Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Furnier
Furnier
furnieren Vb. ‘mit einer Blattholzauflage versehen’. Das aus afrz. fornir, mfrz. frz. fournir ‘versehen, ausstatten, liefern, besorgen’ (afrz. auch ‘vollenden, ausführen, erfüllen’), teilweise vielleicht auch aus gleichbed. ital. fornire entlehnte Verb begegnet seit dem 15. Jh. (besonders kaufmännisch) im heute nicht mehr üblichen Sinne von ‘versehen, ausstatten, verschaffen, vorschießen’. Fachsprachliche Verwendung im Bereich des Handwerks findet sich früh bei mnd. fornēren ‘überdecken, überziehen, verschalen’ und gelangt wohl von dort aus ins Hd. (nhd. furnieren ‘mit Holz verkleiden, täfeln’, 16. Jh., vorher schon spätmhd. ein fornierter boden), zuerst bei Dichtern aus Niedersachsen und vom Niederrhein (Part. Prät. gefornert, 13. Jh., gefunert, 14. Jh.) mit der Bedeutungsvariante ‘mit Pelz überziehen, füttern’ (durch Vermischung mit mhd. furrieren ‘unterfüttern, überziehen’). Etymologische Beziehungen bestehen zu fromm (s. d.); die roman. Verben (mit r-Umsprung) sind Entlehnungen eines zu diesem Nomen gebildeten westgerm. jan-Verbs (vgl. asächs. frummian ‘fördern, ausführen, vollbringen’, s. auch frommen), der Wechsel von m zu n vollzieht sich in Analogie zu inhaltlich verwandten Wörtern wie afrz. frz. garnir, ital. guarnire ‘ausstatten, versehen, schmücken’ (s. garnieren). – Furnier n. ‘Blattholz, Edelholzauflage’, anfangs ‘Innenausstattung aus Holz, Holztäfelung’ (15. Jh.).