vorhof,
m. ,
mhd. vorhof Lexer 3, 469; vürhof 600;
atrium vorhof Diefenbach
nov. gl. 40
b;
proceres eyn vorhof an eym husz
gl. 461
b; vorhoff Maaler 475
d; vorhoff,
sala, prima intrata ò stanza di casa Hulsius (1618) 2, 343
b; vorhof,
vestibulum, atrium Stieler 845; Kramer
teutschital. dict. 2 (1702) 1216
b; Steinbach 1, 767; Frisch 2, 407
a; Adelung; Campe;
vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1658;
schweiz. idiot. 2, 1026,
s. auch Verwijs-Verdam 9, 996
unter vorehof. —
im älteren nhd. daneben fürhof (
th. 4, 1, 1,
sp. 749
ohne beleg):
area, areola, vestibulum, ein leer platz fürm hausz, der fürhof Alberus (1540) k k 4
a; stuend also in dem fürhoff desz hausz Ulissis Schaidenraiszer
Odyssea (1537) 2
a. 11)
offener, eingefaszter raum vor einem gebäude: vorhoff oder vorschopf, dadurch man ab der gassen ins hausz gadt,
prothyrum Maaler 475
d (
hier aber von einem bedeckten vorbau, vgl. unter 6);
prothyrum, vestibulum ein vorhoff oder antrit vor der thür
nomencl. lat. germ. (1634) 448; in ihren häusern und stallungen oder innern vorhöfen Guarinonius
greuel d. verwüstung (1610) 517; das haus dieser wittwe ... war durch eine starcke mauer, welche den v. umgab, von der öffentlichen strasze abgesondert
d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 252; in dem vorhofe der Ilmenauer wohnung des oberforstmeisters Göthe II 6, 226
W.; in einer entlegenen gegend stehet ein einsamer bauernhof, der weg führt hart am v. der wohnung vorbei br. Grimm
dt. sagen (1891) 1, 238; durch starke mit eisen beschlagene thorflügel tritt man zu Sevilla in einen ziemlich einfachen v. Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 207; so offt du wider kümpst und mich auszen der thür vernimpst, es sey im vorhof oder garten B. Waldis
Esopus 1, 351
Kurz; durch den vorhof eng und klein eilt ich ... in ihr trautes kämmerlein Salis
ged. (1793) 25.
im bilde: (
vorwurf,) dasz ich einen groszen v. zu einem kleinen hause gebauet und eine handvoll fabeln mit einer vorrede für einen folianten ausgezieret oder vielmehr beschweret hätte Triller
poet. betrachtungen (1750) 2, 615. 22) Adelung
bemerkt zu dieser anwendung des wortes: '
das wort scheinet noch im oberdeutschen gangbar zu seyn; im hochdeutschen wird es nur noch in der höhern und edlern schreibart gebraucht, indem man im täglichen umgange einen solchen v.,
wenn er von einigem umfange ist, nur den hof
schlechtweg nennet'.
der gebrauch des wortes in der schriftsprache beruht hauptsächlich auf der biblischen anwendung (
s. unten 6);
wird es im profanen sinne angewendet, so denkt man am ehesten an gröszere bauanlagen; in einer burg, in die befestigung einbezogen oder auch eine anlage, die in loserer verbindung mit der burg steht und weniger widerstand leistet (
vgl. Lexer 3, 469): gewunnen das stetlein und den vorhoff, oben auf dem Rotenberg gelegen vor dem slosz
dt. städtechron. 2, 179 (
Nürnberg); in demselben schlos sindt zwen tayl gewest, den Sützeln zusteend, und ein neugepaut haus in dem v.
