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Ziefer

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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6 in 5 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Ziefer Das

Bd. 5, Sp. 858b
Das Ziefer, — s, Mz. gl. ein in Geziefer und Ungeziefer noch ganz gebräuchliches Wort, welches in seiner allgemeinen Bedeutung wieder eingeführt zu werden verdient, diejenige Klasse von Thieren zu bezeichnen, welche Fühlhörner, ein Herz mit einer einzigen Kammer, ohne Herzohren, und anstatt des rothen Blutes einen weißlichen Saft haben und sich äußerlich außer den Fühlhörnern, auch durch die Luftlöcher an den Seiten des Leibes und durch die größere Anzahl der Füße, deren sie wenigstens sechs haben, von allen andern Thieren unterscheiden (Insecta). Viele derselben sind mit Flügeln von verschiedener Art und Anzahl, zwei oder vier, und mit Flügeldecken, ganzen und halben, versehen; viele sind auch ungeflügelt. Man theilt sie danach ein: 1) in solche, welche zwei Flügel und zwei ganze harte Flügeldecken (Coleoptera L.) haben, wofür man vielleicht Deckflügler, welche Benennung auch die zweite Ordnung befassen würde, oder Ganzdecker (wie Dreidecker gebildet) bilden könnte. Man rechnet dahin alle Käfer, auch die Johannsfliegen, die Erdflöhe und Ohrwürmer; 2) in solche, welche außer den eigentlichen Flügeln nur halbe Flügeldecken, und einen unter der Brust gebogenen Saugrüssel haben, wie z. B. die Grillen, Heuschrecken, Wanzen  (Hemiptera L.), wofür man vielleicht Halbdecker bilden könnte; 3) in solche, welche vier dünne bestäubte Flügel haben, wozu alle Schmetterlinge und Motten gehören und die man mit einem allgemeinen Namen Staubflügler nennen könnte (Lepidoptera L); 4) in solche, welche vier nackte, netzförmige, geäderte Flügel haben, z. B. die sogenannten Jungfern, Tagthierchen  (Neuroptera L.), welche man Netzflügler nennen könnte; 5) in solche, welche vier pergamentartige durchsichtige Flügel haben, z. B. die Bienen, Wespen, Hummeln  (Hymenoptera L.), welche man Hautflügler nennen könnte. S. Hautflügel und Hautflügelig; 6) in solche, welche zwei unbedeckte häutige Flügel und hinter denselben Schwingkölbchen haben, wozu alle Fliegen, Mücken und Bremsen gehören (Diptera L.), welche man Zweiflügler nennen könnte, ohne besorgen zu dürfen, daß man darunter auch Vögel verstehen werde, welche man, da sie nie mehr als zwei Flügel haben, wol nicht nach der Zahl der Flügel benennen wird, so wenig, als man sie durch die Benennung zweifüßige Thiere oder Zweifüßler wird bezeichnen wollen; 7) in solche, welche gar keine Flügel haben (Aptera L), und welche man Ohnflügler nennen könnte, nach der Ähnlichkeit mit andern mit ohne zusammengesetzten Wörtern. Für den allgemeinen Gebrauch ist Ziefer besser als das sammelwörtliche Geziefer, welches viele Ziefer einer Art, oder auch viele Ziefer überhaupt zusammengenommen bedeutet, und ebenfalls besser als ◎ Kerbthiere, aus dem unter diesem Worte angeführten Grunde; so auch, die damit zusammengesetzten: die Zieferkunde, die Kunde, Kenntniß von den Ziefern, die Zieferlehre, die Lehre von den Ziefern, der Zieferkenner, Zieferlehrer, zieferlehrig , welche sämmtlich besser sind, als die für dieselben Begriffe vorgeschlagenen Gezieferkunde, Gezieferlehre , welche überdies noch um eine Silbe länger sind.
3101 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ziefer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ziefer , in Geziefer und Ungeziefer, S. das letztere.

  2. modern
    Dialekt
    Ziefer

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ziefer in Geziefer, Ungeziefer .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ziefer

15 Bildungen · 9 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von ziefer

ziefern + -er

ziefer leitet sich vom Lemma ziefern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

ziefer‑ als Erstglied (9 von 9)

Zieferbeschreiber

Campe

ziefer·beschreiber

○ Der Zieferbeschreiber , — s, Mz . gl. ein Beschreiber der Ziefer, der Verfasser einer Zieferbeschreibung (Entomograph ).

Ziefer II

RhWB

Ziefer II tsī:fər Eup-Stdt m.: Porzellan (< Porzellanstadt Sèvres bei Paris); auch als Adj.: et z.ə Kaffipöttche.

Zieferkenner

Campe

ziefer·kenner

Zieferkenner , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der die Geziefer kennet, der die Gezieferkunde versteht (Entomolog ). C. Auch der Gezieferkundige…

Zieferkunde

Campe

ziefer·kunde

Zieferkunde , o. Mz . die Kunde oder Kenntniß von den Geziefern, von ihrer Natur, Lebensart, ihrem Nutzen oder Schaden ; gegenständlich ode…

Zieferlehre

Campe

ziefer·lehre

Zieferlehre , Mz. die — n . 1) S. die Gezieferkunde ; ohne Mehrzahl. 2) Eine Schrift, welche die Gezieferlehre enthält (Entomologie ). C.

Zieferlehrer

Campe

ziefer·lehrer

Zieferlehrer , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der die Gezieferlehre versteht, vorträgt, schreibt (Entomolog ). C.

Zieferlehrig

Campe

ziefer·lehrig

Zieferlehrig , adj . u. adv . zur Gezieferlehre gehörig, davon handelnd (entomologisch ). C.

Ziefersamen

RhWB

ziefer·samen

Ziefer-samen (vgl. oben Zieb-samen) tsifərs:mən Altk-Bachenbg m.: Wurmsamen, Mittel gegen Würmer; breng us der Abedek wat Z. möt.

ziefer als Zweitglied (4 von 4)

Ungeziefer

RDWB1

Ungeziefer n паразит (в значении "вредное с точки зрения несведущего человека насекомое")

geziefer

DWB

geziefer , n. , spät belegte bildung. 1 1) verschiedenartig gedeutet wird die stellung zu dem verbreiteten ungeziefer ( s. d. ). 1@a a) Jaco…

Kênnziefer

Adelung

ken·n·ziefer

Die Kênnziefer , plur. die -n, in der Mathematik, diejenige Ziefer in einem Logarithmo, welche ganze Zahlen bedeutet; mit einem Griech. Ausd…

ungeziefer

DWB

ung·e·ziefer

ungeziefer (unziefer) , n. , älter, ursprünglicher und reicher entwickelt als sein gegenstück geziefer ( vgl. ziefer). I I. herkunft, verbre…

Ableitungen von ziefer (2 von 2)

geziefer

DWB

geziefer , n. , spät belegte bildung. 1 1) verschiedenartig gedeutet wird die stellung zu dem verbreiteten ungeziefer ( s. d. ). 1@a a) Jaco…

Unziefer

Campe

Das Unziefer , — s, Mz . gl. ein schädliches oder auch nur lästiges Ziefer. S. Ungeziefer .