zulage,
f. ,
seit dem 16.
jh. belegt, in wbb. seit dem 17.
jh., mnd. tolage Sch.-L. 4, 568
b.
es knüpft an die einzelnen bedeutungen von zulegen
an und wird heute von anlage
und beilage
unterschieden. 11)
vereinzelt für '
hinzufügung, vermehrung': das spatium zwischen denen linien 1, 3, 7 zeiget an, wie viel ein jeder aufsteigender clavis an der weite zulage bekommen Bendeler
organopoeia c 1
a. 22)
beim wiegen, was dem gewicht zugelegt wird: wie ... kein ausschlag bey der wage erfolgen kan, wofern nicht das eine gewicht durch eine zulage verstärcket wird Chr. Wolff
vernünft. ged. v. gott 276; lassen sie uns erst in die schale der vollkommenheit eine zulage werfen Lessing 17, 78
M. besonders was beim handel auf das gewicht zugegeben oder in das gewicht zur verkauften sache hinzugewogen wird, wie beilage
und zugabe Amaranthes 2169,
nach Kretschmer
wortgeogr. 110
im östlichen Mitteldeutschland: ein mensch von diesem (
groben) charakter verlangt auf jede kleinigkeit, die er kauft, zulage
porträts (1779) 186; die zulage ist mehr als das fleisch Düringsfeld 1, 444
a; nun habe ich ihm noch einen wispel roggen streichmaasz als zulage versprochen Arnim 10, 286. 33)
beisteuer, steuer, ebenso mnd. tolage: jerliche zulage in gemeynen kasten zu thun Luther 12, 28
W.; die (
bundesverwandten) verordenten aus der stadt Brunschweig eine zimliche zulage, nemlich 250 wagen mit allerlei profianden und notturfft beladen J. Letzner
dasselische chr. (1596) 1, 33
b.
wie beitrag: die einlage in dieser classe (
einer leibrentengesellschaft) von jeder person bestehet in 106 fl. rhein. und 5 fl. rhein. zulage Göthe
an Karl August Göthejahrb. 11, 73
W. für engl. club '
beisteuer' Ludwig
t.-engl. lex. 2622.
nicht mehr üblich. so auch allgemein für hilfe,
siehe zulegen 2 a: des einen mannes weib ... hat mit der andern weiber hülff und zulage bei den closterjungfrawen ... die versehung und anordnung gemacht Cyr. Spangenberg
chron. schaumburg. (1614) 7. 44) zulage
als zugabe zu einer besoldung u. ä.; ebenso nl. toelaag. 4@aa)
was zur regelmäszigen besoldung obendrein gegeben wird, vgl. 2: 14 schock zöber sole, als eine zulage zur besoldung Fr. Hondorff
salzw. zu Halle (1670) 17; der mutter mache ich so angst und bange, dasz sie eine willige zulage zum wechsel schicket J. J. Schwabe
belustigungen 4, 465; die löhnungssätze ..., getrennt nach sold, zulagen ... v. Alten
hdb. 1, 21.
wie '
zuschusz': ja es sollte mich ein wort kosten, so wollte ich noch eine eigene zulage zur reise erhalten Lessing 18, 59
M.; ich war ohne alle zulage und muszte mich sehr einschränken Moltke 1, 22; 20 bis 25 thaler monatliche zulage 4, 13. 4@bb)
als gehaltserhöhung: ich bekomme 450 thaler und habe hoffnung, bald eine zulage zu erhalten G. Forster 7, 105; ich war 23 jahre im dienst, ich hatte seit 1816 niemals um zulage angehalten J. Grimm
kl. schr. 1, 15; die zulage ist sein (
des beamten) antheil an dem erhöhten wohlstande des ganzen Fichte 3, 439. 4@cc)
danach volksthümlich für prügel Albrecht
Leipz. ma. 242
a, Müller-Fraureuth 2, 715
a. 55)
gelegentlich beigabe zu schriften, vgl. zugabe: doch nun habe ich schon wieder so viel uninteressantes und alltägliches geschrieben, dasz sie gewisz zu müde sind noch andere zulagen zu lesen fürst Pückler
briefw. u. tagebuch 4, 126.