Thomas v. Absberg 82
lit. ver.; dasz si die thor an dem vorhoff uffthaten, also fielen die von Zürich hinin und fiengend iro by 40 knechten Tschudi
chron. helvet. (1734) 2, 317
b; das haus ... wird von dem vorhoff oder euszern schlos durch einen tieffen ... graben unterschieden Chemnitz
schwed. krieg (1648) 1, 232; welche nunmehr schon den gantzen v. erobert hatten Lohenstein
Armin. (1689) 2, 246
b; bald darauf rollte der wagen durchs düstere burgthor in einen geraumen v. hinein Musäus
volksmärchen 1, 59
H.; bald sie reytten ins schlosz hinnein und absaszen in dem vorhof H. Sachs 2, 281
K. 33)
vor einem palast oder sonst einer gröszeren bauanlage: (
vor dem palast des hohenpriesters) und er gieng hin aus in den vorhoff, und der han krehet
Marc. 14, 68;
mit bezug auf diese stelle: siehe hüt an mich armen sünder mit dynen barmhertzigen ougen, mit denen du hast angesehen Petrum in dem vorhoff Annas
d. ew. wiszheit betbüchlin (1518) 128
b; Petrus ist gesessen in dem v. desz hohenpriesters, ehe ihn noch das weibl ... treulos gemacht Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1690) 157. — dasz er (
der pfau) lieber wolte den fuchsschwantz als seine augenvollen federn haben; der hoffnung, er nicht nur in den vorhöfen, sondern in groszer herren zimmern leben würde Harsdörffer
frauenzimmergesprächspiele (1641) 7, 177; wegen der im ersten vorhofe (
eines lustschlosses) stehenden drey herrlicher springbrunnen Lohenstein
Armin. (1689) 1, 385
a; der kindische vater (
Lear) wird es bald seyn auch in den vorhöfen seiner töchter — bittend Herder 5, 220
S.; aus einem geräumigen vorhofe, aus einer halle tritt man in die andere G. Forster (1843) 3, 432; ein zimmer im königlichen pallast, durch eine eiserne gitterthüre von einem groszen vorhofe abgesondert Schiller
dom Karlos 5, 1; es folgt ein groszer, unbedeckter v., dessen umfassungsmauer mit säulen umstellt ist Fr. Th. Vischer
ästhetik (1846) 3, 2, 282; ich ging in den v. des palais Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 69; ein schaar soldaten besetzt ringsum das hausz, theils dringen sieh bereit durch pfort und vorhoff ein Lohenstein
Epicharis (1701) 53; auf dem vorhof unsres herren sind drei schöne silberquellen Herder 25, 579
S.; und bist du im ringsumbaueten vorhof (
αὐλή), dann durcheile den saal Voss
Odyssee 6, 303
B.; denn sag, was mangelt diesem schlosz ..., wo aller zonen schönste frücht und blüthen gleich einem sonnenregen dach und vorhöfe umträufeln? Grabbe 2, 99
Bl. übertragen: es gemahnte ihn, als wandle er durch die vorhöfe des innern erdenpalastes Novalis 4, 130
Minor. 44)
man vergleiche noch folgende anwendungen: im v. des closters Stumpf
Schweizerchron. (1606) 409
b. — weil er noch im vorhofe des gefengnis gefangen lag
Jer. 39, 15; endlich wurden wir in den äuszern v. des gefängnisses gerufen G. Forster (1843) 5, 55. —
vor der höhle des cyclopen: trieb schnell in die weite kluft die ziegen und schafe, mütter und böcke zugleich, und liesz nichts drauszen im vorhof (
οὐδέ τι λεῖπε βαθείης ἔντοθεν αὐλῆς) Voss
Odyssee 9, 338
B. (
vor dem Hörselberg) dessen vorhoff, so er mit besen gekehret, und der sand gleich gemachet wird, so sol man dennoch den andern tag unterschiedener thieren fuszstapffen drinnen befinden Prätorius
Blockesberges verricht. (1668) 16;
hier scheint ein freier platz gemeint zu sein. 55)
von bestimmender bedeutung für den sprachgebrauch ist die verwendung des wortes bei der jüdischen stiftshütte und dem tempel zu Jerusalem: und er machte einen v. gegen mittag mit einem umbhang
2. Mos. 38, 9;
der tempel hat mehrere vorhöfe: und er füret mich weiter zum euszern v.
