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futteral

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

futteral n.

Bd. 4, Sp. 1074
futteral, n. eine feste oder steife kleinere hole auszenbekleidung eines gegenstandes, der zu aufbewahrung oder schutz gegen versehrung in dieselbe eingelegt oder geschoben wird, bei den Franzosen étui. entlehnt aus mittellat. fotrale n., welches von dem aus ahd. fotar, fuotar aufgenommenen ebenfalls mittellat. fotrum abgeleitet ist. dieses fotrale mit seiner bedeutung bringt Diefenbach in seinem nov. glossar. 180b bei, wo er aus einem wol noch in das 15. jahrh. fallenden nd.-lat. vocabularius anführt: vouder, dar eyne tafelen in sticket, fotrum vel fotrale. daneben bietet der voc. incip. teuton. f 4a futrale. die entlehnung ins deutsche aber scheint früh im 15. jahrh., vielleicht schon in dem letzten viertel des 14. jh. stattgefunden zu haben. den ältesten beleg nemlich bringt Schmeller 1, 378 aus einem voc. v. j. 1419 bei: futær vel futral, futrum. geläufig jedoch wird das wort erst im 16. jh.: item ein uberzogne, mit leder gefüetterte unnd beschlagne fueterall (für silbergeschirr). fontes rer. austr. I. 1, 352; item zwen zinen kheller (flaschenfutter) in fuetteralln, ist in yedem vier flaschen. 353; item vier hültzen fueterall zu den glesern. ebenda; item ain fueteral mit zwelf zintällern. ebenda. völlig eingebürgert bei uns findet sich dann das wort im 17. und 18. jh., und wie bereits in jenem Kramer in seinem teutsch-ital. wb. (1678) 497a futteral und bei diesem besonders futteral zum kelchen, glesern, dann futteral zum harnglas, vesta da orinale hat, so verzeichnen im 18. jahrhundert Aler, Dentzler futeral neben futer, Rädlein, Weismann, Kirsch, Ludewig, Moerbeek, Matthiä futteral neben futter, endlich futteral für sich Otto von Graben (teutsch-ital. handlex. 289), Hederich, Nieremberger, Weber (deutschlat. universalwörterb.), von welchen der erste nicht einmal mehr futter in jener angegebenen bedeutung aufnimmt. was die eigentlich deutschen wörterbücher anlangt, so nimmt Steinbach 1, 536 nach futter auch für sich futteral mit dem pl. futterale auf, setzt Frisch 1, 311b futter oder futteral an und verweist Adelung unter futteral das ältere futter mit unrecht in das gemeine leben. nur Voigtel, im letzten jahrzehent des 18. jh., hat ohne weitere bemerkung noch futter und futteral, jedes für sich, und läszt beide demnach in gleicher geltung. in ein futter oder futteral stecken. Rädlein 316a. dasz man sie (diese cautelen) nicht brauchen kann, wie einen habersack, der für alles paszt, was man hinein schüttet, ihn zu füllen, sondern wie ein futteral, das nur für dinge paszt, wozu es gemacht ist. Musäus phys. reis. (1788) 2, 118; und tausend wunderbare sachen, wovon euch nie geträumt, aus ihrem futteral heraus zu ziehn und, stück vor stück besehen, sie, jedes in sein fach, zurück zu legen. Wieland 5, 211; nun komm herab, krystallne reine schale! hervor aus deinem alten futterale, an die ich viele jahre nicht gedacht. Göthe 12, 43; scheere steckt im futteral. 41, 35. Falstaff. aber nimm mein pistol, wenn du willst. prinz Heinrich. gib es mir. wie? steckt es im futteral? A. W. Schlegel Shaksp. Heinrich der vierte I, 5, 2; Kunigunde. hatt ich ihr nicht gesagt, das futteral (des bildes)? ... graf v. Strahl. — Ihr wolltet das futtral? ... Kunigunde. warum nahmst dus heraus, aus dem futteral? Käthchen. das bild, halb aufgerollt, im schreibtischwinkel, den ich erschlosz, lag neben dem futtral .... hätt ichs hinein erst wieder ordentlich in das futtral — H. v. Kleist Käthchen v. Heilbronn (1810) s. 137 f. seltener von einer anpassenden hülle zu schutz oder verbergung des darunter befindlichen: der kostbare dreyfusz (von weiszem marmor) geht nächstens zu grunde, weil er frei steht, gegen westen der witterung ausgesetzt. mit einem hölzernen futteral wäre dieser schatz leicht zu erhalten. Göthe 27, 64. dichterisch selbst von einer hülle, die aus tuch gemacht ist oder, wie in der folgenden stelle, aus einem schleier besteht: ergreift mit eigner hand das futteral, enthüllt den diamantnen schild und wendet dem feinde zu den freien, offnen strahl. Gries Ariost 10, 50, vgl. 8, 11. endlich nennt man bei insecten eine scheide, in der ein glied sich befindet, futteral: die zwey fühlhörner in ihrem futteral stehn (bei dem wurm der breitleibigen libelle) vornen heraus. Frisch insecten 8, 20; die zwey fühlhörner (des blütmadenkäfers) haben ihr futteral neben am maul, als einen knebelbart. 13, 30. s. auch saugstachelfutteral. Eine in Baiern geläufige redensart ist: ein fuetteral über alle narren u. dergl., ein narr über alle narren, ein ausbund von narren. Schmeller 1, 578. zusammensetzungen, in welchen futteral letztes wort ist: brillenfutteral, flötenfutteral, hutfutteral u. s. w.
4682 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Futterāl

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Futterāl , des -es, plur. die -e, aus dem mittlern Lat. Foderellus, eine harte oder steife Bekleidung eines Körpers …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Futteral

    Goethe-Wörterbuch

    Futteral schützendes, auch verziertes, meist innen ausgekleidetes Behältnis, Kästchen (bes für Medaillen, Steine, Papier…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Futterāl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Futterāl (mittellat.), Scheide, Kapsel, deren Höhlung von der Form des zu verwahrenden Gegenstandes.

  4. modern
    Dialekt
    Futteraln.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Futteral n. Futteral; bei starkem Frost rät man Kindern: treck di 'n Futteral œwer Näs' un Uhren Ro Ribn . Zss.: Faut-, …

  5. Sprichwörter
    Futteral

    Wander (Sprichwörter)

    Futteral 1. Das Futteral ist mehr werth als die Geige darin. – Eiselein, 200. 2. Ein Futteral passt nicht für alle Dinge…

  6. Spezial
    Futteral, durchsichtigesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Futteral , n , durchsichtiges футляр , м , прозрачный → FiloSlov Schuber, durchsichtiger, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit futteral

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von futteral 2 Komponenten

futte+ral

futteral setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

futteral‑ als Erstglied (2 von 2)

futteralmachen

DWB

futteral·machen

futteralmachen , n. das verfertigen von futteralen, die kunst des futteralmachens. Krünitz 15 (1786) , 592.

futteralmacher

DWB

futteral·macher

futteralmacher , m. einer der futterale zu verfertigen versteht und solche verfertigt, thecarum opifex. schon bei Kramer teutsch-ital. wb. (…