zulegen,
v. ,
ahd. mhd. zuolegen Graff 2, 93;
mhd. wb. 1, 992
b; Lexer 3, 1183;
mnd. toleggen Sch.-L. 4, 569
b.
für das part. gelegentlich zugelacht,
s. th. 6, 519.
die bedeutung war schon im ahd., mehr noch im mhd. in allerlei besonderen verwendungen entwickelt. heute herschen, neben einigen altüberlieferten formelhaften, diejenigen vor, die auf dem '
hinzu'
beruhen. wo dies nicht deutlich hervortritt, ist es von beilegen,
s. th. 1, 1378,
verdrängt. nahe steht auch zugeben,
sp. 399.
es steht in wechselbeziehung zu ablegen. 11)
jemand oder etwas an eine person oder sache heranlegen. 1@aa)
räumlich: und so das kindt ein stundt oder mehr also bey der mutter gelegen ist, mag man es wol von ir .. nemen ... und es demnach offt ihr widerumb zulegen J. Ruoff
hebammenb. (1580) 64; des fürsten Vari leib ... ward wider auszgegraben sampt dem zuogelegten zeichen zwen adler S. Franck
chr. Germ. (1538) 11
b; ein stück geld, das man ihm (
dem alraun) nachts zulegt, findet man am morgen doppelt Grimm
d. sagen 1, 70.
dafür heute legen
mit der präp. zu, anlegen, beilegen.
auszerdem gab es eine reihe fest üblicher anwendungen des täglichen lebens: dann wa man in schneller eil ein braten zuolegt (
zu feuer bringt) und eilends umbtreibt, wirt er auszerhalb hart W. H. Ryff
spiegel der gesundheit (1544) 32
b; wer solchen rauch wil verhüten, der leg kein krumm oder faul holtz zu Lehmann
flor. 2, 873; wann starcker kranckheit soll zuogelegt werden starcke artzney Gersdorff
wundarzney (1517) 65
a; das ... man eynem kind, welches das feber hat, eyne lange cucumer den langen weg zulegt (
als heilmittel) Sebiz
feldbau (1579) 200.
allgemeiner: so man wisti das das her aller starkest were und die stat aller krankest, do leit man aller meist huote zuo Tauler
pred. 324
Vetter. bei seite legen: al zehant so leit man riemen und ruoder zuo und griffent alle an den enker 325.
kleider anlegen, wie im mhd.: ein starker sims ist drunter (
unter den kragen) bracht, des nutz nicht jeder bawr versteht, sonst hett er lang einn zugeleht
M. Rinckhart
christl. ritter 39
ndr. (
auch 42); viel und allgemählich die meisten legen gantz niedrige und runde hütgen zu Prätorius
anthropodemus plutonicus 3, 377 (
ebenso 378).
freier: offt mach ich, mir zum schutz, ein saures angesicht und lege runtzeln zu; doch dieses hilfft mir nicht Hagedorn
vers. einiger ged. 47
lit. denkm. bei der schifffahrt wie '
anlegen': sunder wer do (
zu Königsberg) czulegete und ausschiffte, der sulde czeyse geben
acten d. ständetage Preuszens 5, 233 (1467).
übertragen: alda er den verstandt der geschrifft den layen zuoleget (
heranbringt, erklärt) Joh. Nas
antipapist. eins u. hundert 5, 189
a; sobald wir solches erfuhren, legten wir diesem buben einen schweren hasz zu Buchholz
Herkuliskus (1665) 618.
