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Franzosen

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Franzosen

Bd. 2, Sp. 266
Die Franzosen, sing. inus. 1) Bey den Menschen, große Blattern und Eiterbäulen, welche eine der übelsten und ansteckendsten[] venerischen Krankheiten begleiten, wo die ganze Masse der Lympha verderbt ist, welche sich denn auch völlig mit dem Blute vermischet, und so wohl die weichen als festen Theile des Körpers auf die schrecklichste Art angreifet, Lues venerea, Morbus gallicus. Die Franzosen haben, bekommen. Die Spanier sollen diese Krankheit, welche zuerst gegen das Ende des 15ten Jahrhunderts bekannt wurde, in Neapel fortgepflanzet haben, wo die Franzosen damit angestecket wurden, und sie aus Dankbarkeit daher noch jetzt Mal de Naples nennen. Durch die Französische Nation kam diese Krankheit in die übrigen Länder Europens, daher erstere auch die Ehre hat, daß solche fast in dem ganzen nördlichen Europa nach ihr die Franzosen genannt wird. Und jenes, welches man bey uns nach Frankreich heißt; Weil man sich sonderlich daselbst darauf befleißt, Opitz. In Joh. Agricolä Teutschen Sprichw. Hagen. 1537 heißt es S. 261. von dieser Krankheit, sie sey nebst ihrem Nahmen erst zu Kaiser Maximilians Zeiten aufgekommen. »Denn vor diser Zeit war dise kranckheyt vnd plattern vngehöret in deutschen landen. Da aber Maximilian krigete mit dem Ludovico Gibboso, König in Frankreich, vnd mit den Venedigern, brachten die vnsern dise plattern auß Lombardeyen inn Deutsche Land, davon sie auch noch heuttiges tags den namen haben, vnd heyssen Franzosen.« Im Schwed. heißt diese Krankheit Fransoser, im Engl. French pocks. Bey den heutigen Griechen bedeutet φραντζαζειν diese Krankheit haben. Die Türken und Perser, bey welchen diese Krankheit sehr häufig ist, nennen sie Ateschek, das kleine Feuer, die Araber aber, so wie wir, die Französische Krankheit. Ältere Deutsche Schriftsteller nennen sie Spanische Pocken, die Blattern, die Blatterlähme; die neuern aber, weil der Nahme Franzosen durch den häufigen Gebrauch ekelhaft und niedrig geworden ist, die Wollustseuche, oder Lustseuche. 2) Auch bey dem Viehe, z. B. den Schweinen und dem Rindviehe, hat man eine Krankheit mit diesem Nahmen beleget, welche aber nicht von wollüstigen Ausschweifungen herrühret, weil die Thiere hierin nicht so menschlich sind, sondern bey dem Rindviehe in einer Vereiterung der Eingeweide mit einem erstickenden und tödtenden Husten, bey den Schweinen aber in einer Art Finnen bestehet. S. Hungerfranzosen.
2390 Zeichen · 26 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Franzosen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Franzosen , sing. inus. 1) Bey den Menschen, große Blattern und Eiterbäulen, welche eine der übelsten und ansteckend…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Franzosen

    Goethe-Wörterbuch

    Franzosen Pl: Franzosenkrankheit, Syphilis, wohl im Gleichnis Ein abgestumpft Gesicht | Zeig doch den Blosen. | Wer ohne…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Franzosen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Franzosen , die Bewohner Frankreichs (s. d., S. 852); auch Börsenname für Aktien der Österreichisch-Ungarischen Staatsba…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit franzosen

64 Bildungen · 63 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von franzosen 2 Komponenten

franz+osen

franzosen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

franzosen‑ als Erstglied (30 von 63)

Franzosenacker

PfWB

franzosen·acker

Franzosen-acker m. : FlN, der an Kriegsereignisse früherer Zeiten erinnert. Am Franzoseackeʳ [KL-Landstl], Franzoseäckeʳ [ PS-Haust ]. In RO…

Franzosenbart

PfWB

franzosen·bart

Franzosen-bart m. : 'Spitz- und Schnurrbart', -booʳt [ KU-Schmittw/O ]; vgl. Napoleonsbart . Rhein. II 732 . —

franzosenblut

DWB

franzosen·blut

franzosenblut , n. sanguis Francogallorum: wenn ihr mit koth besudelt heim kämt, so wär es gut, aber ich kanns nicht sehen, dasz ihr sollt v…

Franzoseneck

PfWB

franzose·neck

Franzosen-eck n. : FlN für ein Gelände zwischen KL-Heilmosch und RO-Höring, -eck. —

Franzosenfresser

Wander

franzosen·fresser

Franzosenfresser Er ist ein Franzosenfresser. D.h. er bekämpft die Franzosen über das richtige Mass hinaus; nicht blos soweit es für unsere …

Franzosenholt

MeckWB

franzosen·holt

Franzosenholt n. 1. Ebenholz Chytr. 468. 2. Holz des tropisch-amerikanischen Guajakbaumes, guajacum officinale Schill. Nachl.

franzosenholz

DWB

franzosen·holz

franzosenholz , n. guaiacum, heiligholz, holy wood, bois saint, vgl. Hutten 5, 414 und Lonicerus kreuterbuch 79 b .

franzosen als Zweitglied (1 von 1)

hungerfranzosen

DWB

hunger·franzosen

hungerfranzosen , m. plur. eine art der Franzosenkrankheit beim rindvieh, welche dasselbe mager macht und gänzlich abzehrt, auch mit stinken…