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backe

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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26 in 21 Wb.
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53

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

backe m.

Bd. 1, Sp. 1063
backe, m. gena, mala, ahd. pacho, später backo (Graff 3, 29), mhd. backe (Ben. 1, 76b), den übrigen dialecten abgehend und nnl. nur in der zusammensetzung bakbaard vorhanden. es scheint einer wurzel mit back rücke, bache mastschwein. backe ist der runde, dicke, feste theil des angesichts, wird aber auch von andern rundlichen erhöhungen gebraucht (s. 6), vgl. lat. bucca; einige verwenden backe weiblich, halten es wol gar für feiner, vornehmer, Maaler schreibt bagk m., viele backen. 11) synonyme. wange ist edler als backe, und geht nicht wie dieses in die bedeutung von kinnbacke maxilla über. man sagt essen ze beiden backen. Hätzlerin 277a; mit dem einen backen kaut er, und mit dem andern redt er. Lessing 1, 268; er hat sich beide backen vollgestopft; er nimmt die backen recht voll (redet prahlerisch, schwülstig); um die backen nicht so voll zu nehmen. Göthe 16, 246. in diesen fällen könnte nicht stehen wangen, ebenso wenig heiszt es kinnwange, wange eines apfels, obgleich umgekehrt apfelwange, apfelkinn für gena gesetzt wurde. heisze thränen rollten ihm über die wangen; sie weinet des nachts, das ir die threnen uber die backen laufen. klagl. Jer. 1, 2; die threnen der witwen flieszen wol die backen erab. Sir. 35, 18. den dualis (γένυε) musz beide umschreiben oder er bleibt unausgedrückt: arm und beide backen: den arm und beide backen. 5 Mos. 18, 3; deine backen stehen lieblich in den spangen. hohelied 1, 10; seine backen sind wie die wachsende wurzgertlin. 5, 13. in den noch lichten brand mit steifen backen blasen. Gryphius 1, 42; blas in zinken, spann die backen. Garg. 91b. ags. galt hleor, alts. hlear, mnd. lêr, engl. leer, mnl. lier für gena, ahd. hiufila, hiefela, was an ahd. hiofa, mhd. hiefe, die rothe frucht des weiszdorns mahnt. gerade so poln. jagoda erdbeere und wange, böhm. gahoda fragum, gahody genae, serb. jagoda fragum, jagoditze genae, russ. aber jagoda beere, jagoditze hinterbacken. Walther läszt rosen auf wangen scheinen und in schwed. volksliedern steht röd blommande kind (wange). wir sagen: rothe backen, blühende, frische wangen; üm ein paar rothe bäckchen, die mir jetzo nicht so sehr, als ehedessen blüheten. ehen eines mannes s. 386; rothbäckigte dinger = wangen. ebenda. rothbäckige äpfel. bleiche wangen, schw. blekblommande kind. grube in den wangen, grübchen im kinn, löchlin im backen Garg. 76a (mehr unter grübchen). glatte, volle wangen; volle, dicke, hangende, magere, hagere, eingefallene wangen; glatte backen hin seind. Petr. 180b; geschminkte wangen: der glänzende betrug, der stirn und back auffrischet. Gryphius 2, 26. 22) den backen oder die wange zum küssen darbieten, darreichen; den rechten backen zu küssen bieten. Garg. 68a; gib mir den backen, lasz dich von mir auf den backen küssen bei Spee ist aber bäcklein der kus, das mäulchen selbst geworden: die bäcklein er mir klebet auf meine wangen beid. trutzn. 50; je mehr ich ihm der bäcklein gab, und mehr und mehr thät küssen. 188 (204); ich ihm die wänglein also gar mit bäcklein ab wolt messen. 189; und ihm von augen, stirn und hals der bäcklein satt wolt prassen. 189 (205); dir die letzte bäcklein heften an die süsze wangen rund. 258. 33) backenstreich: schlug Micha auf den backen. 