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wetteifer

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wetteifer m.

Bd. 29, Sp. 685
wetteifer, m. , 'das eifrige bestreben, es dem andern zuvor zu thun' Adelung 5 (1786) 191; nur vereinzelt auch 'nacheifer, das bestreben, es ihm gleich zu thun' ebda, vgl. dazu 'ämulation nacheiferung, wetteifer' Kinderling reinigk. d. dt. spr. (1795) 230 und wetteifern 2. seit dem 17. jh. nachweisbar, aber erst seit der zweiten hälfte des 18. jhs. häufig gebraucht. 11) im vorstellungsgehalt überwiegt die gegeneinander gerichtete bemühung, das rivalisierende streben; bisweilen auch abwertend in verbindung mit neid, ehrsucht, streit u. dgl.: wider den neid oder wetteyfer (gedruckt welteyfer) lasse er (der minister) keine empfindlichkeit noch gegenwehr spühren Butschky Pathmos (1677) 959; auch der wetteifer verschiedner provinzen gegen einander kann nicht anders, als diesen zweck (die humanität) befördern Herder 17, 26 S.; der gegenseitige streit und wetteifer beider theile konnte zwar über die hauptgegenstände der uneinigkeit zu keinem fortschritte ... führen Fr. Schlegel s. w. (1846) 2, 36; alle, die dasselbe geschäft treiben, sollen sich als eins ansehen, und das vollkommenste soll erstrebt werden ohne wetteifer und neid Schleiermacher s. w. (1834) I 12, 479; und recht klar ist nur eines in ihr wegen der herrschaft des zornartigen, nämlich wetteifer und ehrsucht ders., Plato (1804) 6, 411. 22) zur bezeichnung eines emotionellen ergriffenseins: die kranzflechterin in Athen, Glycera, setzte den blumenmahler Pausias in wetteifer Herder 22, 135 S.; damals lebte zu Athen Themistocles, der mann, welchen als jüngling die marathonischen siegeszeichen vor wetteifer nicht schlafen liessen J. v. Müller s. w. (1810) 1, 135; ein anderer ... Engländer ... ward ... zu einer art von wetteifer entzündet, der etwas höchst phantastisches an sich trägt Ranke s. w. 14 (1875) 299; und nun bricht ein wetteifer aus, welche nation es der andern an grausamkeit zuvorthäte H. Grimm Michelangelo (1890) 2, 17. 33) von der bemühung, einander in der leistung, im eifer, im vorbildlichen verhalten u. dgl. zu überbieten; die vorstellung der rivalität ist noch deutlich, tritt jedoch allgemein gegenüber dem meist positiv gewerteten streben zurück: weil er (Cyrus) wol wuste, dasz, wenn die leute in dem lobe und in der gnade keinen unterscheid verspühren, alsdenn gar kein tugendhaffter wetteifer (gedr. welt-) unter ihnen glimme; wenn man aber einen fürtrefflichen mann fürtrefflich conditioniert sehe, so erwecke solches bey allen eine begier und lust zu tapfferem verhalten Francisci lufftkreis (1680) 132; eine tochter des pfarrers ... wurde ihr zugegeben, ... einen wetteifer im lernen zu erregen S. v. la Roche frl. v. Sternheim (1771) 1, 66; er werde die ehre haben, ... ein assaut general oder wetteifer in der fechtkunst anzustellen Nicolai reise d. Deutschl. u. d. Schweiz (1783) 4, 622; die künstler munterten sich wechselweise durch einen rühmlichen wetteifer auf K. Ph. Moritz reisen eines Deutschen in Italien (1786) 2, 173; es entstand, wie es denn zu gehen pflegt, eine art von wetteifer, und jeder suchte es dem andern zuvor zu thun in erzählung der unglaublichen dinge, die durch englische maschinen geleistet werden Schubert verm. schr. (1823) 1, 217; du klettertest mir mit jugendlichem muthe voran, um mich in der kühnheit zu übertreffen, und mein wetteifer vermehrte sich mit deiner geschicklichkeit Tieck schr. (1828) 6, 335; da werden sie den kampf der staaten in fortwährendem wetteifer fürs wohl der menschheit begriffen sehen Bettine dies buch geh. d. könig (1843) 2, 336; auf der schule mag man in bestimmten fristen die kraft der schüler öffentlich versuchen, weil daraus edler wetteifer entspringt J. Grimm kl. schr. (1864) 1, 238; während des langen schweren krieges um Schleswig thut sich ein wetteifer der aufopferung in allen ständen kund Dahlmann gesch. v. Dännemark (1840) 3, 242; mut galt natürlich über alles: die kunst den kriegerischen wetteifer und den corpsgeist anzufachen, ... übte Cäsar mit unerreichter meisterschaft Mommsen m. gesch. 