ERTÖNEN vb. präfixbildung zu tönen
vb. 1
tönen, erklingen. a
eine stimme hören lassen. selten: ⟨u1360⟩ nu hastu erdonet mit groszer stymm in das ynnerst or meins herczen
et intonasti desuper uoce grandi in interiorem aurem cordis mei Johann v. Neumarkt
1,150 K. 1531 der herr wirt von oben herab bruͤlen, .. mit einem geschell wirt er von seinem künigklichen hof ertoͤnen
bibel (Zür.)2,114b. 1657 drumb lasset uns singen/ mit jauchtzen und klingen,/ frolokken und freuen/ erthönen und schreyen,/ gott in der höh sey lob und ehr Silesius
seelenlust 39 HND. –
hierher noch (?) 1968 und immer noch ertönten die dämonen unsres mitleids./ ..
Nabokov, feuer 46. b
widerhallen erfüllt sein von tönen, klängen: 1508/16 die Eignossen .. lüffend also mit grossem zorn und ungestuͤmklich uss dem wald entweris an die vigend, das der wald ertonet, als ob das Wuͦtis her
(Wotans heer) kem Brennwald
schweizerchr. 2,399 L. 1582 mesner, die .. an eine oder mehr haußthüren, von holtz darzuͦ starck zuͦgericht, etliche straich thuͦnd, alß auff einen anboß, daß solche durch die gassen auß erthonend Rauwolf
raiß (Lauingen o.j.)407. 1711 es ist auch diß verwunderlich, daß vil dergleichen bewegungen der erdönenden luft, ob sie schon von verschiedenen seiten oder orthen herkommen, einander nicht verhinderen Scheuchzer
physica 1,81. ⟨1799⟩ der wald ertönt von allerschütternder kriegsmusik Hölderlin
(1943)3,112 B. v1887 was als ertönen des waldes und windes, was als ruf und schrei belebter wesen zu uns dringt, erscheint jedem .. verständlicher, als was wir von allen jenen dingen sehen Stein
kultur 277 P. c
erklingen, töne hervorbringen, zu tönen beginnen. speziell von musikinstrumenten, aufklingen. auch reflexiv: 1530 do ward er
(apostel Paulus) die groß trumetten des gloubens, uß dem die stimm inn aller welt ertöndt hăt
Morgant 15 LV. 1682 zuhand erthönte sich die feld=posaun Berge
Milton, paradeis 21. 1800 der ruderschlag ertönet, und im leisen schweben vom ufer gewinnt der nachen den strom
athenaeum 3,49 Sch. 1901 daß ein knochen aus der wunde trat, welcher auf zwölf fuß entfernung an einen schild geworfen, diesen ertönen macht Brunner
grundzüge 19. 1974 der kaffeebraune trabant .. hält nun .. vor der gemeinsamen türe des ehemaligen ehepaars, und jene obszöne hupe ertönt, die frau Anita haßt Ch. Wolf
Linden 96. d
hörbar werden. hauptgebrauch: 1638 es erthönet hier vnd da/ nichts denn lauter Sylvia Homburg
Clio 1,H7a. ⟨v1699⟩ ein blocksberg ..,/ auf welchem das geheul des wilden Pans erthönt Canitz
ged. (1727)96 K. 1795 die schreckliche anklage wider seinen oheim ertönt in seinen ohren Goethe
I 22,75 W. 1892 von der gegend des tisches her, wo Leo saß, ertönte ein mühsam unterdrücktes lachen
n. zeit 10,1,159. 1975 dir, göttin der liebe, soll mein lied ertönen! Bieler
mädchenkrieg 21. 2
verlauten, bekannt werden, an die öffentlichkeit dringen: 1767 wenn die bühne so unbesonnene urtheile über die priester überhaupt ertönen läßt, was wunder, wenn .. Lessing
9,192 L./M. ⟨1860⟩ wenn im alter wehklage und sehnsucht nach dem tode ertönt, so liegt .. die ursache weniger in dem alter selbst J. Grimm
kl. schr. (1864)1,208.Rahnenführer