åld Adj. alt ⟨Unflektiert: ›a-‹ Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Kr. WarburgWbg Kr. BürenBür Kr. PaderbornPad u. größerer Westteil von Höx, dazu (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@VeldromVr), weiter Teil von Olp, (Genaueres
s. WWB-Source:9:ArensArens § 60, WWB-Source:268:SchulteSchulte § 6, WWB-Source:80:FrebelFrebel § 250), Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@LinnepeLi, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe. — ɐlt Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AltenhundemAh Kr. Olpe@BilsteinBs Kr. Olpe@KirchhundemKh Kr. Olpe@KirchveischedeKv Kr. Olpe@OberhundemOh Kr. Olpe@RahrbachRb Kr. Olpe@WelschenennestWe nach WWB-Source:9:ArensArens § 60. — ā- Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AltenkleusheimAk Kr. Olpe@LütringhausenLü Kr. Olpe@NeuenkleusheimNk Kr. Olpe@RehringhausenRe Kr. Olpe@SaßmickeSm u. Gegend Wn. — Im übrigen Südwestfalen u. im Münsterland ǫlt, olt; in Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe oċlt, in Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AlstätteAl u. Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@DingdenDi ōlt; auch in Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@GodelheimGh Kr. Höxter@AmelunxenAm Kr. Höxter@BeverungenBv Kr. Höxter@HerstelleHe u. östl. a-, ō- (nach WWB-Source:144:KleinnKleinn § 183). — In der NO-Ecke von Kr. HöxterHöx u. in Kr. DetmoldDet Kr. LemgoLem Kr. WiedenbrückWie Kr. BielefeldBie Kr. HalleHal Hfd, im S von Kr. MindenMin u. Lüb, in Kr. MelleMel Kr. WittlageWlg Osn, im größten Teil von Tek, im SO von Kr. BersenbrückBbr ist das å gedehnt und diphthongiert wie ›ō²‹; nördlich anschließend ōlt (ō = ›ō²‹), ebenso am Nordrand des Kr. Lingen. Im übrigen Kr. LingenLin u. in der Obergrafschaft Bentheim etwa lt ( = ›ō²‹); in der Mittelgrafschaft ǫlt, in der Niedergrafschaft u. Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NordhornNo ǫult, ǫut, jedoch in der Gegend von Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@EscheEs bis Bm ōlt, ebenso im kath. Wt (nach hs. Karte 88 zu WWB-Source:234:RakersMBRakersMB); in Kr. MeppenMep Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. CloppenburgKlo u. Kr. VechtaVch teils ǫlt, „olt“, teils ōlt; in Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@AhlenAl mit kurzem , aber schwach geschnittenem Akzent (WWB-Source:263:SchönhoffSchönhoff § 31; 47, 3). — Selten mit silbisch gewordenem l : tə euəlt früherer Verwaltungsbezirk StadthagenSth früherer Verwaltungsbezirk Stadthagen@LindhorstLh, „auold“ (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@LageLa). — In zweisilbigen Formen ist das d meistens an das l assimiliert. Erhalten ist es in (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@BörgerBö Kr. Aschendorf-Hümmling@BockhorstBh) Kr. Aschendorf-Hümmling@LathenLa Kr. Aschendorf-Hümmling@LorupLo (Kr. Aschendorf-Hümmling@VreesVr, Kr. MeppenMep Kr. Meppen@DohrenDo, Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@Kirchspiel BadbergenBh) Kr. Bersenbrück@BestenBs (Kr. Bersenbrück@LoxtenLo Kr. Bersenbrück@NortrupNo Kr. Bersenbrück@SuttrupSu, Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@StockumSk, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@OedingÖd) Kr. Ahaus@WendfeldWf u. südl., Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BocholtBh Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@GemenGe Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@NordickNd Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RhedebrüggeRb Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@WesekeWs = WWB-Source:120:HerdemHerdem § 160, (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HervestHv Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RhadeRa), Kr. BrilonBri Kr. Brilon@OberschledornOs. Der Vokal stimmt nicht immer mit dem der einsilbigen Form überein; manchmal ist er kürzer, lūter füär imme Stalle die alten Pferde werden am ehesten zu schwerer Arbeit herangezogen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@NeuenradeNr || Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs Kr. Iserlohn@GeiseckeGs). Ne ollen Giul wedd drīwen bit dät hai stüattet sagt man wohl in bezug auf einen alten Arbeiter (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@RemblinghausenRb). De allen sall me drëiwen, de jungen strakk sollt