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weinkauf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weinkauf m.

Bd. 28, Sp. 944
weinkauf, m. mhd. wînkouf mhd. wb. 1, 867b; Lexer 3, 908; Haltaus 1 (1758) 2057f.; Scherz-Oberlin 2 (1784) 1972f., mhd. nd. wînkôp Schiller-Lübben 5, 728 f., mnl. wijncoop Verdam 693a, nnl. wijnkoop, n. viinkjøb. AA. entspr. den versch. bed. von kauf (th. 5. 315ff.) ist w. stets möglich als 'preis des weins', 'handel mit wein', 'einkauf von wein': wînkouf ûf dem lande oder ûf dem markt zu Würzburg polizeigesetzb. bischofs Otto v. Wolfskehl (Würzb. 1343) § 4 Ruland; darumb tuon wir in den satz chunt, das sich unser puriger darnach rihten mit irem weinchauffe stadtrecht v. München 287 Auer; die köngischen taler künftig in weinkauf umb anderthalb und zweinzig batzen nemmen zu lassen Würtemb. landtagsakten 2, 2, 344 (1603); darnach sich in wein-kauff und -verkauff zu richten Hohberg georg. cur. 1 (1682) 130. diese niemals häufigen gebrauchsweisen in den wbb. von Schwan 2 (1783) 1023; Adelung; Campe; Heinsius. der fast nur hier gangbare plur. bedeutet 'weingeschäfte': die weinkäufe im Rheingau werden meistenteils durch vermittelung des kommissionärs zustande gebracht E. Kayser weinbau (1906) 37. BB. fest geworden ist weinkauf wie lei(t)kauf (th. 6, 693. 739) in der bed. 'trunk oder schmaus' zu bestätigung oder feier eines kauf- oder tauschgeschäfts (bes. um liegenschaften und vieh), eines vertrags oder verlöbnisses. hier steht es als wort des südwestens, westens und nordens dem wenig jüngeren, wesentlich bair.-östr. und ostmd. leitkauf gegenüber. die begriffsbestimmungen sind (wie bei rechtswörtern gern) schon früh gut: weinkauff, nummi bibales, sumtus vini in contrahendo negotio consumti Th. Haym jur. lex. (1738) 1328; ausführlicher Jacobsson 8 (1795) 172a. B@11) in umschreibungen erscheint die sache seit 1218: ostendi hanc scippinam et sicut moris est galedam vini ibi biberunt omnes, ut testimonium et recordationem facte rei perhiberentur urk. v. Churwalden schweiz. geschichtforscher 1, 488; ad confirmationem igitur omnium premissorum fratres vinum testimoniale dederunt sollempniter urk. v. kloster Eberbach 1243 bei F. J. Bodmann rheing. alterth. 2 (1819) 662; sus sluoger si im in die hant. nâch guotem wîne wart gesant: den trunken si Stricker Amis 2135 Lambel; du (der wein) machest stæte manigen kouf weinschwelg 121. das wort selbst scheint nicht vor 1256 aufzutreten, zuerst in Hessen und Westfalen: villanis in Hole, qui wînkouf biberunt, vulgare jus, quod lantsidelenrecht dicitur, faciet H. B. Wenck hess. landesgesch. 3 nr. 141; (bei einem verzicht) presentes fuerunt testes, qui ob evidenciam premissorum biberunt vinum, quod vulgariter dicitur wînkôp westf. urk.-b. 3 nr. 920 (1272). landschaftlich ist es bis heute weit verbreitet: wîchauf schweiz. id. 3, 167; els. winkauf Martin - Lienhart 1, 426; schwäb. weikaof, -gof H. Fischer 6, 619 f.; fränk. winkoff Schmeller 2, 927; oberhess. wenngoff, -guff Crecelius 901; thür. wînkef Hertel 256; wald. wînkaup Bauer-Collitz 112; altmärk. wînkôp Danneil 247. B@22) die rechtsgeschichtliche auffassung des weinkaufs ist umstritten: H. Brunner d. rechtsgesch. 2 (1892) 392; Eug. Huber schweiz. priv.-recht 4 (1893) 833. 850 f.; Amira gött. gel. anz. 1896, 205; J. Grimm rechtsalt. 1 (1899) 264; R. Schröder lb. d. d. rechtsgesch.6 (1922) 92. 326. 