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webstuhl

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

webstuhl m.

Bd. 27, Sp. 2674
webstuhl, m. wie weberstuhl (s. d.) das gerät, an dem der weber sitzt; die form tritt ungefähr gleichzeitig mit weberstuhl auf (liciatorium, ein wepstuol gemma von 1508 o 5b), ist aber im älteren nhd. ziemlich selten; in wörterbüchern erscheint zuerst 1702 bei Kramer d.-ital. 1023c webstul neben weberstul, Ludwig hat auszerdem noch webestuhl (bei Adelung fehlen beide formen); in der 2. hälfte des 18. jahrh. tritt webstuhl und webestuhl häufiger auf, bis die erste form den sieg davon trägt, doch begegnet webestuhl noch im 19. jahrh. gelegentlich bei dichtern (Göthe, Schiller, Uhland, Rückert, Mörike, Geibel), in prosa ist es jetzt ungewöhnlich (z. b. Karmarsch-Heeren3 10, 553); auch ndl. weefstoel, schwed. väfstol: das man auch denselben schwestern (beguinen) ain zal webstül bestimme zu haben und nit darüber Reyscher sammlung d. württemb. gesetze 12, 25 (1515); lange stainine webstl Schaidenraiszer Odyssee (1537) 55b; darnach wird der zettel an webstul angeschirret Agricola bergwerckbuch durch Bech (1621) 11; solte er aber bösz garn am webstuhl haben Schlettstadter stadtrechte 2, 1004 (1628) Gény; in unübersehbarem unterirdischem geschosz waren webestühle ohne zahl Chamisso 4, 222; wo ein webstuhl steht, kann keine hobelbank stehen Immermann 2, 51 Hempel; auf, zum gemach hingehend, besorge du deine geschäfte, spindel und webestuhl. Voss Odyssee5 1, 358; auch webstühle von stein sind drinnen gestrekt, wo die nymfen schöne gewand' aufziehn. 13, 107; wie wird die reiche Lydierinn den busen jammernd schlagen, und wird's der stolzen Phrygerinn am webestuhle klagen! Schiller 6, 191 (Iphigenie in Aulis 3, 5); die still' in deinen kammern taugt dir nicht, und nicht des webstuhls einfach dumpfer gang. Fouqué held des nordens 1, 141; ich möchte meine reben als winzer ziehn für mich, auf eignem webstuhl weben das kleid für mich und dich. Rückert werke 1, 599; aber nun schweiget sie längst (die Muse), die am winterkamin, bei der schnitzbank oder am webstuhl dichtendem volkswitz oft köstliche nahrung gereicht. Mörike 1, 120 (webestuhl 3, 120). der webstuhl saust, klappert, schnurrt, steht still, ruht: der webestuhl saust nicht mehr zu den fleiszaufmunternden liedern Klinger 4, 212; in den meisten dieser häuschen klapperte der webstuhl v. Polenz der pfarrer von Breitendorf 229; in China spannen die seidenwürmer, in Schlesien schnurrten die webstühle Seidel Leberecht Hühnchen 169; die webstühle stehen still Bettine dies buch gehört dem könig 2, 539; der webstuhl ruht (bei den groszen feldarbeiten) O. Ludwig 2, 28. am (früher auch: auf dem) webstuhl sitzen, sich an den webstuhl setzen, an den webstuhl treten: sonder sie sasz auff dem webstuhl. Spreng Ilias 313b; Katherine ... sasz am webestuhl und webte den drell J. Möser werke 1, 214; wenn er wieder an seinen webstuhl sasz (sich setzte) und das schifflein und die fäden durch den zettel schosz Hebel 2, 251 Behaghel; habe mich an seinen webstuhl gesetzt und an dem rothen tuche fortgewebt Brentano 4, 104; dann tritt sie an den webestuhl und wirft mit reger hand dle spul'. Uhland ged. (1898) 1, 275. etwas kommt vom webstuhl, etwas vom webstuhl bringen: bei der liebe hilft kein appretiren, wenn sie nicht schon glänzend vom webestuhl kömmt. Körner 3, 252 (vetter a. Bremen 1); ungewalktes tuch, wie es vom webstuhl kommt (loden) Karmarsch-Heeren3 5, 625; allein so feines gold, so schöne seide ward zu Florenz vom webstuhl nie gebracht. Gries Ariosts ras. Roland 1, 323. übertragen vom gewebe der spinne: die spinn sprach nichts denn überaus: ich bin jetzt herr im gantzen hausz, schlag meinen webstul wo ich wil, stell überall der garn so viel, das ich mücken und leut drin fange. Eyering prov. copia 1, 198. von menschlicher geistes- und phantasiethätigkeit: im webestuhl der vorrede und mit den webeschiffchen werfend J. Paul Quintus Fixlein 4; die breite erde war ein webstuhl rosenrother träume flegelj. 