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Estrich

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
15 in 14 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Estrich

Bd. 6, Sp. 133
Estrich (althochd. estirih, aus mittellat. astricus, »Pflaster«), mit einer zusammenhängenden künstlichen Stein- oder sonstigen Masse bedeckter Fußboden. Griechen und Römer wandten E. in ihren Bauten an. Der Ziegelestrich (signischer E., pavimentum testaceum s. signium) ruhte auf einer Steinunterläge, bestand aus 3 Teilen hart gebrannter, zerstoßener Ziegel und 1 Teil Kalkmörtel und findet sich in Überresten altrömischer Bauten. Dieser antike E. gehört zu den Kalkestrichen, die auch heute noch, besonders in Italien, Verwendung finden, statt der Steinunterläge aber gewöhnlich eine solche aus Steinschotter oder aus festgestampftem Sand erhalten und in der Estrichmischung statt der Ziegelstücken wohl auch Bruchsteinstücke aufweisen. Zum Mörtel wird gern hydraulischer Kalk genommen. Bei seinem E. besteht die oberste Lage nur aus scharfem Sand und frischem Kalkpulver. Haltbarer ist Zementestrich, auf einer 12 cm starken Unterlage aus magerm Zementbeton aus einer etwa 2 cm starken Zementmörtellage (1 Teil Zement, 3 Teile scharfer Sand) gebildet. Hierher gehören der rheinische Traßestrich (3 Teile Traß, 8 Teile Kalk, 6 Teile Kohlenasche) und der französische E., der unten aus einer Mischung von Steinen, Kalkmörtel, Hammerschlag und Eisenschlacken, in der Mitte aus Bruchsteinen und Kieseln mit einem Mörtel aus 2 Teilen Kalk und 1 Teil Sand, oben aus einer Mischung von 1/3 Kalk, 1/3 Zement und 1/3 zu Staub gestoßenem Marmor oder andern harten Steinen besteht. Lehmestrich, besonders für landwirtschaftliche Bauten, besteht aus einer bis 50 cm hohen Lage von gut ausgefrornem Lehm, der durch Schlagen gedichtet und dann mit Rindsblut oder Teergalle überstrichen und mit Hammerschlag überstreut wird. Über solchem Lehmestrich oder über einer sorgfältig geebneten Lage trocknen Sandes (Kieses) wird durch Ausgießen von verdünntem Gips, der mit Schlaghölzern gedichtet und mit eisernen Kellen geglättet wird, der Gipsestrich gebildet, dessen Haltbarkeit durch Tränken mit Leinöl oder Bohnen mit Wachs erhöht wird. – Terrazzo erhält eine 10 cm starke, dicht geschlagene Unterlage von Ziegelstücken, Kalk und Ziegelmehl und eine obere, 3 cm starke Schicht von hydraulischem Kalkmörtel, Ziegelmehl und eingestampften farbigen Marmorstückchen, die abgeschliffen und geölt wird. Beim Granito sind die Marmorstückchen kleiner und werden mit der Masse der Oberschicht vermischt aufgebracht. Beim Mosaikterrazzo werden die Marmorstückchen nach bestimmten Mustern aufgebracht. Werden statt der Marmorstückchen Tonstückchen oder Glaspasten angewendet, so entstehen die namentlich von den Alten vielfach ausgeführten Glas- oder Tonmosaikböden. Asphaltestrich besteht aus Beton- oder Ziegelpflaster und einer 2–3,5 cm starken Gußschicht aus geschmolzenem Asphaltmastix, Goudron und seinem Kies. Wie auf massiven Untergrund, legt man Estriche auch auf Balkenlagen aus Feuersicherheitsgründen und um (z. B. in Dachböden) von oben keine Feuchtigkeit in die Balkenlage gelangen zu lassen. Beim Verlegen der Estriche auf Blindboden deckt man letztern mit Holzzement und Pappe und einer darauf geschütteten, einige Zentimenter starken Schicht aus seinem Sand oder Lehm. Bei unmittelbarem Aufbringen auf die Balkenlage wird der Raum über der Stakung mit Sand, Kies oder reinem Bauschutt gefüllt, darauf eine Lehmschicht oder eine doppelte Dachsteinschicht in verlängertem Zementmörtel gebreitet und darüber der E. ausgeführt.
3431 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    estrîchstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    estrîch stm. s. esterîch.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êstrich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Êstrich , S. Adelung Ästerich .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Estrich

    Goethe-Wörterbuch

    Estrich überwiegend neutr fugenlos aufgetragener, steinartiger Fußboden in Jappachs Wohnung [ in Köln ] .. Ein durch bra…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Estrich

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Estrich , nennt man jeden steinernen Fußboden, ob von Marmor, Sand od. Ziegelsteinen; vornämlich aber einen von Gyps geg…

  5. modern
    Dialekt
    Estrich

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Estrich Band 1, Spalte 579 Estrich 1,579

  6. Sprichwörter
    Estrich

    Wander (Sprichwörter)

    Estrich Auf dem Estrich des Fürsten ist man nur in silbernen Schuhen vor dem Ausgleiten sicher. Altmann V.

  7. Spezial
    Estrich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Est|rich m. (-[e]s,-e) 1 funz (func) m. 2 (Dachboden) somas (-sc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit estrich

26 Bildungen · 17 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von estrich 2 Komponenten

est+rich

estrich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

estrich‑ als Erstglied (17 von 17)

Estrichblatteⁿ

Idiotikon

Estrichblatteⁿ Band 5, Spalte 196 Estrichblatteⁿ 5,196

estrichboden

DWB

estrich·boden

estrichboden , m. pavimentum. voc. 1482 h 2 b , pleonasmus, da estrich schon gleichsteht mit boden.

Estrichbodeⁿ

Idiotikon

Estrichbodeⁿ Band 4, Spalte 1029 Estrichbodeⁿ 4,1029

estrichen

DWB

est·richen

estrichen , pavimentare, estrich machen. ebendaselbst. mhd. ein strâʒe ër dô gevienc, diu was gestrîcht unde breit. Parz. 142, 5 .

Estrichstëg(eⁿ)

Idiotikon

Estrichstëg(eⁿ) Band 10, Spalte 1502 Estrichstëg(eⁿ) 10,1502

Estrichwīⁿ

Idiotikon

Estrichwīⁿ Band 16, Spalte 171 Estrichwīⁿ 16,171

Estrichzimmer

RhWB

estrich·zimmer

Estrich-zimmer Esdrĭχtsęəmər Koch-Ediger n.: Z., dessen Boden aus Zement besteht, meist Getreidezimmer.

estrich als Zweitglied (9 von 9)

anestrich

MWB

ane·strich

anestrich stM. ‘Substanz, mit der etw. bestrichen wird’ (hier: Blut statt Harz): hœrt ir die dœne, Hagene, die dort Volkêr / videlt mit den …

Chüestrich

Idiotikon

Chüestrich Band 11, Spalte 2037 Chüestrich 11,2037

Möstrich

Adelung

most·rich

Der Möstrich , des -s, plur. inus. eine vornehmlich in Nieder-Deutschland übliche Benennung des mit Moste oder Weinessig zerriebenen und zu …

Schwêbästrich

Adelung

schweb·aestrich

Das Schwêbästrich , des -es, plur. die -e, ein zwischen zwey Balken in der Höhe befindliches Ästrich, weil es gleichsam im Freyen zu schwebe…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „estrich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/estrich/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „estrich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/estrich/meyers. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „estrich". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/estrich/meyers.
BibTeX
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