blëiwen alte Pferde treiben, junge aber schonen (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö || Ev), ähnlich ohne Bedeutungsangabe (Kr. MindenMin Kr. Minden@VennebeckVe, Kr. HerfordHfd Kr. Herford@OldinghausenOh, Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@HohenhausenHo, Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@ReelkirchenRk, Kr. BürenBür Kr. Büren@LichtenauLi). Spann den Ållen (altes Pferd) män an, då is niks mǟr an te ferdiärwen (Kr. BeckumBek WWB-Source:2:AbelerAbeler); Spann den Ållen füörop, sach de Būer, då sāt hai im Moraste faste (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl); Krīch diän Ollen drūt, sachte de Būer, då wasset am Riän (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@NeuenradeNr). Kruich den Äolen iuten Stalle sagt man, wenn noch ein alter Mann auf dem Hofe mithilft und eine unangenehme Arbeit zu tun ist (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@SpradowSp). Den Ållen füörān, sächten de Soldaten, de Būer es en gueden Wechwīser (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl). Junge Lǖe mt in achte nmen wēren, an ōle Lǖe is niks mēr te ferdrīwen sagt man ironisch, wenn junge Leute sich vor der Arbeit drücken (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu). In oulen Lǖen driff me niks mǟr inne dout (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@WestrupWp). En Būer maut twaimal de Süege hǫüen, äinmal as Junge un äinmal as Ålle (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl). Ålle Lǖe sind wull to entgan, åwwer nich to entran man kann alten Leuten wohl aus dem Wege gehn, aber ihr Wort und ihr Rat bleiben bestehn (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb || Kr. PaderbornPad Kr. Paderborn@PaderbornPb, Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DarfeldDf, Kr. LingenLin Kr. Lingen@SalzbergenSb); auf die Eltern bezogen (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:282:StrodtmStrodtm). Ne olle Frugge un ne olle Kau sind immer näo wuott nuts botau; ne ollen Kǟl un en ollet Piärt ferdaint nit mǟr, wat se fertīärt (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg, die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl, Kr. MünsterMün Kr. Münster@HavixbeckHa WWB-Source:308:WagenfWagenf 125). Ne ålle Frau un ne ålle Kau düeget ümmer noch wotau (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@RhynernRy). Åule Kōne (Kühe) gēft de Melk, junge Hōner leggt de Äier (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh || Holthaus, WoeNl, Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü, WWB-Source:129:HoncHonc). Ne ålle Henne giët de fetste Szoppe (Woe-Nl || Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü). En olt Haun, dat kakkelt, owwer et legg nit (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Ålle Wīwer Rat un Boukwaidn-Sat gerat alle siëbm Jar men ēnmal (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb || verbr.) → Bō¹kweitensad. En ållen Påpīrmiäkker giët en niggen Lumpensämmler (WWB-Source:325:WoeNWoeN). — e) mürrisch, wunderlich, eigensinnig: Wat junk is, spiëlt gǟne, wat ålt is, knurrt gǟne (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb || Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@TonnenheideTo, Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe, Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@ElteEl Kr. Steinfurt@RheineRh, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt Kr. Ahaus@VredenVr, Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@DarfeldDf, Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@LüdinghausenLh Kr. Lüdinghausen@OndrupOn Kr. Lüdinghausen@VenneVe, Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh); ... dat naelet gēern (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@HerbrumHb || Kr. LingenLin Kr. Lingen@MehringenMr, die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl), ... nürgelt gǟrn (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). ... ålle Lǖ grǟst (brummen, nörgeln) gǟn (Münsterl Xy). Alle Lǖe sind wunderlik; wann et rēent, foert se int Hǫi (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). Wenn Gott ’n Narren saien (sehen) well, denn lett hai ’n ōlen Kērl dat Wīf afstarwen sagt man mit Bezug auf einen heiratslustigen Witwer (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh || Kr. BürenBür Kr. Büren@LichtenauLi, WWB-Source:129:HoncHonc). Je aeller, je ferdrāiter („verdrehter“) (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@LüdinghausenLh). Dai kräich Sliäge ase de elleste Īsel in Brëilen (Brilon) (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). De aulen Junggesellen sint olle sökke dīweske (querköpfige →