4, 122; bis in den tiefsten grund, bis zu dem webstuhl des schaffenden geistes selbst, nachdringen Arndt schriften 4, 304; schien es mir jetzt an der zeit, ... das nur erst grob angelegte gefäde meiner dichtung einmal ernstlich auf den webstuhl zu spannen H. Hesse Peter Camenzind 242; und ist dies gedicht faden von seiner spule — oder gewirk von fremdem webestuhle? Rückert werke 11, 267. vom wirken der natur: sie (natur) wars, die dem dichter vorarbeitete, und wenn mir der ausdruck erlaubt ist, in deren groszem webestuhl er wirket Herder 27, 195 Suphan. beliebt ist die vorstellung vom webstuhl der zeit: wenn liebe sich setzt an den webstuhl der zeit, so webt sie dem leben ein himmlisches kleid. F. L. Stolberg 1, 276; in lebensnuthen, im thatensturm wall' ich auf und ab, webe hin und her! ... so schaff' ich am sausenden webstuhl der zeit, und wirke der gottheit lebendiges kleid. Göthe 14, ii, 32 (Faust I, 508) Weim. ausg.; ich stand am schnurrenden webstuhl der zeit wohl manches lange jahrtausend. Heine 1, 292 Elster; jahre kommen und vergehen — in dem webstuhl läuft geschäftig schnurrend hin und her die spule — was er webt, das weisz kein weber. 1, 444; es sitzt die zeit am groszen webestuhle. Geibel 1, 243. von der geschichte: vor den völkern ... ist der grosze webstuhl der geschichte aufgestellt Görres 5, 12. von der gottheit: jener unendlichen, unerschöpflichen liebe zu vertrauen, jener höchsten weisheit, die alle gestalten annimmt, und auch das, was uns thöricht scheint, auf ihren webestuhl einschlagen kann Tieck novellen (1853) 8, 214. vom leben: was in der woche am webstuhle des lebens keuchte, gibt sich am sonntag der freude und wo möglich dem lande hin Stifter 1, 100. im els. kommt webstuel auch für 'bett' vor Martin-Lienhart 2, 593b. —
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WebstuhlDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Webstuhl , — es, Mz. — stühle , der Stuhl, das Gestell, an und auf welchem gewebt wird, ein Gewebe verfertiget wird;…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Webstuhl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Webstuhl , s. Weben .

  3. modern
    Dialekt
    Webstuhlm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Web-stuhl m. : 1. 'alter hölzerner Hauswebstuhl zur manuellen Herstellung von Tuch, meist aus Leinen', Webstuhl (wEbšdūl…

  4. Sprichwörter
    Webstuhl

    Wander (Sprichwörter)

    Webstuhl Der Webstuhl der Zeit. Dieser Ausdruck ist aus dem ersten Theile von Goethe's Faust in den Volkmund übergegange…

  5. Spezial
    Webstuhl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Web|stuhl m. (-[e]s, ...stühle) torá (-ras) m.

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Zerlegung von webstuhl 2 Komponenten

web+stuhl

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webstuhl‑ als Erstglied (6 von 6)

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Cotta, M. (2026). „webstuhl". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/webstuhl/dwb
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Cotta, Marcel. „webstuhl". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/webstuhl/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „webstuhl". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/webstuhl/dwb.
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