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fächeln

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fächeln

Bd. 3, Sp. 1222
fächeln , ventilare, regt sich noch nicht ahd. mhd., auch haben die schwestersprachen nichts ähnliches, aus der volksmundart ist höchstens anzuführen das zerfächeln des Berner oberlandes für auseinander fallen, zersplittern (Stald. 1, 348), was zerwehen bedeuten könnte. die andern composita anfächeln, auffächeln, befächeln, erfächeln, zufächeln gehn auch nicht weit zurück und weichen bald in feckeln, bald in wecheln, wozu sich poln. wachlować fächeln und wachlanz fächer stellen läszt, vgl. den eigennamen Wachler. böhm. gilt fochrugi, fochrovati für fächern, fächeln. wecheln beglaubigt Diefenbach 611a und des Mathesius aufwecheln. selbst bangeln, banklen (1, 1104) wäre zu bedenken, kaum lat. focillare, refocillare, aufbächeln. vgl. auch fachen und wehen. unsern dichtern muste das einfache wort willkommen sein, zeigt sich aber erst im 17 jh., häufiger in des 18 zweiter hälfte. 11) intr. o liebster, was bedeut das ungewohnte röcheln? die furcht der heiszen brust? der matten lungen fecheln? Fleming 144; fächelnde westwinde schwärmen um ihn und kühlen die wangen. Zachariä tagesz. 37 (2, 33); der mittag, begleitet von fächelnden stunden, eröfnet sein füllhorn, mit blumen umwunden, und gieszt es auf alles verschwenderisch aus. dessen gedichte 1761 s. 539; immer kann der west nicht fächeln, auch der nord musz einmal wehn, will man sehn den himmel lächeln, musz man ihn auch weinen sehn. Burmann ged. 44; der kannte nie der liebe lust und schmerz, der nie erfuhr, wie süsz ihr athem fächelt. Bürger 69a; mich labt der weste fächeln am hainquell. Matthisson 124; vor meines liedes fächeln scheint ihm die welt zu lächeln. Rückert 199; blumen, die ich mit thränen der sehnenden liebe geträumet, die ich sprossen gemacht, fächelnd mit hauchen des wehs. 266; so frug ich bange zweifelnd und empfand im wind das fächeln schon der todeshand, und fühlt es kühler schon im herzen flieszen. Lenau n. ged. 95; ein fächelnder abendwind. J. P. Hesp. 4, 47; er wuste nicht, wofür er das ding zu nehmen habe, das unsichtbar an der feuermauer auf und nieder hobelte und so verdächtig um ihn fächelte. papierdrache 2, 41. 22) tr. anwehen, heranwehen, der verliebte himmel lächelt in die gleicherwärmte luft, welche gleichsam küsse fächelt auf der schwangern erden kluft. Fleming 363; ein bunter thor, der tändelnd uns umflattert und unterdes er sich im spiegel selbst belächelt, studierte seufzerchen mit schaler anmut fächelt (früher röchelt). Wieland 9, 19; lose kleine amoretten, die ihre rege glut mit goldnen schwingen fächeln. 9, 293; fächelt denn auch so schön wie hier in ihrer lilienbrust die wollust selbst den geist der jugendlust? 10, 182; süsze liebe! morgenrosen athmen reiner nicht den duft, sanfter, ihnen liebzukosen, fächelt zefir nicht die luft. Boie in Voss musenalm. 1789 s. 101; lieblich fächeln euch sanfte, kühle weste. Weisze kom. opern 1, 3; wenn du den mittag fühlest, gedrückt von heiszem sonnenstral, 'brichst du gesträuch und kühlest mich fächelnd allemal'. 1, 140; sanft und lieblich ist der west, thal und aue lächelt, wann er an der Flora fest ihre kinder fächelt. 3, 120; Dorchen sinkt halb in ohnmacht, Kunz läuft zu ihr, kniet neben ihr hin, nimmt ihre hand, fächelt sie mit dem hute und thut alles sie wieder zu sich zu bringen. Weisze die jubelhochzeit s. 172; bei welchem actus der häuslichen jurisdiction sie selbst mit dem kehrbesen den verabschiedeten ehegespan zur thür hinaus fächelte. Musäus volksm. 650; labe dich indessen an dieser luft, die jetzt noch so wollüstig deine reizbare haut fächelt. Klinger 7, 140; unsichtbare hände fächeln ihn (den menschen), wenn er brennt und tragen himmelsblumen vor ihm zur stärkung vorüber. J. P. papierdr. 2, 171; verflucht sei die luft, die dich fächelt. Schiller 151b; die rose spricht: sein muth ist ungeraubt dem zefir, meinem diener, der mit witze mir kühlung gegen deinen brand zu fächeln, und dafür zu verdienen weisz mein lächeln. Rückert 402. 33) refl. Lisette schweigt, und lächelt, wie eine dame thut, die sich gelassen fächelt. Zachariä; so schmachtet er am bach, wo sich die musen fächeln, ein zweiter Tantalus. Gotter 1, 335.
4154 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fächeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Fächeln , verb. reg. act. welches Diminut. von fachen ist. 1) Durch Verursachung eines gelinden Windes abkühlen, mit der…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fächeln

    Goethe-Wörterbuch

    fächeln auch subst a sanft wehen; toposartig von leichten Winden in friedl od bezaubernder Szenerie Über Wiese, Hain und…

  3. modern
    Dialekt
    fächelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    fächeln schw. : vom Flügelschlag der Bienen, die dem Bienenstock frische Luft zuführen, Imkerwort, fächele (fęχələ) [ver…

  4. Spezial
    fächeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    fä|cheln I vb.intr. (wehen) trá (tira), jí (vá, jü) II vb.tr. (hin und her bewegen) svantoré (-rëia), mené ia y ca, fá d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit faecheln

3 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von faecheln 2 Komponenten

faech+eln

faecheln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von faecheln (3 von 3)

befächeln

DWB

befächeln , aestuanti tenue frigus ventilare: ihn sehn erstaunt, mit halb verächtlichem lächeln, die kammermädchen im äuszern gezelt sein jü…

erfächeln

DWB

erfächeln , refrigerare. Stieler 526 , der erfecheln schreibt und erfeckeln fovere davon unterscheidet, s. unter diesem wort und unter anfäc…

verfächeln

DWB

verfächeln , verb. durch fächeln vertreiben: hitze verfächeln.