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weinstein

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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22
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13

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weinstein m.

Bd. 28, Sp. 992
weinstein, m. , mhd. wînstein (etwa seit dem 13. jahrh.) mhd. wb. 2, 2, 617a, Lexer 3, 913; mnd. wînstên Schiller-Lübben 5, 733a, mndl. wijnsteen Verwijs-Verdam 9, 2, 2504; als lehnwort aus dem deutschen im schwedischen, vgl. Helquist 11, 27a und im dänischen, vgl. Falk-Torp 2, 1381. in heutigen maa. allgemein verbreitet. 11) 'saures, weinsaures kalium, das als hauptbestandteil des rohweinsteins sich während der gärung und lagerung des weins an den wandungen der gefäsze abscheidet'; zur sache vgl. Muspratt chemie4 9, 502 und Fehling neues hdwb. d. chemie (1926) 9, 987. vgl. winstein tartarus ahd. gl. 3, 545, 36 (13. jh.); 3, 532, 27 (14. jh.); winstein, wijnsteen tartarus (nd. 15. jahrh.) Diefenbach gl. 574a; heffen oder drussen, proprie weynstein tartarus gemma gemmarum (1508) B 4a; weinstein cremor tartari Corvinus fons. lat. (1671) 389: nimm weinsteyn, das sein die dörren weintrusen, welche sich an tauben in weinfässern und nicht am boden anhencken ... von gutem starckem wein Sebiz feldbau (1508) 395; für den grind. nim grünen vitriol, saltz, weisze nieszwurz, ... schwebel, lorber, weinstein O. Gäbelkover artzneybuch (1595) 43b; so ist er (der wein) lauter und hat sein weinstein gesetzt und macht weiter keinen mehr Paracelsus opera (1616) 289a Huser; die lamellen des feinen weinsteins, die sich, besonders von rotem französischen weine, in den bouteillen anlegen, glänzen von den schönsten farben Göthe II 1, 194 W.; in der poetischen literatur selten: in mir (Bacchus) wechst fruchtbarlich allein die heffen und guter weinstein, das alls den menschen kompt zu nutz Hans Sachs 4, 250 K.; verfault ist längst das holz der dauben, der weinstein schuf dem wein ein fasz Göthe 15, 19 W.; übertragen und im vergleich: (Egmont) ich mache ihr (der regentin) viel zu schaffen, weil sie hinter meinem betragen immer geheimnisse sucht und ich keine habe. (Clärchen) so gar keine? (Egmont) eh nun! einen kleinen hinterhalt hat jeder. jeder wein setzt weinstein in den fässern an mit der zeit Göthe 8, 241 W.; wie das wasser kalk absetzt, der wein hefen und weinstein, so hat jede religion zu jeder zeit erzählungen, legenden abgesetzt D. Fr. Strausz ges. w. 1, 250. sprichwörtlich: weinstein im magen haben 'ein groszer säufer sein' vgl. E. Friedli Bärndütsch 5, 463; Fischer schwäb. 6, 1, 628. 22) selten und heute ungebräuchlich für andere kalkartige niederschläge, besonders für den zahnstein, vgl. weinstein ... limositas dentium Stieler stammb. (1691) 2140; der weinstein an den zähnen calculus salivalis vulgo tartarus dentium Nemnich lex. d. naturgesch. (1793) 1, 754; 'zahnstein, ... fälschlich weinstein genannt, ein kalkartiger niederschlag auf den zähnen Villaret hdwb. d. ges. medizin (1891) 2, 993a: es uberzeugt sie (die zähne) auch etwa ein erharter schleim, den wir weinstein nennen Wirsung artzneybuch (1588) 196b; ich zweifle nicht, dasz sie uns nächstens den weinstein von ihren zähnen als tropfstein aus den gräbern der deutschen heldenwelt produzieren Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 429. — vgl. noch: 'weinstein ... ist nach Paracelsi lehre eine steinigte art in allen gewächsen, ... welches, so es in der dauung nicht zerstöhret wird, dasz es durch die natürlichen gänge wieder fortgehe, in dem menschlichen leibe zu einem gift, zur wurzel aller kranckheiten, und die rechte terra maledicta mird' Noel Chomel öcon. phys. lex. (1750) 4, 2310. — diese kunst (aus weinstein bildwerke zu verfertigen) hat ein Toskaner ... erfunden, und den weinstein, welchen das wasser der bäder ... absetzt, auf diese art benutzt neues rhein. konversationslex. (1830) 12, 176. 33) in älterer sprache vereinzelt für den kern der weintraube und den traubenkamm: weinstain arillus Diefenbach gl. 48a; der kern von beerinen, als weinstein, oder sunst von anderen beerinen Frisius dict. (1556) 889a; winsteyn, racemus (md. 15. jahrh.) Diefenbach gl. 482b; vgl. noch Fischer schwäb. 6, 1, 628. —
3978 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weinstein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Weinstein , des -es, plur. inusit. das mit Kalkerde vermischte Salz des Weines, welches sich in den Weinfässern in G…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weinstein

