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faecher

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Fächer

Bd. 6, Sp. 257
Fächer, Geräte verschiedener Konstruktion, die seit alter Zeit bei vielen Völkerschaften im Gebrauch sind, um sich Kühlung zuzufächeln oder zufächeln zu lassen. Die einfachsten F. bestehen aus einem Stiel, an dem ein Baumblatt, im Süden und in den Tropen ein Palmblatt, aus dem der spätere Faltfächer entstanden ist, ein Stück Papier oder Seidenzeug befestigt ist (Wedel, Blattfächer, Fig. 1, S. 258). Derartige F., bei denen die in einem lackierten Ring ausgespannte Seite bemalt ist, sind noch gegenwärtig in China und Japan im Gebrauch und auch bei uns eingeführt worden. Im Altertum spielten aber auch F. aus Federn, namentlich solche aus Pfauenfedern (Fig. 2), eine große Rolle, und in den Tropen benutzen die Eingebornen gleichfalls Federfächer. Im Mittelalter war der F. besonders in Spanien und Italien im Gebrauch, wo er aus einem viereckigen aufgespannten Stück Stoff, bemaltem Pergament oder Geflecht bestand, das an das obere Ende eines langen Stieles befestigt wurde (Fahnenfächer, Fig. 3). Im 16. Jahrh. kam er nach Frankreich und Deutschland, und seit dem 17. Jahrh. ahmte man die chinesischen F. nach (s. Tafel »Chinesische Kultur II«, Fig. 15), bei denen eine Anzahl schmaler, keilförmig geschnittener Blätter an dem einen Ende durch einen Draht zusammengehalten wird, so daß man den F. beliebig entfalten und wieder zusammenlegen kann. Diese Faltfächer (Fig. 4) wurden unter Ludwig XIV. zu einem beliebten Luxusgegenstand und in der verschiedensten und kostbarsten Weise verziert. 1678 wurde in Frankreich auch eine Zunft der Fächermacher (maîtres eventaillistes) begründet. Die einzelnen Stäbe wurden aus Perlmutter, Elfenbein, Schildkrot, Edelmetall etc. gefertigt, mit Gravierungen, Malereien, Inkrustierungen u. dgl. verziert (Fig. 5) und an dem abern Ende bisweilen noch mit Pfauen-, Adler- oder Straußfedern versehen. Für Faltfächer, die unten aus Stäben, oben aus Stoff bestanden, benutzte man Atlas, Seide oder ganz seines Leder und verzierte sie mit Gouachemalereien, die im 18. Jahrh. meist von hervorragenden Künstlern oder nach Vorbildern von solchen (Watteau, Boucher) ausgeführt wurden (Fig. 6). Sie verschwanden dann seit der Revolutionszeit, sind aber jetzt wieder sehr in Aufnahme gekommen. Wie früher werden die F. durch das Zusammenwirken von Malerei und Kunstindustrie oft zu Kunstwerken ersten Ranges erhoben. In neuester Zeit wird diese Fächermalerei z. T. von Spezialisten ausgeübt und vielfach von Dilettanten gepflegt. 1891 fand in Karlsruhe eine deutsche Fächerausstellung mit Preisausschreiben statt, an der sich die ersten deutschen Künstler beteiligten. Eine Auswahl daraus wurde mit Text von M. Rosenberg (Karlsr. 1892, 69 Tafeln) veröffentlicht. Daneben sind auch Federfächer, namentlich aus Straußfedern, im Gebrauch. In China und Japan sind F. noch heute die beständigen Begleiter von Männern und Frauen. Für den Massenbedarf werden sie aus buntem Papier (Seiden- oder geöltem Papier) gefertigt und demgemäß schnell abgenutzt. Vgl. Blondel, Histoire des éventails (Par. 1875); Frauberger, Geschichte des Fächers (Leipz. 1877); Uzanne, L'éventail (Par. 1881); Fraipont, L'art de composer et de peindre l'éventail (das. 1893).
3187 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fächer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Fächer , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Fächerchen, Oberd. Fächerlein, ein Werkzeug, durch dessen Bewegung…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Fächer

    Goethe-Wörterbuch

    Fächer (kokett eingesetztes) Utensil bes der weibl Garderobe; vereinzelt im Vergl als sie [ Lotte vor der Abfahrt zum Ba…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fächer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Fächer , Geräte verschiedener Konstruktion, die seit alter Zeit bei vielen Völkerschaften im Gebrauch sind, um sich Kühl…

  4. modern
    Dialekt
    Fächerm.

    Pfälzisches Wb.

    Fächer m. : wie schd., Fächeʳ (fęχəʳ) [verbr. (1930)]. SHW Südhess. II 318 ; BadWB Bad. II 2 .

