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faltig

ahd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

faltig

faltig

falten Vb. ‘zusammenlegen’. In ahd. faldan ‘krümmen, zusammenlegen’ (um 800), mhd. valten, valden ‘falten, verschränken, sich umbiegen’, mnd. vōlden, valden, mnl. vouden, vouwen, nl. vouwen, aengl. faldan, fealdan, engl. to fold, anord. falda ‘den Kopf bedecken’, eigentlich ‘ein Kopftuch umbinden, falten’, got. falþan liegt ein ursprünglich starkes (reduplizierendes) Verb vor, dessen Formen allmählich mit denen des gleichbed. schwachen Verbums ahd. faldōn, faltōn (9. Jh.), mhd. valten, valden, anord. falda ‘falten’, schwed. fålla ‘säumen’ zusammenfallen, so daß nhd. falten einheitliche schwache Stammformen bildet. Doch hält sich ein starkes Part. Prät. gefalten bis ins 18. Jh. Wie aind. puṭaḥ (aus *pḷt-?) ‘Falte, Tasche, Ritze, Öffnung’, mir. alt ‘Gelenk, Glied, Abschnitt’ sind die germ. Formen als to-Ableitungen von der Wurzel ie. *pel- ‘falten’, wohl auch ‘bedecken, verhüllen’ (s. befehlen und Fell) anzusehen (s. auch unten Falte). – fälteln Vb. ‘in viele kleine Falten legen’, Iterativbildung (15. Jh.) zu falten. Faltstuhl m. ‘zusammenklappbarer Stuhl’, ahd. fald(i)-, falt(i)stuol ‘zusammenlegbarer Sitz, Sessel’ (10./11. Jh.), mhd. valtstuol, asächs. faldistōl, aengl. fældestōl, fyld(e)stōl, engl. faldstool. Aus dem Germ. entlehnt sind mlat. faldistolium und afrz. faldestoel, faudestuel, mfrz. faudeteul, mfrz. frz. fauteuil. Mit der Bedeutung ‘Lehnsessel’ wird Fauteuil im 18. Jh. wieder ins Dt. übernommen. Falte f. ‘Knick, Bruch, Runzel’. Wohl als Ableitungen vom Verb stehen ahd. fald m. ‘Falte’ (11. Jh.), mhd. valt m. ‘Falte, Faltenwurf’, anord. faldr ‘Falte, Knoten’, dän. fold und mhd. valte, valde f. ‘Falte, Lage eines Buches, Ecke, Winkel’, mnd. vōlde f., mnl. voude f., nl. vouw ‘Falte’. Im Nhd. setzt sich allein die fem. Form Falte durch. -falt wird in allen germ. Sprachen schon in alter Zeit als zweites Kompositionsglied mit Zahlwörtern verbunden, vgl. ahd. einfalt ‘einfach’ (8. Jh.), mhd. einvalt, asächs. ēnfald, mnd. ēnvōlt, aengl. ānfeald (engl. erhalten in twofold ‘zweifach’), anord. einfaldr, got. ainfalþs. Wurzelverwandte Bildungen (ie. *plo-) liegen vor in griech. diplóos (διπλόος) und lat. duplex ‘zweifach, doppelt’. Bereits früh erfolgt Suffixerweiterung zu ahd. -faltīg (einfaltīg, 11. Jh.), mhd. -valtec, -veltic (einvaltec, einveltic), nhd. -fältig (einfältig). S. Einfalt. faltig Adj. ‘mit Falten, Knicken, Runzeln versehen’ (16. Jh.).
2394 Zeichen · 106 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    faltîgnum. multipl. u. adj.

    Althochdeutsches Wörterbuch

    -faltîg num. multipl. u. adj. vgl. ein-, thrîzug-, manag-, sehszug-, sibun-, zehanzug-, zuuifaltîg.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Faltig

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Faltig , adj. et adv. Falten habend, mit Falten versehen. Ein faltiges Gewand. Ein faltiges Tuch. Falticht würde bloß Fa…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    faltig

    Goethe-Wörterbuch

    faltig a von Bekleidungsstücken: in Falten, (viele) Falten werfend, bildend od mit Falten versehen, verziert Schon fällt…

  4. modern
    Dialekt
    faltigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    faltig Adj. : 1. wie schd.; e faldich G'sicht [LA-Herxh, verbr.]; vgl. runzelig , schrumpelig , schrunzelig . — 2. die f…

  5. Spezial
    faltig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    fal|tig adj. 1 (mit Falten) da faldes 2 (runzelig) rogucé (-ciá, -ciada) 3 (zerknittert) infizé (-zá, -zada), sgrafagné …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faltig

8 Bildungen · 4 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von faltig

falt + -ig

faltig leitet sich vom Lemma falt ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von faltig 2 Komponenten

fal+tig

faltig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faltig‑ als Erstglied (4 von 4)

faltigkeit

DWB

faltig·keit

faltigkeit , f. die beschaffenheit des gefaltenen. ohne umlaut, die dreifaltigkeit, trinitas, manigfaltigkeit, varietas; mit umlaut einfälti…

faltglîh

AWB

-faltiglîh num. multipl. vgl. thrifaltiglîh.

faltig als Zweitglied (3 von 3)

Dreyfaltig

Adelung

Dreyfaltig , adj. et adv. ein vermehrendes Zahlwort, wie das vorige. Eine dreyfaltige Schnur, Pred. Sal. 4, 12, welche drey Mahl genommen is…

Mannichfaltig

Campe

mannich·faltig

Mannichfaltig , — er, — ste , adj . u. adv . von mannich , — wie ehemahls das Wort manch lautete, — und faltig , eigentlich, manche d. h. vi…

mannigfaltig

DWB

mannig·faltig

mannigfaltig , adj. wie mannigfalt, gegen dieses in häufigerem gebrauche, namentlich der prosaischen rede, während umgekehrt das mhd. manecv…

Ableitungen von faltig (1 von 1)

unfaltig

DWB

unfaltig , adj. : gott ist nit manigfaltig noch ainfaltig, aber onfaltig. darumb wil och sein wonung nit haben dann in ainem onfaltigen gem…