alles dies veraltet. 1@bb)
von personen, zur seite stellen, zuweisen: den hovetluden der meynheit worden do neyne togeleyt vulmechtige alse den gylden
Braunschweiger schichtspiel, chr. d. st. 16, 110; wie der son gottes seinem propheten Mosi den beredten Aaron in Egypten zuleget Mathesius 3, 184
Lösche; und mehrt ihr euer haus mit einem lieben kinde, so legt ihr (
der frau) ammen zu, damit sie sich nicht plagt Chr. Fr. Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. 1, 248. 1@cc)
einem mann ein weib als bettgenossin zur seite legen, in der regel von der förmlichen beilegung der braut, vgl. beilegen
th. 1, 1378
und beilager: must man ihm (
David) nach des herrn befehl, die schönste dirn in Israel, die man möcht findn im gantzen landt, von Sunem Abisag genandt, zulegn, die nam ihn in ihr arm, dasz er darinnen würde warm Eyering
prov. copia 3, 378; zuo nacht legt man sy zuo, und singt sy an mit einem christenlichen lied, wie sy sich mit dem breutgam soll halten und beischlaffen S. Franck
weltb. (1534) 128
b; und in der bibel legten Lea, Rahel, Sara und die weiber Jakobs ihren männern ihre schönen mägde zu J. J. Chr. Bode
Montaigne 2, 123 (
dafür Luther beilegen
1. Mos. 16, 5).
dies wurde zu einer formel für die eheschlieszung: do si zu iren tagen quam, do wart si zugeleit lantgrêven Ludewîge
d. myst. 1, 242
Pf.; so yemandt sein kynd oder freunde zu der ee verlobt oder zulegt
Nürnb. polizeiverordn. 81
Baader; alspalt Ferdinandus so vil alt und grosz wurd, so wolt er in zu romischen kunig gemacht haben, und im darnach die kunigin von Ungern zuegelegt haben elich Kirchmair
denkw. 451
Karajan. vom manne hiesz es sich zulegen: er wolt reitten gen Augspurg und wolt sich zulegen, wann er hett ain burgerin, ain wittib genomen
chr. d. st. 4, 317; so sie zu irn volkumen jarn komen ist und wir uns elich zulegen wollen
lehnsurk. Schles. 1, 211 (1472).
diese wendungen sterben mit dem brauch der förmlichen beilegung aus. in späterem sich zulegen
ist sich
dativ, was an das alte anknüpft, aber sich mit 2 b
berührt: weil der ... sultan ... sich eine junge gemahlin zulegte Klinger 6, 52. 22)
die anschauung des legens tritt zurück und es ist allgemein etwas geben, gewähren, verleihen, contribuo Frisius 325
b. 2@aa)
einem anderen: dorumb zuom ersten suocht das reich gotz und sein gerechtikeit: und alle dise ding werden euch zuogelegt
erste d. bibel 1, 25
Kurrelm. (
die stelle noch so bei Zinzendorf
kl. schr. [1740] 85); davor machte ihn die königin Elisabeth zum baron und legte ihm jährlich gnadengeld zu Chr. Weise
polit. redner (1677) 611; ich würde nicht irren, wenn ich sagte, gott hätte eben darum dieser tugend einen unvergleichlichen segen zugeleget 142; es ist ihme an der besoldung etwas zuegeleget worden Stieler 1117; krafft welcher ehe ... dem weibe sambt ihren kindern ex pacto nur ein gewisses legatum zugeleget, sie aber sämbtlich von der erbschafft ausgeschlossen worden Chr. Thomasius
ernsthafte ged. u. erinn. 2, 115; doch lust und hunger legt auch eicheln würze zu Haller
ged. 23
Hirzel. ohne object ist es '
beisteuern', '
zuschieszen': und welcher auf dem spil zulegt und mithelt, dem wil ein rat gleicher weise, als ob er selbs gespilt hette, auch püssen
Nürnb. polizeiverordn. 63
Baader; die bürger, da sie mit zu der land- und reichsstewr zulegen solten Micrälius
Pommerland 3, 361.
ebenso mnd. und nl. formelhaft, im 16.
u. 17.
jh. oft belegt, einem einen namen, einen titel, ehre, lob zulegen
u. ä. später nur gelegentlich: dasz man ... den thieren der fabel ... menschliche eigennamen zulegte, bezweifle ich J. Grimm
Reinhart fuchs vorr. ccxxx,
dafür heute beilegen.