diᵉwesk) Ȫse (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@WendlinghausenWh). En alt Mensch es en Ekkstēn, woran sik jēder stött (WWB-Source:129:HoncHonc). Hiärwestwedder, äoll Luien un Kinderlökkern is ni (nicht) te triuen Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü. ’t is närgends mēr Bedruch drin äs in ålle Piärde un junge Wichter (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@StevedeSt). Aule Lǖe un klēne Kinner, de dōt äs se klōk sint (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). De ölschden Bükk häbbd de stīfsten Hon (Hörner) die ältesten Leute sind nicht selten die größten Schwerenöter (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@CoesfeldKf) || späte Liebschaften (Münsterl WWB-Source:308:WagenfWagenf 135). Andererseits wird für Aule Bükke hewt stīwe Hrn die Bedeutung „sind eigen“ angegeben (Kr. LingenLin Kr. Lingen@LengerichLe) || (ohne Bedeutungsangabe verbr.) — f) unbelehrbar, kann nichts Neues mehr lernen: Ne ollen Īsel is slecht dantsen lēren (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr || Rb, Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg Kr. Arnsberg@MüschedeMü, Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AttendornAt, Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HolzenHo Kr. Iserlohn@OestrichÖs, die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@BodelschwinghBo die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe), Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr, (Kr. SoestSos Kr. Soest@BremenBm Kr. Soest@BüderichBü, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr Kr. Lippstadt@RüthenRü, Kr. BürenBür Kr. Büren@BokeBo). — g) nicht mehr umzugewöhnen: En ōlen Bōm lett sik schlecht ümmeplanten (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh || Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr, Honc, Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AttendornAt), Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal BauerC. Aule Bǫüme ... (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@WallenhorstWh || Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@Kirchspiel BadbergenBh Kr. Bersenbrück@NortrupNo, Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe). Oule Böäme mott’m nich vepottn (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@VeldhausenVh = WWB-Source:233:RakersGVRakersGV 844). — h) mit Altersbeschwerden: ault und kault (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:146:KlönAKlönA || Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt) Kr. Ahaus@WessumWe. Fi wätt olt, use Blaut wätt kolt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De Kopp wēert ault un de Äs wēert kault (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Äolt un käolt un kümmerlik (un af un teo okk wunnerlik) (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || Bi Sp); eault, keault un kümmerlik, gruis, wuis un wünnerlik (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi); olle Lǖ sint wünnerlik; wenn se eätten hett, wett (wollen) se okk drinken, un wann se kakket hett, wett se okk pissen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Oult un koult un unfermuegen, du bist junk un wosst nit duegen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@RahmRa). Je ǫüler, je kǫüler (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@ObernbeckOb). Olt un stīf un noch kin Wīf (Kr. LingenLin Kr. Lingen@MehringenMr, Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RhedebrüggeRb). Oult en stief, en noch genn Wief, kröppel en lamm, en noch genn Mann (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NordhornNo = WWB-Source:233:RakersGVRakersGV 758). Et es nenn Werk für ’n äolen Kēerl, harte Nötte teo knakken (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). Kinner segg me ’t ainmal, man olle Lǖe twaimal (Kr. BersenbrückBbr WWB-Source:190:MittHgMittHg XV 27). Olle Luie hett ne Krankhait, dai wǟrt jēden Dach slīmer (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Ålle Lǖ un ålle Kai (Kühe) brenkt dat Frojar op de Knai (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh). Kinner un ålle Lǖe ht bi Tīden in ’n Bedde (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb). Ålt wǟren un lanksam laupm, brūk m’ nich te lǟrn, dat kümp fan sölwst so sagt man jungen Leuten, die es an der nötigen Achtung vor dem Alter fehlen lassen (Münsterl Xy). Ålle Waigen (Wiegen) krāket lange (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü) → auch
