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widerstreben

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
16 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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26
Verweise raus
26

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

widerstreben

widerstreben

streben Vb. ‘auf eine körperliche oder geistige Vorwärtsbewegung gerichtet sein, seine Bemühungen auf etw. richten, wonach trachten’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte schwache Verb ahd. streben, strebōn ‘sich regen, bewegen’ (11. Jh.), mhd. streben (md. auch streven) ‘sich heftig bewegen, zappeln, Widerstand leisten, sich aufrichten, abmühen, kämpfen, starren, steif sein, strotzen’, mnd. strēven ‘zappeln, sich bewegen, sich bemühen, starr in eine Richtung weisen, sich auflehnen’, mnl. strēven ‘nach etw. trachten, sich widersetzen’, nl. streven steht deverbativ neben einem resthaft belegten gleichbed. stark flektierenden Verb mhd. *strīben (vgl. bezeugtes strep, gestreben) und wahrscheinlich nl. (älter) strijven ‘streben, streiten’. Verwandt ist das Adjektiv mnd. strif ‘angespannt, steif, starr’, stref ‘straffgespannt, fest angezogen (von Sehnen), starr, steif’. Vergleichbar ist griech. striphnós (στριφνός) ‘dicht, fest, hart’, so daß auf eine Labialerweiterung ie. *strē̌ibh- der unter starren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ zurückgegangen werden kann. Möglicherweise sind im Verb streben zwei ursprünglich getrennte, wenn auch zu einer Wurzel gehörende Bildungen zusammengefallen, die sich in älterer Zeit nach ihren Bedeutungen trennen lassen; einmal ‘starren, steif sein, emporragen’ (bis 15. Jh.), dem Adjektiv mnd. strif, stref (s. oben) nahestehend, zum anderen ‘(sich) regen, bewegen’ auf ein ursprünglich räumliches Ziel zu, auch gegen Widerstand, bereits früh (mhd. beginnend) übertragen auf Gedanken und willensbestimmte Handlungen. – Strebe f. ‘Stützpfeiler, Querbalken’ (16. Jh.), anfangs ‘schräge Neigung von Wand- und Mauerflächen’; vgl. mhd. widerstrebe ‘Widerstand’. verstreben Vb. ‘mit Stützbalken versehen’ (19. Jh.), von Strebe abgeleitet. Unabhängig davon mhd. verstreben ‘strebend überwinden’. Strebebogen m. ‘bogenförmige Stütze’ (16. Jh.), in gotischen Kirchen ‘frei schwebender Bogen, der den Schub vom Mittelschiff zu den Strebepfeilern des Seitenschiffs herableitet’ (19. Jh.). Strebepfeiler m. ‘Stützpfeiler’ (15. Jh.). Streber m. ‘wer sich um ein Ziel bemüht’ (18. Jh.), meist abschätzig ‘Ehrgeizling’, vor allem in der Schülersprache (19. Jh.), älter ‘(Wider)streiter’ (16. Jh.). strebsam Adj. ‘beharrlich und fleißig ein Ziel verfolgend’ (Anfang 19. Jh.). zielstrebig Adj. ‘sich um ein bestimmtes Ziel bemühend, zweckgerichtet’ (19. Jh.). widerstreben Vb. ‘Widerstand leisten, sich sträuben, zuwider sein’, mhd. widerstreben.
2512 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    widerstrëbenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    widerstrëben stn. Er. 6348. Megb. 43,2. 494,28. âne widerstreben Teichn. 63. 105. vgl. Bartsch über Karlm. 349.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wíderstrében

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wíderstrében , verb. regul. neutr. mit dem Hülfsworte haben, ich widerstrébe, widerstrébt, sich bestreben, eine Handlung…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    widerstreben

    Goethe-Wörterbuch

    widerstreben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. Sprichwörter
    Widerstreben

    Wander (Sprichwörter)

    Widerstreben Widerstreb nit dem offenbaren. – Hauer, Kij. (S. Stadtkundig.)

  5. Spezial
    widerstreben

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    widerstreben сопротивляться; противиться / воспротивиться; артачиться / заартачиться разг. ; не соглашаться / не согласи…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit widerstreben

2 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von widerstreben 2 Komponenten

wider+streben

widerstreben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

widerstreben‑ als Erstglied (1 von 1)

widerstrebende

KöblerMhd

widerstrebende , (Part. Präs.=)sw. M. nhd. Widerstrebender Q.: DvAPat (1250-1272) (FB widerstrebende) E.: s. widerstreben (1) W.: nhd. DW- L…

widerstreben als Zweitglied (1 von 1)

dāwiderstreben

KöblerMhd

dāwider·streben

dāwiderstreben , sw. V. nhd. widerstreben Q.: Enik (um 1272) (FB dāwider streben) E.: s. dāwider, streben W.: s. nhd. widerstreben, sw. V., …

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APA
Cotta, M. (2026). „widerstreben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/widerstreben/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „widerstreben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/widerstreben/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „widerstreben". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/widerstreben/pfeifer_etym.
BibTeX
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