    Goethe-Wörterbuch

    Weinstein [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weinstein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weinstein , lat. tartarus , das bei der Weingährung an den Wänden der Fässer sich absetzende doppeltweinsaure Kali, durc…

  4. modern
    Dialekt
    Weinsteinm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wein-stein m. : 1. 'Kristalle der Weinsäure als Ablagerung in Faß und Flasche', -stääⁿ , -staaⁿ , -steeⁿ , s. Stein [man…

  5. Sprichwörter
    Weinstein

    Wander (Sprichwörter)

    Weinstein Es hat sich schon Weinstein in ihm angesetzt. »Ihr Pantzen riecht allzeit nur nach Wein, der Weinstain hat sic…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weinstein

17 Bildungen · 14 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von weinstein 2 Komponenten

wein+stein

weinstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weinstein‑ als Erstglied (14 von 14)

Weinsteinauflösung

Campe

weinstein·aufloesung

Die Weinsteinauflösung , Mz. — en . 1) Die Handlung, da man den Weinstein in Wasser  auflöset; ohne Mehrzahl. 2) Der in Wasser  aufgelöste…

Weinsteingeist

Campe

weinstein·geist

Der Weinsteingeist , — es, Mz . u. eine saure, wässerige, scharf riechende Flüssigkeit, welche man bei einer gewissen Behandlung des Weinste…

Weinsteinöl

Campe

weinstein·oel

Das Weinsteinöl , — es, Mz . u. ein brenzlichtes, anfangs dünnflüssiges und gelbes, zuletzt dickes und schwarzbraunes stinkendes Öl, welches…

Weinsteinprobe

Campe

weinstein·probe

Die Weinsteinprobe , Mz. — n . 1) Eine Probe von Weinstein, die Beschaffenheit desselben daran zu erkennen. 2) Eine Probe, welche man mit Fa…

Weinsteinpulver

Campe

weinstein·pulver

Das Weinsteinpulver , — s, Mz . gl. gepülverter Weinsteinrahm, welchen man auch niederschlagendes Pulver nennt.

Weinsteinrahm

Adelung

weinstein·rahm

Der Weinsteinrahm , des -es, plur. inusit. das gereinigte Salz des Weinsteines, Cremor Tartari, welches auch saures Weinsteinsalz, und Weins…

weinsteinsäure

DWB

weinstein·saeure

weinsteinsäure , f. , 1) die ältere vom entdecker Scheele eingeführte bezeichnung für die zunächst aus dem weinstein gewonnene säure, für di…

Weinsteinsalz

Adelung

weinstein·salz

Das Weinsteinsalz , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, das durch Calciniren aus dem Weinsteine bereitete feuerbeständige Lan…

Weinsteinsauer

Campe

weinstein·sauer

Weinsteinsauer , adj . u. adv . in der Scheidekunst, mit Weinsteinsäure verbunden. Weinsteinsaures Ammonssalz (Ammoniacum tartaricum ). Wein…

weinstein als Zweitglied (3 von 3)

Eisenweinstein

Adelung

eisenwein·stein

Der Eisenweinstein , des -es, plur. inus. ein in Weinsteinsäure aufgelösetes und daraus niedergeschlagenes Eisen.

schweinstein

DWB

schwein·stein

schweinstein , m. name des stinksteins, lapis suillus; auch eine bezoarart. Adelung. Nemnich 1, 605 .