Hesek. 40, 17; und er mas auch das thor am innern vorhofe 27; unser lieber herr ist einmahl, als es kirchweyhe war, in dem vorhoff oder vorgang desz salomonischen tempels hin und her spatzieren gangen Abr. a
s. Clara
Judas 4 (1695) 386; da das volk nur im vorhofe blieb und die musik ihm aus dem heiligthume ... zuschallte Herder 12, 248
S.; wechsler und händler, die Christus schon im vorhofe des tempels umstürzte Laube (1875) 14, 22; schreckende wolken wälzeten sich aus dem allerheiligsten, strömten herüber durch die hallen des heiligen, dann in des tempels vorhof Klopstock
Messias 11, 213; so bringt, was ihr noch habt, zu einer mahlzeit in des tempels vorhof O. Ludwig (1891) 3, 402. 66)
von dieser biblischen vorstellung aus entwickelt sich der reiche übertragene gebrauch, den Adelung
merkwürdiger weise noch nicht erwähnt; '
so wird v.
auch uneigentlich gebraucht für etwas, das zu etwas als der hauptsache führt, dazu vorbereitet etc.' Campe.
die beziehung auf den tempel Salomos kann dabei mehr oder minder deutlich sein; vgl. Klopstocks
ode 'der vorhof und der tempel' 1, 175
M.-P. 6@aa)
zunächst ist noch eine bibelstelle zu erwähnen, die für den übertragenen gebrauch bedeutsam ist: wie lieblich sind deine wonunge, herr Zebaoth. meine seele verlanget und sehnet sich nach den vorhöfen des herrn
ps. 84, 3-4;
diese stelle wird auf die vereinigung mit gott bezogen: söhnet euch nach den vorhöfen gottes mit hertzlichem verlangen Dannhawer
catech.-milch (1657) 1, 541. mein seel verlangt und sehnet sich nach dein vorhöfen hertziglich H. Sachs 18, 330
K.-G.; gehet zu seinen thoren ein mit dancken und mit loben fein zu seinen vorhöfen
bei Fischer-Tümpel
d. evang. kirchenlied 1, 64. denn ein tag in deinen vorhöfen ist besser denn sonst tausent, ich will lieber der thür hüten in meines gottes hause, denn lange wonen in der gottlosen hütten
ps. 84, 11; lasz doch meiner seelen begierde nur in den thoren deiner vorhöfe wohnen Böhme (1620) 4, 12; ich will weit eher in den vorhöfen des herren in der halle wohnen ... als in den pallästen der gottlosen Hippel
lebensläufe (1778) 1, 346. 6@bb)
von hier aus dann in freierem gebrauch: dank und lob für seinen gnädigen beistand in seinen vorhöfen darzubringen Schleiermacher (1834) II 4, 77; die liebe geht zu gott unangesagt hinein verstand und hoher witz musz lang im vorhof sein A. Silesius
cherubin. wandersm. 139
ndr.; darf ich des herrn vorhöfe betreten? A. Gryphius
ged. 479
Palm; unsers daseyns ist dies (
das irdische leben) die knospe, ist der morgenanbruch, die dämmrung unsers tages, nur der vorhof Herder 27, 396. mir ist denne, wie ich habe übergangen stat und zit und stande in dem forhobe ewiger selikeit Seuse
dt. schr. 234
B.; ir sollen in loben in den vorhöfen der himel S. Franck
chron. zeitb. (1531) 18
b; (
stand der gnade,) welches der v. zum reiche gottes im eigentlichsten sinn ist Hippel
lebensl. (1778) 3, 2, 188; hoffen (
ist) — alles! der v. des himmels maler Müller (1811) 3, 129; das leben soll nicht betrachtet werden als ein v. des himmels Immermann 18, 186
B. 6@cc)
die vorstellung kann ganz räumlich sein: (
der engel) führte ihn in die vorhöfe des paradieses Herder 26, 342
S.; gab ihm (
dem menschen) den v. des himmels (
die erde) zur wohnung Wieland I 2, 349
akad. ausg.; wie ist alles so still im dämmernden v. der zweiten welt Jean Paul 3, 54
H.; (
im anblick des sternenhimmels) ich steh hier in dem vorhof der gottheit, beflügelt von dem tod eilt mein geist einst in den tempel Klopstock
oden 1, 175
M.-P. nordisch: Glasur, ein geheiligter wald, der die vorhöfe des himmels umgab Gerstenberg
in lit. denkm. 30, 357. 6@dd)
verweltlicht: die herren würden in dortiger gegend zwar nicht just ihr paradies, aber doch einen ganz schicklichen v. desselben gefunden haben Müller v. Itzehoe
Siegfried v. Lindenberg (1783) 1, 140. — gotteshäuser, vorhöfe des himmels
allg. dt. bibl. anh. zu 58-86, 184; Bamberg ist nicht mehr Bamberg, ein engel in weibesgestalt macht es zum vorhofe des himmels Göthe 8, 49
W.: du fehlest allein, sonst wäre ein v. des himmels hier IV 7, 23. — ich suche euch jetzt im kerker, im v. des todes, auf Hebbel
w. 3, 217
W. —
vgl. noch folgende, ungewöhnlichere wendungen: im v. (
Italiens) hab ich mich gut umgesehen Göthe III 1, 294
W.; die wohnstube wird durch das auslernen der kinder ... zum v. des culturtempels erhoben Pestalozzi (1819) 9, 232; es war mir (
in Salzburg) als gings in die vorhöfe der heiligen inquisition Laube (1875) 8, 181. 6@ee)
dem v.
