Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
WALTE
I. ohne object. waldender allmächtiger got kchron. 62. b. der waltunte krist Diemer 369. 25. Juppiter der waltunde got kchron. 155,23 D. vgl. Karaj. 96,11. Gr. d. mythol. 19.
II. mit genitiv. Gr. 4,659.
1. habe gewalt über einen oder über etwas.
a. mit genitiv der person. diu starke minne sîn dâ wielt Parz. 283,18. er merkte wie sîn valsch wielt Pass. K. 406,93. richter, di man der judin waldin sach Jerosch. 5. c.
b. mit genitiv der sache. eʒ enmüge von dînen ellen dîn lant den fride hân, ich wils alles walten: und ouch diu erbe mîn erwirbest dus mît sterke, diu sulen dir undertænec sîn Nib. 112,3. dâ er wielte zweier lande unde ir krône Wigal. 9532. vgl. Parz. 97,22. 560, 6.
2. habe in meiner gewalt, dann besitze überhaupt.
a. mit genitiv der person. wiltu mîn walden mich zur gattin haben Pass. K. 298,4. gevangin si behîldin unde in bandin wîldin des vogetis hielten ihn gefesselt in gewahrsam Jerosch. 171. b.
b. mit genitiv der sache. daʒ er dar inne behîlte alles des er wielte Diemer 12, 14. sît ich hân durch sie verlorn des ich eteswenne wielt Pass. K. 199,59. — ich walte prîses Parz. 86,28. 187, 20. êren kl. 27 H. der grôʒen êre Pass. K. 95,4. der krefte Renner 6111. virnunfte Diemer 6,21. guoter sinne MS. 1,4. b. grôʒer, guoter witze Barl. 148,37 Pf. Helmbr. 802. grôʒer liste Lanz. 2986. daʒ ich der tôrheit wielte so einfältig wäre Gregor. 2617. so kann auch in mehreren vorhergehenden und nachfolgenden stellen walten durch sein mit einem entsprechenden prädikate ausgedrückt werden. dem knappen der vil tumpheit wielt Parz. 124,16. ich walte der tugende Conr. Al. 209. getriuwes muotes das. 69. ganzlîcher triuwen Trist. 1805. güete Parz. 606, 26. unzühte Renner 6259. rîches muotes Er. 313. guoter, grôʒer vreude Iw. 239. H. zeitschr. 7,478. fröiden Walth. 21,18. MS. 1,195. 202. a. sorgen das. 100. b. zornes Parz. 606,4. Pantal. 1642. —
3. treibe etwas, gebe mich mit etwas ab. der krîe walten = pflegen Parz. 80,3. des spils walden es treiben MS. 1,157. a. urliuges walten Helmbr. 655. keiner miete walten keinen lohn annehmen Frl. 90,4.
4. nehme mich an, sorge für einen oder etwas, besorge.
a. mit genitiv der sache. des guotes walden Parz. 54,6. der bischof der des amtes wîlt Pass. 11,79. di wîle er wîlt der meistirschaft großmeister war Jerosch. 8. a. die iwers râtes walten Gregor. 397. daʒ ietwederre sînes rehtes wielte Trist. 4515. vgl. Engelh. 4799. gerihtes walten MS. 2,152. a. ich sol mîn lop behalten, daʒ es die wîsen walten Parz. 509,24. vgl. Lohengr. 400 R. nâch der lêre wolder streben und wolde ir gerne walden mit werken Barl. 134,35. — her lieʒ es got walden En. 7299. Parz. 568,1. 564,3. die gote mûʒens walden En. 10165. vgl. 13225. des muoʒ got wol walden glaube 2591. got waldes, nu waltes got Walth. 94,36. Parz. 514,21. 561,20. 602,2. gelücke müeʒes walden das. 678,17. vgl. 351,22. 701,27. Vrid. 148,11. heil walde is Elisab. Diut. 1,353. nu walte sîn ein vil guot heil Reinh. s. 335. daʒ es unfuoge walde Parz. 348,30.
b. mit genitiv der person. sîn selbes walten für sich selbst sorgen Exod. fundgr. 88,17. vil schône wart gewalten sîn unt der künegîn Er. 7206. des friundes mac man gerne schône walten Walth. 79,28. dâ sîn unser herre wielt Barl. 195,13 Pf. sô wil ich dich genesen lân unt wil dîn walten ûf den wân das. 203,38. vgl. 224,14. daʒ der got müeʒe walten Am. 1262. Cyprianus sîn ûf gûten strâʒen wielt Pass. K. 497,79. gotis mûtir mîn mit hulfe weldit Jerosch. 172. a.
III. ich walte einem eines d. mache ihn des gewaltig, bringe ihn in besitz davon. daʒ er im der schrift wielte ihn in kenntnis der schrift unterrichtete, ihn lesen lehrte Gregor. 576.