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Zöllner

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Zöllner

Bd. 20, Sp. 982
Zöllner, 1) Karl Friedrich, Männergesangskomponist, geb. 17. März 1800 zu Mittelhausen im Weimarischen, gest. 25. Sept. 1860 in Leipzig, besuchte die Thomasschule in Leipzig, wo er unter Schichts Leitung sein musikalisches Talent ausbildete, ward 1820 Gesanglehrer an der Ratsfreischule daselbst und später in gleicher Eigenschaft auch an andern Leipziger Schulen angestellt. 1833 begründete er den ersten »Zöllnerverein«, es folgte eine Reihe andrer Männergesangvereine, die sich nach Zöllners Tode zum Zöllnerbund vereinigten. 1868 wurde ihm im Leipziger Rosental ein Denkmal errichtet. Z. hat sich namentlich durch zahlreiche Kompositionen für vierstimmigen Männergesang verdient gemacht, auch verschiedene Sammlungen vierstimmiger Lieder veröffentlicht. – Nicht zu verwechseln mit K. F. Z. ist Andreas Z., geb. 8. Dez. 1804 zu Arnstadt, gest. 1862 als Musikdirektor in Meiningen, der ebenfalls ein fruchtbarer Komponist für Männergesang (»Gebet der Erde«, »Streit der Wein- und Wassertrinker«, »Doppelständchen« u. a.) war. 2) Johann Karl Friedrich, Astronom und Physiker, geb. 8. Nov. 1834 in Berlin, gest. 25. April 1882 in Leipzig, studierte in Berlin und Basel, habilitierte sich 1865 in Leipzig, wurde daselbst 1866 außerordentlicher, 1872 ordentlicher Professor der physikalischen Astronomie. In seinen »Grundzügen einer allgemeinen Photometrie des Himmels« (Berl. 1861) und »Photometrischen Untersuchungen mit besonderer Rücksicht auf die physische Beschaffenheit der Himmelskörper« (Leipz. 1865) beschrieb er das von ihm konstruierte Astrophotometer. Mit großem Eifer wandte sich Z. dann der Spektralanalyse und ihrer Anwendung auf die Himmelskörper zu; er konstruierte Apparate, um die Sonnenprotuberanzen jederzeit beobachten zu können, und zur genauen Ortsbestimmung der Spektrallinien. Im Zusammenhang damit stehen zahlreiche, meist in den Berichten der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften veröffentlichte Abhandlungen über die physische Beschaffenheit und die elektrische Fernwirkung der Sonne, über die Kometen u. a. Er schrieb noch: »Über die Natur der Kometen. Beiträge zur Geschichte und Theorie der Erkenntnis« (Leipz. 1871, 3. Aufl. 1883); »Prinzipien einer elektrodynamischen Theorie der Materie« (das. 1876, Bd. 1); »Wissenschaftliche Abhandlungen« (das. 1878–81, 4 Bde.). In diesen Arbeiten gab er eine kritisch-philosophische Revision derjenigen Prinzipien, aus denen sich die bisherige Naturerkenntnis entwickelt hat, und verteidigte Wilhelm Webers Grundgesetz. In den »Abhandlungen« nehmen spiritistische und hypnotische Studien, denen sich Z. in den letzten Jahren zugewandt, und die Verteidigung einer vierdimensionalen Raumanschauung einen großen Raum ein. Er gab auch die nachgelassene Schrift P. Schusters: »Gibt es unbewußte und vererbte Vorstellungen?« (Leipz. 1879), heraus. Vgl. Körber, Karl Friedrich Z. (Berl. 1899). 3) Heinrich, Komponist, Sohn von Z. 1), geb. 4. Juli 1854 in Leipzig, studierte zuerst Rechtswissenschaft daselbst, wurde aber 1875 Schüler des Leipziger Konservatoriums, 1878 Universitätsmusikdirektor in Dorpat, von wo er 1885 als Dirigent des Männergesangvereins und Lehrer am Konservatorium nach Köln berufen wurde; 1889 wurde er zum königlichen Musikdirektor ernannt. 1890 ging er als Dirigent des Männergesangvereins Arion nach New York, folgte aber 1898 einem Ruf nach Leipzig als Universitätsmusikdirektor und Dirigent des akademischen Gesangvereins Paulus sowie als Kompositionslehrer am Konservatorium. 1907 übernahm er die erste Kapellmeisterstelle an der flämischen Oper in Antwerpen. Z. machte sich auch als Komponist (Chorwerke, Oratorien, eine Symphonie, die Opern: »Frithjof«, »Faust«, »Der Überfall«, »Bei Sedan«, »Das hölzerne Schwert«, »Die versunkene Glocke« etc.) bekannt.
3762 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zöllner

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Der Zöllner , des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher den Zoll einnimmt; ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zöllner

    Goethe-Wörterbuch

    Zöllner [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zöllner

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zöllner , 1) Karl Friedrich , Männergesangskomponist, geb. 17. März 1800 zu Mittelhausen im Weimarischen, gest. 25. Sept…

