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wuhr

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wuhr n.

Bd. 30, Sp. 1750
wuhr, n. (selten m.), wuhr(e), f., damm, wehr, graben, teich; dehnstufige, nur obd. bezeugte bildung zur idg. wurzel er- 'verschlieszen, bedecken', auch 'durch verschlieszen schützen, retten, abwehren' Walde-Pokorny 1, 282, vgl.wehr, n., teil 14, 1, 1, sp. 196f.; ahd. uuori, wori clausura (10. jh.) ahd. gl. 3, 628, 30; re cadaduppa (12. jh.) ebda 3, 630, 33, hier vermutlich fem., vgl. wuorin Schwabenspiegel (s. u. 1 b); städtechron. 8, 85 anm. 1; mhd. wuore, wüere, f., wuor, wüer, m., f., n.das wort ist in den heutigen mundarten überwiegend neutrum, so in Schwaben, im Elsasz und in der Schweiz, doch kennen diese gebiete auch vereinzeltes femin., das in der zweisilbigen form wuore, wüere für Wien, Kärnten, Tirol und Gottschee bezeugt ist. selten ist das maskul. (Schweiz), das bei Schmeller-Frommann 2, 980 ohne das neutrum, aber neben dem femin. verzeichnet wird. neben würe steht auch wör(e), s. Höfer Österr. 2, 306; Veith bergwb. 566. ganz vereinzelt begegnet eine form wuhl: bis über das wuehl am wägelinweiher (1674) bei Fischer schwäb. 6, 968. — wuhr, seit dem 9. jh. bezeugt, findet sich seit dem 13. jh. in obd. quellen in zunehmendem masze. 11) damm am oder im wasser. 1@aa) staudamm in flieszendem wasser zum aufhalten oder ableiten des wassers: und brachent den von Raperswil ir wuor ab von der statt und nament inen das wasser (1436) H. Fründ chron. 213 Kind; wöllicher ain wüer macht uber halbe wasser, der ist umb das wandl zwen und sibenzig pfenning (Steiermark 16. jh.) österr. weist. 6, 109; wo sich aber wiehr oder schwell funten, dardurch aber das waszer genommen, und die es nicht weck thuen wolten noch rinnen lassen, so mügen si dasselb abgraben und fuder hacken (ca. 1560) ebda 9, 835; ob es sich aber zuetrueg dasz die wöhr bräch und dasz dorf ohne wasser wäre (1724) ebda 7, 205; einst baute der biber an unsern flüssen seine wunderbaren wuhre und wohnungen Tschudi Alpenwelt (1858) 132. in redensartlicher wendung: swig du verschamter bub man sol dich wegen als ain schub vnd für ain wur legen da dich nieman müg erwegen liedersaal 2, 332 Laszberg. 1@bb) schutzdamm an fluszufern oder gewässern; agger ein wuor vmb einen weyer oder sunst flüssz vnd wasser, darmit vnnd es nit auszbreche in die vmbligenden güter Frisius dict. (1556) 63a; septa ein wuor, das ist ein auffgeworffen bort vnd verschlecht für wasser gemacht, das es nit mit schaden auszbräche, es seye von ärden, holtz oder anderem ebda 1202a; choma ein wuor am wasser, das es nicht einbreche Orsäus nomencl. meth. (1623) 178: kumpt aber diu fluot, und wirt daz wazzer als grôz, daz ez die wuore hin brichet, ... swer denn die wuorîn niht hilft bûwen, der hât verworht sô getân erbe, als er an der wuorîn het Schwabenspiegel 416, 35 Wackernagel; wer in der Wienn vischt, das der niemant schadn sol tun bei tag oder bei nacht mit frid ausprechn oder an der wür ... und ob er bei der nacht die wurzen aus der wur reutet, so sol in die herschaft nach gnaden pessern (ca. 1450) österr. weist. 