noch früher veraltet ist hilfe, beistand zulegen: nu wuste di mutter das si kein krefftiger hilffe irer dorfftigen tochter mochte czugelegen
Hedwigleg. (1504) a a 2
a.
meist so ohne obj. wie '
unterstützen', '
helfen',
auch '
zustimmen',
bes. in der rechtssprache '
partei nehmen', '
begünstigen': ez were denne daz daz riche den wolde zulegen, di uns verterben wolden
urkundenb. der vögte v. Weida 1, 423 (1342); wyl denne der richter eyme zulegen unde dem andyrn nycht
urkundenb. der st. Freiberg i. S. 2, 298 (14.
jh.; ähnl. 1, 494); zum vierden das sich die deutschen herren von ihm .. beclagten, wie er dem heyden, dem grossen hertzogen von Littawe, wider die cristen zugelegt hett Sigm. Meisterlin
chr. d. st. 3, 299; dieweil er ... bestärket meinen wahn, dasz ihr ihm zuleget und beystand leistet Harsdörfer
gesprechsp. 5, 180.
zuletzt lexicalisch Kramer-Moerbeek (1768) 439
b.
ebenso mhd., mnd., mundartlich in Wien Hügel 198. 2@bb)
sich einen menschen oder ein thier zur gesellschaft, eine sache zum besitz zulegen
ist im 18.
jh. besonders in gebrauch gekommen und dann lebendig geblieben: ich musz darauf bedacht sein, wo ich meine alte gute freunde so abschaffe und mir andere und bessere zulege
schausp. engl. comöd. 222
Creizenach; bis ich mir einen diener werde zulegen können Gottsched
dtsche schaubühne 1, 442; hatte .. ein klubbist sich etwa einen löwen, tiger oder parder als schoszhund zugelegt E. Th. A. Hoffmann 6, 13
Gris.; er (
der baumeister) musz ... sich gute risse und zeichungen zulegen Fleming
vollk. t. soldat 32; eine batterie von 10 solchen flaschen werde ich mir auch zulegen Lichtenberg
br. 2, 121; einen haarbeutel sich zuzulegen, ist menschlich Gaudy 2, 110.
in stehender verbindung, vgl. 1 c
am ende: sich eine schöne liebste zulegen Kramer 1, 926
a; sich eine geliebte, eine mätresse zulegen; der nachwelt und der erben wegen verlohnt sichs nicht der müh sich eine liebste zuzulegen Stoppe
Parnasz 307.
gewohnheiten, eigenschaften u. ä.: wir wollen uns ein wenig mehr eigenliebe, ein wenig mehr groszthun zulegen J. J. Schwabe
belustigungen 1, 9; es ist eine angenehme ... gewohnheit, die ich mir zugelegt habe Tieck 5, 235; ich musz mir für meinen bruder ausdrücklich einige ausrufungen des schreckens und der klage zulegen, denn mein gleichmüthiges äuszere bei unglücksfällen verdrieszt ihn Bismarck
an s. braut u. gattin 9.
oft liegt darin der nebensinn des sich wohl sein lassens, des luxus: für der madam ihr geld werde ich mir ... equipage und eine maitresse zulegen Chr.
F. Weisze
lustsp. 1, 311; ich werde mir .. in Ungarn einen groszen schafpelz zulegen Moltke 4, 85; er hatte, ..., sich eine ganz glückselige dummheit zugelegt Storm 4, 330. 2@cc)
wie beilegen B 1
th. 1, 1378, zumessen, zuschreiben, zusprechen
u. ä. bezeichnet zulegen
eine in gedanken hergestellte verbindung. 2@c@aα)
etwas von einem aussagen, ihm eine eigenschaft beilegen oder zuschreiben Diefenbach 50
c,
häufig bis zum 17.