1n. 22, 24; haben mich schmehlich auf meine backen geschlagen. Hiob 16, 10; du schlegst alle meine feinde auf den backen und zerschmetterst der gottlosen zene. ps. 3, 8; und wer dich schlägt auf einen backen, dem biete den andern auch dar. Luc. 6, 29; wenn du ein künig an ein backen schlüegest, er hett dir das nicht für guot. Keisersb. sünden des munds 21b; so sich zimpt, das du deine kind magst mit ruoten houwen und dem bösen knaben eins an den backen geben, das er umb trümlet. 35b; wan dich einer an ein backen schlecht, schlag in nit widerumb. 61a; schlag in an ein backen, das er umb tromlet. 64a; schlägt es ihm unsanft zwischen back und ohr. Lessing 6, 510; mit einem sachten schlag auf den backen. unw. doct. 479, wofür wir auch sagen: auf die backen klopfen; in die backen kneipen; die backen streicheln (vgl. backenstreich); er musz uns beidn die backen waschen. Ayrer fastn. 21a. 44) kanstu mit einer stachel im die backen durchboren? Hiob 40, 21; durch die backen brennen, genam vel maxillam urere. rechtsalt. 709; meinst ich hab dein tochter nit kendt, die man hat durch die backen brendt? H. Sachs III. 3, 13b; so thut man mich durch backen brennen. IV. 3, 31c. ein baggenbrennte conscienz bei Zwingli 1, 6 meint ein versehrtes, innerlich zerrissenes gewissen. 55) in die backen lügen, sich in die backen hauen, sich selbst ins gesicht schlagen: also müssen sie sich selbs ins maul beiszen und liegen in die backen, wissen gar nichts, was oder wie sie reden. Luther 2, 508b; aber der schwermergeist hewet sich hie selbst in die backen. 3, 439b; drumb müssen sie solchs sagen, das sie sich selbs in die backen hawen bis an die ohren hinan, das iederman ir lügen und büberei offenbar werden. 3, 527; heiszt das nicht sich fein in die backen gehawen und sich in der weisheit beschissen? 5, 290a; gott blendet sie also, das sie kein wort nicht setzen können, damit sie sich selbs nicht in die backen hawen und verraten. 5, 300a; trawen, hie solt ich mich wol selbs in die backen gehawen haben, dazu gefangen und geschlagen sein mit meinen eigen worten. 6, 154b. 66) backe wird angewandt auf andere runde und gewölbte erhabenheiten, s. arschbacke (die andern backen = hinterbacken), kinnbacke, backe eines apfels, einer aprikose; backe am mieder, wulst zum anhängen der röcke (Schm. 1, 149); backe, polster am lehnstuhl; backe, das an einer wand oder einem bret als ansatz oder stütze befestigte holz; backe an messerklingen und vorlegeschlössern; backe am gewehrschaft. backen sind dem anatom erhabene theile des gehirns.
5828 Zeichen · 110 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BACKEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    BACKE swm. backe, kinnlade ( ahd. bacho Graff 3,29 ). si sluogen im an den backen Pass. 62,21. doch mestet sich mit ir (…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    backeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    backe , F. nhd. Backe (F.), Hinterbacke, Backen (M.), Wange Vw.: s. ārs-, kēne-, kinne-, spȫl-, spȫle- Hw.: s. belge (2)…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Backe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Backe , plur. die -n, Diminutivum das Bäckchen, vulg. Bäckelchen, in Oberdeutschland Bäcklein. 1) Der erhabene fleis…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Backe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Backe ( Wange , Bucca ), bei den höhern Wirbeltieren die seitliche Wand der Backenhöhle. Die Backen bestehen aus einer m…

