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gaehnen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 11 Wb.
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Sprachstufen
6 von 16

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gähnen

Bd. 2, Sp. 388
Gähnen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und von derjenigen unwillkührlichen Aufsperrung des Mundes gebraucht wird, welche eine Wirkung der Schläfrigkeit und langen Weile ist, und von der allzu langsamen Bewegung des Blutes durch die Lunge und übrigen Blutgefäße herrühret. Wenn einer gähnet, so gähnet der andere nach, wenn nehmlich sein Körper auf ähnliche Art leidet. Der, wenn er sich einmahl ins Trauerspiel verirrt, Beym Anfang voll Verdruß schon nach dem Ende gähnet, Gieseke. sich aus langer Weile gähnend nach dem Ende sehnet. Anm. Dieses Wort lautet im Oberd gienen, gaunen, gangen, im Österr. gameyen, in Baiern gienmaulen, gaumalzen, in Nieders. janen, hojanen, gleichsam hoch gähnen, ingleichen hojappen, im Angels. geonan, im Engl. to yawn, im Schwed. gina, im Wend. sjam, ich gähne, alles in der Hochdeutschen Bedeutung. Es bedeutet eigentlich aufsperren, weit öffnen. Si gineton gagen mir, sie sperreten das Maul gegen mich auf, Notk. Das Erdreich gynet auf von Hitz, birstet, Pict. Im Nieders. heißt janen auch gaffen; etwas anjanen, bejanen, angaffen, begaffen. Im Wallisischen bedeutet Gyn und im Dän. Gaue den Gaumen, S. Gaum. Auch das Griech. χαινειν gehöret hierher. Übrigens ist gähnen das Intensivum von dem noch im Isländ. befindlichen Zeitworte gia, öffnen, aufsperren, Lat. hiare, Arab. גהי apertus fuit, Hebr. גה amplitudo. S. Gaffen, welches gleichfalls hierher gehöret, ingleichen Gienmuschel. Viele Hochdeutschen schreiben und sprechen dieses Wort nach dem Muster der Niedersachsen jähnen, welches aber so wohl wider die Abstammung, als auch wider die Hochdeutsche Aussprache ist.
1645 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gähnen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Gähnen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und von derjenigen unwillkührlichen Aufsperrung des Mu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gähnen

    Goethe-Wörterbuch

    gähnen je einmal hs j- u PartPrät ‘geiähnt’ 1) ; mehrf subst 1 von Menschen; einmal mBez auf die Befindlichkeit von Tier…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gähnen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gähnen , krampfhafte Bewegung der Gesichtsmuskeln, mit Abziehung des Unterkiefers, weiter Öffnung des Mundes, tiefer, ni…

  4. modern
    Dialekt
    gähnenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gähnen schw. : wie schd., gähne (gnə, auch -ē-) [verbr., auch Don Gal Buch], gäihne [ ZW-Ixh ], gahne (gnə, -ā-) [ KU-…

  5. Sprichwörter
    Gähnen

    Wander (Sprichwörter)

    Gähnen 1. Man kann lange gähnen, ehe einem eine gebratene Taube ins Maul fliegt. Dän. : Man skal længe gabe, før en steg…

  6. Spezial
    gähnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    gäh|nen vb.intr. (vor Müdigkeit) svaridlé (-lëia), sbadidlé (-lëia ).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaehnen

15 Bildungen · 0 Erstglied · 13 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von gaehnen 2 Komponenten

gaeh+nen

gaehnen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gaehnen als Zweitglied (13 von 13)

angähnen

DWB

ang·aehnen

angähnen , oscitare versus aliquem: der abgrund gähnte uns an; wir sitzen da, gähnen uns vor langerweile an; er gähnt ihn an und stirbt. Rab…

ausgähnen

DWB

aus·gaehnen

ausgähnen , oscitare, oscitanter loqui: sie weist dem jungen mann die schönste reih von zähnen im schönsten munde, der sich jemals aufgethan…

begähnen

DWB

beg·aehnen

begähnen , oscitanter audire, spectare, angähnen: er ward, wie mancher demagoge, zuerst beklatscht, zuletzt begähnt. Pfeffel 4, 186 .

durchgähnen

DWB

durch·gaehnen

durchgähnen , müd und abgespannt die zeit mit gähnen zubringen. sie haben die ganze nacht am spiele durchgähnt. was ist eines königs leben, …

eingähnen

DWB

ein·gaehnen

eingähnen , oscitantem facere: die eingähnende langeweile zu beleben. Schiller 698 b .

fortgähnen

DWB

fort·gaehnen

fortgähnen , denuo oscitare: er gähnte noch eine weile fort und schlief dann ein.

hochgähnen

DWB

hoch·gaehnen

hochgähnen , verb. für hojanen ( s. d. ), jähnen: die jungen raben sperren den mund gen himmel auf, als hochgähnten sie und schreien den lie…

vergähnen

DWB

ver·gaehnen

vergähnen , verb. gähnend hinbringen. zusammensetzung mit gähnen ( über dessen entstehung aus ginen s. th. 4 1 , 1148), dem ver transitive k…

vorgähnen

DWB

vor·gaehnen

vorgähnen , verb. , mit dativ: Strengs haben uns vier tage etwas vorgegähnt A. v. Droste-Hülshoff br. (1893) 78 Sch.

Zugähnen

Campe

zug·aehnen

Х Zugähnen , v. intrs . Zugähren , v. ntr . unregelm. ( s. Gähren ), mit haben, s. Campe Zu 2. 2).

Ableitungen von gaehnen (2 von 2)

begähnen

DWB

begähnen , oscitanter audire, spectare, angähnen: er ward, wie mancher demagoge, zuerst beklatscht, zuletzt begähnt. Pfeffel 4, 186 .

vergähnen

DWB

vergähnen , verb. gähnend hinbringen. zusammensetzung mit gähnen ( über dessen entstehung aus ginen s. th. 4 1 , 1148), dem ver transitive k…