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Billigung

nhd. bis spez. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Billigung

Billigung

billig Adj. ‘zu niedrigem Preis erhältlich, angemessen, gerechtfertigt’, ahd. billīh (11. Jh.), mhd. frühnhd. billich ‘angemessen, passend, gerecht’ hat Entsprechungen nur im nd.-nl. Bereich (mnd. billīk, billich, bilk, mnl. billijc, billic, bilc). Von hier aus scheint die sonst im Germ. nicht nachzuweisende Bildung mit dem unter -lich (s. d.) besprochenen Ableitungssuffix ins Hd. vorgedrungen zu sein. Hier erfolgt im 17. Jh. formale Angleichung an die mit dem Suffix -ig gebildeten Adjektive. Für den Stamm bil-, der sich auch in mhd. unbil Adj. ‘ungemäß, ungerecht’ (substantiviert zu nhd. Unbill, s. d.) und wahrscheinlich im zweiten Glied von Weichbild (s. d.) findet (unklar ist der Zusammenhang mit Bild, s. d.), ist wohl eine Bedeutung ‘angemessen, gerecht’ (nicht im juristischen Sinne, sondern als sittliches Urteil) anzunehmen; vgl. Foerste in: Festschr. Trier (1964) 126 f. Eine andere Erklärung bei Karg-Gasterstädt in: PBB 66 (1942) 306, die sich der von Wolf in: Uppsala universitets årsskrift (1930) Bilaga B, 17 ff. vertretenen Deutung von bil- als ‘geistiges Wesen, übernatürliche Kraft’ anschließt. Verwandt ist vielleicht das Adjektiv aengl. bilewit ‘gnädig, milde, gleichmütig’ und außerhalb des Germ. mir. bil ‘gut’ (vgl. Pokorny 1, 153). Aus der Bedeutung ‘angemessen, gerechtfertigt’, die heute in der Paarformel recht und billig fortlebt, entwickelt sich über die Fügung billiger Preis ‘angemessener, dem Wert entsprechender Preis’ (17. Jh.) vom 18. Jh. an der bis dahin durch (nun zurücktretendes) wohlfeil ausgedrückte Sinn ‘preisgünstig’, aus dem auch Verwendungen wie ‘minderwertig’ oder ‘geistlos’ erwachsen. – unbillig Adj. ‘unangemessen, nicht gerechtfertigt’, mhd. unbillich ‘unrecht, ungemäß, unnatürlich’, zu mhd. billich als Gegenwort gebildet (neben mhd. unbil ‘ungemäß, ungerecht’, s. oben); die Bedeutungsentwicklung des unpräfigierten Adjektivs bleibt ohne Einfluß, nhd. billig ‘preisgünstig’ korrespondiert vielmehr mit teuer. billigen Vb. ‘gutheißen, genehmigen’, mhd. billīchen ‘angemessen finden’, mnd. billīken, bilken ‘billigen’, reflexiv ‘angemessen sein’, nhd. bis ins 17. Jh. billichen, doch bereits im 16. Jh. häufig billigen. Dazu zubilligen Vb. ‘zugestehen’ (16. Jh.), mißbilligen Vb. (s. miß-) sowie das Verbalsubstantiv Billigung f. ‘Zustimmung, Einverständnis’, mnd. billīkinge, bilkinge ‘Billigung, billige Schätzung’, nhd. Billichung, Billigung seit dem 16. Jh.
2421 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    billigungf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    billigung , f. approbatio: er konnte seine billigung nicht erhalten.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Billigung

    Goethe-Wörterbuch

    Billigung Urteil (u Bezeugung), daß man etw für gut u richtig hält; vereinzelt ‘um jds B. nachsuchen’, ‘jds B. finden, h…

  3. Spezial
    Billigung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bil|li|gung f. (-,-en) (Einwilligung) aprovaziun (-s) f. , azetaziun (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit billigung

3 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von billigung 2 Analysen

billig + -ung

billigung leitet sich vom Lemma billig ab mit Suffix -ung.

Alternativen: bill+-ig+-ung

billigung‑ als Erstglied (1 von 1)

billigungsgepacker

DWB

billigungsgepacker , n. gingritus comprobatorius: ja selber mit der gänselein, des entrichs und der entelein herzhaftem billigungsgepacker. …

Ableitungen von billigung (2 von 2)

Billigunge

WWB

Billigunge. Billigunge Zustimmung ( Osn Klön ).

Mißbilligung

GWB

Mißbilligung gelegentlich Pl Unmut, Mißfallen; auch iSv (moralische) Entrüstung [ nach der Rückkehr aus der Schweiz ] fand ich mich wieder i…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „billigung". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/billigung/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „billigung". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/billigung/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „billigung". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/billigung/pfeifer_etym.
BibTeX
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