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wabbeln

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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19
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14

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wabbeln verb.

Bd. 27, Sp. 5
wabbeln, wabeln, verb. sich in schwankender bewegung befinden. ein in obd., md. und nd. mundarten vorkommendes wort, mit reicher bedeutungsentwicklung, das aber litterarisch nur selten hervortritt. in einer bestimmten, schon von Stieler und Steinbach beachteten bedeutung (s. u. 4) ist wabbeln nebst wabbelig in die neuere schriftsprache eingedrungen, Campe im 3. versuch über die reinigung und bereicherung der deutschen sprache s. 335 empfahl sie beide als zwei malerische niederdeutsche wörter und nahm sie, trotzdem Heynatz antibarbarus 2, 606 den gebrauch der worte wegen ihrer unbestimmten bedeutung nicht für wünschenswert erklärte, in sein wörterbuch auf. neben wabbeln, dessen bb wo es nicht blosz mundartliches w nach kürze darstellen soll, auf die geminata deutet, steht wabeln, mit dehnung des a, und, mit umsetzung des bb in pp, wappeln. auch die verwandten dialecte zeigen mehrfache formen: anord. vafla wankend gehen Fritzner 3, 839, norw. vavla wanken, umherirren, undeutlich reden. Aasen 904. Ross 892, schwed. vavlä unzusammenhängend reden Rietz 801; engl. wabble (auch wobble, wapple) wackeln, schlottern, eine sache ungeschickt verrichten, schwed. vabbla die zunge im munde hin und her bewegen Rietz 785. über die sippe vgl. unter wabben; am nächsten steht wafeln, während in den ebenfalls mit einem l-suffix gebildeten webeln, wibeln, weibeln, wubeln der vocal abweicht. ein etymologischer zusammenhang mit den anklingenden quabbeln und schwabbeln besteht nicht. 11) sich durcheinander bewegen, wimmeln, von kleinen tieren, auch von menschen. schweiz. wabbeln Stalder 2, 425. schwäb. wablẽ Wagner 138. gern in verbindung mit ablautsformen pfälz. wiwele und wawele, auch wuwele und wawele Autenrieth 153. 154, oberhess. wibeln und wabeln Crecelius 886, nass. wibeln und wabeln Kehrein 435, westerwäld. wieweln und waweln Schmidt 331, im Harz esz wiwelt und wawelt ẚllesz Liesenberg 102, ebenso thür. Hertel 257; götting. et wawelt allet dor enander Schambach 289; hascha wie gehts an ein wapeln, seht wie sie im bluet herumb kraplen, etliche ligen halb gestreckter, etliche liegen ganz verreckter. das Fadingerlied (1626) in Görres hist. polit. blättern 33, 964. 22) wallen, sieden, österreich. Höfer 3, 263. Loritza 139. Hügel 211. das wasser wabbelt, wenn es laut kocht und wallt. 33) sich schwankend hin und her bewegen: wabbelen, vacillare, titubare, fluctuare, vibrari. Stieler 2449. Schmeller2 2, 829, oberhess. wabeln Crecelius 886, hess. nass. wappeln Pfister 330. Kehrein 438, thür. wäbeln Hertel 252; dan er helt nith still sein hertz, sunder wappelt und schluttert hyn und herr. Luther 2, 127, 9 Weim. ausg. (ausleg. des vater unsers 1519); wenn de wind weiht, so wibbelt un wabbelt dat. Wossidlo mecklenburg. volksüberlief. 1, 91 (nr. 189 var.). in der verbindung auf und ab wabeln: alrêrst der strît nû walgt als mer sich ündet, alsô in des strîtes sûr ros und liute wabelet, der ûf, der abe, der hin, der her. Lohengrin 547 Rückert; denck wie die hoffnung allzeit zabelt in sorg und forcht auff- und ab-wabelt. Hans Sachs 20, 493, 21 Keller-Götze; also das ir gewissen stetigs in ungewisshait auff und ab wablet und nit waist, waran es ist. Melanchthons anweis. in die h. schrift deutsch v. Spalatinus (Augsb. 1517) 117. auch unbehilflich, schwerfällig, schlotternd gehen. Loritza 139: er (der mond) ist nicht mehr der alte, jener rüstige, frische, unermüdete nachtwanderer ... sondern er pimpelt, blässelt, und wimmelt und wabbelt nur so nächtlich dahin. Tieck ges. novellen 4, 199. oberhess. wird wabeln auch von geheimnisvoller, gespenstiger bewegung gebraucht, vgl. wafeln. ferner sagt man von einem der irre ist: es wabelt ihm im kopfe. Crecelius 886. 44) insbesondere von der schlotterigen bewegung einer fetten masse, eines weichen schlappen körpers. so in den meisten nd. mundarten wabbeln Richey 329. brem. wb. 5, 158. Woeste 313. ten Doornkaat Koolman 3, 494. Schütze 4, 329. Danneil 242. Frischbier 2, 450; dat einen de buk wabbelt. Sackmann bei Schambach 289. auch schles. wappeln Weinhold 103. Bernd 343, hess. wappeln (von einer geronnenen masse) Pfister 330. wabbelen ob pinguedinem se motitare, pendulum et flaccidum esse. Stieler 2449; wappelen ob pinguedinem se motare. Steinbach 2, 934. Campe s. v. w. quabbeln. 55) in verbindung mit einem persönlichen dativ (vgl. wabbelig 4) entwickelt sich daraus die bedeutung sich flau, unbehaglich im magen fühlen, übelkeit empfinden, ebenfalls im nd. verbreitet: o den kopf mir schnell gefaszt, dasz ich speie! denn mir wabbelt stets vor helmgebüsch! (βδελύττομαι γὰρ τοὺς λόφους.) Voss Aristoph. 1, 43; ein rundes weib, das oft kapaunen dir auftischt, nicht zu oft kaldaunen ... und, wenn dirs früh im magen wabbelt, kirschbranntwein schenkt und wenig kabbelt. gedichte 6, 137 mit der erklärung: sich schwach bewegen, hier vor übelkeit. 66) thätig sein, aber ohne rechte kraft, schlecht arbeiten. Frommann 3, 132 aus Henneberg. in Osnabrück specialisiert zu der bedeutung geschwind und schlecht schreiben. Strodtmann 280. 77) unverständlich oder sinnlos reden, schwätzen. österreich. wabbeln Höfer 3, 263. Loritza 139, bair. wabeln, waweln Schmeller2 2, 829 (Oberpfalz). Bayerns mundarten 2, 268 (Bayreuth).
5276 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wabbelnv., ntr

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Х Wabbeln , v. ntr . mit haben , so viel als quabbeln (s. d.), wofür Stieler auch wabben hat. Pan sieht schwelgende He…

  2. modern
    Dialekt
    wabbeln

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    wabbeln 1. hin und her schwanken, sich auf und ab bewegen: Ik ... häögt mi, datt de Buk ded wabbeln Hey. Kam. 160; wenn …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wabbeln

2 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

wabbeln als Zweitglied (2 von 2)

herümmerswabbeln

MeckWBN

Wossidia herümmerswabbeln sich gleitend umherbewegen: Dei Krutschen ... in dei Kiep herümme swabbeln Welln. Volk 29.

schwabbeln

DWB

schwabb·eln

schwabbeln , verb. , von schwabben gebildet; die hochd. form dieses lautmalenden wortes ist schwappeln ( s. dieses ); es bezeichnet zunächst…

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APA
Cotta, M. (2026). „wabbeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wabbeln/dwb
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Cotta, Marcel. „wabbeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wabbeln/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wabbeln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wabbeln/dwb.
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