396. B@2@aa) einhellig geht man von der arrha aus, die den kauf festigt und unwiderruflich macht. sofern sie der empfänger zu frommen zwecken verwendet, wird sie zum gottespfennig, wenn er sie mit freunden vertrinkt, zum weinkauf. sinngemäsz stehen die versch. ausdrücke nebeneinander: so we so deme anderen gift des hileghen gheystes penninch up enen koop oder up en lovede, dat is also stede alse he hebbe den litkop (1348: winkop) gegheven a. lüb. recht 306 Hach; haben meine herren die ... erbrhenten zu Noeten ... acquirirt, darfur ime zallen lassen 320 ½ thl. ... gotzheller 10 a.; weinkauff 3 g. 18 a. urk. beitr. z. gesch. d. st. Münstereifel 1, 191 Scheins (1617); arra/ein weinkouff oder pfant oder ein gotzpfenning gemma gemm. (Straszb. 1508) b 4d; arra, arrhabo / gadesgelt, wynkop, hafftpenning, pandtschillinck Chyträus (Rostock 1594) 462. B@2@bb) es liegt im wesen des w., dasz er dem käufer verloren geht, falls er vom kauf zurücktritt: so weinkauff oder ein gotzheller ... auff den kauff gegeben were: will dann der kauffer abtretten, soll er verlieszen den auszgegeben w. oder gotzheller d. stat Worms reformation (1513) 57a; entspr. vollst. slg. d. württ. gesetze 4, 297 (1567); württ. zehendordn. (1650) G. er wird bei gericht hinterlegt, wenn ein dritter das rechtsgeschäft anficht: (ein heimkehrender erbe, der sein gut verkauft findet, soll) den w. hinter das recht legen und solches darnach rechtlich ... austragen weisth. 3, 551 (Lohr 1552). tritt der verkäufer zurück, so wird der käufer durch bes. gesetz vor schaden bewahrt: doch das sy dem B. allen costen mit dem wynkouff, werchen und anderm ... widerumb bezalind Höngger meiergerichtsurt. 54, 31 Stutz; der verköuffer ... (soll) dem käuffer den w. oder die empfangene arrham doppelt herauszzugeben und zuerstatten verbunden sein bad. landrecht (1622) 4, 8. B@2@cc) bei gröszeren käufen wird der betrag des w. ausdrücklich festgelegt, so zuerst im fruchthandel: item in junio (1426) emfangen 13 leste terwen (weizen) ... hieruff ungeld (spesen): winkouff 2 schilling 2 pfennig, toll 3 schilling handelsrechn. d. d. ordens 487 Sattler; (ausgaben:) x schillinge als Ludewig zu zweyn malen gen Frideberg nach dem habern (bei einem haferkauf für die stadt) verczerte. item vj schillinge gab er davon zu winkeuffe Frankfurts reichskorr. 2, 52 Janssen. entspr. beim viehhandel: da wards (das pferd) von etlichen beschritten, bedrabt, besehn und auch beritten. zum schlafftrunck handeltens von sachen, wie sie den weinkauff wolten machen Waldis Esopus 2, 89 Kurz, beim kauf von liegenschaften: wo dan mir decretirt worden, dasz ich dem M. alsz khäuffer seine ausgegebenen 180 fl. nebst dem weinkhauff erlegen solle, ich dan possession im Gaiszbach von der spitelbühnd habe oder nemmen solle F. C. v. Grimmelshausen (1711) zs. f. bücherfr. 1910, 68. die summen sind unter umständen beträchtlich: de wynkopp schal syn twe hundert gulden urk. Oldenburg 1486 bei Schiller-Lübben 5, 729a. seit dem 17. jahrh. werden sie in hundertsätzen des preises ausgedrückt: w. der accinszen musz ieder pfachter von iedem hondert einen zahlen urk. beitr. z. gesch. d. st. Münstereifel 1, 307 Scheins (1665); wir können uns 10 pro cent zum weinkaufe von dem neuen käufer bedingen J. Möser patr. phant. 2, 100. die entwicklung im kleinverkehr führt w. in die nähe des trinkgelds: 30 hll. umb 3 masz wins dem floszer zu winkauf, der latten bracht K. Bücher Frankf. berufswb. 