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Decker

mhd. bis Dial. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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23 in 17 Wb.
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17

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Decker

Bd. 4, Sp. 572
Decker, 1) (Dekker, Dekkar) Thomas, engl. Dramatiker, geb. um 1570 in London, gest. nach 1637, begann in den letzten Jahren der Königin Elisabeth für das Theater zu schreiben. Er wird zuerst im Tagebuch des Theateragenten Henslowe erwähnt, der ihm 20 Schilling lieh (1598) und dann eine Reihe Dramen abkaufte, darunter die Komödien »Shoemaker's holiday« und »Old Fortunatus, or the wishingcap« (gedruckt 1600; Neudruck von Scherer, Erlang. 1901). Mit Chettle und Haughton schrieb er die »Patient Grissel« (gedruckt 1603), mit Middleton »The honest whore« (1604 u. ö.). Ben Jonson verspottete ihn auf der Bühne in seinem »Poëtaster« (als Crispinus), was ihm D. in dem Stück »Satiromastix«, wenn auch schonend, heimzahlte (1602). Aber schon ein Jahr später verfaßte Ben Jonson mit D. gemeinsam eine Maske für die City zur Feier der Thronbesteigung Jakobs. D. hat auch manches ältere Stück umgeändert und erweitert, namentlich Marlowes »Faustus«. Als Prosaist machte er sich durch scharfe Sittenschilderungen bekannt, namentlich durch »The gull's hornbook, or fashions to please all sorts of gulls« (1609; neue Ausg., Bristol 1812), eine Bearbeitung von Dedekinds »Grobianus«. Unter der Regierung der Stuarts schrieb D. fleißig weiter, Tragödien und Tragikomödien, Moralitäten und Auszüge, Visionen und Huldigungsgedichte. Seine dramatischen Werke sind von Shepherd gesammelt (Lond. 1873, 4 Bde.), die »Miscellaneous works« von Grosart (Huth library, 5 Bde., mit Einleitung). Eine Auswahl bot Rhys in »Best plays of old dramatists« (Lond. 1888). 2) Jeremias de, niederländ. Dichter, geb. 1609 in Dordrecht, starb 1666 in Amsterdam, wo er als Kaufmann unverheiratet lebte. Seine Dichtungen zeichnen sich durch reine Sprache und kernigen Ausdruck aus, weniger durch Schwung und poetische Gedanken. Er übersetzte Buchanans »Baptistes« und in Reimversen »De klaagliederen van Jeremias«. Von seinen ursprünglichen Gedichten ist seine gefühlvolle häusliche Poesie und seine Sammlung kerniger Epigramme (»Puntdichten«) besonders zu rühmen. Die vollständigste Sammlung seiner Gedichte, die er selbst bescheiden »Rijm-oeffeningen« nannte, besorgte Brouerius van Nidek (Amsterd. 1726, 2 Bde.). Seine Biographie schrieb Jer. de Vries (1807). 3) Karl von, militärischer Schriftsteller, geb. 1780 in der Mark, gest. 26. Juni 1841, wurde 1800 Leutnant in der Artillerie, zeichnete sich 1807 bei Eylau aus, und nachdem er im Korps des Herzogs von Braunschweig-Öls, dann in englischem Dienst gestanden, nahm er als preußischer Hauptmann im Generalstab an den Feldzügen 1813/15, an den Schlachten von Dresden, Kulm, Leipzig ehrenvollen Anteil. Er wurde 1816 Dirigent im topographischen Bureau, 1817 Major und Lehrer an den höhern Militärbildungsanstalten und 1819 geadelt. Nachdem er 1829 eine Artilleriebrigade erhalten, nahm D. 1841 als Oberst den Abschied und wurde darauf Generalmajor. Er schrieb: »Die Artillerie für alle Waffen« (Berl. 1816, 3 Bde.) nebst »Ergänzungstaktik der Feldartillerie« (das. 1837); »Die Gefechtslehre der Kavallerie und reitenden Artillerie« (das. 1819); »Versuch einer Geschichte des Geschützwesens« (das. 1819, 2. Aufl. 1822); »Der kleine Krieg« (das. 1822, 4. Aufl. 1844); »Bonapartes Feldzug in Italien 1796 und 1797« (das. 1825); »Taktik der drei Waffen: Infanterie, Kavallerie und Artillerie« (das. 1833–34, 2 Tle.; 3. Aufl. 1851–1854); »Generalstabswissenschaft« (das. 1830; neu bearbeitet von seinem Sohn, 1862); »Die Schlachten und Hauptgefechte des Siebenjährigen Krieges« (das. 1837); »Algerien und die dortige Kriegführung« (das. 1842). Mit Rühle v. Lilienstern begründete D. 1816 das »Militärwochenblatt«, und seit 1821 war er Mitherausgeber der »Militär-Literaturzeitung«. Unter dem Pseudonym Adalbert vom Thale schrieb D. auch mehrere Lustspiele. 4) Pierre de, belg. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 25. Jan. 1812 in Zele bei Dendermonde, gest. 5. Jan. 1891 in Brüssel, widmete sich, bei den Jesuiten erzogen, der Advokatenlaufbahn und erwarb sich als Mitherausgeber des »Journal des Flandres«, bez. Mitgründer der katholischen »Revue de B;u- xelles« (1837) sowie durch die Gedichtsammlung »Religion et amour« (1835–36, 2 Bde.) bald einen literarischen Ruf. In der Kammer, der er 1839–66 angehörte, sowie in den weitverbreiteten Broschüren »Du pétitionnementen faveur de la langue flamande« (1840), »De l'influence du clergéen Belgique« (1843), »Quinze aus 1830–1845« (7. Aufl. 1846), »L'esprit de parti et l'esprit national« (5. Aufl. 1852) etc. vertrat er gemäßigt-klerikale und flämenfreundliche Anschauungen mit großem Eifer. 1846 auf Grund seiner »Études historiques et critiques sur les monts-de-piétéen Belgique« (1844) in die belgische Akademie gewählt und 1855 zum Minister des Innern im gemäßigt-klerikalen Kabinett Vilain XIIII. (s. d.) ernannt, mußte er schon im Herbst 1857 infolge der Straßentumulte anläßlich des von ihm eingebrachten Gesetzes über die Organisation des Wohltätigkeits- und Stiftungswesens zurücktreten. Später an den berüchtigten Finanzoperationen von Langrand-Dumonceau (s. d.) beteiligt und Direktor der »Christlichen Bank«, ward er, nachdem seine Ernennung zum Gouverneur der Provinz Limburg (November 1871) einen Straßenkrawall in Brüssel und den Rücktritt des ultramontanen Ministeriums d'Anethan (s. d.) herbeigeführt hatte, in den Langrandschen Kriminalprozeß verwickelt, 1877 aber außer Verfolgung gesetzt. Später schrieb er noch: »Étude politique sur le vicomte Ch. Vilain XIIII« (Brüss. 1879); »Les missions catholiques« ' (das. 1879); »Henri Conscience« (das. 1885); »L'Eglise et l'ordre social chrétien« (Löwen 1887).
5648 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    deckerstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    decker stm. dachdecker Münch. r. 472. Mone z. 6,401. ebenso

