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Eroberung

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Eroberung

Bd. 6, Sp. 70
Eroberung (von erobern, d. h. der Obere von etwas werden), die gewaltsame Vereinigung eines Staatsgebiets mit einem andern. Den Gegensatz bildet die dauernde Verbindung eines Landes mit einem andern Staatswesen auf friedlichem Wege, sei es dadurch, daß dem Staatsoberhaupt des letztern durch Erbgang die Thronfolge im erstern eröffnet wird, sei es durch einen freiwilligen Anschluß. Freilich erfolgt eine solche Aufgabe der staatlichen Selbständigkeit regelmäßig nur unter einem gewissen Druck. Aber immerhin fehlt das bei der E. charakteristische Merkmal eines offenbaren und direkten Zwanges durch die feindliche Übermacht. Verschieden von der E. ist die Okkupation eines bisher herrenlosen Landstrichs oder eines Gebietes, das wenigstens noch nicht unter einer organisierten und zivilisierten Staatsgewalt stand, behufs Aneignung desselben, wohl zu unterscheiden wiederum von der Okkupation eines Teiles eines Staatsgebiets, die als Exekutionsmittel behufs Beitreibung von Kriegskontributionen und als Pfand der Erfüllung von Waffenstillstands- und Friedensbedingungen vorkommt, sowie von der Invasion, d. h. der vorübergehenden Besetzung eines Teiles des Staatsgebiets durch die feindlichen Mächte. Von einer E. im eigentlichen Sinne spricht man erst dann, wenn das ganze Gebiet des besiegten Staates vom Sieger in Besitz genommen und eine dauernde Festhaltung desselben sowie die vollständige Aufhebung der bisherigen Selbständigkeit des feindlichen Staatswesens und dessen Einverleibung in Frage steht (debellatio, plena victoria, zuweilen ungenau als Annexion [s. d.] bezeichnet). Insbesondere wird der Ausdruck E. wohl auch von der Aneignung von Staatsgut gebraucht, das der Sieger für sich in Beschlag nimmt, sowie vom Beutemachen im Kriege überhaupt (s. Beute). Vgl. Holtzendorff, Eroberungen und Eroberungsrecht (Berl. 1872); Jèze, Étude théorique et pratique sur l'occupation comme mode d'acquérir les territoiresen droit international (Par. 1895).
1965 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Eroberung

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Eroberung , plur. die -en. 1) Die Handlung des Eroberns, in der vierten Bedeutung des Verbi, und ohne Plural. Die Er…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Eroberung

    Goethe-Wörterbuch

    Eroberung a Einnahme, Besetzung eines Gebiets; Pl auch für Eroberungskriege; einmal metaphor im erot Sinn für geglückte …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Eroberung

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Eroberung , die Erwerbung durch Waffengewalt; das so erworbene Gebiet wird rechtlicher Besitz, wenn der frühere Eigenthü…

  4. Spezial
    Eroberung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Er|obe|rung f. (-,-en) 1 (eines Gebietes) concuista (-tes) f. 2 devënta (-tes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit eroberung

23 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von eroberung 3 Analysen

er- + oberung

eroberung leitet sich vom Lemma oberung ab mit Präfix er-.

Alternativen: eroberen+-ung erobern+-er+-ung

eroberung‑ als Erstglied (23 von 23)

eroberungsbrief

DWB2

eroberung·s·brief

eroberungsbrief m. kapitulationsurkunde: 1685 die statt Bremgarten ist vnser der acht alten orthen Zürich, Bern, .. und soll ihnen gehorsamb…

EROBERUNGSDRANG

DWB2

eroberung·s·drang

EROBERUNGSDRANG m. zuss. mit eroberung f. expansionsdrang: 1917 wenn man sich die folgen vergegenwärtigt, die das fehlen fester grenzen für …

eroberungsgeist

DWB

eroberung·s·geist

eroberungsgeist , m. wol euch enkel!eure kinder zittern nie vor dem erobrungsgeist. keine donner werden diesen thron erschüttern! Friedrichs…

Eroberungsgierig

Campe

eroberung·s·gierig

Eroberungsgierig , — er, — ste, adj. u. adv. gierig nach Eroberungen. Gewöhnlicher ist das stärkere eroberungssüchtig.

Eroberungshunger

Campe

eroberung·s·hunger

○ Der Eroberungshunger , des — s, o. Mz. der Hunger, oder die heftige Begierde nach Eroberungen. »Der Eroberungshunger der Römer.« Gedike.

Eroberungsliebe

Campe

eroberung·s·liebe

○ Die Eroberungsliebe , o. Mz. die Liebe, Neigung, Eroberungen zu machen. »Die Eroberungsliebe der Schönheit.« BenzelSternau.

EROBERUNGSLUSTIG

DWB2

eroberung·s·lustig

EROBERUNGSLUSTIG adj. abl. von eroberungslust f. oder zuss. mit lustig adj. ‘verlangend ’. von verlangen nach aneignung fremder herrschaftsg…

EROBERUNGSPOLITIK

DWB2

eroberung·s·politik

EROBERUNGSPOLITIK f. zuss. mit eroberung f. 1. auf expansion, aneignung fremder herrschaftsgebiete, machtbereiche gerichtete politik: 1854 d…

eroberungsweise

GWB

eroberung·s·weise

* eroberungsweise ‘e. zu Werke gehen, einschreiten’: ein Vorhaben gewaltsam durchsetzen Gespr Eckerm 15.3.30 Caroline Vollmann C. V.

eroberungswut

DWB2

eroberung·s·wut

eroberungswut f. hemmungsloses eroberungsstreben: 1771 in: Goethe IV 2,11 W. 1917 Fernau durch 192. Arbeitsstelle