  4. modern
    Dialekt
    Zöllnerm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Zöllner m. : ' für Zoll, Abgaben zuständige Amtsperson ', Zellneʳ [vereinzelt]; vgl. Zoller . a. 1701: Accisor und Zölln…

  5. Sprichwörter
    Zöllner

    Wander (Sprichwörter)

    Zöllner 1. Mer kann dem Zöllner (Mochsin) nit weher thun, mer zahlt 'm. – Tendlau, 907. Um jede Veranlassung zu willkürl…

  6. Spezial
    Zöllner

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zöll|ner m. (-s,-) 1 dazier (-s) m. 2 ‹bibl› publican (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zoellner

22 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von zoellner

zoll + -ner

zoellner leitet sich vom Lemma zoll ab mit Suffix -ner, mit Umlaut-Wechsel.

zoellner‑ als Erstglied (22 von 22)

zöllneramt

DWB

zoellner·amt

zöllneramt , n. : gib gnad, das wir gehorchen deinem suchen und auch also von böser that, auffstehn, wie S. Matheus hat, sein zöllner ampt b…

zöllnerei

DWB

zöllnerei , f. , vgl. mnd. tolnîe: Otto, der bischof von Freising .. setzte .. an die brücke über die Isar salzniederlagen und zöllnerei Zsc…

zöllnerfreund

DWB

zoellner·freund

zöllnerfreund , m. : diese hohe und reine denkart, die dem Jesus von Nazareth so oft den namen eines .. zöllner- und sünderfreundes zuzog He…

zöllnergebet

DWB

zoellner·gebet

zöllnergebet , n. : das anhaltende reumüthige zöllnergebet ist das beste mittel, sich auf diesen zeitpunkt ( das göttliche gericht ) geschic…

zöllnergesicht

DWB

zoellner·gesicht

zöllnergesicht , n. : als ich den licentbeamten erblickte, sah ich nichts als ein zöllner- und sündergesicht Musäus physiognom. reisen 4, 26…

zöllnerhäuslein

DWB

zoellner·haeuslein

zöllnerhäuslein , n. : er ... wolt den regen fliehen und in das zolnerheuslein gegen Werd fliehen chron. deutscher städte 11, 680. —

zöllnerhaus

DWB

zoellner·haus

zöllnerhaus , n. : willst du die gnadensonn, den herren Jesum sehn, so lass dies zöllner-haus, die werkstätt trüber sünden! ( lesart dazu: d…

zöllnerherkunft

DWB

zoellner·herkunft

zöllnerherkunft , f. : selbst wenn er an ihren grafenstand und seine zöllnerherkunft dachte, konnte er seinen sinn nicht ändern Zschokke 23,…

zöllnerin

DWB

zoll·n·erin

zöllnerin , f. , kaum je in eigentlichem sinne, wohl nur eine person, die gelegentlich zöllners amt versieht: ihr seid die schönste zöllneri…

zöllnerisch

DWB

zoellner·isch

zöllnerisch , adj. , adv.: nu die zolnerisch werck preyszen got und dienen aller welt Luther 10, 3, 303 ; der es ist, ..., der schlage zölln…

Zöllner, Joh. Friedr

DWBQVZ

--- briefe über Schlesien, Krakau, Wieliczka und die grafschaft Glatz. Berlin 1792 . II. ---

zöllnerlaufbahn

DWB

zoellner·laufbahn

zöllnerlaufbahn , f. : damit stimmt es, dasz ... bei den übrigen ... ihrer früheren fischer- oder zöllnerlaufbahn wenigstens nicht gedacht w…

zöllnermahl

DWB

zoellner·mahl

zöllnermahl , n. : in einem fall wie der unserige, wo die berufungsgeschichte nur als einleitung der scene ... bei dem zöllnermahle ( im eva…

zöllnernusz

DWB

zöllnernusz , f. , sicilianernusz in Altenburg Hertel 265 . —

zöllnersache

DWB

zoellner·sache

zöllnersache , f. , angelegenheit der zollbeamten: all mein antheil an der gemeinschaftlichen zöllnersache ist fruchtlos gewesen Hamann 6, 3…

zöllnerssohn

DWB

zoellner·s·sohn

zöllnerssohn , m. : der neunzehnjährige zöllnerssohn stand nun allein Zschokke 23, 7 . —

zöllnerstochter

DWB

zoellner·s·tochter

zöllnerstochter , f. , neben dem häuschen klang ein ... brunnen, an welchem die zöllnerstochter eben das gesicht gewaschen hatte Keller 7, 1…

zöllnertreue

DWB

zoellner·treue

zöllnertreue , f. : weil es, aller zöllnertreue ungeachtet, gewisz gelingen wird, die volkstracht, in zierlicheren formen, in besseren stoff…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zoellner". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zoellner/meyers?formid=Z01484
MLA
Cotta, Marcel. „zoellner". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zoellner/meyers?formid=Z01484. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zoellner". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zoellner/meyers?formid=Z01484.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
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