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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verwerten v.

Bd. 25, Sp. 2233
verwerten, v. , junges wort, das noch in der literatur und den wbb. des 18. jh. völlig fehlt. 11) eine sache v., den wert, der in ihr steckt, herausholen und sich zu nutze machen. 1@aa) concret: in den Lappmarken z. b. liegt trefflichster reichster eisenstein mit 75-80 procent inhalt; man kann das metall nicht ausbeuten und verwerthen, weil man keine steinkohlen hat E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 4, 329. besonders von gegenständen, die zunächst scheinbar wertlos sind, von abfällen, nebenproducten und dergl.: selbst in diesem lande (England) bietet die gasfabrikation nur dann vortheile dar, wenn sich die abdestillierten kohlen (der koks) verwerthen lassen Liebig chem. briefe 124; die jauche ... wuszte er (der bauer) um jene zeit noch nicht zu verwerten Wimmer gesch. d. deutschen bodens (1905) 62; abdecker, ... eine person, die gefallene tiere ... verwertet v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 7. in der umgangssprache viel lebendiger als in der literatur: abfälle, ein stück papier, eine leere schachtel, einen flicken kann man noch v.; besonders in der zeit des rohstoffmangels im weltkrieg war vom v. von patronenhülsen, geschoszführungsringen, konservenbüchsen, küchenabfällen u. a. die rede; nach der kriegsgreuelpropaganda verwerteten die Deutschen leichen zur bereitung von seife. nach dem krieg wurde besonders heeresgut verwertet. zuweilen auch v., verkaufen, zu geld machen Fischer schwäb. wb. 2, 1412; einen ... edelstein, dessen besitzer aber weisz, dasz er ihn niemals verwerthen darf Holtei erz. schr. 23, 150; die verwaltung bemüht sich, die groszen noch vorhandenen lagervorräthe mit derjenigen vorsicht zu verwerthen, welche die rücksicht auf den concurrirenden leinwandhandel einem staatsinstitute gebietet Bismarck polit. reden 1, 350 K.; geld aus etwas herausziehen: dominialland, welches man durch verpachtung verwerthete Mommsen m. gesch. 2, 39. 1@bb) von geistigem und abstractem: wie weit du kommst, ... das soll davon abhängen, wieviel dein auffassungsvermögen ruhig verbrauchen und verwerthen kann Laube ges. schr. 1, 185; will man ... diesen satz für die praxis verwerthen Lagarde dtsche schr. 120; so wird auch Deutschland ... den vortheil, dasz es die in orientalischen fragen am wenigsten interessirte macht ist, um so sichrer verwerthen können, je länger es seinen einsatz zurückhält Bismarck ged. u. erinn. 2, 294 volksausg. besonders von fähigkeiten, eigenschaften, kenntnissen: seine wissenschaftlichen kenntnisse praktisch zu verwerthen Fontane I 4, 296; dasz die hohe befähigung Usedoms sich nirgendwo anders verwerthen läszt Bismarck ged. u. erinn. 1, 227 volksausg.; alle kräfte, die in mir liegen, zu verwerthen M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 252. 22) selten von personen; vereinzelt im sinne von 1 a: so habt ihr das umgekehrte vom communismus als das richtige erkannt, und es heiszt dann nicht: gebt euer eigenthum auf! sondern: verwerthet euer eigenthum! über der pforte unserer zeit steht nicht jenes apollinische: erkenne dich selbst, sondern ein: verwerthe dich! Stirner d. einzige u. s. eigenthum (1845) 420. einen nutzbringend verwenden: jeden, ob geistlich oder weltlich, warf er hierhin und dorthin, wo er ihn gerade zu verwerthen glaubte Freytag ges. w. 17, 320. sich v., sich als wertvoll erweisen: Lucinde verwerthete sich dem witwer noch am besten von seinem reichen kindersegen Gutzkow zauberer von Rom 1, 6. 33) zuweilen wie verwenden von stoffen, motiven, überlieferungen in literarischen werken: Schiller hat in seinen beiden gröszten historischen stücken nur die geschichtliche katastrophe, die letzten scenen eines wirklichen menschenlebens verwerthet G. Freytag ges. w. 14, 37; (der dichter des könig Rother) verwertet anecdoten aus der kreuzfahrt von 1100 Scherer literaturgesch. 94; Milton wuszte wie Shakespeare, das reiche erbtheil der altenglischen mysterienbühne zu verwerthen Treitschke hist. u. pol. aufs.5 1, 44.
3941 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verwertenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-werten swv. BMZ intr. gebrechlich, alt werden. unze si verwarte gar und in daʒ alter getrat Mar. 180,37 ; schlecht m…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    verwertenv.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    verwerten , v. , junges wort, das noch in der literatur und den wbb. des 18. jh. völlig fehlt. 1 1) eine sache v., den w…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verwerten

    Goethe-Wörterbuch

    verwerten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verwertenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ver-werten schw. : nach dem Schd., umgspr., veʳweʳte [verbr.]. Viel Obs (Obst) werd heit gar net veʳweʳt [ LA-Mörzh ]. S…

  5. Spezial
    verwerten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ver|wer|ten vb.tr. 1 adoré (danü), reanuzé (reanüza) 2 (ausnutzen) sfruté (sfrüta)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verwerten

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verwerten

ver- + werten

verwerten leitet sich vom Lemma werten ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verwerten 2 Komponenten

verwer+ten

verwerten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verwerten‑ als Erstglied (1 von 1)

verwertenlich

KöblerMhd

verwert·enlich

verwertenlich , Adj. nhd. verderblich, verdorben, verderbend, empfindlich, wertlos Hw.: s. verwertlich Q.: Secr (1282) (FB verwertenlich) E.…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verwerten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verwerten/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verwerten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verwerten/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verwerten". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verwerten/dwb.
BibTeX
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