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zahnen

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zahnen verb.

Bd. 31, Sp. 161
[]zahnen, zähnen, verb. zu zahn. 11) zähne bekommen, ahd. (er) zanta, dentes ei orti sunt Graff 5, 685, präteritum einer ja-bildung, deren eigentlicher sinn ist: zähne hervorbringen, nhd. zänen, zän herausz lassen, dentire Dasypodius, dentes emittere Calepin (1570) 411, Stieler 2596, zähnen, dentire Schottel 1446, daneben das zanen, zanwachsen, dentitio Maaler 512b, zahnen, zähne bekommen, dentire Frisch 2, 463c, Adelung, Campe, heute in diesem sinne allein schriftgemäsz, auch mundartlich so Hügel 192b, Seiler 323a, Martin-Lienhart 2, 906a, Follmann 553a, Meisinger 209a, Hertel thür. sprachsch. 262, nd. tānen Bauer-Collitz 103a: das kind beginnet zu zänen, dentes puero nasci incipiunt Stieler 2596; da wir eine krankengeschichte jener unglücklich zahnenden person erwarten können Göthe IV 13, 118, 5 Weim.; so launisch, wie ein kind das zahnt IV 1, 170, 3. von thieren: derselbe hat lehrreiche beobachtungen über die verschiedenen arten elephanten und ihr zahnen angestellt Oken 7, 1167. das zahnen der kinder galt in der älteren medizin und gilt volksmäszig noch heute als ursache mancher krankheiten, daher nähere bestimmungen gleich den folgenden: wenn er nicht etwa über die brust zahnt Görres br. 1, 249; els. dis kind zahnt durchs brüstel, bei luftröhrenentzündung, durch die glieder, bei gliederschmerzen, durichs büchel, bei durchfall, was als günstig erscheint Martin-Lienhart 2, 906a. mittel zur erleichterung des zahnens: eschen von den gebranten hundszänen ... mit butter die bilderen gesalbet, macht one schmertzen zanen Gesner thierb. (1563) 88a; die wolffs zäne eynem kleynen kinde angebunden ... befördern trefflich das zanen Sebiz 261; excellenz sind's gewesen, der vor fünfzig jahren einer lebendigen maus den kopf abgebissen haben, den Julie G. im ledernen säckel am halse tragen sollte, damit sie leichter 'zahnen' möchte Holtei erz. schr. 38, 102, vgl. myth. (1835) anhg. xc, 581 und Germ. 20, 349, 15 (Niederösterreich); man soll einem kinde mit dem wasser, aus welchem ein kreuzschnabel getrunken hat, die sog. zahnpillen (das zahnfleisch) einreiben, damit dasselbe leichter zahne Blaas in der Germ. 20, 352, 58 (Wien). zahnen in wortspielen: disz waren sein eingefaszte und angehenckte wolffszän zum zanen und zännen (s. dies unten) Garg. 197 neudr.; man hält die zeit, da die mädchen anfangen zu zehnen (13, 14 jahre alt werden), ... für gefährlicher als die, da sie anfangen zu zahnen Lichtenberg Hogarth. kupferst. 2, 11. bildlich: sie nennen daher gern denker ungläubige und heterodoxe wölfe, deren zähne glätten und zahnen helfen J. Paul 11/14, 278 Hempel; Sterne ist am unglücklichen vermehren der satiren schuld, bei dessen erscheinung alle kinder unserer schönen geister zu zahnen anfingen grönld. proc. 6. der inf. substantiviert, das zänen, herfürwachsung der zänen Calepin (1570) 411, das zahnen, dentitio Frisch 2, 463c, das zahnen der kinder Nemnigh lex. nosol.: es ist ein sehr hübscher aufsatz über das schwere zahnen der kinder darinn Göthe IV 11, 182, 2 Weim.; zu den seltensten fällen gehört das sogenannte dritte zahnen Sömmerring 2, 95; jetzt leidet er etwas am zahnen L. Schücking an A. v. Droste in den briefen beider 344; sie läszt ... dir sagen, der husten des jungen und die bräuneartigen zufälle Mariechens hingen lediglich mit dem zahnen zusammen Bismarck br. a. s. brt. 184. bildlich: schienen gedachte ich zu produziren für etwanige gefährliche brüche zwischen fürst und volk; ächtenglische zahnperlen oder wolfszähne, vor dem zahnen desselben, d. h. vor den wahlen anzuwenden Gaudy 8, 167. 