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weiben

mhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 7 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
10
Verweise raus
13

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weiben verb.

Bd. 28, Sp. 380
weiben, verb. zu weib, mhd. wîben mhd. wb. 3, 721; Lexer 3, 814, nicht vor dem 13. jahrh. bezeugte bildung, die bis ins 18. jahrh. häufig bleibt, seitdem nur noch in obd. ma. lebt (Stalder schweiz. 2, 441; Tobler appenz. 447; Seiler basl. 314 f.; Schmid schwäb. 521; Schmeller cimbr. 170) und von da in mundartlich bestimmte literatur dringt (Hebel sämmtl. werke 3 (1832) 476; Gotthelf 2, 103; Rosegger II 9, 373). in bair., tir., els. mundart wird weiben als ausgestorben bezeichnet (Schmeller 2, 831; Schöpf 807; Menges-Stehle 384), weiben bei Logau 2, 6, 34 wird von Lessing 7, 408 mit heyrathen, sich beweiben verdeutlicht, Pestalozzi 2, 31 erläutert es mit heurathen. hauptgebiet des verbs ist durch das ganze nhd. das Elsasz (Ch. Schmidt hist. wb. 420; gemma gemm., Str. 1508, E 5b; Gebwiler Otilie iijb; Wickram 4, 145 Bolte; Fischart nachtrab 512 Kurz) und die Schweiz (A. Blaurer briefw. 1, 359; Boltz weltspiegel 4193 Bächtold; Frisius dict. (1556) 18b. 171b. 298b; Maaler 490c; Tschudi chron. helv. 1, 121. 206; Paracelsus 1, 688a. 2, 189a), darüber hinaus gilt es vom 14. bis 17. jahrh. auch schwäb. (Franck baum des wissens 126a; Weckherlin 2, 403), md. weithin (Waldis Esop b. 3 nr. 16. 4 nr. 28 Kurz; Schwarzenberg t. Cicero 102a; Sachs 5, 74 Keller; ackermann aus Böhmen 45, 16 Knieschek; Scherffer ged. 270 Drechsler), vereinzelt nd. (städtechron. 13, 434; Diefenbach gloss. 633c; nov. gloss. 387b). von der fülle der mhd. bedeutungen (intr. sich als weib bewähren, sich mit einem weib abgeben, trans. zum weib machen, mit einem weib versehen) bleiben nhd. nur spärliche reste: 'mit einer frau zu thun haben': si sond ... ussrot der e nit wiben teufels netz 8180; 'verheirathet werden': (Abraham) sorgt fast, er wurd darumb entleibt das bald ein ander mit ir (Sara) weibt Schwarzenberg trostspruch 592 neudr.; 'verheirathen': man wird dich treiben, dich zu weiben A. v. Arnim 13, 205 Grimm. die bedeutung 'heirathen' herrscht breit vor: (du, Luther) woltest auch gern, das in den dritten oder fierden (grad), und in die gevatterschaft möcht geweibet werden Murner an den adel 49 neudr.; wie wol die zyt noch nit hie, das er wiben sölte Th. Platter 108 Boos; wer diser gestalt und meinung weibet, der überkombt böse kinder Albertinus thurnierplatz 212; so ist es ein miszlich ding, weiben, und kostet mehr bedencken als wan man ein par ochsen kaufft Moscherosch ges. 2, 331; es wolt ein herr auszreiten und er wolt auszgan weiben Uhland volksl. 274; er weisz nicht ob sie (die braut) weint oder lacht und ob sie ein anderer weibet Schwab ged. 1, 194. der gegebene gegensatz ist das gleich alte und verbreitete mannen: darumb spricht Franciscus Petrarcha, es ist sorglich weiben oder mannen Pauli schimpf und ernst 143 Österley; es ist wäger mannen oder wyben, weder brünstig syn Zwingli corp. ref. 88, 230; dieweil man dort nicht weibet noch mannet Herold christl. ee institution J 2a; wie ... der sperling auf dem dach spektakelt und seine spatzin froh umkreist! das ist ein mannen und ein weiben, die wissen, dasz es frühling ist Fr. Arndt bei E. M. Arndt schriften an s. l. Deutschen 1, 21. gern im sprichwort: weiben macht nit leiben. sauffen und weiben wil sich nit wol leiben. es weibt jm einer eben so bald den hals ab, als das er jn absauffet sprichw., schöne weise klugreden (1548) 104a; ledig seyn und ledig bleiben, z' hängert (heimgarten) gehn und doch nit weiben Kirchhofer schweiz. sprüchw. 196; s wiwe un s boüe het scho mengge groüe Martin-Lienhart 2, 781.
3572 Zeichen · 89 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    weibenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    weiben swv. BMZ sich hin u. her bewegen, drehen, schwanken, schweben Rul. (dô sâhen sî von den heiden manegen vanen w. 2…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Weibenv., intrs

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    1. Weiben , v. intrs . ein Weib nehmen. »Nach der Urständ wird man weder weiben noch mannen.« Kaysersberg. D. Weiben .