  5. modern
    Dialekt
    Backem.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Backe [bakə fast allg.; bâk D. Si. — Pl. bâkə, bâkən. Demin. bèkəlχin, bèkelχər] m. u. f. Rda.: er hat e Par Backe wie e…

  6. Spezial
    Backef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Backe , f щека , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit backe

240 Bildungen · 219 Erstglied · 20 Zweitglied · 1 Ableitungen

backe‑ als Erstglied (30 von 219)

Backe(n)blāst

Idiotikon

Backe(n)blāst Band 5, Spalte 169 Backe(n)blāst 5,169

Backe(n)schranz

Idiotikon

Backe(n)schranz Band 9, Spalte 1641 Backe(n)schranz 9,1641

Backe(n)schëlleⁿ

Idiotikon

Backe(n)schëlleⁿ Band 8, Spalte 568 Backe(n)schëlleⁿ 8,568

Backe(n)steiⁿ

Idiotikon

Backe(n)steiⁿ Band 11, Spalte 867 Backe(n)steiⁿ 11,867

Backe(n)streich

Idiotikon

Backe(n)streich Band 11, Spalte 1975 Backe(n)streich 11,1975

Backebügel

RhWBN

backe·buegel

Backe-bügel -kə- (s. S.) Wittl-Monzel m.: der Eisenbügel, der die beiden Deichselbacken versteift.

backede

KöblerMnd

backede , N. nhd. soviel der Bäcker auf einmal backt Hw.: s. backels E.: s. backen L.: MndHwb 1, 191 (beckede), Lü 28b (beckede)

Backefeige

RhWBN

backe·feige

Backe-feige -k- f.: Ohrfeige, noch Aach-Würselen , Mettm-Velbert u. auch sonst bekannt.

Backefimme

RhWBN

Backe-fimme -k- f.: dass., noch Bergh , Grevbr .

Backehaken

RhWBN

backe·haken

Backe-haken -kə- Meis m.: H. am Hintergeschirr des Pferdes, zum Aufhängen der gerollten Leine.

Backeisen

Campe

backe·isen

Das Backeisen , des — s, d. Mz. w. d. Ez. an dem Feldgestänge ein Eisen, welches in die Köpfe der Schwingen eingelassen wird. Auf den Kupfer…

backeknüsse

BMZ

backe·knuesse

backeknüsse das zusammenstoßen mit den backen. hôhe sprunge, geile backeknüsse MS. 2,58. a. singul. knus oder knüsse?

Backekruste

RhWBN

backe·kruste

Backe-kruste -kə- (s. S.) Saarl-Wadgass f.: Schmutzkruste am Hinterteil des Viehs.

Backelaben

MeckWB

backe·laben

Backelaben m. Backofen, liter. Form: Backel-Awens legen dahl Babst 2, 62.

Backelbeer

MeckWB

backel·beer

Backelbeer f. gleich Backbeer, nur in gebundener Form: Klümp un Backelbeern Mag uns' Mudder geern im Rückelreih reim Pa GPank ; Seem. Bew. 1…

Backeldag

MeckWB

backel·dag

Backeldag m. Backtag: 'een jewelik becker, de synes sulves is, de mach backen twye in der weken uppe enen jewelken backeldach' (Ro um 1400) …

Backeldibasch

PfWB

Backel-dibasch m. : ' Hausrat, Plunder ', Backeldibasch (-bāš) [ KU-Trahw Nußb RO-Odh Hochst KL-Reuschb LU-Limbghf ]; vgl. Backelnba(r)sch(e…

Backeler

Campe

backe·ler

† Der Backeler , des — s, d. Mz. w. d. Ez. s. Bakeler.

Backelgeld

MeckWB

backel·geld

Backelgeld n. frühere Abgabe der Warnemünder Einwohner für die Benutzung des Backhauses, s. Meckl. Zeit. 26. 11. 1916 Sonnt.-Beil.; Rda. von…

Backelholt

MeckWB

backel·holt

Backelholt n. Holz zur Heizung des Backofens, in Kluften lang gespalten, meist weiches Holz: 'Anzucht von Pappeln, um den Backelholz-Bedarf …

Backelkamer

MeckWB

backel·kamer

Backelkamer f. Backkammer Ro Völksh ; Lu Warl ; H. Schröd. Buerh. 1, 150; 2, 130.

backe als Zweitglied (20 von 20)

