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blei

ahd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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28 in 18 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

blei n.

Bd. 2, Sp. 88
blei, n. plumbum, gen. bleies, ahd. pliu pliuwes, plio pliowes, und mit übergang aus der fünften ablautreihe in die vierte (wie heurat und heirat) plî plîwes (Graff 3, 259), mhd. blî blîwes und auch blîges (MS. 2, 176b), spur von blie bliewes ist in blienîn plumbeus. myst. 78, 16; altn. blŷ, was zu pliu stimmt, schw.n. bly, woher finn. lyijy für blyijy, lapp. laigjo; lat. plumbum, walach. plumbu, alban. pljoumi, pljoumbi, welsch plwm, armor. ploum, it. piombo, sp. plombo, port. chumbo, franz. plomb; poln. ołow, böhm. olowo, wolowo, serb. olovo; gr. μόλιβος Il. 11, 237, in prosa μόλυβδος. dies merkwürdige wort liefert ein erwünschtes beispiel für die durchsichtigkeit unserer sprache, und nichts ist verkehrter als das deutsche wort aus dem lat. herzuleiten. leider gebricht die goth. form, sie könnte bliggv gelautet haben, und sich wie bliggvan zu ahd. pliuwan verhalten. befremdlich auf den ersten blick ist, dasz für blei nnl. nur lood, wie fries. lâd, ags. leád, engl. lead, ir. luaighe, gal. luaidhe gesagt wird, was unserm loth entspricht. doch kannte die mnl. sprache noch bli: daer dedi bli in over gout. Maerl. 1, 414, darein that er blei für gold, wie auch Kilian blij und blye plumbum anführt. nun aber begegnet ein alts. bli color, ags. blio, bleo, bleov, bleoh color, altengl. blee, die doch unverkennbar zusammenhängen mit blôvan bleov florere sowol als ahd. pliuwan plou caedere, d. i. braun und blau schlagen. pliu ist folglich das lividum, das blaue, bläuliche metall, wie silber das weisze, gold das gelbe, glänzende; will man den nebensinn von weich, biegbar, schlagbar gelten lassen, so stünde nichts entgegen. plumbum verhält sich im anlaut zu pliu wie parere zu përan, πύργος zu puruc, πίω zu pior; das M vor B ist wie in ambo ἄμφω, skr. ubha, in cumbo = cubo, lambo = lapan, laffan, in umbilicus = napalo, nabel. das lapp. laigjo = blaigjo grenzt ans ir. luaighe, das den übergang in luaidhe, leád, lood vermittelt. vielleicht berühren [] sich leád und μόλυβδος, dessen Δ an χαλυβδικός für χαλυβικός von χάλυψ stahl erinnert, offenbar laufen die beiden metalle χάλυβος und μόλυβος einander parallel. μόλυβος, μόλιβος aber läszt sich einigen mit einem vermutlichen πόλυβος, βόλυβος, das sich dem plumbum näherte und vom sl. olovo, volovo unfern läge. den Russen ist ólovo zinn, lett. alva, während russ. svinetz, litt. szwinnas, lett, świns buchstäblich stannum, unser zinn die bedeutung von blei hat. keine sprache läszt aber dem ausdruck so auf den grund schauen, wie unsere. 11) da das blei nach dem gold das schwerste metall und weit verbreiteter als dieses ist, so wird die vorstellung des schweren oft durch blei ausgedrückt: schwer wie blei, bleischwer; was ist schwerer denn blei? Sir. 22, 7; sunken unter wie blei im mechtigen wasser. 2 Mos. 15, 10; es liegt mir wie blei in allen gliedern; wie blei liegt der schlaf in uns. Schiller 134a; schmerz und antheil lagen betäubend wie blei auf ihr. Göthe 16, 176. er verkauft blei für gold. ein klotz blei, klötzlin bleig. Haupt 3, 251. 22) mit blei wird gelöthet (s.loth) und ausgegossen, explere plumbo, cera, vgl. fensterblei. figürlich, sein anstand gosz alle ihre glieder mit blei aus. J. Paul uns. loge 1, 181. s. ausgieszen. blei gieszen am Silvesterabend. 33) blei steht oft für die bleierne kugel: pulver und blei = kraut und loth; der verurtheilte ist heute morgen mit pulver und blei hingerichtet worden; ein unheilvolles blei traf sein herz; verwundernd sich ab solchem wunder, dasz ganz von blei ein hagel kom. Weckherlin 346; die troszknechte machten sich den spasz, nach den grenzsteinen zu schieszen, so dasz dem neugierigen wandrer das abprallende blei um den kopf sauste. Göthe 24, 155. es war ein alter fluch, da schlage blei zu! da fahre wilde bleischlacke ins silber! antwort ich und sagt, da schlag blei zu! Luthers tischr. 217a; da schlage blei zu! ist das nicht ein seltzames wesen? Philand. 1, 370. s. bleisack. 44) blei heiszen auch das senkblei, richtblei, bleistift u. s. w. zirkel, blei und winkelwage. Göthe 47, 152. 55) gebrannt blei, plumbum ustum, ein pulver aus zwei theilen blei, einem theil schwefel. 66) bergmännisch, im pl. die bleie, bleier für blei.
4218 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    blei