7, 760; und befestigte den gantzen Rhein von da an, da sich Retien anfängt, bisz an das oceanische meer mit grossen wühren und schütten Werlichius augspurg. chron. (1595) 80; die weeg und wüer ... sollen allesambt ... zwischen ostern und pfingsten zu machen schuldig sein (Steierm. 17. jh.) österr. weist. 6, 369; sie bauen an unseren kanälen und bachbetten, wuhren und dämmen Federer berge u. menschen (1911) 50. 1@cc) damm, deich an see oder meer: der seestett halben laut unser kuntschafft ouch der ewern gleich, der starck gott würd diesem mehr auch seinen tammen und wuor setzen (1542) Ambr. Blaurer briefw. 2, 663 Schiesz; an dem orth da das meer gestadt oder wuor, so den see vnnd das meer scheidet, ein lucken hat Xylander Polybius (1574) 407; zu Luciviceno ... kan man auch nicht gleich mit den schiffen durchfahren, die weil ein starck wuhr von holtz daselbst gebawen Schickhart v. Herrenberg beschr. e. reise (1602) 152; die weil ein starcke wuhr von holtz daselst gebawet, welches verhütet, dasz der canaal ... sich nicht ins meer auszlähre theatrum machinarum (1614) 6, 84. 1@dd) querdamm in einem festungsgraben, s. Fäsch kriegslex. (1735) 60a. 22) das gestaute, von einem wuhr eingefaszte wasser. 2@aa) teich, mühlteich: anno 1527 ... hat ein rath die undere wühr lassen auszschöpfen chron. d. st. Eger 84 Gradl; die schaffernackmül, den weyer und wuor bei derselben mül Knebel chron. v. Kaisheim 145 lit. ver. 2@bb) künstlich angelegter wasserlauf, zuleitungsgraben für mühlen; wour alueus Diefenbach nov. gl. 18b: so süln wir uns üben unde machen gruoben und von dem wage ein wuor, do daz wasser rinne dur; dem volgent denne die vischelin bis in die selben gruoben hin Walther v. Rheinau Marienleben 96, 37 Keller; darumb ... sol ouch der müller das wur zwingen, das es unschedlich sy ane geverde (kt. Zürich 1347) Grimm weist. 1, 36; di würe paitenthalb umb di stat ze vischen sol verpoten sein (Mühldorf 2. hälfte d. 14. jhs.) städtechron. 15, 401; er sol ouch ..., wenn das notdurftig ist, alle abelosz, tich und wur ... besehen (15. jh.) Straszb. polizeiverordn. 381 Brucker; es soll auch hinfuran kain mull, schmidten, sag, stampf oder anders, so wasserlaitung oder wüer haben muesz, auf der gemain gesezt oder gepaut werden one vergunstigung und zuegeben der herrschaft (Tirol 16. jh.) österr. weist. 5, 703; (die Murck) fuort vnder der statt hinweg den müllibach oder das wuor, so auf die ysenschmitten gehet Stumpf Schweizerchron. (1606) 437a; als er die wuhren und gräben gehörig in stand gesetzt, ... konnte er einen groszen theil der hausmatte wieder wässern J. Gotthelf ges. schr. (1855) 19, 68. 33) im bergbau: alle ... neu- und alt erbaute und unerbaute gruben ... samt allen bergwerks-gebäuen, hammer und hüttwerch, kohlbarn, schmidten, clausen, wuhren, wasserwerken (1608) Lori slg. d. baier. bergrechts (1764) 433b; (1552) ebda 282b; man erkennt sie (die massen) in den ausgelaugten wöhren (sinkwerken im salzbergbau) sehr leicht L. v. Buch ges. schr. (1867) 1, 249. dazu vgl.: wöhre ... die zu einem sinkwerke gehörige verdämmung Veith bergwörterb. (1870) 566. 44) zusammensetzungen:
6179 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wuhr