jh., dann schwindend: so wir den personen davon wir reden, billich wirdikeit nach irm stand und wesen zuolegend Fr. Riederer
spiegel d. wahren rhetorik (1493) 16
a (
vergl.zulegung 6); denn dem vater wird zugelegt die gewalt, dem son die weisheit, die gütigkeit dem heiligen geist Luther 1, 274
W.; dasz ich den Gothen ... zulege, was Herodotus ... und andere von den Scythen melden J. Micrälius
altes Pommerland 1, 51; man findet, dasz man in der gemeinen philosophie den thieren die vernunfft abgesprochen, aber doch etwas ihr ähnliches ihnen beygeleget ... ob man es ihnen aber mit recht zugeleget, lässet sich an diesem orte nicht ausmachen Chr. Wolff
vernünft. gedanken von gott 204. 2@c@bβ)
etwas auf einen urheber oder eine ursache zurückführen, es ihm an- oder zurechnen: got wils auszrichten, ... darumb sol ichs auch got und nit mir zuolegen Luther 17, 1, 142
W.; die ding ..., dem glück oder unglück nicht zugelegt werden, sondern der ordnung Paracelsus
op. (1616) 2, 207; sie alles, was Jacob gethan, der weiber anstifftungen zulegten Grimmelshausen 2, 723
Keller. 2@c@gγ)
einem zulegen, was ihm nicht zukommt, wie zueignen 3 b,
sp. 335: ihme (
sich) fälschlich eines andern lob zulegen Hulsius (1618) 2, 46
a; einem etwas fälschlich zulegen Dentzler 2, 367
b; Aler 2, 2266
b.
erhalten in reflexiver verbindung, vgl. b,
von namen, titeln u. dgl.: ich hatte dabey im anfang zimlich zu schaffen, besonders weil ich mir den titul bald eines engellischen, bald eines türckischen arzten zulegte Lindenborn
Diogenes 1, 12; als schauspielerin hat sie sich den namen Flora zugelegt, weil Rieke zu gemein klingt Holtei
erz. schr. 22, 113; das lob eines guten ensemble, welches man (
im Burgtheater) sich zulegte, war ein unwahres lob H. Laube
ges. schr. 16, 174.
früher besonders von meinungen, worten, schriften: was do wort seind, die man ir (
Maria) zuolegt Luther 10, 3, 321
W.; dem einen haben sie fremde bücher ... welche vier oder fünffhundert jar nach irem tod erst geschriben worden, zuerkent, aufgehenckt, angesailt, zugelegt und zugeeignet Fischart
bienenkorb (1588) 34
a; wann Paris ... heut zu tage das urtheil sprechen solte, dürffte er wol der Junoni ... solchen ausspruch zulegen J. B. Schupp (1663) 525. 2@c@dδ)
etwas einem als schuld zurechnen, beilegen: imputare Dasypodius 374
c;
id quod tu arguis das du im zuolegst Frisius 117
a;
criminosus .. der eim ein laster und schmaach auftricht oder zuolegt 344
b (
ähnlich 56
b; 75
b; 398
b; 450
b u. ö.); die in Cristo eingeleybt seynd durch den aynigen glauben, den selben will der vater kain sünd zuolegen umb Christus willen Luther 15, 765
W.; man legt dir zu, dasz du die innwohner ettlicher stätt habest auffrürisch gemacht wider die verwalter welche der könig dahin setzen wollen Fischart
discours (1589) h iv
b.
mnd. belege s. Schiller-Lübben. im 17.
jh. nur noch lexicalisch: jemand eine missethat zulegen Kramer 1, 926
a. 2@c@eε)
gelegentlich entwickelte sich daraus, wie bei zugeben 5
sp. 400,
die bedeutung '
einer meinung zustimmen', '
einem recht geben': dergestalt sein heut all teutsch gemain alsgar plind und erstockt, das yederman den .. verfüerischen lerern in irem predigen und schreiben zuolegt und recht gibt Berthold v. Chiemsee 111; so wollen wir doch hie in diesem capitel nicht zulegen, dasz die heiligen kranckheiten mögen geben, und denselbigen sollen auch nach genennt werden Paracelsus
opera (1616) 1, 491.