Wāgen. Wenn de Lǖ olt wǟrd, dann wǟrd se sūegesch unsauber, geben nicht mehr so viel auf das Äußere (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@AplerbeckAp). An ollen Huisern un ollen Wëiwern iës liuter wuat te flikken (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü, die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@StockumSt, Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@RhynernRy, Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@GesekeGe, Münsterl WWB-Source:308:WagenfWagenf 34). An ollen Luien un kranken Haunern is slecht doktern (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). Olle Huiser un olle Luie sint fāken schoif (Kr. SoestSos Kr. Soest@BerwickeBw). Wīwer un aule Hǖser, då is full Brekkspell (Gebrechen) anne (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@WellingenWe). Wenn ōle Kaie biset, dann klappert äer de Klan’n (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@VoltlageVo || Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@HerbrumHb Kr. Aschendorf-Hümmling@VreesVr, Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@NeuenhausNh, Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@NortrupNo, Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe, Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Wenn ’n ōlen Pott ānestött ward, so brekkt hai (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). Grone Bränn un olle Wīwer, de mott me ächter de Mǟs (Hintern) henblīwen (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@VenneVe). — i) erfahren, weise, bedürfnislos: Je öller, je wīser (Kr. MindenMin Kr. Minden@CostedtKo). Äole Lui hätt äok Fostant (Verstand) (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BischofshagenBi). De ållen Föss sint grār sa klōk äs de jungen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe). ’n ollen Iësel draff mä woäll ’n Stiätt opbüern (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Kinnere un alle Löie segget de Wōrhait (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@FrohnhausenFr || Ni). Du kannst nich aule Lǖe ferlëigen („verlügen“) dem Kundigen nichts vormachen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@HolperdorpHf). Olle Lǖde lǟren wullen, is so gued es ’n ollen Rǖen ’n Bengel inhangen (Münsterl WWB-Source:16:BahlmBahlm 132). En ållen Rǖr is kwat bengeln (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Ollen Ruiens is schlecht ne Bütte an en Stiärt te hangen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). En olt Haun lett sik nich met Kaff fauern (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb || WWB-Source:324:WoeGMWoeGM 73, die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@StiepelSp, WWB-Source:129:HoncHonc). En ollen Luilink (Spatz) fänget me nit met Kāwe (Kaff) (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || verbr.) → Lǖning. Met dōwer Kāwe latt sik ålle Mǖse nich fangen (WWB-Source:129:HoncHonc). ’n olt Swīn kennt Ekkeln (Eicheln) (Emsl Xy). Kinnerhand un ōle Lǖe Hand, dëi sint lichte te füllen (Kr. MindenMin Kr. Minden@MaaslingenMa). — 2. von Sachen, die schon länger da, im Gebrauch sind: ’n ault Schätsken ein altes, zwar unmodernes, aber noch geschätztes Stück Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || (verbr.). Olt Braut helpet hūshollen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl); ... un drǖge Holt ... (Honc, WWB-Source:308:WagenfWagenf 79), ... un droch Holt bünt raedich (sparsam) (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@BocholtBh). Wai well ruike wǟren, dai mott sik hollen an olt Bräot un junge Piärre (Kr. SoestSos Kr. Soest@SchonebergSb). Wat ålt es, ritt, sachte de Dǖwel, då rëit hai sīner Bessmouder ’n Ǭr af (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü || die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl Schleef, Kr. SoestSos SchmB, Kr. BürenBür