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Die Wuhr , plur. die -en, ein provinzielles Wort, welches in manchen Gegenden für das Wehr, oder Wasserwehr gebraucht …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wuhr

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wuhr , in der Schweiz soviel wie (Wasser-) Wehr, auch Bühne.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wuhr

23 Bildungen · 22 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

wuhr‑ als Erstglied (22 von 22)

wuhrbach

DWB

wuhr·bach

wuhrbach , m. : wen ainer jaget auf unsers herrn wiltpann oder füschet auf unsers herrn länn oder wüerpäch (2. hälfte d. 16. jhs. ) österr. …

wuhrbrett

DWB

wuhr·brett

-brett , n. : brett, das in die wueren geschlagen wird, um das wasser rechts oder links zu leiten schweiz. id. 5, 911;

wuhrdamm

DWB

wuhr·damm

-damm , m. : agger wurtamm Junius (1567) 414 a ; mit stangen, hacken und schaufeln eilen sie auf die wuhrdämme, um die aufstauungen möglichs…

wuhren

DWB

wuhren , vb. , ein wuhr errichten, mit einem wuhr versehen; aggerem iacere wuoren oder ein wuor machen Frisius dict. (1556) 63 a . 1 1) eine…

wuhressen

DWB

wuhr·essen

-essen , n. : jährliche mahlzeit der über die wasserbauten (wuere) gesetzten kommission ( Baselstadt ) schweiz. id. 1, 528;

wuhrfach

DWB

wuhr·fach

-fach , n. : wer die wurfach ( var. wierfach, wührfach) bei dem markt zu rechter zeit nit macht (16. jh. ) österr. weist. 7, 8;

wuhrgatter

DWB

wuhr·gatter

-gatter , n. : gatter auf den wuhren ..., um das hinüberklettern zu verhindern Fäsch kriegslex. (1735) 1015 b ;

wuhrgraben

DWB

wuhr·graben

-graben , m. , wassergraben, s. wuhr 2 b: ob des stegs mitsambt dem vischwasser in dem wuergraben (1487) urk. u. reg. z. gesch. Göttweigs 3,…

wuhrknecht

DWB

wuhr·knecht

-knecht , m. : ein jeder bruckmeister und wuerknecht sollen einen leiblichen eid zu gott und allen hailigen schweren (1616) stadtr. v. Neuen…

wuhrrodel

DWB

wuhr·rodel

-rodel , m. , ' verzeichnis der personen, die an einem wuhr zu arbeiten haben ' ebda 6, 615;

wuhrschlag

DWB

wuhr·schlag

-schlag , m. : alle di wierschleg haben bei dem wasser ( anf. 15. jh. ) österr. weist. 7, 366; das ain ( fischwasser ) höbt sich zu Gressenp…

wuhrschnitz

DWB

wuhr·schnitz

-schnitz , m. , ' abgabe zur erhaltung der fluszwuhren ' schweiz. id. 9, 1418;

wuhrstecken

DWB

wuhr·stecken

-stecken , m. : wer kreiter oder würstecken abschlegt ... (17. jh. ) österr. weist. 8, 629;

wuhrstein

DWB

wuhr·stein

-stein , m. : die cyklopischen wuhrsteine, die es ( das bachbett ) abdämmen Tschudi Alpenwelt (1858) 28 ;

wuhrvogt

DWB

wuhr·vogt

-vogt , m. ' aufseher über die Rheindämme ' schweiz. id. 1, 710;

wuhrwelle

DWB

wuhr·welle

-welle , f. : aber was bemüh ich mein gut schiflin länger zwischen disen klippen, wär jagen vnnd würwellen vmbzutreiben, ich will eben so me…

wuhrwiese

DWB

wuhr·wiese

-wiese , f. : und waz darzu gehört: dez ersten die stuk die man nempt die wuorwisen (1373) urkundenb. d. st. Heiligkreuztal 1, 493.

Ableitungen von wuhr (1 von 1)

verwuhren

DWB

verwuhren , vb. , mit einem damm versehen, zu wuhr ' staudamm ' ( s. d. ): der bach ... sölle nit verwuret, ouch unuffgehalten uff die müli …

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Cotta, M. (2026). „wuhr". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wuhr/dwb?formid=W27657
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Cotta, Marcel. „wuhr". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wuhr/dwb?formid=W27657. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wuhr". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wuhr/dwb?formid=W27657.
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