22) mit zähnen versehen. als verbum finitum naturgemäsz kaum anders als in bezug auf zahnähnliches, nach zahn II, 2, d und f: ein rad, einen kamm zahnen Adelung, zähnen Campe. meist im part. praet., schon mhd. gezanet und gezendet neben der adjectivbildung gezan Lexer mhd. hdwb. 1, 1000, nhd. auch schon früh mit und ohne umlaut bezeugt. dem eigentlichen sinne von zahn entsprechend: (der königsvogel) hât ainen snabel wol gezendet Megenberg 185, 8; ein grabstein ..., auf welchem das bild des todes mit stark gezahnten kiefern ausgehauen war Storm werke 7 (1899), 200; [] so ist jeglicher mund (eines thieres) geschickt die speise zu fassen, welche dem körper gebührt, es sei nun schwächlich und zahnlos oder mächtig der kiefer gezahnt Göthe 3, 89 Weim.; bildlich: ich bin ... ein abkömmling des sogenannten grammatischen hundes, des gezähnten humanisten Scioppius, deutsch Schoppe J. Paul Tit. 1, 22. häufiger in bezug auf zahnähnliches. von andern theilen des animalischen körpers: die hörner waren gezant als segen Hartlieb Alexander 149b; die krebs ... haben auch ein jederer zwen arm mit gezännten scheren Heyden Plinius (1565) 372; unt wie eʒ (ein thier) in den welden stæt' unbildet mit einem horne, daʒ eʒ treit. gelîch den sagen, in sîner stirne vorne ... gezanet ze beiden sîten scharf minnes. 2, 379a Hagen. in der botanik: denticulati pili, gezähnte haare, die auf einer seite wie mit kleinen zähnchen besetzt sind Dietrich lex. d. gärtnerei u. botanik 3, 589; mentha dentata, gezähnte münze ... die blätter sind ... am rande sägeförmig gezähnt 6, 104. von theilen der unbelebten natur: kalksinter, in dem das abflieszende wasser sich weite, flache bassins bildet, deren ränder alle seltsam gezahnt ... erscheinen Ritter erdkunde 3, 667; erhöhungen (am sonnenrande): welche ... andere mit unbeweglichen, gezahnten, rothen flammen verglichen Humboldt kosmos 3, 389. in der baukunst, mit vorsprüngen, zinnen versehen: die vier thürmchen traten an den vier ecken des mauerwerks von werkstücken heraus, auch ein gezähnter gang zwischen ihnen war zur bessern vertheidigung hinaus gebaut Arnim kronenw. 1, 11. 33) ahd. zanôn, mit den zähnen fassen, kauen, nagen, zerreiszen Graff 5, 685, neben zenden (*zandjan), beiszen 686 und der gleichbedeutenden weiterbildung zanigôn ebenda, mhd. frühnhd. zanen, kauen Lexer mhd. hdwb. 3, 1027; die fressind hüner und hanen, sinds nit gsoten, so müends (müssen sie) dran zanen Liliencron hist. volksl. 1, 553 (nr. 121), 7 (von 1468); bildlich: ich mag nun nümmer an dir zanen fastnsp. 844, 24 Keller. daneben zanegen Lexer a. a. o. noch später mundartlich zanen, zanigen, mit den zähnen nagen, kauen, reiszen Schmeller 2 2, 1126/27. ebenso nd. tanen, nagen Schiller-Lübben 4, 509b, etwas zähes kauen, durch die zähne ziehen, bildlich einen verkleinern Strodtmann 241. 44) durch zähne, zahnartige vorsprünge einfügen, frühnhd.: und der ain (bruch) ist nach dem sinn ainer segen in ainander gezent Braunschweig chir. (1539) 102a. reflexiv, bildlich: das alt und nuw testament, dieselben zanent sich gantz ineinander Keisersberg post. 3, 24b bei Schmidt els. wb. 434b. vgl. einzahnen, verzahnen. 55) besondere technische gebrauchsarten, die sich wohl von 2) aus entwickelt haben. 5@aa) eine figur zahnen, bei den bildhauern, sie mit dem zahneisen (vgl. zahneisen 2 oben) bearbeiten Adelung, zähnen Campe. 5@bb) in der heraldik ist gezahnt oder gezähnelt (vgl.zähneln oben) soviel als: mit sehr kleinen spitzen besetzt, getheilt, gespalten Querfurth wb. d. heraldischen terminologie 54. 5@cc) gezahntes eisen, bei den eisenarbeitern, kraus geschmiedetes (vgl. zahneisen 4 oben) Adelung, das eisen zähnen. vgl. dazu auch zainen. 66) sieh weiter zannen, zännen unten.
7369 Zeichen · 146 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zahnen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zahnen , verb. regul. welches auf gedoppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, die erste…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zahnen

