Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zöllner
Zöllner
1Zoll m. ‘Abgabe für bestimmte Waren beim Transport über eine Grenze, Zollstelle, Zollbehörde’, auch ‘Wegegebühr’ (vgl. Brücken-, Wegezoll). Das allen germ. Sprachen mit Ausnahme des Got. (dafür mōta, s. Maut) gemeinsame Wort ahd. (8. Jh.), mhd. zol (Genitiv zolles) ‘Abgabe’, frühnhd. auch ‘Zollstelle, -amt’, asächs. mnd. mnl. nl. tol, aengl. engl. toll, anord. (aus dem Aengl. oder Mnd.?) tollr, schwed. tull mit den Nebenformen asächs. tolna f., mnd. toln(e) m., tollen m., mnl. tolne, toolne m., aengl. toln f. ist entlehnt aus vlat. tolōnēum, spätlat. telōnēum, telōnīum ‘Abgabe, Zollhaus’, griech. telōné͞ion, telṓnion (τελωνεῖον, τελώνιον) ‘Zollstätte, Zollhaus’; zu griech. télos (τέλος) ‘Abgabe, Steuer, Zoll, Aufwand, Kosten’, eigentlich ‘Ende, Grenze, Ziel, Amt’. Man hat auch versucht, in den n-losen Formen ein einheimisches Wort germ. *tulla- zu sehen, das sich als schwundstufige Bildung im Sinne von ‘(Be)rechnung’ an die unter Zahl, zählen (s. d.) behandelte Wortgruppe anschließen würde, dann aber ganz die Bedeutung des entlehnten tolna, tolne angenommen hätte. – Zöllner m. ‘Angestellter einer Zolldienststelle’, früher (bis Anfang 18. Jh.) ‘Zolleinnehmer’, ahd. zolonāri (8. Jh.), mhd. zolnære, zolner, mnd. tolner, mnl. tollenāre, tolnere, nl. tollenaar, aengl. tolnere, tollere, entlehnt aus gleichbed. mlat. tolnearius, vlat. tolōn(e)ārius (3. Jh.), spätlat. telōn(e)ārius. zollen Vb. ‘erweisen, entgegenbringen, zuteil werden lassen’ (18. Jh.), zuvor ‘Zoll zahlen’, mhd. zollen ‘Zoll geben, zahlen, fordern, auferlegen’, in dieser Bedeutung seit dem 18. Jh. nicht mehr üblich und durch verzollen Vb., mhd. verzollen, ersetzt. zollfrei Adj. ‘keiner Abgabe für den Zoll unterliegend’, mhd. zolvrī, zollevrī.