  5. Spezial
    Fächer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Fä|cher m. (-s,-) 1 ventai m. 2 ‹ornit› coda a ventai f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faecher

46 Bildungen · 34 Erstglied · 12 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von faecher

faech + -er

faecher leitet sich vom Lemma faech ab mit Suffix -er.

Zerlegung von faecher 2 Komponenten

fa+cher

faecher setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

faecher‑ als Erstglied (30 von 34)

FÄCHERARTIG

DWB2

faecher·artig

DWB2 FÄCHERARTIG adj. DWB2 abl. von DWB2 fächer m. DWB2 in der art eines fächers, wie ein ausgebreiteter fächer aussehend: 1768 die schnarrh…

fächerblatt

DWB

faecher·blatt

fächerblatt , n. er rupfte immer mehr breite fächerblätter aus seiner grünenden spanischen wand ( aus der dichten laube ). J. P. Tit. 2, 15.

Fächerdienst

GWB

faecher·dienst

Fächerdienst Gebrauch, Funktion als Fächer Sie haben [ zum Straßenreinigen in Palermo ] niedliche Beschen von Zwergpalmen, die man, mit weni…

fächerfalte

DWB

faecher·falte

fächerfalte , f. plica flabelli: der grundrisz dieser stadt gleicht einem fächer, in welchem das markgräfliche schlosz den knopf, die versch…

Fächerflügler

Meyers

Fächerflügler ( Strepsiptera , Strepsipteren ), Ordnung der Insekten, mit verkümmerten Mundteilen, die Männchen (Abbildung a) auch mit verkü…

Fächerform

GWB

faecher·form

Fächerform mBez auf den Wedel der Fächerpalme GWB N6,180,20 MetamPfl Nachtr Horst Fleig H. F.

Fächergemälde

GWB

faecher·gemaelde

Fächergemälde pl vermutl für eine Vorlage zur Bemalung eines Fächers 1) GWB B30,56,19 Stock 26.11.94 ~ GWB B10,228,18 K 1) vgl SchrGG4,50f u…

Fächergerste

PfWB

faecher·gerste

Fächer-gerste f. : eine Gerstenart, Fächergerst [ Wilde 70 (NW-Niedkch)]; vgl. PfWB Reisgerste . Marzell 114.

fächerschlag

DWB

faecher·schlag

fächerschlag , m. hinaus! oder ich lasz mein kammermädchen kommen und ihnen mit fächerschlägen diesen lästermund zerplatzen. Klingers th. 2,…

fächerspiel

DWB

faecher·spiel

fächerspiel , n. das eitle flittermädchen vergasz bei dir des fächerspiels. Voss im musenalm. von 1777 s. 174 .

fächerstab

DWB

faecher·stab

fächerstab , m. bacillum flabelli: sie guckt, wie verschämt vor Gürge, durch die fächerstäbe hindurch. Weisze kom. opern 1, 77 . vgl. DWB fä…

faecher als Zweitglied (12 von 12)

Feuerfächer

Campe

feuer·faecher

Der Feuerfächer , des — s , d. Mz . w. d. Ez. 1) Einer, der das Feuer anfachet. 2) Ein Werkzeug, das Feuer damit anzufachen; der Feuerwedel …

kirchenfächer

DWB

kirchen·faecher

kirchenfächer , m. fächer als theil des weiblichen kirchenstaates: ihren schwarzen seidenhut aufzusetzen und ihren breiten kirchenfächer zu …

myrtenfächer

DWB

myrte·n·faecher

myrtenfächer , m. fächer aus einem myrtenzweige: angenehme kühlung wehen sollt ein myrtenfächer dir. Bürger 6 a .

putzfächer

DWB

putz·faecher

putzfächer , m. flabellum, was fächer: sie verbarg öfters, wie andre hinter den schwarzen trauerfächern der trauer und empfindung, so hinter…

seefächer

DWB

see·faecher

seefächer , m. 1) name eines in den südlichen meeren lebenden vogels, der sehr hoch fliegt und sich am weitesten vom lande entfernt, tropikv…

sittlichkeitsfächer

DWB

sittlichkeit·s·faecher

sittlichkeitsfächer , m. : gedeckt von diesem sittlichkeitsfächer ( einem ofenschirm ) unterhandelte frau von Trompetta mit Heinrichson über…

sommerfächer

DWB

sommer·faecher

sommerfächer , m. fächer zum gebrauch im sommer: es war ein indischer sommerfächer, den frau Hesse meiner frau verehrte. Hoffmann v. Fallers…

sonnenfächer

DWB

sonnen·faecher

sonnenfächer , m. , wird im 18. jahrh. für fächer gesagt, s. Jacobsson 1, 632 a . Adelung. Campe : fecher, focher oder sonnen-fecher, ist ei…

trauerfächer

DWB

trauer·faecher

-fächer éventail de deuil Mozin-Biber wb. 3, 20 b ; übertragen: der trauerfächer einer langen, finstern wolke war vor dem monde ausgebreitet…