flatschen -a-, –ā-, –ā:-, –ę-, –E-, je nach der Bed. (im einz. angegeben) Allg.;
-ǫ- Heinsb, Erk-Merbeck, Kemp-Süchteln Waldniel;
-akš- Monsch;
-ats- Klevld
schw.: 1. intrans. einen klatschenden Laut abgeben beim Hinfallen, –werfen nasser oder weicher Massen; beim Schlagen, Schiessen; beim Gehen durch Schmutz, beim breiten Auftreten [das Geräusch zweier flach zusammenschlagender Flächen bezeichnend Klev
(-tsə)],
z. B. et rent (regnet),
dat et flatsch; ech hauen dech, dat et nur su flatsch; he tritt op, dat et flatsch usf. Rip, Allg. —
Et flackscht es taut auf Monsch-Imgenbr. — Im bes. a.
-a- mit klatschendem Geräusch herunterregnen, in Strömen giessen;
hür es, wat dat (et busse) flatsch; der Ren flatsch (nider); et het gehüreg geflatsch Rip, Allg. [
-ā:- Trier-Waldrach]. — b.
-a- ebd. [
-ę- Daun-Tettschd;
-E- Aden-Weibern, Bernk-Dhron, May-MMaif Rieden]. α. durch Wasser, Schlamm unachtsam, hörbar tratschen, darin mantschen, herumwühlen;
mosste dann durch et Wasser (den Dreck) fl.; do beste aver noch ens derdurchgeflatsch, sich ens, wie de dech erusgemat häs! Rip, Allg. — Die Enten fl. im Wasser; die aufs Wasser aufschlagenden Schaufelräder der Schiffe fl. Rip, Rees. — β. mit breiten Füssen (Plattfüssen), auf breiten Schuhen, mit schwerem Tritte plump gehen; schwerfällig mit aller Wucht mit dem ganzen Fusse auftreten beim Gehen; nachlässig, schlürfend, bummelig gehen
ebd. (nicht Nfrk, aber Duisb);
lu emol, wie er doher geflatscht kommt Saarbr
; angeflatsch kunn Rip, Allg. ;
erogefl. (-ā:-) kommen Bitb;
der Kerl kummt eringeflatscht, ohne onsekloppe Hunsr, Allg. — Bummelnd dem Trunke ergeben sein;
dat Fl. moss mer bal ens ophüre! Dür-Winden;
erimfl. müssig umhergehen Mosfrk. — γ. ungeschickt, lang hinfallen;
lohin-, herab-, herunnerfl. Rhfrk, Mosfrk, Rip. — δ. zu fliegen versuchen, flattern, von jungen Vögeln Saarbr, Siegld. —
Met de Flügele fl. schlagen Rip. — ε. gegen etwas hinklatschend anschlagen;
et Water flatsch gegen et Over Düss, Klevld, Rip. — c.
-ats- fehlschlagen, an der Nase vorbeigehen;
dat es öm äwel geflatzt Klev-Calcar. —
d. dat flatscht ower die Arbeit geht flott voran Siegld. — 2. absol. a. breit misten, von der Kuh;
de Koh flatsch; ein breites Sputum auswerfen;
wer hät he en et Zemmer geflatsch! Rip. RA.:
Hohnderkack, en et Hemb (Hemd)
geflatsch, sebbe (7)
Elle lang, et Hus voll Stank! Spottr. gegenüber dem Langschläfer Dür-Langerwehe. — b. verschütten;
du flatsch jo Rip, Rhfrk, Mosfrk, auch Düss, Mörs. — c.α.
-ę- in die Hand klatschen Wend-Dörrenb. — β.
-a- mit den Fingern schnalzen Saarl-Sprengen, Bitb-Mettend;
-ę- Trier-Beuren, Sieg-Hoven, Waldbr-Wildbg, MülhRh-Ensen, Köln-Stdt, Grevbr-Spenr, Kemp-UWeiden Waldniel. — γ.
-a- mit den Zähnen fletschen Merz-Saarhölzb, Bernk-Rhaunen; zornig sein, wütend anfahren Eup, Aach, hier auch
de Mull fl. — δ.
-a- mit Geräusch kauen, zerbeissen Kreuzn-Kirn;
-ę- Köln, Mettm-Düssel, Mörs-Kengen. — ε.
-a- die Augendeckel lebhaft auf- u. abbewegen Saarl-Hüttersd; gierig nach etwas hinsehen
-a- Saarbg-Ayl, Sieg-Siegbg, Wippf-Engelsk;
-ę- Bitb-Dahlem, Wittl-GrLittgen. — ζ.
