Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
endelich
1.1 ‘entschlossen, beharrlich’
1.2 ‘schließlich, zuletzt, am Ende’
2 ‘begrenzt’
3 ‘jmdm. gewachsen, ebenbürtig’
1 ‘endgültig, unwiderruflich’ ob ir nv frides gert / [...], / so sprechet endeliche, / wie getane svne man neme, / daz ez beidersit gezeme Herb 15294; es ist oͮch verbotten mit endelicher vrteil, dc dehein mensche [...] sin guͦt [...] gebe eim anderm ze widemen UrkCorp (WMU) N238B,30; ich [...] henke ovch dar min ynsigel [...] zv einer endelichen gezivcnusse ebd. 2797,2; daz mensche wirt in driu geteilt, / swenn ez von hinnen vert: / die sele zu dem himelrich [...]; / daz fleisch den würmen endelich Frl 9:20,17. – ‘letztgültig’ inwendigk [ ditz puechs ] wirt funden die endlich sach [ causa finalis ] darnach da getrachtet wirt; da wirt fundenn der anegentlich fürsatz und der endlich HvHürnh 3,23. – ‘gewiss, sicher’ her wande endicliche wesen tod GrRud Hb 29; Tristan die wîle er leben sol, / sô wizzet endelîche wol, / sôn sol niemer künigîn / noch vrouwe hie ze hove gesîn Tr 8362. 13400; endelîch / sunder wîch / aller wunne ist uberrîch / wîbes name und wîbes lîp KLD:Kzl 10: 3,11; Wernh A 2745. – ‘wahrhaft’ enist aber dîn gebet niht endelich und âne ernst, sô enwil dir got niht nû versagen, wan er hât dir in sîner êwicheit versaget Eckh 5: 416,1. – ‘vollständig, umfassend’ der juncherre im do sagen bat / die endelichen warhait RvEWh 2853; sîn [des Klingenbergers] helfe, sîn rât, sîn kunst sint endelich SM:Had 2: 13,5. – ‘deutlich’ mit endelichen buochstaben / schreip er alliu sîniu dinc KvWAlex 752; ein wârez lieht dâ liuhte / und ein gar endelicher schîn KvWTroj 161 1.1 ‘entschlossen, beharrlich’ so wil ich endeliche uore gan Roth 3953; nû lâze ein teil ir zornes abe, / wan endelîchen ir gnâden bit ich iemer MF:Reinm 15: 3,4; der Manesse rank darnâch endelîche, / des er diu liederbuoch nu hât SM:Had 8: 1,5 1.2 ‘schließlich, zuletzt, am Ende’ gnâde ist endelîchen dâ MF:Reinm 9: 4,1; dirre welde gît der tôt / nâch liebe ein endelîchez leit! / diu welt ist gar ein üppekeit RvEBarl 1323. – ‘ewig, bis ans Ende’ wie der hûse an der Tuonouwe grunde / lebt des trôres süeze gar. / alsô lebte ich wol des luftes von ir munde / endelîchen mîniu jâr KLD:UvL 55: 7,4; hierher oder zu 1.1: diu liehten ougen dîn / eine strâle hânt geschozzen / in daz herze mîn; / des muoz ich vil unverdrozzen / dîn endelîcher dienest sîn KLD:WvM 4:1,9. – umschreibend: swer daz niht gelouben wil, / der muoz ân endelîchez zil [für immer] / iemer mêre sîn verlorn RvEBarl 12926 2 ‘begrenzt’ sit er [Gott] unentlich ist, so wirt er von dekeim entlichen begriffen [ nullo infinito includi potest ] ThvASu 240,5. 64,20. – ‘vergänglich’ daz man mit shrift bestete, swas man endelicher dinge in disen tagen ze shaffen hat UrkCorp (WMU) 506,42. N601,2 3 ‘jmdm. gewachsen, ebenbürtig’ sô swingt er [der greiffalk ] sich auz und schawet, ob er im [der Beute] eben sei und gevellig, und ist er im sô endleich [ apta ] , sô væht er in BdN 186,8
MWB 1 1618,40; Bearbeiter: Runow