lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gäten

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
11

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gäten

Bd. 4, Sp. 1489
gäten , nebenform zu jäten (s. d.), mit g- für ursprüngliches j- in derselben weise wie bei gären (s. d.). 11, 1@aa) die g-form schon ahd. in ûʒgëtan eradicare, rhein. ûʒargëdan (s. unter d), part. gigëtan, s. Graff 1, 595; im 15. jh. auch praet. gat für mhd. jat (s. 3, c). 1@bb) später, mit bewahrung der kürze durch verdoppelung des cons. getten, auszgetten (jetten) vellere Dief. 609b, runcare 503c, evellere 212b, sarire 513a, im 16. jh. bei Dasyp. getten runcare 340d, die dorn auszgetten 211d, im 17. bei Henisch 1588 getten, jetten, noch im 18. jh. auch gätten Frisch 1, 485a. 1@cc) dagegen 'geten vel jeten, vellere sicut ortulane (die gärtnerinnen) vellant (so) herbas malas de bonis' voc. inc. teut. i 5b, evellere geten oder wurzeln Dief. 212b; im 16. jh.: wens nu aufgehet, wird sich unkraut .. so viel finden, das getens .. gnug sein wird. Luther 3, 437b (aber auch ausgetten 8, 299a); viel der armen hausgenoszen müssen teglich frönen, im garten graben, geten ... Mathesius Syr. 2, 29a; vgl. unter ausgäten. noch im 17. jahrh. bei Schottel 1325 geten, jeden, s.getete unter 2, a. 1@dd) in rhein. vocc., wie schon in ahd. zeit unter a, geden Dief. 207b. 212b. 503c. 513a. 609b, gheden, wyeden onkruyt uyt Teuth. 101a, wie vorhin gedeisen, gedecrût, s. auch gede unter gäter; ich ghed, runco. Alberus; wollen wir der tugende acker gäden. Renner Frankf. 1549 bl. 35. Auch nd. einzeln: runcare, weiden, gheden. Dief. n. gl. 322a; evellere, geden dat unnutte crut ut dem garden. 158a, noch jetzt z. b. göttingisch gëen, auch geien, jeien Schamb. 60b. 94a, während es im allgemeinen nicht nd. ist, es heiszt da wêden, weiden, nl. wieden (alts. wiod unkraut, vergl. jät unter gätekraut); doch auch fläm. geden, geën, geien Schuermans 142b. 1@ee) das ä, das die richtige aussprache des mhd. ë darstellt, einzeln schon im 16. jh., wie gäden schon unter d. z. b.: S. Petrus fragte eine, so im felde gätete, wo der weg hinaus gienge? da reckete sie (gebückt bleibend) das bein auf, dort hienaus sagte sie. Mathesius Syr. 1, 143a. dann im 17. jahrh. gäten (neben jäten) Stieler 880, Ludwig 694, gestützt durch eine falsche ableitung, die noch Frisch 1, 485a für gätten als grund angibt. 22, 2@aa) die schwache beugung hat nhd. über die ursprünglich starke den sieg davon getragen: als einsmahls ein gärtner .. das unkraut getete. Lokman 15; dasz nicht mürrisch der mann (der pastorin) abkanzele, wenn sie am sonntag kegelten, korn einfuhren und heu, mit gesange den brautflachs gäteten, und sich im grünen ein tanz um den fiedeler anhub. Voss idyllen 1801 s. 136 (das ständchen v. 76); man gätet hier sehr fleiszig. Göthe 28, 157. 2@bb) im part. praet. dagegen, wie gewöhnlich, hat die starke form gedauert, landschaftlich bis jetzt: mit einem dünnen kurzen würzlein, darumb es desto leichter aus der wisen gejetten mag werden. Bock kräut. 200; ieklich hait ij dage uns den olen (d. h. mohn) gegeden. einnahmeverz. des klosters Marienborn in der Wetterau vom j. 1465. noch jetzt wetter. gegeare, d. i. hd. gegäten, das in Leipzig u. a. noch gehört wird. 33) der bedeutung wegen ist folgendes zu bemerken. 3@aa) gegätet oder gegäten wird sowol das beet o. ä. als das unkraut o. ä., von letzterm lieber deutlich ausgäten (s. d.), das aber doch auch von dem gilt was man auszupft, ausbricht. das erste z. b.: zwiebel gäten (das zwiebelbeet), flächs gäten, vgl. vom mohn unter 2, b. s. auch begäten, wo aber die stellen mit begaten fern zu halten sind, s. darüber unter gatten. 3@bb) aber nicht nur kraut u. dergl. wird ursprünglich gegäten, sondern z. b. auch ein baum oder die äste die man ihm ausbricht, um den andern luft zu machen, s. unter erjeten aus Frisius 429a. 3@cc) und selbst von gutem oder dem besten, das man wählend ausbricht, galt das wort ursprünglich: herr Frawenlob die rosen gat so gar mit klugen sinnen. Hagens minnes. 4, 888a; wild du die rosen geten, so soltu gan die rechten pan (im rosengarten), die blumen nit zudreten. 888b. daher mhd. ûʒerjeten, wie sonst ûʒerwelt, auserlesen, das beste von allem (wb. 1, 538b, 39), ûʒ erjëten auswählen: hie hât ein juncfrou mich gebeten, zuo eime kempfen ûʒ ergeten. Hagens heldenb. 2, 122, Berl. held. 5, 9b; so noch im 15. jh. unter ergeten von der tänzerin die einer hat gepeten und ergeten.
4371 Zeichen · 150 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gäten

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Gäten , verb. reg. act. im Gartenbaue und der Landwirthschaft, das Unkraut zwischen den guten Pflanzen ausreißen oder au…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gäten

    Goethe-Wörterbuch

    gäten s jäten Caroline Vollmann C. V.

  3. modern
    Dialekt
    gäten

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gäte n s. jäte n .

Verweisungsnetz

25 Knoten, 19 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 19 Sackgasse 3

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaeten

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von gaeten 2 Komponenten

ga+ten

gaeten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gaeten als Zweitglied (3 von 3)

ausgäten

DWB

aus·gaeten

ausgäten , evellere, eruncare, besser ausjeten, ausjäten: wilt du denn, das wir hingehen und das unkraut ausgeten? Matth. 13, 28 ; dasz ir n…

Middagäten

MeckWBN

Wossidia Middagäten n. Mittagsmahlzeit Wi Wismar@Hoben Hob ; Ma Malchin@Remplin Rempl .

Ableitungen von gaeten (2 von 2)

vergäten

MeckWB

vergäten a. Spr. vörgeten vergessen; Formen: Präs. vergät, -gettst, -gett, -gäten; Imp. verget, vergeten; Part. Prät. vergäten Nerg. 159; Mi…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gaeten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gaeten/dwb?formid=G02076
MLA
Cotta, Marcel. „gaeten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gaeten/dwb?formid=G02076. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gaeten". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gaeten/dwb?formid=G02076.
BibTeX
@misc{lautwandel_gaeten_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gaeten"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/gaeten/dwb?formid=G02076},
  urldate      = {2026-05-16},
}