45b (1413); entspr. Bluntschli staats- und rechtsgesch. v. Zürich 2 (1839) 269f. B@33) die sprachliche bed. von w. wird bestimmt durch sinn und schicksal der beiden worthälften. B@3@aa) kauf in w. bedeutet (wie auch in hand-, leit-, markt-, reu- und unterkauf, s. d.) 'kaufmittel, preis', das hat vor R. Hildebrand (th. 5, 319) schon Phillips richtig gesehen: gel. anz. hgg. von mitgl. der bair. akad. 1844 nr. 76 sp. 611. gelehrte, die vor ihm von der heute gangbarsten bed. des wortes kauf ausgingen, muszten sich (wie Westenrieder 1816, 661) wundern, dasz es nicht vielmehr kaufwein heisze (das in alem. chaufwîn thatsächlich vorhanden ist). Mone zs. f. gesch. d. Oberrh. 19 (1866) 269 wollte von mlat. vinicopium ausgehen, das er irrig aus vini copiam facere herleitete, während es aus wînkôp gebildet ist. B@3@bb) dasz wein zum w. getrunken wird, ist selten ausdrücklich bezeugt: sehs schilling heller ze winkouf umb ein viertel wins monum. hohenbergica 492 (1360). im alten weinland versteht es sich von selbst und tritt höchstens in begrenzenden bestimmungen zutage: sol man mit namen nit mer winkoufs machen uff baid sitten danne vier mosz wins ungeverlich zs. f. gesch. d. Oberrh. 15, 144 (Wimpfen 1404); entspr. weisth. 3, 772 (Bacharach 1498), oder wo ein bes. guter wein vereinbart wird: wöllend wir ein trunck malfasier thuon, darbey einen w. beschlieszen Wickram 2, 245 Bolte. im bierland wird kaum je wein genannt: mwestf. wînkôp 'wein, der bei verkäufen getrunken wird' Woeste 325. hier tritt, wie mnd. bêrkôp Schiller-Lübben 1, 248 f. und wînkopesbêr 5, 729 bezeugen, bier neben den wein: 3 mark gegeven her M., do he dede de wynkope, vor wyn und beer staatsbürgerl. mag. hgg. v. Falck 9, 463 (1471), oder ersetzt ihn ganz: do geve wy em 1 gr. tho bere tho wynkOepe brem. jahrb. 2, 273; entspr. Westphalen mon. inedita 1 (1739) 2032f. zum trunk tritt schon 1339 der schmaus: wen wer den winkope doeit, schal men de tafeln decken unde geven veer richte brem. jahrb. 2, 503 (1339); pro vinicopio solle h. burgemeister ... iedem herrn des rhatts 1 q. guten virren weins und 1 weiszbrot uffm rhattshausz hergeben urk. beitr. z. gesch. d. st. Münstereifel 1, 441 (1683) Scheins. seltsam eine als trockener w. bezeichnete sachleistung: ahnstatt truckenen w. solle ein new gut gebünn uf den speicher machen laszen und einen guten yseren stubenoffen kauffen; fur naszen w. den herren eine gute portion weins das. 1, 442 (1683). B@3@cc) wesentlich für den w. ist, dasz dabei die zeugen unentgeltlich mittrinken: (wilde leute sitzen beim wein, einer verkauft dem teufel seine seele:) ich gibe siu dir umbe ein pfunt. dô sprach er: sô wil ich siu haben, und zalte ime die pfennige und gap in den wînkouf. und dô sie getrunken ... Germ. 3, 412. darum halten ländliche kreise nam. beim viehhandel daran fest: die bawern kommen auch zuhauff und halten gern ein weinkauff eins ochsen halben, der zeucht wol, bisz das sie werden vol und tol Er. Alberus praec. mor. (1562) D 2b; sie fanden schon viele leute, die am freitrunk des weinkaufs teilnehmen wollten B. Auerbach 2, 135; schwinnswînkef Hertel Salz. (1893) 50. es ist der einzige anlasz, bei dem auch der enthaltsame einmal zu einem trunk kommt: (ein weib) verhiesz kein wein zuo trincken, es wer dan das sie etwas het kaufft oder verkaufft, so wolt sie den w. zuo trincken uszgenumen haben Pauli schimpf u. ernst 191 Bolte. so wird der w. zur ausgiebigen zecherei und erwünschten causa bibendi: es dörffte einen zimlichen schmausz da setzen, vornemblich weil sie schon vier masz w. zum besten hatten Grimmelshausen 2, 416 Keller; darum hatte er die Sonne gekauft, sich beim weinkaufe der unbändigen trinklust hingegeben Auerbach dorfgesch. 