Kr. Büren@GrundsteinheimGr). Me wāre sik för ålle Weäge un nigge Wērtshuiser (WWB-Source:129:HoncHonc). Bai niks Ålles hiät, hiäd okk niks Nigges wer sein Sonntagszeug alltags trägt, hat bald nichts Gutes mehr anzuziehen Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Fam ållen Pott küemt me annen niggen für einen alten Mann einen jungen bekommen (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl || Holthaus, WWB-Source:129:HoncHonc). ’t ōle Brōt mott ēäst ūt ’n Schappe um das ältere Mädchen muß zuerst gefreit werden Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu. De ellsten Broiwe das Vorrecht, den Vorrang, das erste Anrecht (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr, Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh, Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs, die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl, WWB-Source:126:HolthausHolthaus). Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Plätt witt, wo wakker dat sitt ein altes, aber reines, weißes Tuch sieht immer noch gut aus (Kr. BürenBür Kr. Büren@GrundsteinheimGr). Dat Nigge klingelt, dat Alle rappelt (WWB-Source:326:WoeNlWoeNl || Honc, Holthaus, Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl Gegend Lü, die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl), Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs. Olle Fiaulen (Veilchen) rūket nit mä alte Geschichten (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || WWB-Source:129:HoncHonc). Olde Aier, olde Fraier un olde Gūls sint mäistendēls fūl (Kr. LingenLin Kr. Lingen@MehringenMr || Kr. HerfordHfd Kr. Herford@HerfordHf). Faste arre alt Īsen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@OberschledornOs). IV. unbrauchbar — 1. schlecht, wertlos, baufällig: Ålle Brokken Gerümpel (verbr.). Hëi kümmt ōk all bi ’t olle Īsen (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AlstätteAl || verbr.). Ålle Fiätter (Fässer) rinnet gǟrne (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü). Laiwer met ’n ållen Wāgen up ’t Lant äss met ’n nīe Schiëp up ’t Wāter lieber beim gewohnten Alten bleiben, als sich mit neuem Unbekannten abgeben (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@GescherGx). Bätter in ’n ōlt Hūs äs bōwen up ’n nëi sagt man besonders bei Regenwetter (Kr. LingenLin Kr. Lingen@BeestenBe). Infälle asse ’n ault Hūs sonderbare Einfälle, Ansichten (Kr. OsnabrückOsn Kr. Osnabrück@WellingenWe || Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh, Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@HeidelbeckHb), ... S-chīthūs Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@DrensteinfurtDr. Sau smīarg os ault Fett (Vergleich mit einem schmutzigen Menschen) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Söu nigge, söu ålt, söu wārm, so kålt erst hat es einem gut gefallen und dann nicht mehr Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs || ein Vorhaben oder eine Sache ebenso schnell wieder leid werden, wie man sich ihrer vorher mit Wärme und Eifer angenommen hat (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@LimburgLb), Verhältnis von Braut- und Ehestand (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@EickelWe, Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr), Warnung vor Übertreibung (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BischofshagenBi); sau noigg, sau ault es bleibt sich gleich, es taugt nicht viel, man wird es bald satt (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). ’t is āle ōlt ümme nai sagt man von einem Krankheitszustand, der sich nicht ändern will (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu). Dat wǟtt licht wat Aules (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 2. leichter Ausdruck der Geringschätzung, des Ärgers, des Widerwillens, manchmal aber auch der Vertrautheit. Es kann vor jedes, vor allem vor jedes als Schimpfwort gebrauchte Subst. gesetzt werden, besonders gern etwa vor Āpe, As, Bakkes, Bēst, Blik (Ziege), Buk, Dērne, Drale, Drämmel, Drō²m, Drōßele, Drüᵉmel, Düᵉsekop, Fel, Folefut, Fragefut, Gamel, Gāpert, Gōs, Gössel, Harūle, Haspel, Hecht, Häkse, Hippe, Hitte, Hō¹n, Hucht, Knapūle, Kō¹, Krakke, Krükke, Kuᵉse, Kwāterkunte, Lekkertand, Nachtūle, Preªdigesto¹leken, Prülle, Ref, Sämmel, Sāneke, Geschirre, Ssiᵉge, Slüer, Smantfut, Tiᵉwe, Üggel, Ǖke, Ūle.