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    deckerM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    decker , M. Vw.: s. deckære*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dêcker

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Dêcker , des -s, plur. ut nom. sing. der ein Geschäft daraus macht, andere Köper zu decken oder zu bedecken; obgleic…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Decker

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Decker , Karl von, geb. 1784 zu Berlin, Sohn eines Artilleriegenerals, focht als preuß. Offizier 1806 und 7, trat 1809 i…

  5. modern
    Dialekt
    Decker

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Decker Band 3, Spalte 3,1432

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit decker

76 Bildungen · 21 Erstglied · 54 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von decker

deck + -er

decker leitet sich vom Lemma deck ab mit Suffix -er.

decker‑ als Erstglied (21 von 21)

Deckerbom

MeckWB

decker·bom

Deckerbom m. ein über zwei Dachstühle ( s. Dackstauhl ) gelegter Windelbaum, auf dem der Dachdecker beim Decken des Strohdaches steht Nützl.…

Deckerbrett

MeckWB

decker·brett

Deckerbrett n. Gerät des Dachdeckers zum Glattklopfen des Strohdaches Lu Con ; s. Dackbrett . Kü. 1, 305.

DECKERIG

DWB2

decke·rig

DECKERIG adj. abl. von decken vb. 1 a α mit -erig- suffix. in der wendung ein gebäude deckerig halten das dach in gutem zustand erhalten: 16…

Deckerlohn

PfWB

decker·lohn

 Decker-lohn m. : ' Lohn des Dachdeckers '. a. 1786: Bau und Reparations Kösten an denen hirthen und feldschützen häusern ... Deckerlohn 20…

Deckermetz

MeckWB

decker·metz

Deckermetz n. das große, nach außen gebogene Messer des Dachdeckers zum Abputzen des Strohdaches Lu Kar ; s. Dackmetz. Me. 1, 697.

deckernāgel

KöblerMnd

deckernāgel , M. Vw.: s. deckærenāgel*

Decker, Paul

DWBQVZ

decker·paul

--- fürstlicher baumeister, oder: architectura civilis, wie grosser fürsten und herren palläste ... füglich anzulegen, und nach heutiger art…

decker als Zweitglied (30 von 54)

abdecker

DWB

abdecker , m. excoriator, der schinder oder kafiller.

blîdecker

MNWB

bli·decker

blîdecker , m. , Bleidecker, Kupferdecker, der deckt und Bleiröhren legt.

dachdecker

DWB

dach·decker

dachdecker , m. handwerker der das dach eines gebäudes belegt mit stroh, rohr, ziegeln, schiefer. dachdecker oder werkmeister Voc. teut. 148…

Doppeldecker

Pfeifer_etym

doppel·decker

doppelt Adj. ‘zweifach’, Entlehnung aus gleichbed. afrz. doble, frz. double. Ein mhd. dublīn nach weitergebildetem afrz. doblin bleibt ohne …

dreidecker

DWB

drei·decker

dreidecker , m. 1 1. ein groszes kriegsschiff mit drei verdecken über einander, das 104—120 kanonen hat, dän. tredäkker. bildlich, der biogr…

entdecker

DWB

ent·decker

entdecker , m. inventor, detector. es kommt aber auch vor für abdecker, schinder: es soll keiner des handwerks mit einem nachrichter, streif…

Hose(n)decker

Idiotikon

Hose(n)decker Band 12, Spalte 1222 Hose(n)decker 12,1222

lēmendecker

KöblerMnd

lēmendecker , M. Vw.: s. lēmendeckære*

schieferdecker

DWB

schiefer·decker

schieferdecker , m. handwerker, der mit schiefer dächer deckt, ardesia tecta tegens. Schottel 1397 , operarius, qui aedificia tegit lapidibu…

schindeldecker

DWB

schindel·decker

schindeldecker , m. dachdecker, der mit schindeln deckt, scandulis tegens, scandularius. Frisch 2, 183 c . Jacobsson 3, 604 a .

schēveldecker

KöblerMnd

schēveldecker , M. Vw.: s. schēveldeckære*

Ableitungen von decker (1 von 1)

entdecker

DWB

entdecker , m. inventor, detector. es kommt aber auch vor für abdecker, schinder: es soll keiner des handwerks mit einem nachrichter, streif…