währe,
f. , III.
gewährung, leistung, ebenfalls zu währen,
ahd. werên
gebildet, aber in der abweichenden bedeutung von '
entrichten, leisten',
s.gewähr III,
theil 4, 1, 4806
f. hier kommt sowol das einfache, als das mit ge-
gebildete wort nur vereinzelt vor, namentlich in technischer sprache, wobei z. th. wieder beide formen neben einander stehen. 11)
in allgemeiner bedeutung hommt das wort bei Wolfram v. Eschenbach
vor und bei zwei jüngeren dichtern, die unter seinem einflusz stehen. mit abhängigem genitiv: dar umbe was sîn endes wer des tumben Parzivâles ger.
Parzival 161, 5; ein werder kus, der tuot in buoʒ, ob ir in strît iht habt erliten. halt iuch gên in in zühte siten, tragt ir lieb in liebe wer! verstêt wes ir liebe ger, ob sich ir lieb in lieb iu biet, daʒ sich dâ lieb iht liebe niet. U. v.
d. Türlin
Willehalm 25, 21
Singer; her sprach 'dart rîdet einer her'. 'dem wil ich geben strîtes wer' sprach Valke ûʒ Osterrîche. her bant genendenclîche den helm, als ich hân vernomen, ind stach den werden ritter vromen geweldenclîchen ûf den plâ
n. Berthold v. Holle
Crane 3765.
absolut: 'ze vroweden wolde ich sê intfân ind ummer trûwelîchen hân'. die rede in allen hagede ... ein ritter wîs ir sagede umme des jungen Valken ger. 'her vindet willenclîche wer an mir' sprach dat megetî
n.' 3973.
als '
zahlung, ersatz des wertes': 'ich wil ûch begêʒen einen man mit gesteine ind dat ros sîn ... detet ir mir den kor bekant, daʒ ich mîn ros mohte hân'. 'des inwert noch niht gedân' sprach Crâne: 'wêrlîche. ich bin selbe gûtes rîche: daʒ ros wil ich hân die wer. nach êventûre steit mîn ger'. 'die were dôn ich ûch bekant'. 2837.
wie hier ist nähere anlehnung an weren
in der bedeutung von zahlen, entrichten (
s.währen III, 2)
anzunehmen an folgender stelle: gen Preussen, Littwan, Tartarei, Türkei, über mer ... traib mich die minn auff meines aigen geldes wer (
auf meine eignen kosten). Osw. v. Wolkenstein 64, 19
Schatz. 22)
während diese bedeutung sich nicht fortgesetzt hat, findet sich das wort auch später als maszbezeichnung, wie dinge in herkömmlicher weise gewährt (
verliehen, überwiesen u. s. w.)
werden. über währe '
baumstamm von bestimmter grösze',
das vielleicht hierher zu stellen ist, s. währe II, 5.
namentlich findet, sich das wort (
als wehr)
für ein flächenmasz beim bergbau, s. gewähr III, 3.
hier ist es aber am fraglichsten, von welcher auffassung auszugehen ist; Schmeller
2 2, 977
stellt es neben währung,
also zu währe II
als '
gewährleisteter anteil'
; daneben lassen die ausdrücke gewährschein (
s. theil 4, 1, 4894)
und abgewähren, zugewähren
von übertragung bei bergwerkseigenthum an währe I
denken; wahrscheinlich gehört es hierher als feld zum bergmännischen betrieb, wie es gewöhnlich verliehen wurde (währen
in diesem sinn bildet den gegensatz zu muthen '
den antrag auf einräumung eines feldes zum bergbau stellen').
bestimmung: ein lehen ist 7 lachter, zwey lehen ist eine wehr, drey wehr ist eine fundgrube, zwey wehr eine maasz. Berward
phras. metall. 6 (1702); wehr ist ein belehntes stück feld, auf gängen und strecken, hat 14 lachter länge, und 7 lachter breite. eine wehr thut 2 lehn, drey wehr thun eine fund-grube und zwey wehr eine maase. Minerophilus (1730) 712; wehr wird ein masz des feldes genannt, womit jemand zum bergmännischen betriebe beliehen ist; es beträgt 2 lehen oder 14 lachter, nach der linie, wie der gang streicht. C.