V. aus früherer Zeit überliefert, übernommen: ’n ållen Klaren ein Schnaps (verbr.). Ålle Wunnen häilet schlecht (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Gegend Lü || WWB-Source:129:HoncHonc). Ne olle Krankhait (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@VelenVe). Dät is ’n ōlden Scha’en, sǟ de Dokter, dō hadde sükk de Būre den Äs an ’n Plattenōwent ferbrannt, dar stunt an: 1681 (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@NortrupNo). ’n ollen Frönt fan mi (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@VelenVe); aber ne ålle Frönskop eine weitläufige Verwandtschaft (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DeilinghofenDh). In de ålle Statt in der Altstadt Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs; ale Stōwe Alltagsstube im Gegensatz zur guten Stube Kr. LingenLin Kr. Lingen@PlantlünnePl; dat aule Lecht das letzte Mondviertel, der abnehmende Mond (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh); ōlt Mā 12. Mai Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@WulftenWu; aule Moidach 13. Mai. An ihm wurde zum erstenmal das Rindvieh wieder ausgetrieben (Lip WWB-Source:219:OesterhOesterh) || 13. Mai (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@Nieder JöllenbeckNj), 10. Mai (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@HohenhausenHo, Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh) →
Mei(dag). ’n ault Gesech ein altes wahres Wort, eine überlieferte Ansicht (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh); ’n olln Sprüekk ein alter Spruch Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@DrüpplingsenDp; „’t is al ’n ault van te Jahre: Pack schlöög sick, Pack verdröög sick“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:173:LyraLyra 64); ne alle Sāge eine alte Redensart Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb; ålle Kamęllen längst bekannte Geschichten (verbr.); dat alle Lait das immer wiederholte, längst gehörte Gerede Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi; aule Wuishǫit alte überlieferte Weisheit (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh); op de alle Hakke nach der alten Gewohnheit, Methode (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr || die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl, WoeN, Kr. BrilonBri WWB-Source:93:GriHGriH); „man ’s annern Muarens was he wier up de aulen Hacken“ wieder gesund und munter (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:173:LyraLyra 12); „he kann van siinen aulen Trant (Gewohnheit, hergebrachte Weise) nich aflauten“ (Kr. OsnabrückOsn WWB-Source:173:LyraLyra 32); bëim Ållen laten nichts verändern Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü || (verbr.). „Dat is eene ut de olle Döäse“ einer von der alten Welt fleisch) gegessen (Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@GrasdorfGr) || satt Fläis Kr. Grafschaft BentheimBen Kr. Grafschaft Bentheim@GroßringeGs Kr. Grafschaft Bentheim@VeldhausenVh; bei den Bauern gab es soviel Fleisch für jeden, wie er essen konnte; in den meisten Bürgerhäusern wurde Stockfisch gegessen (Kr. Grafschaft BentheimBen Xy); am „Aldejoahrsabend“ gab es früher auch ein besonders gutes Abendessen (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@HahlenHa), ein Festessen mit Kartoffelsalat, Würstchen, Bohnenkaffee, Berliner Ballen oder Ölkrabben (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@AulendorfAu). Abends feierte man in der Familie, bei Grog, bei Kaffee und Ölkrabben, Eiserkuchen (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Kr. Arnsberg@AmeckeAm „Oltjohrsowend“ besucht man sich gegenseitig im engsten Kreise bei Kaffee und Kuchen und selbstgemachten Weinen aus Johannisbeeren