wabbelig,
wabblig,
adj. ,
im niederdeutschen und einigen mitteldeutschen mundarten (
hier mit der nebenform webbelig)
verbreitet und neuerdings auch in die schriftsprache eindringend. Stieler 2449
verzeichnet zuerst wabbelicht,
dann erscheint seit Richey (1755) wabbelig, wabbelich
in den niederd. idiotiken und wird von Campe
in das deutsche wörterbuch eingeführt. die bedeutung ist nicht so reich entfaltet wie bei dem verbum wabbeln. 11)
sich hin und her bewegend, schwankend, unruhig, lebendig. agitatus, incitatus. Stieler 2449. Hertel 252. Crecelius 886. ten Doornkaat Koolman 3, 494.
in dieser bedeutung findet sich auch die ablautende bildung wiwelwawelig. Hertel 252. Liesenberg 102. 22)
insbesondere von der langsamen bewegung eines fetten, weichen, schlappen körpers, schlotterig herabhängend: wabbeliges fleisch, wabbelige brüste.
pendulus, flaccidus, vietus, languidus. Stieler 2449. Richey 329.
brem. wb. 5, 158. Frommann 5, 300 (
Fallersleben). Schambach 289 (wawelig). Danneil 242. Schütze 4, 329. Frischbier 2, 450.
im schlesischen wapplicht
schlotternd, hängend Weinhold 103,
in Posen wappelig Bernd 343; sie war meiner mutter amme, ein westpreuszisches original durch und durch. ihre lieblingssprüche und redensarten hieszen ... borgt euch vom alten weibe die kourage zum leben und sterben, wenn ihr den zitz nicht vergessen könnt .. streut euch gebrannte alte weiberknochen aufs butterbrot, damit euch eure weichen knochen hart werden, und das wabblichte kalbfleisch nicht in einen haufen fällt. Bog. Goltz
jugendleben 1, 322. 33)
eine übertragung auf den geschmackssinn zeigt die ebenfalls in den nd. idiotiken angeführte bedeutung von weichlich, flau, kraftlos, in bezug auf essen und trinken: man wird der süszen, einfachen, kraftvollen töne so wenig satt, als des brotes und des edlen weines. lasz den anderen ihre neumodischen wabbligen gebräue! Voss
briefe 2, 191 (
an den componisten J. A. P. Schulz). 44)
in verbindung mit einem persönlichen dativ nimmt dann prädicatives wabbelig
die bedeutung von unbehaglich im magen, flau, übel an, die zuerst bei Kindleben (1781)
erscheint: wabblich ... zeigt eine erschlaffung des ma ens an, wenn man viel warmes getränk, thee kaffee und dergleichen zu sich genommen hat; es wird mir so wabblich sagt der gemeine mann statt: es wird mir übel.
studentenlex. 207
neudr. sie ist auch in den späteren nd. idiotiken aufgeführt. Dähnert 534. Schambach 289 (
vom gefühl des hungers). Woeste 313. Mi 104
und scheint sich am meisten auch auf md. boden verbreitet zu haben, in Leipzig Albrecht 232,
mansfeldisch wawwelig
und wäwwelig Jecht 122,
nordthür. webbelig Kleemann 25,
thür. wawelig Hertel 252 (wewelig 254).
entsprechend schwed. vabblig Rietz 785.