-ę- mit der Flätsche schlagen uWupp;
-a- mit der Peitsche knallen Wittl-Meerf. — η.
-a- schallend küssen Elbf. — 3. trans. a. die Türe, das Fenster
toufl. zuschlagen Kemp-Süchteln. — b. eine Flüssigkeit hingiessen, verschütten; eine weiche Masse hinwerfen (Auswurf, Mörtel, Schlamm, Lehm udgl.), dass sie sich ausbreitet;
den Lehm gent de Wangk fl.; wer hät den Klatschen dohingeflatsch? Rip, Allg. —
Sich hinfl. unanständig, breit hinsetzen Mosfrk, Rees. — c.
-a-, einen fl., ins Gesicht schlagen mit der flachen Hand Allg.; auch Nfrk, Klevld
(-ts-) [
-ę- Bitb-Geichl, Kemp;
-E- May-Rieden;
-ā- Kobl-Waldesch;
-ā:- bei lang ausholendem Schlag Rip, Prüm;
-aš- Saarl-Roden];
enen fl.; ek sall er dech ens e paar öm de Uəhre fl. Kemp, Allg.;
ek flatz ow om de Ohre Klev;
dau gescht ze gots geflatscht Merz;
enem en fl.;
he krig en geflatsch; dropfl.; op enen fl. Rip, Allg. —
Sich fl. die Oberhaut des Körpers wegschneiden uWupp
(-ę-). —
d. -ę- einen Baum fl., anhauen, einen Teil der Rinde abhauen, bes. als Zeichen, dass er zum Fällen bestimmt ist Rip. —
Kille fl. dürre Äste herabziehen Saarbg. — e. absol. u. trans.
-ę-. α. mit losem Pulver schiessen; mit dem Florbert sch.; wenn das Zündhütchen allein abbrennt, vom Versagen des Schusses Rip, OBerg, Heinsb-Kirchhv, Kemp-Süchteln, Düss;
no em Kegel fl.; Sprole (Stare)
fl. gohn; den han ech geflätsch (weggefl.) Rip, Allg. — β. mit dem Flitzbogen schiessen Köln; mit Steinen aus einer Schleuder werfen Köln-Ehrenf. — γ. mit untergelegtem Daumen den Klicker schnellen Trier-Waldrach, Bernk, Ahrw, Rheinb-Meckenh, Mettm-Vohwinkel;
ech han ene Häuer (Kl.),
de kann et; de flätsch se all fort Rheinb-Meckenh, Allg. — δ. etwas schnell durch die Luft werfen, bes. flache Steine über eine Wasserfläche, dass sie mehrfach aufhüpfen Trier-Braunshsn, Daun-Neroth, Sieg-Ruppichteroth, Düss, Mörs-Utfort;
Botter fl. Ess-Kupferdreh;
flatschjes Siegld-Hilchenb. —
f. -ę- Kemp;
-a- MGladb-Helenabrunn, Kref-Fischeln;
-ats- Geld-Kevelaer Aengenesch, Klev-Üdem: die obere bewachsene Ackerschicht umgraben oder umpflügen; das Stoppelfeld, den Kleedriesch flach pflügen, meist
ömfl.;
den Mest onderfl. — g. absol. u. trans.
-a- (Tabak) kräftig rauchen Birkf-Idar, Wend-Dörrenb Pfeffelb, Ottw-Uchtelfang, Merz-Saarhölzb, Saarbg-NLeuken;
-ę- Saarl-Roden, Merz-Stdt, Trier-Heidenbg;
dau flätschs och emmer un (an)
der Peif; hen raucht, dat et flätscht; vill Sigare fl. — h. absol. u. trans. (dies aber nicht allg.)
-a-, oft
-ā- (dies bes. zur Bezeichnung des langen Geschwätzes) die Zeit durch müssiges Reden verbringen, über andere schwatzen, Übles weitererzählen; auch etwas fl., antragen (doch nicht allg.) Simm-Argenth, Koch-Kaifenh Treis, May-Monreal Ochtendung (
-ę-), Aden-Langenf, Neuw-Rodenb Leutesd
(-ę-), Altk-NFischb, mSieg, Berg, MülhRh, Köln, Neuss, Mörs, Ruhr;
-ats- Klevld;
häste et van mi geflatscht Gummb, Allg.;
ebbes herausfl. unüberlegt aussprechen Bitb. — Abl.:
die Flatschərei, dat Geflatsch, der Flatscher (Angeber),
sich zerfl.