und Stachelbeeren (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HennenHn). → Dikkefreªter~, Fulbūkes~. Am „Aldejoahrsabend“ hörte man früher hier das Knallen von Pistolen (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@HahlenHa), in (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@MenslageMe) wurde geböllert. — Im folgenden werden einige weitere Bräuche angegeben, auch wenn das Stichwort in den betreffenden Orten nicht belegt ist bzw. nicht vorkommt: Um 2—3 Uhr nachmittags kommen die Kinder in kleinen Gruppen mit ihren Neujahrsbriefen zu den Nachbarn, um zu „böakern“. Sie schlagen mit dem „Böaker“ an die Türen, am liebsten an die große, Nǟendaeren, laufen weg, lassen sich fangen und überreichen selbstgeschriebene Briefe. → Wīᵉpelrō¹de,
Tūn-schǟre. Sie bekommen Äpfel, Nüsse, Gebäck. Beim Weggehen schlagen sie noch einmal an die Tür, so laut es geht (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@NortrupNo); ähnlich in Brb Wu u. in Ha (hier erhielten die Kinder früher auch selbstgebrautes Bier); nachmittags gingen die Kinder durchs Dorf, stießen mit Holzschuhen vor die Haustür und bekamen Neujahrskuchen. Am Abend Pistolenschüsse vor jedem Haus. Kr. Grafschaft DiepholzDie jungen Männer sangen (Kr. BersenbrückBbr Kr. Bersenbrück@GrafeldGf). Am späteren Nachmittag wird gebeiert: junge Burschen schlagen mit dem Glockenklöppel an nur eine Wand der Kirchenglocke (Kr. Grafschaft BentheimBen Xy). Früher wurde geböllert (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa), es begann 4 Uhr nachmittags (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt); Böllerschießen bis in den Morgen hinein, manchmal noch während des Gottesdienstes (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HemmerdeHm); Sylvester wurde unter dem Fenster der Braut geschossen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@KirchhellenKh). Kr. Grafschaft DiepholzDie Jugend verübte allerhand dumme Streiche: Türen wurden ausgehoben, Wände beschrieben (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). Kr. Grafschaft DiepholzDie Dorfjungen versammeln sich zu einer Gruppe, rüsten sich mit Krückstöcken aus, singen vor den Häusern:„Vie het hort, ih herren schlachtet, ih herren so gurre Würste maket, giatt uns aine, ower keine kleine. Lott dat Messerken sinken in dian dicken Schinken, lott dat Messerken glien in dai dicken Sien, settet dat Messerken an dai Wand un schnitt av drei Illen lank. Lott uns nit te lange stohn,vie mott noch ein Hüsken widder gohn.“ Nach diesem Singsang fiel manche Mettwurst ab, welche die Burschen an ihre Krückstöcke anschnürten und bald gemeinsam verzehrten (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@AttendornAt Umgebung). Singen (bis 1930) der jungen Burschen (vom Kirchenlied bis zum Volkslied). Dafür bekamen sie von den Leuten Wurst, Schinken, Schnaps (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg); Geld und Mettwürste (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@DrolshagenDh). Absingen des Alten Jahres durch die 12—14jährigen. An die Haustüren schrieben sie VGZNJ (Viel Glück zum Neuen Jahr). Am Neujahrstag holten sie sich ihr „Niggejöährken“ (eine Geldspende) ab (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Der Nachtwächter blies das Alte Jahr weg und bekam dafür in jedem Haus 10 Pfg. (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). — Beim Bäcker wurden „Neujährchen“ (Gebäck) gekauft, im Hause backte man Ölkrapfen. Stammgäste erhielten in der Wirtschaft gratis Alkohol, Butterbrot, Würstchen. Kr. Grafschaft DiepholzDie jungen Burschen machten einen Heischegang (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@VelmedeVe). „Mit dem Backen der „Iserkooken“ wurde am Abend zeitig begonnen. Mutter rührte den Teig an, Vater und ein Mädchen backten, und wir Kinder verzehrten die Kuchen gleich“ (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@HoltwickHw) →