4, 274. behörden schreiten ein: ist demnach unser ernstlicher bevelhe, das hinfuro sollich weinhandlunge vermitten und auch des worts w. nit gedacht werde oberrhein. stadtr. 1, 1, 44 (Wertheim vor 1528), sittenrichter urtheilen ab: alsbald schluogen sy einandern den kauff zuo. do waren von stund an gesellen, die druncken den w., damit der tausch bestetigt ward, wie man dann im Elses ein sunderen bösen brauch hatt Wickram 3, 75 Bolte, zumal auf alem. boden: Moscherosch insomn. cura (1643) 111 ndr.; H. J. Leu eidgen. stadt- und landrecht 3 (1730) 384. vereinzelt bleibt demgegenüber ein empfehlendes wort für den ehrwürdigen brauch: bei uns Deutschen war es ja so lange herkömmlich, dasz ein trunk jedes geschäft abschlosz, und es gab keine verlobung, keinen handel und kein pactum, das nicht ein w. begleitete Gervinus hist. schr. 7 (1838) 175; es ist von je der brauch gewesen, dasz man w. macht bei einem guten handel Gotthelf 17, 250. B@44) hier immer handelte es sich um kauf und verkauf. von dieser seiner häufigsten und sprachnothwendig ursprünglichen verwendung ist w. übertragen auf miethe und verlöbnisz. B@4@aa) beim abschlusz von mieths verhältnissen wird der arbeitnehmer durch den w. zum empfänger einer gegenleistung, die ihn an seinen vertrag bindet: Eug. Huber schweiz. privatr. 4 (1893) 833. zurücktreten nach dem w. wird als vertragsbruch geahndet: welh burger ... ainen knecht oder mägt dingot und den winkouf git, wölt denn der selb kneht ... ane urloub von ir herschaft gieng und den winkof wider gebe, so sol ... der selb knecht ... ain jar von der stat sin württemb. gesch.-quellen 8, 75 (Ulm vor 1376); wel ene knecht of maget wint, ende se die wynkop ontfangen, soe sind se schuldich to denen fries. rechtsqu. 270 § 10 Richthofen. werden handwerker derart verpflichtet, so wird der w. zum abgegrenzten trinkgeld: item Koken 1 gr. tho wyncope, do wy myt eme vordroghen umme den muschelenkallik tho vorende brem. jahrb. 2, 277; dem meilre dat hospitaill zu maillen 9 m., zu winkouf 4 s. urk. beitr. z. gesch. d. st. Münstereifel 1, 145 Scheins, so wol stets in neuerer zeit: wienkoop heiszt (in Ravensburg) jedes geld, das auf die hand gegeben wird, als bey mietung einer magd, eines hauses Klein prov.-wb. 2 (1792) 232. ein trunk bleibt der w. zwischen bauherrn und gewerken: ich komme aus einem wirthshausz, da ich ihnen den w., von einem hausz das ich bawen lassen will, bezahlt habe Martin parlement (1637) 167, sowie zwischen meister, gesell und lehrling: wie er in nun het angenommen, des lohns halb uberein warn kommen, zum weinkauff gab er vier masz wein Waldis Es. 2, 181 Kurz; wann einer ein lehrknecht dinget, sollen zween unpartheisch meister bei dem wein khauff sein, disem oberzelltenn allem zu gezeügnusz württ. jahrb. 