    Goethe-Wörterbuch

    zahnen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zahnen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB za h ne n [tsânə Banzenh. Su. Hlkr. M. Dü. Bf. Str. Hf. ; tsônə K. Ingenh. Furchhsn. ] Zähne bekommen. …

  4. Sprichwörter
    Zahnen

    Wander (Sprichwörter)

    Zahnen 1. Froh tannen, froh andern. – Kern, 56. Frühes Zahnen und frühes Verlieren der Zähne werden als Vorboten frühen …

  5. Spezial
    zahnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    zah|nen vb.intr. (bei Kindern) ciafé dënz.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zahnen

15 Bildungen · 3 Erstglied · 9 Zweitglied · 3 Ableitungen

zahnen‑ als Erstglied (3 von 3)

Zahnen der Kinder

Meyers

Zahnen der Kinder ( Dentitio ), die Entwickelung der Zähne, sowohl der Milchzähne ( erstes Z.) als der bleibenden Zähne ( zweites Z.), an un…

zahnentwicklung

DWB

zahn·entwicklung

zahnentwicklung , f. : eine erscheinung, wozu es nur noch ein einziges beyspiel gibt, nehmlich das hirschgeweih, welches übrigens auch in an…

zahnen als Zweitglied (9 von 9)

abzahnen

DWB

abzahnen , dentitionem absolvere: das kind hat schon abgezahnt; der koller, sowol der stille als der rasende, kommt bei den pferden vor dem …

anzahnen

MeckWBN

Wossidia anzahnen anfeilen: de Sag' anzahnen Sta Stargard@Feldberg Feldb . Zu Tähn.

auszahnen

DWB

aus·zahnen

auszahnen , desinere dentire: das kind hat jetzt ausgezahnt, bekommt keine zähne mehr; so haben sie grosz hitz vom zanwee, ehe sie auszanen.…

Bezahnen

Campe

Х Bezahnen , v. trs. mit Zähnen versehen; gewöhnlicher bloß zahnen. Das Bezahnen. Die Bezahnung.

einzahnen

DWB

einz·ahnen

einzahnen , dentare, zähne einschneiden. auch für inserere: nach meinem tod so wird ich gesetzt werden zu einem houbt in dem tempel, ich wir…

entzahnen

DWB

ent·zahnen

entzahnen , dentibus privare, nnl. onttanden: entzahnte kiefer schnattern. Göthe 2, 69 ; eine entzahnte matrone. Hippel 1, 132 .

us zahnen

ElsWB

us za h ne n alle Zähne haben Su.

verzahnen

DWB

ver·zahnen

verzahnen , vb. , schon ahd. belegt: laciniosis farzanoten, firzanoten, firzonoten, firzanotun, firzanitin, uirzanoten, gizerrot ahd. gl. 1,…

Ableitungen von zahnen (3 von 3)

Bezahnen

Campe

Х Bezahnen , v. trs. mit Zähnen versehen; gewöhnlicher bloß zahnen. Das Bezahnen. Die Bezahnung.

entzahnen

DWB

entzahnen , dentibus privare, nnl. onttanden: entzahnte kiefer schnattern. Göthe 2, 69 ; eine entzahnte matrone. Hippel 1, 132 .

verzahnen

DWB

verzahnen , vb. , schon ahd. belegt: laciniosis farzanoten, firzanoten, firzonoten, firzanotun, firzanitin, uirzanoten, gizerrot ahd. gl. 1,…