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ziefer

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ziefer n.

Bd. 31, Sp. 896
ziefer, n., bezeichnet kleines gethier und kleinvieh, 1) federvieh, hausgeflügel, bes. hühner, gänse und enten: (junges) z. Klein 2, 246; hungriges, zudringliches federvieh (baier. Wald) Brenner-Hartmann Bayerns maa. 2, 450; zischendes thier, gänse, enten, hühner Fulda idiotikens. 600; (oberpfälz.) Schmeller-Fr. 2, 1087; allgem. schwäb.: H. Fischer 6, 1193; trute: so, sag ich, saubers z., bist aus der revir? Schwabe tintenf. B 7b; ausnahmsweise, aber unwillen bezeigend, vom storch: was will mir das ziefer? — ist so was erhört? Mörike ges. schr. (1905) 1, 34 Göschen. 2) kleinvieh, kleinere hausthiere wie ziegen, schafe; nur diese in jungen österr. weisth.: dasz alles z., auszer den presthaften schaaf und geis, ... obiger pfändung unterlieget (tirol. 1818) 3, 247; hirten des zifers (tirol. 1818) 244; 245; zickela, ziffer und gaasa bei H. Fischer 6, 1193; ebda reiche nachweise für das schwäb.; scheltend: verdammter dachs! ich brenn dich aus mit feur und pech, du höllisches z.! Schönherr glaube u. heim.3 100; mäuse: das ziefer kommt geschwommen schnell Mörike 1, 160. 3) insecten; käfer: der ... apis ... hat ... unter der zungen eines zifers gleicheit Heyden Plin. (1565) 243; floh: Lojola, der viel ehrlich mann, hat dann disz ziefer auszgeheckt, welchs voller schant und laster steckt Jesuiter u. floh (1620) A 4a. 4) nicht erkennbare thierart: die hochtrabenden gelerten verkerten ... halten schlecht, einfeltig, fromm, grob leute etwa für ziffer und menschen bei in S. Franck sprw. (1541) 2, 163b; lassen da alle heiligen mszig sitzen, wie ein unntze zifer Fischart binenk. 207a; zifer, gezifer ungeziefer Hunziker Aarg. wb. 309. 5) übertr. scherzend oder scheltend auf lästige menschen; von einem frauenzimmer, für das nach Schmeller-Fr. 2, 1087 'ein stehender witz' frauenz. ist (s. th. 4, 1, 1, 83): dise secretarifrau ..., das lateinisch zifer, will uns in allem gleich seyn A. a s. Clara Judas 1, 549; dasz sie ein kifend zifer, ein zankteufel und geitziges weib gewesen H. C. Arend gedechtn. Albr. Dürers (1728) § 20; dim.: gelt, es (ihr) liebeuglenden ziefferl, da kan encks mAeulel schmutzn Schwabe tintenf. 37; kühnes, listiges mädchen (Augsb.) Klein 2, 246; muntere dirne v. Schmid 548; zīfer schelte gegen liederliche frauenzimmer Lexer kärnt. 265; (baier. Wald) Bayerns maa. 2, 450; so vielfach belegt bei H. Fischer 6, 1193, wo aber auch häufig z. auf eine lästige gesellschaft, schlechtes gesindel, bettelpack u. a. angewandt wird; ebenso: niederträchtige bande Martin-L. 2, 893b; liter.: nie hatte er ein freundliches wort für sie (die kinder) und auch nie ein grobes, sie waren z., wie er sagte Rosegger nixnutz. volk 195; schr. 3, 450; Stelzhamer ausgew. dicht. 2, 28. 6) z. steht in bedeutung, alter und lautgestalt dem worte geziefer (th. 4, 1, 4, 7045) gleich und darf daher nach dem muster von zelt: gezelt, zeug: gezeug als dessen kurzform gelten. wenn schon die th. 11, 3, 943 gestützte etymologie Jac. Grimms, wonach die gruppe ungeziefer, geziefer, z. aus ahd. zebar opferthier herstammt, auch z. in die nachkommenschaft einreiht, so verbietet doch das fehlen älterer belege und lautformen nach der art des mhd. ungeziber (kärnt. ziberl, s. ziebelein, steht fern) den unmittelbaren anschlusz. die augenfällige wertminderung des wortinhaltes bei geziefer und z. liesze sich zwar aus dem vollständigen umbruch des deutschen kultwesens bei der annahme des christentums einigermaszen verstehen, ist aber eher auf rechnung der tadelnden, herabsetzenden, 'improbativen' vorsilbe un- zu setzen, vgl. th. 11, 3, 943. danach wären geziefer und mit diesem auch z. erst aus ungeziefer, unziefer zurückgebildete wörter. der gefühlsbetonte gebrauch der beiden wörter geziefer und z., dessen spielraum auch das schöne gez. von th. 4, 1, 4, 7047 einschlieszt, erklärt sowohl die einschränkung auf das kleingethier der häuslichen lebensgemeinschaft wie die aufgabe der gar zu abstoszenden theilbedeutung unrath. die landschaftliche einengung des begriffes theils auf schafe und ziegen, theils auf das geflügel darf als jung gelten.
4114 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ziefer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ziefer , in Geziefer und Ungeziefer, S. das letztere.

  2. modern
    Dialekt
    Ziefer

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ziefer in Geziefer, Ungeziefer .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ziefer

15 Bildungen · 9 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von ziefer

ziefern + -er

ziefer leitet sich vom Lemma ziefern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

ziefer‑ als Erstglied (9 von 9)

Zieferbeschreiber

Campe

ziefer·beschreiber

○ Der Zieferbeschreiber , — s, Mz . gl. ein Beschreiber der Ziefer, der Verfasser einer Zieferbeschreibung (Entomograph ).

Ziefer II

RhWB

Ziefer II tsī:fər Eup-Stdt m.: Porzellan (< Porzellanstadt Sèvres bei Paris); auch als Adj.: et z.ə Kaffipöttche.

Zieferkenner

Campe

ziefer·kenner

Zieferkenner , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der die Geziefer kennet, der die Gezieferkunde versteht (Entomolog ). C. Auch der Gezieferkundige…

Zieferkunde

Campe

ziefer·kunde

Zieferkunde , o. Mz . die Kunde oder Kenntniß von den Geziefern, von ihrer Natur, Lebensart, ihrem Nutzen oder Schaden ; gegenständlich ode…

Zieferlehre

Campe

ziefer·lehre

Zieferlehre , Mz. die — n . 1) S. die Gezieferkunde ; ohne Mehrzahl. 2) Eine Schrift, welche die Gezieferlehre enthält (Entomologie ). C.

Zieferlehrer

Campe

ziefer·lehrer

Zieferlehrer , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der die Gezieferlehre versteht, vorträgt, schreibt (Entomolog ). C.

Zieferlehrig

Campe

ziefer·lehrig

Zieferlehrig , adj . u. adv . zur Gezieferlehre gehörig, davon handelnd (entomologisch ). C.

Ziefersamen

RhWB

ziefer·samen

Ziefer-samen (vgl. oben Zieb-samen) tsifərs:mən Altk-Bachenbg m.: Wurmsamen, Mittel gegen Würmer; breng us der Abedek wat Z. möt.

ziefer als Zweitglied (4 von 4)

Ungeziefer

RDWB1

Ungeziefer n паразит (в значении "вредное с точки зрения несведущего человека насекомое")

geziefer

DWB

geziefer , n. , spät belegte bildung. 1 1) verschiedenartig gedeutet wird die stellung zu dem verbreiteten ungeziefer ( s. d. ). 1@a a) Jaco…

Kênnziefer

Adelung

ken·n·ziefer

Die Kênnziefer , plur. die -n, in der Mathematik, diejenige Ziefer in einem Logarithmo, welche ganze Zahlen bedeutet; mit einem Griech. Ausd…

ungeziefer

DWB

ung·e·ziefer

ungeziefer (unziefer) , n. , älter, ursprünglicher und reicher entwickelt als sein gegenstück geziefer ( vgl. ziefer). I I. herkunft, verbre…

Ableitungen von ziefer (2 von 2)

geziefer

DWB

geziefer , n. , spät belegte bildung. 1 1) verschiedenartig gedeutet wird die stellung zu dem verbreiteten ungeziefer ( s. d. ). 1@a a) Jaco…

Unziefer

Campe

Das Unziefer , — s, Mz . gl. ein schädliches oder auch nur lästiges Ziefer. S. Ungeziefer .