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Wittum

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Wittum n.

Wittum n.

Wittum n. historische Bezeichnung für die (aus dem germanischen Recht hervorgegangene) ‘Brautgabe’, danach auch ‘Witwenvermögen’, ferner ‘Vermögensleistung an die Kirche’, ahd. widamo m. (9. Jh.), mhd. widem(e), widen m. f. ‘Gabe des Bräutigams (zuweilen auch des Brautvaters) an die Braut bei der Eheschließung’ (ursprünglich der dem Brautvater zu entrichtende Kaufpreis), ‘Dotierung einer Kirche, eines Klosters, besonders in Form von Grundstücken, das einer Pfarrkirche gestiftete Grundstück, besonders der Pfarrhof’, mnd. wēdem(e), wēme, afries. wetma, witma, mnl. wēdeme, wēdem, wēdom, aengl. wituma ‘Brautgabe’, vgl. asächs. wiðumlīk ‘zur Mitgift gehörig’. Das germ. Rechtswort ist verwandt mit griech. hédnon (ἕδνον), meist im Plur. hédna (ἕδνα) ‘Brautgaben, Mitgift, Hochzeitsgeschenke’, vielleicht auch mit aruss. věno, russ. (älter) véno (вено) ‘Mitgift, Zahlung für die Braut’. Es handelt sich um Bildungen mit dem Suffix ie. -meno-, -mono- bzw. (schwundstufig) -mno-, so daß sich ie. *u̯edmon- (für westgerm. *witmōn), *u̯edno- (für das Griech.) und (langvokalisch) *u̯ēdno- (für das Slaw.) ‘Kaufpreis für die Braut’ annehmen läßt. Weiter sind vergleichbar aind. vadhū́ḥ ‘Braut, junge Frau’, awest. υαδū- ‘Weib, Frau’, air. fedid ‘führt, geht, trägt, bringt’, lit. vèsti ‘leiten, führen, heiraten (vom Mann)’, aslaw. vesti, russ. vestí (вести) ‘führen’ (vgl. aruss. voditi ženu ‘eine Frau heiraten’), sämtlich Bildungen zur Wurzel ie. *u̯edh- bzw. (vor Nasal) *u̯ed- ‘führen, heimführen, heiraten (vom Mann)’. Im Dt. treten im 15./16. Jh. Formen mit auslautendem -b/ -p auf (widemb, widemp) und durch Anlehnung an das Kompositionssuffix -tum (s. d.) widumb, widump, widum; danach (mit verändertem Dental) Widdumb, Widdum, Wittumb, seit dem 17. Jh. in Anlehnung an Witwe die heute allein geltende Form Wittum ‘Witwenvermögen’ mit Übergang zum neutralen Genus. Für die nur im Dt., Nl. und Afries. bezeugte kirchenrechtliche Verwendung ‘Begabung einer Kirche oder eines kirchlichen Herrn durch die weltliche Herrschaft’ wird seit dem 17. Jh. die alte Wortform Widem sprachüblich. S. auch widmen.
2104 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wittumn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    wittum , n. , vereinzelt für witwentum ( sp. 856) durch dessen vermischung mit wittum ' was der witwe gehört ' ( sp. 831…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wittum

    Goethe-Wörterbuch

    Wittum [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wittum

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wittum , im alten deutschen Recht ursprünglich der vom Bräutigam an den Geschlechtsvormund der Braut zu bezahlende Kaufp…

  4. modern
    Dialekt
    Wittumm., n., f.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wittum m., n., f. : 1. 'Vorbehaltgut (Ländereien) nach der Erbteilung', Widdem (widəm) [lothr. SWPf], Wirrem (wirəm) [ I…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wittum

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von wittum

wit + -tum

wittum leitet sich vom Lemma wit ab mit Suffix -tum.

wittum‑ als Erstglied (19 von 19)

Wittumgut

SHW

Wittum-gut Band 6, Spalte 625-626

Wittumhof

SHW

Wittum-hof Band 6, Spalte 625-626

Wittumhohl

SHW

Wittum-hohl Band 6, Spalte 625-626

Wittumhube

SHW

Wittum-hube Band 6, Spalte 625-626

Wittumweg

SHW

Wittum-weg Band 6, Spalte 625-626

Wittum(s)+acker

PfWB

wittum·sacker

Wittum(s) + -acker m. : ehem. FlN. a. 1609: unden an dem Widdumbacker [SpeyHochst. A. 388 IV,2 (LA-Impfl)]. —

wittumscheuer

DWB

wittum·scheuer

-scheuer , f. , zum kirchlichen hof gehörige scheune, s. Fischer schwäb. 6, 3412 ; so weidt, alss der wegh breidt ist zwischen den beiden ge…

wittumsfall

DWB

wittum·s·fall

-fall , m. , eintreten der verwitwung: wenn es ( das einer witwe hinterlassene ) nicht in baarschaft, sondern in renten und einkünften beste…

wittumsgeld

DWB

wittum·s·geld

-geld , n. , im sinne von witwenpension: der herzog hatte seiner gemahlin ... 3000 thaler jährliche witthumsgelder ... verschrieben allg. dt…

Wittum(s)gut

PfWB

wittum·s·gut

Wittum(s)-gut n. : 'kirchlicher Grundbesitz'. a. 1601-1629: Item mehr 30 maltr 1 qrt korn von den verliehenen Pfarr- oder widdumbsgüettern […

Wittum(s)hof

PfWB

wittum·s·hof

Wittum(s)-hof m. : FlN, mda. de Widdumshoof [G. Lipps: Die FlN von Einöd. Saarbrücken 1962 S. 39]. a. 1547: von dem Stein des Pfarhers widom…

Wittum(s)hube

PfWB

wittum·s·hube

Wittum(s)-hube f. : = Wittumsgut . a. 1311: Darzu die wydemhobe gantz vnd den cleinen zehenden albedalle [OttbgUrkb. 305]. —

wittumspalais

DWB

wittum·s·palais

-palais , n. , bezeichnung des palais der herzogin Anna Amalia, in welchem sie von 1774 bis 1807 wohnte, s. Wilh. Bode damals in Weimar (191…

Wittum(s)recht

PfWB

wittum·s·recht

Wittum(s)-recht n. : 'auf ein Wittum 1 bezogenes Recht'. a. 1319: des sie von widemen rechte oder von anderme rechte hatte [OttbgUrkb. 325].…

wittumsschlosz

DWB

-schlosz , n. : wittumsschlosz sedes dotalis, arx dotalitia Stieler stammb. (1691) 1842 . —

wittumsstand

DWB

wittum·s·stand

-stand , m. , stand dessen, der auf dem ihm von dem verstorbenen ehepartner zurückgelassenen grund lebt: wen aber das letzt ehemensch, esz s…

wittumsstuhl

DWB

wittum·s·stuhl

-stuhl , m. , sitz der witwe auf dem ihr hinterlassenen grundstück, symbolisch: witthumbstuhl, s. Bauer-Collitz Waldeck. 182 ; wedemstul, s.…

wittumsverschreibung

DWB

wittum·s·verschreibung

-verschreibung , f. , aussetzung eines wittums ( o. A): darauf wir gesagt, dass wir irer wittumsverschreibung und gestalt und gelegenheit de…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „wittum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wittum/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „wittum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wittum/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wittum". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wittum/pfeifer_etym.
BibTeX
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