1875 II 204 (Rottweil 1566). auf nd. gebiet wird der w. in seltsamer umkehr von dem arbeitnehmer gespendet: wan ein lehrjunge von einem meister angenomen wirt, soll er alsbalt der frawen einen gebürlichen winkauf nach altem gebrauch geben, womit also der eine an den andern verbunden Krumbholtz gewerbe d. st. Münster 419 (1631); der wein- oder leihkauf, welchen das (schiffs-) volk bei annehmung gegeben, wird ihnen jetzo wiederum geschenket Zorgdrager grönl. fischerei (1723) 409; entspr. J. Möser 1 (1774) 167. sinngemäsz ist diese richtung des w. bei freilassung von hörigen: dat wy hebben vryg gelaten unsen vulschuldighen eghenen knecht vor enen mogeliken wynekoep Oldenburger urk. von 1481 bei Schiller-Lübben 5, 729. tritt auch hier ablösung ein, so wird der w. zur nachlaszabgabe beim tod des hörigen: der hauptmann ... zog ... bey der einführung des erben eine erkenntlichkeit, welche jetzt die auffahrt oder der w. genannt wird J. Möser patr. phant. 2, 105; entspr. 2, 112. B@4@bb) aus der hauptbed. 'bestätigung eines vertrags durch trunk' verengt ist die bed. 'verlöbnisz', zuerst in Frankfurt a. M. 1526: hat eyn lutherischer prediger ... eyner witfrauen ... dochter zu der ee genommen und den winkauf mit danzen und springen gedrunken W. Königstein tageb. 106, gebucht zuerst in der Wetterau 1540: convivium ante nuptias / der herrlich weinkauff Alberus S 2a. nachmals greift der ausdruck weiter nach osten und süden: soll, ob er ... uxorirt hab, w. getrunken Amrhein ref.-gesch. mitteilungen aus Würzburg 52 (1566); sponsalia, dona ante nuptias data / versprechen, handstreicher, winckauff Frischlin nomencl. (1594) 346; entspr. Dannhawer cat.-milch 3, 289; ped. schulfuchs (1673) 31. hauptgebiet bleiben doch Frankfurt a. M.: zs. f. d. kulturgesch. 1 (1856) 65; Agyrtas grillenvertr. (1670) 127; Estor rechtsgelahrt. 3 (1767) 1422, Rheingau: der tag der verlobung, die man ... auch handstreich oder w. nannte Riehl nat.-gesch. d. volks 3, 239, und Westerwald: zs. des vereins f. volksk. 13, 382. von da in den wbb.: Kehrein nass. 446; Crecelius oberhess. 901; Bauer-Collitz 112. B@55) übertragener gebrauch findet sich zuerst um 1295 am bad. Oberrhein, vom pakt mit sünde und teufel, der tod und höllenstrafe einbringt: angest grôʒ unde zitter mac wol der sünder haben: wîp, man, juncfrowen, knaben getrunkin hânt den wînkouf. eʒ ist ein gemein louf. ôwê daʒ ich in ie getrank, des ist mîn froude iemer crank. den wînkouf lieʒ ich gerne varn Hugo v. Langenstein Mart. 318 Keller. entspr. ist das. 214, 101 und 275, 26 der tod der vertragsgegner, dem der sünder durch w. unentrinnbar verfallen ist. nach Hugos vorbild braucht früh im 14. jahrh. das gedicht v. d. lebens nichtigkeit (Lassbergs lieders. 3, 574, 72) w. vom verhältnisz zu sündenfall und erbsünde, doch auch noch im 16. jahrh. von der todgeweihten menschheit: welcher aber klagt über ein menschen, das er gestorben sey, der klagt darüber, das er ein mensch gewesen ist: sy haben all ein w. getruncken M. Herr sittl. zuchtb. (1536) 126a; entspr. Waldis Es. 1, 315 Kurz; Wickram 4, 152 Bolte. hier mündet der übertragene in sprichwörtlichen gebrauch, der in der formel: der w. ist getrunken (Brant narrensch. 85, 17 Z.; Murner schelmenz. 37, 35; geuchm. v. 876) das unentrinnbare, unwiderrufliche einer abrede herausstellt. werthvoll der redende beleg: est vulgatum proverbium (wir haben den w. getruncken) Geiler serm. 112a. jüngere sprichwörter zahlreich: nirgends besser käuff es gibt, als wo man weinkäuff gibt Fischart Garg. 395 ndr.; entspr. Lehman flor. 3 (1662) 245; he verköpet ne im sacke un giət em dann vam wînkôp te drinken Woeste 325; kein handel ohne w. Borchardt-Wustmann (1895) 206; tau jedem koop hürt winkoop O. Weise uns. mundarten (1910) 166.
17030 Zeichen · 481 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weinkauf