des himmels wird ein v.
der hölle gegenüber gestellt: die welt ist die vorhell, ya eyn recht teufels reich und eyn vorhoff ynn die hell Luther 17, 1, 394
W.; der schatte des todts, der vorhoff hellischs reychs Eberlin v. Günzburg 2, 139
ndr.; unmäszige sorgen hätten ihre wohnung in dem vorhofe der höllen Lohenstein
Armin. (1689) 2, 915
a. unden in dem vorhoff der hell H. Sachs 8, 18
K.; denn mir kam die welt ... als wie der höllen vorhof vor Brockes
ird. vergn. (1721) 8, 529. der vorhof der hölle schlang ihn ein Zachariä
poet. schr. (1763) 2, 145.
im bilde: der rachen (
des tigers) gewölbter v. der höllen Göthe 37, 351
W. 6@ff)
auch bei freiester übertragung kann immer noch die beziehung zum tempel festgehalten werden: ein schönes denkmal im vorhofe des tempels allgemeiner menschlichkeit Herder 18, 244
S.; wessen arbeiten Klopstock gefallen, der ist schon in den v. des tempels der unsterblichkeit eingegangen und wird gewisz ins allerheiligste kommen Hölty
ged. 218
Halm; so wandelten Ewald und Lina einige wochen lang in den vorhöfen des heiligthums der liebe Pfeffel
pros. versuche (1810) 5, 183; war ich darauf angewiesen, in den vorhöfen des tempels (
der kunst) zu stehen und da oder dort durch die vorhänge zu gucken G. Keller (1889) 2, 137. —
in der allgemeinen freien übertragung in dem unter 6
nach Campe
angegebenen sinne verbindet es sich gewöhnlich mit einem genitiv: unterdessen ich in den vorhöfen der wissenschaften umschweifte Hamann (1821) 1, 169
Roth; der trosz der brotstudenten, der in den vorhöfen der erkenntnisz herumlärmt Bürger 372
b Bohtz; ihn mit pracktischem lebendigem sinne in den v. kameralistischer beschäftigung führen Göthe IV 8, 345
W.; sie tummelt sich in den vorhöfen ihrer bestimmung Schiller 2, 352
G.; das judenthum und das pabstthum sind die zwei vorhöfe des Lutherthums Jean Paul 6, 33
H.; der mir diesen ... abend zu einem v. einer ganzen reihe von seligen tagen gestaltet hat Fouqué
gefühle, bilder (1819) 2, 126; leider aber bleibt man in dieser gebrechlichen welt stets gar zu sehr im vorhofe des erfreulichen
briefw. zwischen J. u. W. Grimm, Dahlmann
u. Gervinus (1885) 2, 290; (
dinge,) welche im äuszersten vorhofe der geselligen unterhaltung liegen G. H. v. Schubert
selbstbiographie 2 (1855) 85; ewig im v. der liebe wohnen willst du nicht Carossa
d. arzt Gion (1931) 264; sonst fänd er nimmer sich in Amors vorhof ein
bei Weichmann
poesie der Niedersachsen (1721) 4, 225. als du anfingst zu erfahren, was der welszheit vorhof sey Triller
poet. betracht. (1750) 3, 353. 6@gg)
andere wendungen freier übertragung oder bildlicher anwendung: ich darf mir schmeicheln, in den vorhöfen, welche zur ärztlichen kunst führen, nicht müszig gewesen zu seyn Göthe IV 40, 158
W.; nicht leben, sondern nur v. und eingang zum leben Fichte (1845) 7, 369. (
der) geübt, den weg zu gehen, der hin zu ihnen (
den wissenschaften) führet, doch blosz im vorhof bleibt J. A. Schlegel
verm. ged. (1787) 2, 41. Sömmerings seelenorgan und die Deutschen. viele gesellten sich ihm, da der priester wandelt im vorhof, aber ins heiligtum wagten sich wenige nach Hölderlin 1, 154
Litzmann. sehr frei: auch bin ich wieder fleisig an meinem grosen gedichte gewesen und bin bis zur 40sten strophe gelangt. das ist wohl noch sehr im vorhofe Göthe IV 7, 33
W. 77)
natürlich wird v.
