Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
buhlen
buhlen
Buhle m. ‘Geliebter’, mhd. buole m. f., mnd. bōle, mnl. nl. boel ‘nahe(r) Verwandte(r), Geliebte(r), Liebhaber’. Herkunft ungewiß. Das Ahd. kennt Buolo, das Aengl. Bōla nur als Männername. Unwahrscheinlich ist eine Verbindung zu balt. l-Ableitungen wie lit. brólis, lett. brālis ‘Bruder’ und ie. *bhrātor-, *bhrāter- (s. Bruder) Vielleicht kann anord. bōl ‘Lagerstätte, Schlafplatz’ als verwandt angesehen werden. Oder Buhle ist (wie vielleicht auch Bube, s. d.) eine der Kindersprache entstammende Koseform. Buhle ist ursprünglich Anrede für einen nahestehenden vertrauten und geliebten Menschen; erst im 15. Jh. erhält es einen pejorativen Beigeschmack (ein bule oder eyn vnrecht weyp oder ein vnrecht man für lat. amāsia bzw. amāsius), doch im alten Sinne von der Dichtung des 18. Jhs. wieder aufgenommen. Buhle mit mask. Genus kann bis ins 17. Jh. sowohl den Geliebten wie auch die Geliebte bezeichnen. Daneben (weniger geläufig) Buhler m. und Buhlerin f. (beide 15. Jh.). – Nebenbuhler m. ‘Mitbewerber, Rivale’ (17. Jh.). buhlen Vb. ‘aufdringlich um etw. werben’ (15. Jh.), mhd. buolen ‘lieb haben’.