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Weinkauf , des -es, plur. doch selten, die -käufe. 1. Der Kauf des Weines. 2. An einigen Orten, Wein, welcher zum Ze…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weinkauf

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weinkauf Leihkauf, Trinkgeld , gemeinsames Mahl und Gelag zur Bestätigung des Vertragswillens.

  3. modern
    Dialekt
    Weinkaufm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wein-kauf m. : 1. 'Umtrunk (oft Bier) bei der Besiegelung eines erfolgreichen Handelsabschlusses', beim Wein-, Pferde- u…

  4. Sprichwörter
    Weinkauf

    Wander (Sprichwörter)

    Weinkauf 1. Wenn der Weinkauf nicht getrunken ist, können die Kinder nicht erben. – Graf, 243, 123. Erst wenn er getrunk…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weinkauf

8 Bildungen · 5 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von weinkauf 2 Komponenten

wein+kauf

weinkauf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weinkauf‑ als Erstglied (5 von 5)

Weinkaufmann

Campe

weinkauf·mann

Der Weinkaufmann , — es, Mz. — leute . 1) Ein Kaufmann, der mit Wein Handel treibt. Gewöhnlicher, Weinhändler . 2) † S. Weinkauf 2).

Weinkaufs+leute

PfWB

weinkauf·s·leute

Weinkaufs + -leute Pl. : 'Zeugen eines Handelsabschlusses'. a. 1686: bei welchem Kauf dann damalen zu Weinkaufsleuten seindt berufen und erb…

weinkauf als Zweitglied (1 von 1)

Schweinkauf

DRW

schwein·kauf

Schweinkauf, m. I Handel mit ¹Schweinen (I) frembder ochsen vnd schweinkauff gehet an auff jacobi C. Jugel, Oeconomia (Leipzig 1616) 29 II A…

Ableitungen von weinkauf (2 von 2)

beweinkaufen

DWB

beweinkaufen , emere coram testibus bibendo: ein erledigtes erbe mit voller hand beweinkaufen. Möser p. ph. 1, 105 . s. weinkauf.

verweinkaufen

DWB

verweinkaufen , v. : einen kauf mit trunk bestätigen schweiz. idiot. 1, 907; ist aber der kauf verbrieft oder verbürget, verpfändet oder ver…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „weinkauf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weinkauf/dwb?formid=W14727
MLA
Cotta, Marcel. „weinkauf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weinkauf/dwb?formid=W14727. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „weinkauf". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weinkauf/dwb?formid=W14727.
BibTeX
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