Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ermatten
ermatten
1matt Adj. ‘schwach, kraftlos, glanzlos’ wird vielfach als übertragener Gebrauch des gleichlautenden Ausdrucks im Schachspiel empfunden (s. 2matt) und auch so gedeutet. Vielleicht ist jedoch mhd. mat ‘schwach, kraftlos, erschöpft’ (13. Jh.) eher als Entlehnung von afrz. mat ‘besiegt, niedergeschlagen, betrübt, müde, schwach’ (mfrz. frz. ‘glanzlos’) anzusehen, das (nach FEW 6, 1, 518 ff.) auf lat. mat(t)us ‘vor Trunkenheit weinerlich’, spätlat. ‘niedergeschlagen, traurig, feucht’ beruht. Dies ist über synkopiertes *maditus oder madidus ‘naß, feucht, betrunken, weich, schlaff, faul’ (mit nachfolgendem Ersatz der Doppelmedia durch expressive Doppeltenius) an lat. madēre ‘naß, feucht sein, triefen, betrunken, weich sein’ anzuschließen. – ermatten Vb. ‘schwach, kraftlos werden’ (16. Jh.); vgl. ahd. irmattēn ‘fade werden, betören’ (10. Jh.). mattieren Vb. ‘glanzlos, undurchsichtig machen’ (19. Jh.), frz. mater, auch matir.