F. Richter
berglex. 2, 621;
ebenso Dannenberg
und Frantz
bergmänn. wb. 440. Veith
bergwb. 566.
auch bei Frisch 2, 416 (währ). Adelung 4, 1438 (wehr).
das wort erscheint vielfach als neutr. (
nach lehen),
so auch bei Adelung,
dagegen hat Frisch
noch das fem., Dannenberg - Frantz
und Veith
geben es in beiden geschlechtern (
das fem. auch noch als wehre)
an. das wort erscheint seit dem 14.
jahrh. in sächsischen und schlesischen quellen: wer ober das, daʒ eyn man sicherte uf sin selbes erbe, daʒ hee entfangen hette von unsem herren .., der behilde domite alle sine recht, die zcu goltwerke gehoren, also, daʒ he zcu der funtgrube solde behalden zwei wer oder vire wer, wi man kure, daʒ is unsem herren alles nuczlichest were und im.
codex diplom. Silesiae 20, 29 (
Goldberger goldrecht 1342); das si ... zu dem ganzen baue der vorigen grube ... haben sullen zu eigenschaft und zu stolrechte sechzig weren von dem hauptgutte und auf itzlicher seyten dreyssig weren. 20, 73 (1420); eine fundgruebe zue St. Jacob genannt sampt einer wher in hangendes und liegendes. 21, 6 (1529); der soll vorleihen und vormessen zu ider fundgruben drei schnur oder wehr, itzliche schnur vierzehen lochter und zu itzlichen lehen zwo schnur zu vierzehen lachtern und sieben lachtern breit in hangende vierdehalbs und in liegendes vierdehalbs gangfhal noch in ewige teufe. 21, 41 (1536); item so die zceche iren schacht gelegt, kubel und seyl einwirfft und der bergmeister ersucht wirdt im seine masz zu uberslahen, sall der bergmeyster alzo thun. dorumb man dem bergmeister von dem wehr funff groschen, von dem lochstein drey groschen geben ... sall. Ermisch
d. sächs. bergrecht 118 (
bergordnung für die bergwerke am Schreckenberge v. j. 1499); wu sich ym uberschlahen nicht volle maszen ergeben und sich uff ein weher nicht erstreckt, sal der bergkmeister soliche oberschar bey den nechsteigenden tzechen tzugleich auszteilen. 171 (
bergordnung f. Annaberg § 24,
v. j. 1509); ein fundgruob ist die erst zech oder gruoben auff eim newen gang, und hat drey wehr. ein wehr ist 14 lachter, ... die negsten, und andern massen, so vil auf den selben gang auffgenommen werden, hat ein jedes masz nitt mer dann zwey wehr, das is 28 lachter. ein lehen ist 7 lachtern, 2 lehen ist ein wehr, 3 wehr ist ein fundgruob, 2 wehr ist ein negste, odder anndermasz.
bergwerksbuch (
Augsburg 1539)
cap. 10
in: zeitschr. für bergrecht 26, 251; so ein gang in die tieffe fallt, so ist die fundtgruob ausz dreien wehren, das ist sie hatt nach der lenge 42 lachter, nach der breite 7 lachter. Bechius
Agricola (1557) 60; vorzeiten ist ein iettliche zech einer fundtgruoben ausz dreyen gantzen wehren, und einer einfachen gemacht worden, das ist, sie hatt nach der lenge 49 lachter, nach der breite 7. 61; wenn einer auff ein gang kiset und schweret darauff, und wird im vermessen, und verlochsteint, der leit in seiner gewer, hat an seiner fundgruben drey wer, das ist, zwey und viertzig lachter, nach dem streichen des gangs vom mittel des runbaums anzuhalten. Mathesius
Sarepta (1587) 19
b.