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fädeln

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

fädeln

fädeln

Faden m. ‘gesponnene Woll- oder Baumwollfasern’, auch Längenmaßeinheit, ahd. fadam, fadum ‘Garn, Klafter’ (8. Jh.), mhd. vadem (-m bis ins 17. Jh. bezeugt), vaden (seit dem 14. Jh.) ‘Faden, Garn, Schnur, Draht’, asächs. faðmos (Plur.) ‘Maß von 6 Fuß, Klafter, die ausgebreiteten Arme’, mnd. mnl. vādem ‘Maß der ausgebreiteten Arme, zu 6 Fuß gerechnet (auf Garne, Tauwerke, Meerestiefen bezogen), Faden, 6 Fuß hoher und 6 Fuß breiter Haufen Brennholz, Klafter Holz’, aengl. fæþm ‘Umarmung, Klafter, Schutz, Busen, Faden, Elle’, engl. fathom ‘ausgebreitete Arme, Längenmaß von 6 Fuß’, nl. vadem ‘Klafter, Zwirn’, anord. faðmr ‘Umfassung, Umarmung, Busen’, schwed. famn (germ. *faþma-) gehen mit lat. patēre ‘sich erstrecken, offenstehen’ und griech. petannȳ́nai (πεταννύναι) ‘ausbreiten, öffnen’ auf die Wurzel ie. *pet- ‘ausbreiten’ (besonders die Arme) zurück. In den germ. Sprachen bezeichnet das Wort als Maßeinheit die Länge der ausgebreiteten Arme (1 Faden = 6 Fuß oder 1 Klafter), danach das Gemessene, den Faden (Garn, Schnur usw.), seit dem 15. Jh. das Maß für die Meerestiefe; ausgehend von der Vorstellung der schützend ausgebreiteten Arme auch ‘Schutz’ und ‘Umarmung’. roter Faden ‘durch eine Erzählung oder Darstellung hindurchgehende Leitlinie, Leitmotiv’, bildliche Verwendung (Goethe 1809) in Anlehnung an den roten oder überhaupt farbigen Faden, den die britische Flotte (seit 1776) als Eigentumszeichen in das Tauwerk eindrehen läßt. – fädeln Vb. ‘auf einen Faden reihen, einen Faden durch eine enge Öffnung ziehen’, im 18. Jh. wohl zum Deminutivum Fädel gebildet. Oder iterativ zu älterem (bis ins 17. Jh. bezeugtem) fädmen? Vgl. ahd. fadumōn ‘spinnen, einfädeln, nähen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vedemen. einfädeln Vb. (17. Jh.), älter (16. Jh.) einfademen, einfädmen. fadenscheinig Adj. ‘abgenutzt, daß die einzelnen Fäden sichtbar sind, abgewetzt, durchsichtig’ (18. Jh.), älter fadenscheinisch (17. Jh.) und fadenschein (16. Jh.), zu mhd. schīn Adj. ‘sichtbar’ (s. scheinen).
1990 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fädeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Fädeln , verb. reg. act. von dem folgenden Worte Faden, wovon aber nur die zusammen gesetzten ausfädeln und einfädeln üb…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fädeln

    Goethe-Wörterbuch

    fädeln mit Geschick, Raffinement bewerkstelligen [ Wirt zu Sophie: ] Nun sag wie machen wir’s, dass wir’s [ entwendetes …

  3. modern
    Dialekt
    fädelnschw.

    Pfälzisches Wb.

    fädeln , fädemen schw. : 1. a. Bohnen f. 'an den grünen Bohnen die Seitenfaser (s. Faden 2 b) entfernen', fäd(e)le (fEd(…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faedeln

4 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von faedeln 2 Komponenten

fad+eln

faedeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faedeln als Zweitglied (3 von 3)

anfädeln

DWB

anfädeln , filo appendere, anreihen: perlen, korallen anfädeln. figürlich, etwas anzetteln, anstiften, anstellen.

ausfädeln

DWB

aus·faedeln

ausfädeln , filatim solvere, die faden auseinander ziehen; auch den faden aus der nadel ziehen.

einfädeln

DWB

ein·faedeln

einfädeln , filum per acum immittere, gleich anfädeln, auffädeln, ausfädeln kürzung von fädemlen, welches aus dem diminutivum fädemle entspr…

Ableitungen von faedeln (1 von 1)

entfädeln

DWB

entfädeln , filum solvere, ausfädeln, gegensatz von einfädeln : entfädelt der empörung rauhes öhr, unthread the rude eye of rebellion. king …