

Lexer

geize·bone

geiʒe-bône f. Pf. arzb. 1,9. geissbohnen, waldbirnen Nemn. 2,1096.

geizebōne

KöblerMhd

geizebōne , st. F. nhd. „Geißbohne“, bohnenähnlicher Ziegenkot Q.: BenRez, Ipocr (um 1200) E.: s. geiz, bōne W.: nhd. (ält.) Geißbohne, F., …

geiʒehâr

BMZ

geize·har

geiʒbache geiʒegëbel geiʒehâr geiʒvuoʒ s. das zweite wort.

geizehert

KöblerMhd

geize·hert

geizehert , st. F. nhd. „Geißherde“, Ziegenherde Q.: Will (1060-1065) E.: s. geiz, herte* (4) W.: nhd. Geißherde, F., Geißherde, Ziegenherde…

geiz(e)hirti

AWB

geize·hirti

geiz ( e ) hirti st. m. , mhd. geizhirte, nhd. geißhirt; ae. gáthyrde. geez-hirdi: nom. sg. Gl 3,686,31 ( Berl. Lat. 8 ° 73, 11. Jh. ). — ge…

geizehût

MWB

geizehût stF. ‘Ziegenfell’ swer zwivel habe an der vallinden sucht [...], der neme den sichen [...] vnde lege in an eine nuwe geizhut. velle…

Geize II

RhWB

Geize II gaits m. uNahe; gęits, –ei- Saar, Mos, Rhein bis Sieg-Rhönd ; jits Ahr ; meist Pl. -tsə(n) f.: 1. seitlicher Austrieb. a. an den ju…

geizeln

DWB

geiz·eln

geizeln , verstärktes oder vervielfältigtes geizen, geiz, habsucht üben, geizelen Stieler 641 , geitzlen Henisch 1447 : wie die bischof habe…

Geizenblätter

PfWB

geizen·blaetter

Geizen-blätter Pl. : 'Blätter am Nebentrieb des Tabaks', Geizebläddeʳ [ GH-Freisb ]; vgl. Gei- zentabak. Bad. II. 345. —

Geizentabak

PfWB

geizen·tabak

Geizen-tabak m. : 'minderwertiger Tabak von den Geizenblättern ', -duwak [verbr. mittl. u. südl. VPf KL-Hütschs].

geizerei

DWB

geize·rei

geizerei , f. avarities Stieler 641 ( als selten ): ich klage das sie ir eigen ertichtet geistlich recht nicht halten, das doch an im selbs …

geizeuuolla

AWB

? geizeuuolla st. f. , mhd. geizwolle sw. f., nhd. geißwolle. — Graff I,795 s. v. glizewolla. geize-wolla: nom. sg. Gl 3,489,23 ( Wien 10, 1…

geizeweide

KöblerMhd

geize·weide

geizeweide , st. F. nhd. „Geißweide“, Ziegenweide Hw.: s. geizweide Q.: Urk (1277) E.: s. geiz, weide (1) W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 305 (geize…

Geizeⁿband

Idiotikon

Geizeⁿband Band 4, Spalte 1328 Geizeⁿband 4,1328

Geizeⁿhorn

Idiotikon

Geizeⁿhorn Band 2, Spalte 1621 Geizeⁿhorn 2,1621

Geizeⁿstud

Idiotikon

Geizeⁿstud Band 10, Spalte 1376 Geizeⁿstud 10,1376