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    bleicha¹AWB f. ō-(oder n-)St., nur in Gl. des 9. u. 10. Jh.s: ‚Schminke, stibium‘ (aisl. bleik[j]a). 175 bleh – bleihS17…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bleiSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    blei , Sb. nhd. Bleihe (ein Fisch) ÜG.: lat. silago, alburnus Vw.: s. alandes-, ālant- Hw.: s. bley, bleier; vgl. mhd. b…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    BleiDer

    Campe (1807–1813) · +7 Parallelbelege

    Der Blei , ein Fisch, s. Campe Bleihe.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Blei

    Goethe-Wörterbuch

    Blei häufig -ey 1 das Metall u Mineral, auch das Bleierz; einmal Pl iSv Bleistufen; häufig im Hinblick auf best physikal…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blei

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Blei (plumbum, Saturnus) , zu den unedlen, dehnbaren, schweren Metallen gehörig, hat eine eigenthümliche blaugraue Farbe…

  6. modern
    Dialekt
    Blei

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    Blei Band 2, Spalte 2,1221

  7. Spezial
    Blei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Blei n. (-[e]s,-e) 1 ‹chim› (Metall) plom m. 2 (Senkblei, Lot) plom (-s) m. , plombin (-s) m. ▬ die Wanduhr aus dem Blei…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blei

818 Bildungen · 719 Erstglied · 95 Zweitglied · 4 Ableitungen

blei‑ als Erstglied (30 von 719)

Bleibeil

SHW

Blei-beil Band 1, Spalte 931-932

Bleifeder

SHW

Blei-feder Band 1, Spalte 935-936

Bleikegel

SHW

Blei-kegel Band 1, Spalte 935-936

Bleikugel

SHW

Blei-kugel Band 1, Spalte 935-936

Bleilatte

SHW

Blei-latte Band 1, Spalte 935-936

Bleilot

SHW

Blei-lot Band 1, Spalte 935-936

Bleimeise

SHW

Blei-meise Band 1, Spalte 935-936

Bleirohr

SHW

Blei-rohr Band 1, Spalte 935-936

Bleisoldat

SHW

Blei-soldat Band 1, Spalte 935-936

Bleistift

SHW

Blei-stift Band 1, Spalte 935-936

Bleivogel

SHW

Blei-vogel Band 1, Spalte 937-938

Bleiwaage

SHW

Blei-waage Band 1, Spalte 937-938

Bleiwasser

SHW

Blei-wasser Band 1, Spalte 937-938

Bleiabdruck

GWB

blei·abdruck

Bleiabdruck für den Probeabschlag einer Medaille in Blei GWB B40,414,2 Brandt [Dez 25] K [KanzlMüller/G] vgl GWB Bleimodell Elke Umbach E. U…

Bleiabguß

GWB

blei·abguss

Bleiabguß als Kopie für eine numismatische Sammlung unter den modernen Medaillen [ in Gotha ]. Wäre etwas bedeutendes darunter; so verschaff…

Bleiableitung

GWB

blei·ableitung

Bleiableitung Bleirinne zur Wasserableitung [ im Heiligtum der hl Rosalie ] Grotte. Bley Ableitungen [ vgl war es nöthig, den Ort trocken zu…

Bleiacetāt

Meyers

blei·acetat

Bleiacetāt , essigsaures Blei, s. Bleizucker ; basisches B., s. Bleiessig .

Bleiaffe

RhWB

blei·affe

Blei-affe blęiaf Aach f.: der einen mit offenem Munde anstarrt.

bleiafter

DWB

blei·after

bleiafter , n. gehaltlose erdtheile, die beim pochen vom bleierz abgesondert werden.

bleianbruch

DWB

blei·anbruch

bleianbruch . m. delibatio plumbi, dünner, bleiiger schaum, wie ein hauch auf dem gestein sitzend.

Bleianschuß

Campe

blei·anschuss

Der Bleianschuß , des — sses, Mz. die — schüsse. 1) Diejenigen Anschüsse, zu welchen sich das in Säuren aufgelösete Blei bei weiterer scheid…

Bleiantimonglanz

Meyers

blei·antimonglanz

Bleiantimonglanz ( Zinckenit ), Mineral, Sulfantimonit des Bleies, PbS. Sb 2 S 3 , findet sich in nadelförmigen rhombischen Kristallen u. st…

blei als Zweitglied (30 von 95)

Ɉungferblei

Campe

Das Ɉungferblei , des — es , d. Mz . ungew. gediegenes Blei, welches in Bleiberg bei Villach in Kärnthen beim ersten Rösten des Bleiglanzes …

Úmblei

Campe

Das Úmblei , — es, Mz. — e, s. Campe Umschlagblei .