mundartlich in Niederösterreich Castelli 273; Hügel 198. 33)
die vorstellung des '
hinzu',
die sich schon früh geltend machte, ist jetzt die herschende. 3@aa)
zu einer vorhandenen menge oder zahl hinzufügen: epithetum ein zugelegt ding Diefenbach 205
b;
adverbium ein zugelegt wort 14
b;
appono zuolegen Frisius 107
a;
multiplico meeren, zulegen 845
a; die anzeygung ires alters tragen sye (
die hirsche) an irem gehürn, legen alle jar ein end zuo Eppendorf
Plinius (1548) 66; das gesetz: dasz keinem theil etwas zugelegt werden könne, ohne dasz einem andern etwas abgezogen werde Göthe II 8, 16
W.; der gnädige graf ... will die hengste durchaus, und zur noth noch 10 goldstücke zulegen Tieck 3, 144.
ebenso ohne object: wo man immer abnimpt und nit zulegt, da wird der hauff endlich kleiner Petri n n n 1
b (
dasselbe sprichw. B. Waldis
Esopus 2, 36
Kurz); und wiltu reich werden, soltu nit dem geld zuolegen, sonder dem geitz abziehen S. Franck
sprichw. (1541) 1, 135
b; das fasten legte ihrer schönheit zu Kramer 1, 926
b. 3@bb)
zur lebenszeit: sihe, ich wil deinen tagen noch funffzehen jar zulegen
Jes. 38, 5.
danach in mannigfacher abwandlung: denn ob gleich alle welt zusamen thete, vermöchte sie uns nicht ein stündlin zum leben zulegen odder ein körlin aus der erden zugeben Luther 30, 1, 155
W.; der alte mann betete, gott möge ihm einige jahre abnehmen und sie dem könig zulegen Ranke 37, 240; die zahl der tropfen, die er hegt, sei euren tagen zugelegt Göthe 14, 52
W. (
Faust 990).
als wunsch formelhaft Moscherosch
insomnis cura par. 9
ndr.; Gryphius
dramen 558
Palm; Gottsched
ged. (1751) 1, 133; Lessing 2, 302
M.; 17, 217; Herder 27, 126
S. 3@cc)
zu einer besoldung oder sonstigen vergütung für persönliche leistungen, vgl. zulage: legten wir die 50 rh. zu, die auf die schreiberey ausgesetzt sind, so könnte man die verwendung seiner meisten zeit von ihm fordern Göthe IV 29, 44
W.; nun, wenn ihr für den stall und das essen noch zwei kreuzer zulegen wollt, so wird euch eine arme witfrau schön danken W. Hauff 1, 154.
ohne obj.: ist auch die besoldung für eine hofschauspielerin zu klein, so wird St. Florentin ... die widerspenstigen bürger zwingen, ihr zuzulegen Gottsched
neueste 3, 907; werde ich ... bis zum sommer nicht bundestagsgesandter, so musz ich erst sehen, ob sie mir zulegen Bismarck
an s. braut u. gattin 276; da musz ich wohl noch zulegen? (
an trinkgeld) Fontane I 5, 285. 3@dd)
zu den worten eines textes, nur früh belegt: nit das ir zuolegt zuo dem wort das ich rede zuo euch: noch nempt ab von im
erste d. bibel 4, 145
Kurrelm.; darumb aber die (
worte Pauli) ein jetlicher wol verston mög, wil ich sy kurtzlich paraphrasticos (das ist mit zuogelegten worten) uszlegen Zwingli
v. freiheit d. speisen vii
ndr. 3@ee)
übertragen: zwar kaum kann mein vermögen dein wehrt gnug ausz, noch etwas ihm zulögen Weckherlin 2, 32
Fischer; das geschrey (
gerücht) ... leget der sachen entweder zu viel zu, oder nimmt zu viel darvon Lohenstein
Armin. 1, 95
a; da bey den Mesmerschen historien doch vielleicht wahr sein könte, das gantze sorgfältig .. prüfen, wenn man auch nur dieses hunderttheil dem schatz der wahrheit zulegte Lichtenberg
briefe 2, 149. 3@ff)
an der gesundheit, am wohlsein und wohlstand fördern, meist ohne obj., nicht mehr üblich: mein liebes weyb, du sihest, das es uns so gar wenig zulegt, was wir nur arbeyten
V. Schumann
nachtbüchl. 19
Bolte; ye mer er (
der esel) trinckt, ye basz das fuoter an im zuolegt Herold-Forer
Gesners thierbuch 43.
