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bezwingen

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bezwingen

bezwingen

zwingen Vb. ‘gewaltsam zu etw. nötigen, zu etw. veranlassen, mit etw. fertig werden, etw. meistern’. Das stark flektierende Verb ahd. thwingan (8. Jh.), twingan (9. Jh.) ‘zwingen, unterjochen, beherrschen, festbinden’, mhd. twingen, dwingen, auch quingen, (seit 14. Jh.) zwingen ‘(zusammen)drücken, pressen, (be)drängen, nötigen, einschließen, beherrschen, bändigen’, asächs. thwingan ‘zwingen, bedrängen’, mnd. dwingen, mnl. dwinghen, nl. dwingen, afries. thwinga, aschwed. (auch schwach) þvinga, schwed. tvinga (germ. *þwingan) und schwach flektierendes anord. (aus dem Mnd.?) þvinga ‘zwingen, quälen’ lassen sich lediglich mit awest. θwązǰaiti ‘gerät in Bedrängnis’ vergleichen. Daraus ist ein Ansatz ie. *tu̯eng̑h- ‘bedrängen’ erschließbar. Ob (bei einer ie. Auslautvariante auf -k-) auch toch. AB twāṅk- ‘einzwängen’, lit. tveñkti (Wasser) ‘stauen’, reflexiv ‘sich versammeln’ und (unnasaliert) griech. sáttein (σάττειν) ‘vollstopfen, festdrücken, bepacken, beladen, ausrüsten’ hier anzuschließen sind, ist zweifelhaft. Als Grundbedeutung für das germ. Verb ist ‘einen Körper durch Gewaltanwendung zusammenpressen’ anzunehmen; übertragener Gebrauch im Sinne von ‘überwältigen, überwinden, meistern, bedrängen, einengen, rügen’ ist in ahd. Zeit bereits voll ausgeprägt. tw-Anlaut (bei Notker einsetzend, vereinzelt schon im 9. Jh.) herrscht im Mhd. (bis etwa gegen Ende des 15. Jhs.), zw-Anlaut setzt im 14. Jh. ein. Häufig sind Fügungen wie zu etw. gezwungen (‘genötigt, verpflichtet’) sein (15. Jh.), sich gezwungen (‘genötigt’) sehen (17. Jh.). – zwingend Part.adj. ‘bedrückend, verpflichtend, unabdingbar’ (16. Jh.), ‘schlüssig, folgerichtig, überzeugend’ (18. Jh.); geläufig zwingende Not (17. Jh.), besonders zwingendes Gesetz (16. Jh.), dann rechtssprachlich zwingendes Recht ‘Recht, das keine abweichende Regelung durch Vereinbarung unter den Betroffenen zuläßt’ (19. Jh.). bezwingen Vb. ‘überwältigen, meistern’, ahd. bithwingan ‘einengen, zügeln’ (8. Jh.), mhd. betwingen ‘bedrängen, beengen, bändigen, (er)zwingen’. Zwinger m. ‘von innerer und äußerer Mauer, von Schloß- oder Stadtmauer und Graben begrenzter Raum, in dem der vorgedrungene Feind überwältigt werden soll’, allgemein ‘Befestigungsanlage’ (15. Jh.), auch (da im Zwinger zu dessen Bewachung starke Hunde oder Bären gehalten wurden) ‘Tiergehege, Käfig’ (ebenfalls 15. Jh.), mhd. twingære, twinger, zwinger ‘Dränger, Überwältiger, Zwingherr (d. i. Grundherr mit Hoheitsrechten über Land und Leute)’; vgl. ahd. nōtthwingāri ‘gewaltsamer, heftiger Mensch’ (Hs. 12. Jh.). Zwang m. ‘Druck, Nötigung durch Macht, Androhen von Gewaltanwendung’, ahd. thwang ‘Zügel’ (um 900), githwang ‘Zucht, Zwang’ (9. Jh.), mhd. twanc (auch zwanc) ‘Beengung, Gewalt, Einschränkung, Not, Bedrängnis’, ablautendes Verbalabstraktum. zwängen Vb. ‘gewaltsam einengen, Druck ausüben, pressen’, ahd. thwengen ‘bedrängen, züchtigen, beängstigen’ (9. Jh.), mhd. twengen (auch zwengen) ‘Zwang antun, drücken, zusammenpressen, bändigen’, mnd. dwengen ist Kausativum zu dem unter zwingen (s. d.) behandelten Verb. zwangsläufig Adj. ‘zwingend eintretend, unabwendbar, notgedrungen’ (19. Jh.).
3134 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bezwingenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    be-zwingen stv. s. betwingen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bezwingen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bezwingen , verb. irreg. act. (S. Adelung Zwingen ,) durch Zwang oder Gewalt überwinden, unter seine Bothmäßigkeit bring…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bezwingen

    Goethe-Wörterbuch

    bezwingen einmal ‘das B-de’ 1 von (vorwiegend) äußerl-physischen Bemühungen, Einwirkungen, Vorgängen, jdn, etw besiegen,…

  4. modern
    Dialekt
    bezwingenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    be-zwingen st. : sich b., wie schd. Wupp! kujeniert mich so e Floh, knapps kann ich mich bezwinge [ Firmenich II 18].

  5. Sprichwörter
    Bezwingen

    Wander (Sprichwörter)

    Bezwingen Sich selbst bezwingen ist der grösste Sieg. – Sutor, 36. It. : Vincer se stesso è la maggior vittoria. Lat. : …

  6. Spezial
    bezwingen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    be|zwin|gen I vb.tr. 1 (besiegen) devënje (-nj, devënt) 2 (bewältigen) superé (-rëia) 3 abiné sot 4 (beherrschen) gorné …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bezwingen

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Ableitung von bezwingen

be- + zwingen

bezwingen leitet sich vom Lemma zwingen ab mit Präfix be-.

Keine Komposita gefunden — bezwingen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „bezwingen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bezwingen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „bezwingen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bezwingen/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „bezwingen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bezwingen/pfeifer_etym.
BibTeX
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