Pobacke

RDWB1

Pobacke f (kein Bezug zu "щека") ягодица

Schmusebacke

RDWB1

Schmusebacke f (Lakune) ласковый, как котёнок (обычно о животных)

Schnupfbacke

RDWB1

Schnupfbacke f (Lakune) кто-л., кто вечно простужен

arsbacke

Lexer

ars·backe

ars-backe swm. clunis Voc. 1482. Germ. 8. 110, 1577. Öh. 35,32.

arschbacke

DWB

arsch·backe

arschbacke , m. clunis, im pl. arschbacken nates: kont nicht darauf ( auf dem mantel ) sitzen, er zög ihn dann aus, dasz man fein den arsbac…

Hinterbacke

Adelung

hinter·backe

Die Hinterbacke , plur. die -n, die Backen, d. i. erhabenen fleischigen Theile am Hintern; in den niedrigen Sprecharten die Arschbacken.

hēketkennebacke

KöblerMnd

hēketkennebacke , M., F. nhd. Hechtskiefer (M.) Hw.: s. hēkedestant, hēkedesküfel E.: s. hēket, kennebacke L.: MndHwb 2, 258 (hēketkenneback…

kennebacke

KöblerMnd

kenne·backe

kennebacke , F., M. Vw.: s. kēnebacke, hēket- L.: Lü 171a (kennebacke)

kennenbacke

KöblerMnd

kennen·backe

kennenbacke , F., M. nhd. Kinnbacke, Unterkiefer, Unterkieferknochen, Wangenbein, Wange Hw.: s. kinnebacke E.: s. kēn (4), kin?, backe W.: v…

kinnebacke

Lexer

kinne·backe

kinne-backe swm. BMZ kinnbacken, kinn (mentum Dief. n. gl. 251 a ) Krone 9377. 12789. 13646. 26649. Bph. 6654. Wh. v. Öst. 50 b . Pf. arzb. …

kēnebacke

KöblerMnd

kēn·e·backe

kēnebacke , F., M. nhd. Kinnbacke, Unterkiefer, Unterkieferknochen, Wangenbein, Wange Vw.: s. swīne-, swīnes- Hw.: s. kinnebacke E.: s. kēn …

spȫlbacke

KöblerMnd

spȫlbacke , M. nhd. Saufaus, Saufbruder Hw.: s. spȫlebacke E.: s. spȫl (1), backe W.: s. nhd. (ält.) Spülbacke, F., Saufbruder, DW 17, 219? …

spȫlebacke

KöblerMnd

spȫlebacke , M. nhd. Saufaus, Saufbruder Hw.: s. spȫlbacke E.: s. spȫle, backe W.: s. nhd. Spülbacke, F., Spülbacke, Saufbruder, DW 17, 219?…

swīnekēnebacke

KöblerMnd

swīn·e·kēnebacke

swīnekēnebacke , F., M. nhd. „Schweinekinnbacke“, Unterkiefer des Schweines Hw.: s. swīneskēnebacke E.: s. swīn (1), kēnebacke L.: MndHwb 3,…

swīneskēnebacke

KöblerMnd

swīn·es·kēnebacke

swīneskēnebacke , F., M. nhd. „Schweinskinnbacke“, Unterkiefer des Schweines Hw.: s. swīnekēnebacke E.: s. swīn (1), kēnebacke L.: MndHwb 3,…

ārsbacke

KöblerMnd

ārsbacke , F. nhd. Arschbacke, Hinterbacke Hw.: s. ārsbelge, ārsbelle, ārsbille E.: s. as. arsbal* 2, arsball*, st. M. (i), Arschbacke W.: s…

Ableitungen von backe (1 von 1)

gebacke

DWB

gebacke , n. subst. verb. zu backen, mit dem vorigen nicht schlechthin eins ( s. ge- sp. 1617), pistura, coctio Steinbach 1, 55 , das geback…

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APA
Cotta, M. (2026). „backe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/backe/dwb?formid=B00077
MLA
Cotta, Marcel. „backe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/backe/dwb?formid=B00077. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „backe". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/backe/dwb?formid=B00077.
BibTeX
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