wie '
gedeihen': dasz keiner sol frembds gut begeren, denn es gedeyt (
nicht) und legt keinem zu L. Fronsperger
kriegsb. 1, 110
b; unredlich gut legt nicht zu Aler 2, 2266
b. 3@gg)
mit persönlichem subj. war es danach '
an menge, umfang zunehmen': die saw wolt nit feyszt werden oder zuolegen J. Frey
gartenges. 46
Bolte; das thue alle monat, wann der mond zulegt O. Gäbelkover
arzneib. 1, 123 (
s. auch 1, 199); dann der leib, der kranck ist, der legt nicht zu, sondern er nimbt ab Paracelsus
opera (1616) 1, 77; wir wollen uns ein gewissen nach der neuesten façon anmessen lassen, um es hübsch weiter aufzuschnallen wie wir zulegen Schiller 2, 26
G. die im mhd. häufige übertragung auf die geistige und sittliche entwicklung, z. b. Rudolf v. Ems
Wilhelm v. Orlens 4746; 15 605;
weltchron. 20 497; Wernher
marienl. 4395; 4631
Hübner, erscheint noch vereinzelt im 16.
jh.: als könig Clotarius gesehen, das der knab Dagobert, ..., von tag zu tag in gutten sitten zulegt, gab er ime .. ein zuchtmeister
N. Falckner
franz. chr. (1572) 1, 82. 44)
an 3 f
und g
schlieszt sich die verstreut auftretende bedeutung '
züchten', '
zur welt bringen'
an: er bauet (
der bauer) keinen hoff, er leget kein viehe zu, den er besorget sich, es werde ihm genomen S. Grunau
preusz. chr. 3, 3; so wil hiemit Salomon erinnern, dasz auch sei ein sehr schönes und herrliches glied in der goldtketten einer tugendtreichen matronen fruchtbarkeit im ehestande, und wann sie lebendige leibsfrüchte mit ihrem mann zuleget und zur welt träget A. Duncker
güldne kleinoth (1612) 458; zielen, teelen heist, wann man eine junge zucht zulegt Morhof
unterr. von der dtsch. spr. 1, 38.
auch nd. toleggen
gebären, ... wenn is dat kind toleggt? Schütze 4, 265. 55)
selten für '
zudecken', '
bedecken': im jar 1564 drei wochen vor der fasten ist die Elbe mit eis zugelegt und gelegen gantzer 13 wochen
chr. d. st. 27, 84; in der mitte der Sachsenhäuser brücke sind zwei bogen oben zum theil nur mit holz zugelegt, damit dies in kriegszeiten weggenommen ... werden kann Grimm
d. sagen 1, 137; jedes warf eine handvoll erde hinab, dann legten sie das grab zu Rosegger I 13, 35.
ähnlich die kellerthür zulegen Kramer 1, 926
a.
weiter wie zusammenlegen, zusammenfalten: ein hübsche gefidert dub ... mit ... zuogelegten flügeln
Cyrillus spiegel d. wyszheit (1520) 50
a; mit einem höltzern oder beinern messer oder faltzbeinlin, damit man die briefe zuleget O. Gäbelkover
arzneib. 1,
zw. 382
u. 383; ein tischtuch, salvet zulegen Kramer; mit zugelegter faust und ausgestrecktem arm A. Doyle
fecht- u. schirmkunst (1715) a
b; sie küszte die blätter des buches und legte es zu Auerbach
dorfgesch. n. f. 296.
