Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zeitung f.
Zeitung f.
Zeitung f. ‘regelmäßig erscheinende Druckschrift mit aktuellen Nachrichten und Berichten’, spätmhd. (westmd.) zīdung, zīding ‘Kunde, Nachricht, Botschaft’ (Ende 14. Jh.), frühnhd. tzijdong, czitunge (15. Jh.), Zeitung (16. Jh.), wohl am Niederrhein entstanden mit anlautendem hd. z- nach mnd. tīdinge, tīdink ‘Ereignis, Nachricht’, mnl. tīdinghe, nl. tijding; vgl. auch aengl. tīdung ‘(Bericht über ein) Ereignis, Nachricht’, engl. tidings (Plur. oder Sing.) ‘Neuigkeit(en), Nachricht(en), Botschaft, Kunde’. Es handelt sich wahrscheinlich um Bildungen im Sinne von ‘Vorkommnis’ zu mnd. tīden ‘sich wohin begeben, zu etw. eilen, etw. begehren, nach etw. streben’, aengl. tīdan ‘geschehen, vorkommen’; vgl. auch anord. tīðr ‘geschehend, üblich, bekannt’ mit tīðask ‘üblich, gebräuchlich sein’ und tīðendi (Plur.) ‘Neuigkeit, Nachricht, Begebenheit’, dän. tidende ‘Nachricht, Zeitung’ (während schwed. tidning ‘Zeitung’ über älteres tīdhing ‘Kunde, Nachricht, Neuigkeit’ aus mnd. tīdinge entlehnt ist). Die Wortgruppe kann zu dem unter Zeit (s. d.) behandelten Substantiv gestellt werden. Die Bedeutung ‘Kunde von einem Geschehen, mündlich überbrachte Neuigkeit’ geht über in ‘schriftlicher oder gedruckter Bericht’ (im 16. Jh. oft in Titeln von Flugschriften; vgl. auch newe zeytung, 1502, für einzelne Empfänger bestimmte Beilagen zu Briefen, die diese wegen ihres allgemein interessierenden Inhalts vervielfältigten bzw. druckten). Danach ist Zeitung die regelmäßig erscheinende und Neuigkeiten enthaltende Druckschrift (zuerst 1609 als Wochenschrift).