  3. modern
    Dialekt
    weiben

    Schweizerisches Idiotikon

    weiben Band 15, Spalte 134 weiben 15,134

  4. Sprichwörter
    Weiben

    Wander (Sprichwörter)

    Weiben 1. Besser ist zu weiben und zu mannen, dann braten in Anfechters Pfannen. 2. Es isch bald g'wîbet, aber schwer g'…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weiben

15 Bildungen · 1 Erstglied · 10 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von weiben 2 Komponenten

wei+ben

weiben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weiben‑ als Erstglied (1 von 1)

weibenzen

DWB

weib·enzen

weibenzen , verb. olere feminas Kluge zs. f. d. wortf. 6, 46 ; ( zur fastnacht ) gehn wir umb umbschanzen ... teuffelentzen, weibentzen, und…

weiben als Zweitglied (10 von 10)

Abweiben

Wander

Abweiben Es weibt sich einer ebenso bald die Gurgel ab, als er sie absäuft. – Agricola.

ausweiben

DRW

aus·weiben

ausweiben nach auswärts heiraten welcher hoefer ußwibet, der sall daß verbessern 1501 GrW. III 810 Faksimile

beweiben

DWB

beweiben , uxorem dare, ducere, 1 1) maritare, franz. marier, nuptui tradere: er beweibet seine söhne auch. Aimon D 3; er ist so böslich bew…

mißweiben

DRW

mißweiben, v. eine Ungenossenehe eingehen wa der vogt von N. verneme, das sich dhein gotshusman oder wib mismannen oder miswiben wöllte, het…

überweiben

DWB

ueber·weiben

überweiben , v. , untrennb. verbindung. nebenform überweibern S. Franck chron. zeytbuch (1531) 25 a . 1 1) der gelegentliche trans. gebrauch…

umschweiben

Idiotikon

umschweiben Band 9, Spalte 1731 umschweiben 9,1731

verweiben

DWB

ver·weiben

verweiben , v. , schwäb. Fischer 2, 1406 . 1 1) refl. sich beweiben, heirathen Stieler stammb. 2471 ; ' welches im hd. unbekannt ist und nur…

ziweiben

KöblerAhd

ziweiben , sw. V. (1a) nhd. verstreuen, zerstreuen, ausstreuen, auseinandertreiben ne. disperse ÜG.: lat. exterminare Gl, dispergere Gl, N, …

ūfsweiben

KöblerMhd

ūfsweiben , sw. V. nhd. sich in die Lüfte aufschwingen Q.: GenM (um 1120?), Krone, Nib E.: s. ūf, sweiben W.: nhd. DW- L.: Lexer 460c (ūfswe…

Ableitungen von weiben (4 von 4)

beweiben

DWB

beweiben , uxorem dare, ducere, 1 1) maritare, franz. marier, nuptui tradere: er beweibet seine söhne auch. Aimon D 3; er ist so böslich bew…

entweiben

DWB

entweiben , nnl. ontwijven, 1 1) uxore privare: hat der tod schon leider mich entweibet. Weckherlin 646 . 2 2) feminae sexum mutare: kommt j…

erweiben

DWB

erweiben , 1 1) mit dem weib erheiraten, erfreien, ererben, wie ermannen 4; dieses schlosz ist jetzt auf ein anderes geschlecht erweibet. Fr…

verweiben

DWB

verweiben , v. , schwäb. Fischer 2, 1406 . 1 1) refl. sich beweiben, heirathen Stieler stammb. 2471 ; ' welches im hd. unbekannt ist und nur…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „weiben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/weiben/dwb?formid=W12178
MLA
Cotta, Marcel. „weiben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/weiben/dwb?formid=W12178. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „weiben". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/weiben/dwb?formid=W12178.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-09},
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