übertragen: eya, nuo mircket! si (
die seligen toten) toeten daz bekantnuzze damit got zuoleit materie und forme
myst. traktat zeitschr. f. d. phil. 14, 73.
ebenso nl. een graf toeleggen, het linnengoed toeleggen. 66)
verschiedene anwendungen in fachsprachen. 6@aa)
der zimmermann legt auf der
zulage das zimmerwerk eines hauses zu,
verbindet es Hoyer-Kreuter 1, 820; Mothes 4, 524; Schönermark-Stüber
hochbaulex. 932: die lange risen-elen, darnach villeicht Noah seinen kasten zugeleget Mathesius
Sarepta (1571) 174
b; noch einmal durchgemessen, ob wohl auch alles, wie wirs zugelegt haben, auf die stelle paszt Göthe 13, 40
W. ebenso legt
der böttcher den boden eines bottichs zu Jacobsson 4, 724
a; Beil
technol. wb. 1, 675. 6@bb)
im bergbau. beim markscheiden ist zulegen
das in der grube vermessene nach einem bestimmten verfahren auf eine zeichnung bringen G. Junghans
gräublein ertz (1680) f 3
d; Chr. Wolf
math. lex. 1456, Veith 597.
genaue beschreibung bei Jacobsson 4, 724
a.
dagegen ist eine vierung zulegen '
das feld eines ganges nach der tonnlage in gewisser teufe am tage abstechen oder bezeichnen' Schönberg
berginform. 2 (1693), 104.
nicht bei Veith.
auch wie zubühnen, einen schaft mit holz zulegen Schönberg 2, 111; Veith,
vgl. 5.
anders: das gestein legt dem häuer zu
läszt sich leicht bearbeiten Veith. 77)
daran schlieszen sich allgemeinere anwendungen. 7@aa)
einer sache etwas zu grunde legen Kramer 1, 926
a: ich lege gänzlich zu (
verlasse mich völlig darauf)
ebda. besonders einer berechnung: wirdt also viel proviandt, wie viel auf die ungewisse zugelegt zahl volcks gerechnet, an den andern, so da seynd, gesparet H. W. Kirchhof
militaris discipl. 30; an was stücken ein jeglicher schuld hat, darnach mag man einem sein straff zulegen Moscherosch
gesichte 2, 404; allein wan man die rechnung zulegte, dürffte solches (
der unterhalt der truppen) nebenst beyschaffung der munition (
verpflegung) und anderer notdurfft sich monatlich in die 9000 reichsthaler und darüber belaufen Chemnitz
schwed. krieg 2, 524; dan dahin müste man die rechnung zulegen: das der gegentheil (
gegner) in nichts nachgeben oder weichen würde, man nötige ihn dan dazu 2, 24. 7@bb)
es auf etwas anlegen, absehen: und er sach daz es geviel den Juden, er zuolegt, das er begreiff auch Peter
erste d. bibel 2, 331
Kurrelm.; ich hab darauff zugelegt
ita rem ordinari, negotium disposui Aler 2, 2267
a.
in feindlicher weise mnd.: de Denen leden den Hamborgern van allenthalven to (
griffen an)
bei Sch.-L. 4, 569
b.
nach dem nl.: funden di inwohner viel wütender und grausamer, weder die see selbst; maszen sie aus raubbegierde auf ihrer aller leib und leben zulegten
M. Kramer
leben und tapfere thaten (1681) 524.
ebenso nl.: op iemands leven toeleggen, sik op de wiskunde toeleggen. 7@cc)
in der geschäftssprache eine verhandlung zulegen, nach zugelegter verhandlung: dem vernehmen nach sind die zugelegten verhandlungen (
über einen bahnbau) dem abschlusse nahe
Frankfurter journal 15. 3. 1872.
nicht mehr üblich. 88)
in den zusammengesetzten subst. ist anstatt des früher vorwiegenden zuleg-,
jetzt zulege-
üblicher. zulegecompass, m., vom markscheider beim zulegen,
s. 6 b,
gebraucht G. Junghans
gräublein ertz f 3
d; Chr. Wolf
math. lex. 1456. —