anknüpfend an 2: ... den kunden gabs (
das lied) der krämer unter den buden als zulage drein O. Ludwig 3, 131. 66)
in der sprache der gewerbe wird zulage
in verschiedener weise verwandt. 6@aa)
bei den zimmerleuten für die zusammenfügung u. abpassung des zimmerwerks eines hauses auf dem zimmerplatz, weiter die aus dem zimmerholz gefügte grundlage eines hauses, s. zulegen 6 a Jacobsson 4, 723
b; Hoyer-Kreutter 1, 870; 877: ist diesemnach jedesmal ... dahin zu sehen, dasz das zimmerholtz mit denen pferden rund bisz zu einem unschadhafftigen orte hinaus geschleiffet und daselbst die zulage des gebäudes verfertiget werde v. Göchhausen
notab. venat. 232; es ist auf die zulage ein sehr festgeschlagener estrich ... gelegt Nicolai
reise d. Deutschl. 12, 114; die niedergeschlagene fichte wird als zulage verarbeitet Göthe IV 33, 11
W. allgemeiner das zur balkenlage, fachwänden und dachstuhl gehörige holzwerk Lueger 7, 1024.
schlieszlich ist die zulage
der theil des zimmerplatzes, wo die zulage
hergestellt wird K. Bruns
volkswörter d. prov. Sachsen 77
b:
creditur ... fabri lignarii ... denotare officinam der zimmerleute zulage und förderungen Adr. Beier
von werkstätten d. handwerksleute (1691) 5.
übertragen: und wenn das gemüth noch so gut wäre, so ists doch offenbar, dergleichen menschen haben keinen zuschnitt, keine zulage auf den gemeinsinn, auf die gemeinführung Zinzendorf
gemeinreden (1718) 199. 6@bb)
der tischler nennt zulage
das stück holz, welches an die schweifung eines zu furnierenden holzes paszt Lueger 7, 1024; Hoyer-Kreutter 1, 876.
ähnlich im orgelbau: man bedecket die plättchen mit einem tuchstreifen und schraubt eine heisze zulage darauf G. Töpfer
orgelbauk. (1855) 489. 6@cc)
im bergbau ist zulage
eine markscheideraufnahme, auf verkleinerten maszstab übertragen Veith 597. 6@dd)
auf brücken die obere bedeckung, welche begangen wird Lichtenstern-Schiffner 10, 574; Campe. 77)
wie zulegen 7 b
ist es gelegentlich nach niederl. vorbild ein kriegerisches unternehmen: der viceadmiral hatte zwar eine zulage auf die englischen kohlenschiffe gemacht; allein weilen er sahe, dasz ihnen nichts anzuhaben, kam er unverrichteter sache wiederum nach de Wielingen
M. Kramer
leben und tapfere thaten (1681) 670.
vgl. nl. toeleg,
m., anschlag, angriff, unternehmen. nicht mehr üblich. 88)
verbreitet war früher die bedeutung '
böse nachrede, falsche anklage',
überhaupt '
anklage' Aler 2, 2266
a; Dentzler 2, 367
b; Kramer-Moerbeek 439
a,
s.zulegen 2 c
δ,
mnd. tolage. Heynatz
antibarb. 2, 676
erklärt es als oberdeutsch: wie dann ... sie ... die unerfindlichen inzicht und zlag .. z widerlegen ... underlassen
chr. d. st. 32, 280 (
Augsburg); dise ungereimbte zuolag Joh. Nas
antipap. eins u. hundert 1, 225
a; dergleichen erdichte zulagen W. Holder
bericht an die Jesuiter (1589) 46; wie ungütlich ihrer keiserlichen
m. an allen denen unbegründeten zulagen beschehe C. Ensz
fama austr. (1627) 314
b; wir (
frauen) ... wollen untersuchen, was euch möge bewogen habe, unserm geschlecht diese zulage (
geschwätzig zu sein) zu machen
disc. d. mahlern 3, 30; so ehrenrührige zulagen Bodmer
von d. wunderbaren (1740) 199. 8@bb)
ältere zusammensetzungen: