Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zement m.
Zement m.
Zement m. aus Kalkstein und Ton gewonnenes, pulverförmiges Bindemittel zur Mörtel- und Betonherstellung, mhd. zīment(e), cīmente n. m., frühnhd. Cement (16. Jh., daneben i-Schreibung noch bis ins 19. Jh.), entlehnt aus gleichbed. afrz. ciment, cement m. (frz. ciment), das auf mlat. caementum, cementum, cimentum n. ‘Kalkmörtel, (gelöschter) Kalk’ beruht. Voraus geht lat. caementum (spätlat. auch cīmentum) ‘Bruchstein zum Mauern’, dann ‘zerstoßener Stein, der beim Bauen der Bindemasse beigemischt wird’ (vgl. lat. caementa marmorea ‘beim Bearbeiten des Marmors abspringende Marmorstücke als Zusatz zum Mörtel’), daher spätlat. ‘Bindemasse, Mörtel’ (zu lat. caedere ‘ab-, heraushauen, schlagen, stoßen’). Ende des 14. Jhs. erscheint ferner spätmhd. cēment, zīment n. m. in der bis ins ältere Nhd. geläufigen Bedeutung ‘Substanz zum Reinigen, Läutern, Prüfen, Veredeln von Metallen’ (entweder als Zusatz zu metallhaltigen Lösungen, um aus diesen das edlere Metall auszufällen, oder als pulverförmige Masse, die das Metall beim Brennen umgibt, vgl. Zementation für entsprechende Verfahren noch in der modernen Metallurgie), wohl in unmittelbarem Anschluß an gleichbed. mlat. caementum, cementum der Alchimistensprache (vgl. jüngeres frz. cément ‘kohlenstoffhaltiges Material, das dem Stahl beim Erhitzen Kohlenstoff zuführt und dessen Oberfläche härtet, Zementierpulver’). Die Zahnmedizin verwendet Zement n. in neuerer Zeit (seit Mitte 19. Jh.) für ‘die Zahnwurzel überziehende Schicht aus Knochengewebe, Wurzelrinde, Zahnkitt’ (vgl. gleichbed. frz. cément). – zementieren Vb. ‘mit Zement(mörtel), Beton befestigen, dauerhaft machen, mit Zement (aus)füllen, dicht machen’ (2. Hälfte 18. Jh., vgl. frühnhd. sementen ‘mit Mörtel versehen, befestigen’, Anfang 15. Jh.), zuvor schon fachsprachlich in der Bedeutung ‘Metall durch chemische Veränderung veredeln, beizen, läutern’ (2. Hälfte 15. Jh., auch cimentieren, vgl. spätmhd. zīmenten ‘beizen, scheiden, reinigen’, Ende 14. Jh.), dazu Zementierer m. ‘Metallscheider’ (2. Hälfte 16. Jh., vgl. frühnhd. Zymenter, 15. Jh.).