im eigentlichen sinne auch bei andern dem gottesdienste geweihten gebäuden gebraucht: nach einigen tagen fügte es sich, dasz ich meiner geliebten unbekannten in einem der vorhöfe des tempels begegnete Wieland
Agathon (1766) 1, 285; unbekannt langen beyde freunde (
Orest und Pylades) im v. dieses tempels an Schiller 6, 241
G.; in Hierapolis sah man die phallen in dem vorhofe des tempels von ungeheurer grösze Creuzer
symbolik u. myth. (1810) 2, 78; durch einen unbedeckten v., dessen holzwand ... roh übermalte figuren zeigte, in das roh überdachte tempelgebäude Dahlmann
gesch. v. Dännemark (1840) 1, 291. 88)
bei dem v.
einer kirche denkt man zunächst an einen eingefaszten offenen vorplatz, wie er zu der alten basilika gehört. in älterer sprache, da es mit vorlaube, -schopf, uszer kirch (
s. Diefenbach
gl. 616
a unter vestibulum)
gleichgestellt wird, scheint man auch einen bedeckten anbau oder vorbau damit bezeichnet zu haben: vorhoff an der kirchen,
pronaus Reyher
thesaurus (1686) o 3
a; das er sein pferd in den vorhoff, eingang und fürschupff der kirchen
s. Peters stellen hiesz S. Franck
chronica (1531) 354
a; der schauplatz stellet für den v. der heiligen Sophienkirche Lohenstein
Ibrahim sultan (1680) 28; (
du) umeirkeltest den v. der Peterskirche mit marmorgängen Göthe 17, 141
W.; der v. der kirche bestand wieder in einer schönen hohen säulenhalle Kerner
bilderb. (1849) 171; im v. der kirche stand Tutilo, ein schwert über der kutte Freytag (1886) 9, 60; der kirche bin ich wohl bereit zu nahen, doch ich besorg, im vorhof zu verweilen Göthe 9, 250
W. 99)
älteres vürhof
begegnet auch im sinne von vorwerk Lexer 3, 600; vorhof,
vorwerk einer burg quelle des 14.
jh. bei Fischer
schwäb. wb. 2, 1658;
vor einer stadt (16.
jh.)
schweiz. idiot. 2, 1026. 1010)
als ausdruck der anatomie: die vorhöfe des herzens,
atria cordis Nemnich; die beiden vorhöfe ziehen sich stets im selben augenblick zusammen v. Alten
hdb. f. heer u. flotte (1909) 4, 741;
wenig geschmackvoll auszerhalb der technischen sprache: die vorhöfe ihres herzens mochten offen und sehr zugänglich sein, das innere ... war noch wohl verwahrt Laube (1875) 11, 60; v. des herzens
in ganz anderer vorstellung: des hertzens vorhof ligt, dein rosenmund, gestillet Zesen
verm. Helikon (1656) 2, 32.
in der anatomie auch noch von andern stellen des körpers: (
adernast,) der sich herabzeucht und läszt in den schopff und v. des ersten theils der bärmutter Ruoff
hebammenb. (1580) 35; (
der) kürzere (
gang) öffnet sich in den v. (
des ohrs) Oken
allg. naturgesch. (1839) 4, 99; der v. derselben (
der mundhöhle), vestibulum oris, liegt vor und auszerhalb der zähne Sömmerring
vom baue d. menschl. körpers (1839) 5, 22. 1111)
als erstes glied von zusammensetzungen (
fugen-s
ist nicht berücksichtigt); Sömmerring
bildet mit v.
im anatomischen sinne eine unmenge von zusammensetzungen, die aufzuzählen sich erübrigt: