Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
gadum
bei O und N:
‚Raum, Zimmer, Gemach,〈Var.: c-, k-;
Werkstatt, Speicher, Vorratshaus, Heiligtum,
Sakramentshäuschen, Zelt; aedes, aedicula,
conclave, domus, gynaeceum, pastophorium,
sanctuarium [= heilag gadum]‘
-dh-; -e-〉. – Mhd. gadem, gaden st. n.
‚Haus, nhd. arch. Gaden m./n.
von nur einem Gemach, Gemach, Kammer,
Stockwerk‘
‚Haus
von nur einem Zimmer, Saalbau, Gemach‘
und dial. schweiz. gădem, găden, schwäb.
gaden, gadem, bair. ga’n, gà’n, kärnt. gàdn,
gàrn, tirol. gåden, gåd’n, steir. gaden. Das
Wort erscheint vielfach in ON, etwa Berch-
tesgaden, Steingaden (vgl. Bach 1952 ff.: 2,
§ 388). Daneben steht im norddt. Sprach-
raum in der Bedeutung
‚langgestreckter Sta-
pel zum Trocknen aufgesetzter Ziegelsteine‘
märk. Jamme, meckl. Gamm. Diese Bedeu-
tung ist durch Übertragung der Bedeutung
‚Vorratsraum‘auf das, was in einem solchen
Raum gespeichert ist, zustande gekommen.