3 (1866) 361; wie man durch ein system von belohnungen etwa den wetteifer der schützen entzünden ... könne Meinecke Boyen (1896) 1, 65. 44) bei der darstellung wirtschaftlicher und soziologischer verhältnisse im sinne von 'konkurrenz, wettbewerb': concorrenza das mitwerben, die mitbewerbung, wetteifer, streit um vorzug Jagemann it.-ted. (1803) 275; dadurch entstand ein für die künste und das handwerk heilsamer wetteifer M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 3, 179; das schöne schauspiel eines friedlichen wetteifers, wie er dem handel angemessen ist, ... ward schon im jahre 1789 von der spanischen regierung gestört J. G. Forster s. schr. (1843) 4, 62; an die stelle einer zunftlehre trat ... die freiheit der individuellen meinung und forschung, der rege wetteifer der kräfte und talente Jhering geist d.m. rechts (1852) 2, 2, 433; was ihr noch an selbstständigkeit abgeht, wird sie (die zeitung) im wetteifer mit den andern wohl noch zu erlangen wissen Görres ges. schr. (1854) 2, 7; der wetteifer dicht an einander gedrängter städtischer märkte Nitzsch dt. studien (1879) 182. 55) das gemeinsam erstrebte ziel und die gemeinsame tätigkeit beherrschen den vorstellungsgehalt: ein volk unterrichtet das andere und zündet seinen wetteifer an; ... so bildet sich endlich langsamer oder schneller, der geist aller völker Sturz schr. (1779) 2, 112; da verschwindet alle rücksicht auf unterschiede der meinungen, des ranges, des standes, ... tugend macht gleich und vereint zum friedlichsten wetteifer Herder 23, 60 S.; der freye, aber sittsame anstand seiner bedienten, die munterkeit, die genauigkeit, der wetteifer, womit sie ihre pflichten erfüllten Wieland Agathon (1766) 2, 312; dieser rühmliche wetteifer liegt tief in seiner seele, und ist die folge eines gewissen gemeinschaftlichen gefühls, welches diesem stande eigen ist J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 116; dort finde man nicht nur die nötigen vorbilder für alle arten der kunstübung, sondern auch den lehrreichen wetteifer vieler mitstrebenden G. Keller ges. w. 2 (1894) 99.
6084 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêtteifer

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Wêtteifer , der -s, plur. car. der Eifer um die Wette, d. i. das eifrige Bestreben, es dem andern zuvor zu thun wie …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wetteifer

    Goethe-Wörterbuch

    Wetteifer [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wetteifer

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von wetteifer

wetteifern + -er

wetteifer leitet sich vom Lemma wetteifern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von wetteifer 2 Komponenten

wette+ifer

wetteifer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wetteifer‑ als Erstglied (2 von 2)

wetteiferer

DWB

wett·eiferer

wetteiferer , m. , gegner, rivale: den Wesselini verhetzten sie wider den Töckli ..., so dasz sich auch dieser, aus furcht einer überfallung…

wetteiferung

DWB

wetteifer·ung

-eiferung , f. : l'émulation, la concurrence, la rivalité Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1040 b . wie wetteifern 1: wir leben ... in einem reg…