Abstrichblei

Campe

abstrich·blei

Das Abstrichblei , des — es, d. Mz. ungew. dasjenige Blei, welches aus der Haut, die auf dem geschmolzenen Blei entstehet, wieder gefrischt …

alandesblei

KöblerMnd

aland·es·blei

alandesblei , M. nhd. Alandblecke?, ein Süßwasserfisch Hw.: s. ālantblei E.: s. ālant (1), blei L.: Lü 10b (alandesblei)

Blochblei

Campe

bloch·blei

Das Blochblei , des — es, o. Mz. das durch Schmelzen gewonnene Blei; das Werkblei.

Brassenblei

MeckWB

brassen·blei

Wossidia Brassenblei m. Brachsen, cyprinus brama: '1 Pfund Brassenbleyer 4 Pfennige' (1619) Bär. Ges. 1, 3, 205.

dörnerblei

DWB

doerner·blei

dörnerblei , n. krätzwerk, zuschlageblei, silberhaltiges blei das aus den kienstöcken geseigert wird.

dornblei

DWB2

dorn·blei

dornblei n. aus dem seigerrückstand gewonnenes blei: 1781 Jacobsson technolog. wb. 1,441 b .

Duurnblei

MeckWBN

Wossidia Duurnblei m. männlicher Brachsen mit Laichausschlag: wenn de Slehduurn bläuht, laikt de Duurnblei Wa Waren@Wredenhagen Wred .

fensterblei

DWB

fenster·blei

fensterblei , n. plumbum orbiculis vitreis firmandis, blei, worin die glasscheiben eingefügt sind. Brockes 1, 282. 2, 300 ; den gar kleinen …

frischblei

DWB

frisch·blei

frischblei , n. das durch frischen aus der glätte erhaltene blei; und was erstlich vom künstöck in die gletgassen herab rinnt, das doch weni…

gegenblei

DWB

gegen·blei

gegenblei , n. bei strumpfwirkern, gewisse bleistücke zum ausspannen des zwickels, s. Campe.

glättblei

DWB

glaett·blei

glättblei , n. , das aus dem glättfrischen ( s. d. ) gewonnene blei, s. Prechtl technol. encycl. (1830) 2, 357 ; darvon wirdt bley, nennet m…

Glaserblei

Campe

glaser·blei

Das Glaserblei , des — es , o. Mz . das Blei, dessen sich die Glaser zu den Fenstern bedienen; Fensterblei .

grundblei

DWB

grund·blei

-blei , n. , das senkblei, lot zum messen der wassertiefe: umb den abend wurfen wir das gr. C. Löw meer- oder seehavenb. (1598) 78 ; bildlic…

haftenblei

DWB

haften·blei

haftenblei , n. blei woraus der glaser die haften fertigt. s. DWB haft 1, d sp. 129.

hartblei

DWB

hart·blei

hartblei , n. blei was vom silber geschieden und spröde ist. Jacobsson 2, 222 a .

herdblei

DWB

herd·blei

herdblei , n. 1 1) das blei, das sich auf dem treibherd in die asche gezogen: hundert pfund herdblei wird vor 70 pf. frisch blei gerechnet. …

hornblei

DWB

horn·blei

hornblei , n. plumbum corneum, verbindung des bleis mit der säure des kochsalzes. Jacobsson 6, 117 a .

jungferblei

DWB

jungfer·blei

jungferblei , n. das Villacher blei, wegen seiner besondern reinheit. Jacobsson 6, 175 b .

Karnießblei

Campe

karniess·blei

Das Karnießblei , des — es , d. Mz . ungew. bei den Glasern, Fensterblei, welches auf seiner Oberfläche in Gestalt eines Karnießes gezogen i…

katzenblei

DWB

katzen·blei

katzenblei , n. lapis sterilis nitorem plumbi tantum habens, nihil vero metalli. Frisch 1, 505 c ; benannt wie katzengold, katzensilber.

knallblei

DWB

knall·blei

knallblei , n. plumbum tonans, ein chemisches praeparat. Campe.

Ableitungen von blei (4 von 4)

Bebleien

Campe

○ Bebleien , v. trs. mit Bleien versehen (plombiren). Die Waaren bebleien. Das Bebleien. Die Bebleiung.

bleie

DWB

bleie , bleihe , f. cyprinus latus, ein weiszfisch, auch blötze und blicke genannt. Hohberg 2, 506 b . s. bleiflinke, blick, blicke.

verbleien

DWB

verbleien , verb. mit blei versetzen, überziehen, adplumbare. 1 1) transitiv: mhd. von dem hulczenen sarcke oben uff dem Remer. von des rade…

verbleiung

DWB

verbleiung , f. plumbatura Steinbach 1, 127 .