Kō¹kedāge. In den meisten Familien wurden „Iserkauken“ oder „Nijohrskauken“ oder „Hörnkes“ gebacken [verschiedene Bezeichnungen für ein und dasselbe Gebäck] (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr u. Umgebung). — Bei den Bauern wurden Karten gespielt (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@PolsumPo); die Männer spielten Solo (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa); beim Kartenspielen wurde Alter Klarer (Schnaps) getrunken (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd u. Orte aus Ahs, Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt Kr. Steinfurt@LaerLa); besonders die Junggesellen gingen in die Wirtschaft, tranken, spielten Karten (Kr. MünsterMün Kr. Münster@HavixbeckHa um 1900); die Männer gingen ins Wirtshaus. 12 Uhr wurden Wurstbrötchen angeboten (Kr. MünsterMün Kr. Münster@AppelhülsenAp um 1900); die jungen Burschen begingen den Abend früher in den Wirtschaften des Ortes (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr); im Dorfkrug wurde gefeiert (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo); bis zum 1. Weltkrieg wurde in den Wirtschaften getrunken (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@SpexardSp); die älteren Jungen und die jüngeren Männer verlebten den Abend in ihrer Stammkneipe, hier bekamen sie freies Essen (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr); in der Wirtschaft gab es Bratwurst und freie Getränke (Kr. BürenBür Kr. Büren@WeibergWb); die Männer gingen ins Wirtshaus, tranken Bier, spielten Doppelkopf, Skat, Solo (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@SiedlinghausenSh); früher wurde in der Wirtschaft gefeiert, Skat gespielt. Um 12 Uhr spendierte der Wirt einen Imbiß (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg); die Männer spielten in der Dorfwirtschaft um „Stiuten“ (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@GrevensteinGr), um „Krengel“ (Gebäck) (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@WendenWn). — „Vann Däoge hätt däi Wiiwör dat Säggen“ heute haben es die Frauen im Hause zu sagen (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@IsenstedtIs), „Vann Doage hätt däi Frauenslüüe däi Böksen ane“ (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@Preußisch StröhenPs). Ebenso führten in Kr. MindenMin Kr. Minden@IlserheideIh die Frauen an diesem Tage das Regiment im Hause; darum gingen die Männer aus dem Hause (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@BegaBg). — Sylvester hieß es, der „Aulejohrsbuck“ ginge um. Man stellte sich ihn vor als einen Ziegenbock mit langen Hörnern (Hal). — Früher war es ein Abend der Besinnung, man feierte das Abendmahl, las in der Bibel. Sylvesterfeiern haben sich erst nach dem 1. Weltkrieg eingebürgert (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@GevelsbergGb); kein Böllern und Lärmen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LadbergenLb); früher betete man den Rosenkranz, heute geht das junge Volk in die Wirtschaften (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@NordenauNo). — Rätsel: am 30. Dez. „Ick hebb ’n Kerl säin, däi har so väöl Ohren an’n Kopp as Daoge in’t (in dütt) Jaohr“; am 31. Dez. „Hebb ih den Kerl nick saihn mit däi Näösen? Wisse wal, däi har so väöl Näösen an’n Kopp as Daoge in’t Jaohr“ (Kr. Aschendorf-HümmlingAsd Kr. Aschendorf-Hümmling@NeurhedeNr Kr. Aschendorf-Hümmling@RhedeRh). — „Wi heppt te gelieke Tiet Oldejoorsoabmt“ (o. Bed.angabe) (Kr. Grafschaft BentheimBen WWB-Source:233:RakersGVRakersGV 1604). —