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Vortrag

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
16 in 15 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Vortrag

Vortrag

tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. trennen, zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. – Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.
5829 Zeichen · 177 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vortrag

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Vortrag , des -es, plur. die -träge, von dem folgenden Zeitworte, doch nur in dessen letztere Bedeutung. 1. Die Hand…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Vortrag

    Goethe-Wörterbuch

    Vortrag [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Vortrag

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Vortrag , in der Musik, der Schauspiel- und Redekunst die Art und Weise ein eigenes oder fremdes Product darzustellen; d…

  4. modern
    Dialekt
    Vortrag

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Vortrag Band 4, Spalte 4,74

  5. Sprichwörter
    Vortrag

    Wander (Sprichwörter)

    Vortrag Sie hat einen guten Vortrag. – Frischbier 2 , 3974.

  6. Spezial
    Vortrag, wissenschaftlicherm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Vortrag , m , wissenschaftlicher доклад , м , научный

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vortrag

59 Bildungen · 58 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von vortrag 2 Komponenten

vort+rag

vortrag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vortrag‑ als Erstglied (30 von 58)

vortragbar

DWB

vortrag·bar

vortragbar , adj. , was vorgetragen, dargestellt werden kann, hierzu vortragbarkeit, f. Campe.

vortragekreuz

DWB

vortrag·e·kreuz

vortragekreuz , vortragkreuz , n. , kreuz, das bei kirchlichen aufzügen vorangetragen wird: ebenso enthält die feuersichere nische ... ein s…

vortragen

DWB

vort·ragen

vortragen , verb. , vgl. fürtragen teil 4, 1, 1, sp. 907, wo auch beispiele für das aufkommen von vortragen in den nhd. wörterbüchern gegebe…

Vortragender

FiloSlov

vortrag·ender

Vortragender , m докладчик , м → FiloSlov Redner, m → FiloSlov Referent, m

vortrageⁿ

Idiotikon

vortrageⁿ Band 14, Spalte 536 vortrageⁿ 14,536

vortragführer

DWB

vortrag·fuehrer

vortragführer , m. , unglückliche verdeutschung für referent Kinderling reinigk. d. dt. spr. (1796) 324 . —

vortragieren

DWB

vortrag·ieren

vortragieren , verb. , ironisch, in der art eines tragischen schauspielers vortragen oder darstellen; vgl. tragieren teil 11, 1, 1, sp. 1141…

vortragisch

DWB

vortrag·isch

vortragisch , adj. , gelegenheitsbildung: da macht nun Goethe aus diesem vortragischen Hamlet einen jungen mann nach seinem eignen herzen Dü…

vortragkreis

DWB

vortrag·kreis

-kreis , m. : alles bleibt unberührt, was nicht in den studienkreis, besser gesagt in den vortragskreis der examinatoren fällt Lagarde dtsch…

vortragkünstler

DWB

vortrag·kuenstler

-künstler , m. , vgl. das vorhergehende wort: wäre es wirklich die erste tugend eines vortrages, wie es die vortragskünstler der musik jetzt…

vortragkunst

DWB

vortrag·kunst

-kunst , f. Campe ( der daneben vortrage-, vortragkunst verzeichnet ), sowohl auf wort wie auf ton bezogen: so wird dieser theil der psychol…

vortragkurs

DWB

vortrag·kurs

-kurs , m. : öffentliche vortragskurse hwb. d. staatswiss. (1898) 7, 525. —

vortraglehre

DWB

vortrag·lehre

-lehre , f. : welchen beiden ( an einer hochschule für musik ) die kompositionslehre und höhere vortragslehre mit obliegen würde R. Wagner (…

vortraglehrer

DWB

vortrag·lehrer

-lehrer , m. : zu dem ende suchte ich mir einen vortragslehrer ( für seine jüngeren schauspieler ) Laube (1875) 16, 224 . —

vortraglied

DWB

vortrag·lied

-lied , n. , lied, das sich zum wirksamen vortrage eignet: die überwiegend norddeutsche schule des vortragsliedes war aber schon lange vorhe…

vortragmanier

DWB

vortrag·manier

-manier , f. , meist in ungünstigem sinne: sollte er endlich seine vortragsmanier in der tragödie ... nicht lassen, sondern frei von dem mun…

vortragmeinung

DWB

vortrag·meinung

-meinung , f. , gelegenheitsbildung, ansicht über musikalischen vortrag L. Mozart versuch einer gründl. violinschule (1770) 40 . —

vortragmeister

DWB

vortrag·meister

-meister , m. , in wort oder ton, in engerem sinne dann ein lehrer des sprechvortrages: das viel bestrittene amt eines vortragsmeisters hat …

vortragmethode

DWB

vortrag·methode

-methode , f. : in der hydrostatik scheinen uns ... verschiedene vortragsmethoden einiger sätze nicht leicht allg. dt. bibl., anh. zu 37-52,…

vortragödieren

DWB

vortragödieren , verb. , von Wieland dem griech. nachgebildet: laut unsrer volksgesänge und eurer alten gemälde, die du mir nun eben so meis…

vortragort

DWB

vortrag·ort

-ort , m. , ort, wo man vorträge hält: verhandlungen ... mit Wien und den andern vortragsorten Rilke briefe (1930) 303 . —

vortragplan

DWB

vortrag·plan

-plan , m. : ( er ) zeigte mir einen vortragsplan, mit dem er auf reisen gehen wollte Winnig d. weite weg (1932) 330 . —

vortragpunkt

DWB

vortrag·punkt

-punkt , m. , im plur., vorgeschlagene einzelheiten: sie sahen sonst auch alle andere vortragspuncte müglich zu seyn A. U. v. Braunschweig O…

vortragrede

DWB

vortrag·rede

-rede , f. : nach abgelegter dieser an- und vortragsrede hat der durchleuchtigste wolgerahtene ... nachfolgendermaszen geantwortet Neumark n…

vortragreihe

DWB

vortrag·reihe

-reihe , f. : am 15. d. m. eröffnet H. L. ... eine vortragsreihe über erziehung R. M. Rilke br. (1929) 196 . —

vortrag als Zweitglied (1 von 1)