verwenden,
v. :
ahd. gl. 1, 693, 33;
mhd. wb. 3, 694; Lexer;
in älteren hd. wbb. gewöhnlich, z. b. Haltaus 1913; Diefenbach
gloss. 319
c; Schöpper f 6
c; Frisius 139
b; 377
a; 1195
a; 1325
a; Maaler 437
c; Hulsius-Ravellus (1616) 360
b; Corvinus 905; Stieler
stammbaum 2505; Kramer (1702) 2, 1320; Dentzler 316; Steinbach, Adelung, Campe.
mundartl. lebendig: schweiz. id. 1, 910; Stalder 2, 445;
Appenzell Tobler 190
b;
steir. Unger-Khull 225;
bair. Schmeller-Fr. 2, 945;
schwäb. Fischer 2, 1409;
elsäss. Martin-Lienhart 2, 835;
obersächs. Müller-Fraureuth 2, 619;
Frankfurt Askenasy 34;
siegerländ. Schütz 2, 24;
Elberfelder ma. 169;
halberstädt. jb. f. ndd. sprachforsch. 34, 63;
waldeck. Bauer-Collitz 32;
götting. Schambach 278;
Berlin Brendicke 189;
Lübeck Schuman 79;
schlesw.-holst. Mensing 5, 466. 11)
bewegen in ganz allgemeinem sinne, nur in älterer zeit: wann das wird bey euch geheissen ein schritt, wann die füsz ferrer von einander gesetzt sein zu verwenden snelligklich den leichnam
offenbarung d. h. Birgitte (1502) m 3
a; (
einer, der sich als gelähmt ausgab,) kunt die füsz und hend verwenden (1510)
bei Kluge
rotwelsch 41; Luther 26, 642
W.; entgegen wann der weise mann Ulysses fieng zu reden an, stund er darzu, sah auf die erdt, verwendet nit das scepter werth, sonder hielt es streiff in der hand Spreng
Ilias 34
a; wie der wind die windmühlen verwendet Harsdörfer
frauenzimmergesprächspiele 5, 166.
reflexiv: aber der lieb herr stuond still und verwant sich nicht
heilig. leben i. d. winterteil 38
b; da sitzt alsdann die braut im sessel prangen und verwendet sich minder als der hailgenstock am wegschaid Fischart 3, 31
H. 22)
von einer stelle wegbewegen, entfernen: (
Ajax) Epicleum zu tode warf mit einem marmerstein gar scharf; derselbig an der mauren klebet, kein mensch jetzund auf erden lebet, der ihn zumal mit beeden händen von seiner stelle möcht verwenden Spreng
Ilias 164
b.
reflexiv: dasz sie sich keines weges in abwesung meiner ausz dem hause verwenden wolle
engl. comödianten 292
Creiz. in gleichem sinne den fusz v.: verwendt nur keiner nit den fusz Fischart 2, 55
H.; ich sage es noch einmahl, verwende deinen fusz nicht, ehe du ferner mit mir geredet hast Chr. Weise
Regnerus 28. 33) v.,
stehlen, entwenden Rädlein 953
b; ich verwende,
furor Steinbach 2, 931; der lidrin sack klingend erscheyn. secht, wie unserer gferten eyn etwas daraus verwenden wolt Wickram 8, 204
B.; ihm ward gesagt, dass er ... auch ettliche kirchengewand verwendet, anderst färben und die seinige darein kleyden lassen Moscherosch
gesichte 1, 325. 44)
hin- und herbewegen: so sölt ir auch hinder der mesz oder so ir eüwer gepet sprecht, eüwer heübter nit hyn und her wenden, gleich den kranich und der türteltauben, die do ir helsz bisz auf die schultern tond und den verwendent wie ein kugel Marquart v. Stein
spiegel d. tugent (1498) 61
a; man verwende das auge auf der tafel hin und wieder Göthe II 1, 15
W. 55)
aus der natürlichen lage bringen, verdrehen, besonders von den augen: oculos torquere Dentzler; er verwandte die augen wie ein abgestochener bock Kramer (1702) 2, 1320
b; als ... die eul in ersahe, dasz er an sie wolt, bleib sie still sitzen, ... verwendet die augen, streubet die federn, sperret die flügel auf Kirchhof
wendunmuth 1, 199
Ö.; die blinden, die auf der gassen sich lassen leiten und die augen verkehren und verwenden, das man keine stern, sondern das blosse weisse nur sicht Pape
bettel- u. garteteufel 170
a; nachdeme er gleich einer ... hingerichteter katze einigmal die augen verwendet und die achseln gezücket hatte Lindenborn
Diogenes 1, 86.
reflexiv: auch gebe ich ihm zu trinken bier von starkem hopfe, das sich ihm verwenden die augen im kopfe
fastnachtsspiele 2, 931
Keller. seltener von andern körpertheilen: des patienten lager musz er (
der feldscher), wo möglich, nicht anders ordnen, den wie er befunden, da er geschossen worden, denn sonsten verwendeten sich die musclen und versperren den hinein geschosznen kugeln, schroten, stückgen von kleidern, eyter usw. den ausgang v. Fleming
teutsche soldat (1726) 323.
als adjectivisch gebrauchtes part. prät.: dasz man also oft menschen hat gefunden also todt ligen mit gekrümbten oder verwandten halss Paracelsus
opera (1616) 2, 292
a Huser; sodann presst er mit verwendetem halse den andächtigen wind hervor, mit welchem er gott loben ... will Rabener
s. w. 6, 21.
ungewöhnlich von dauernder beschädigung, durch ein verrenken oder verdrehen verkrümmen, verkrüppeln: zu meines vaters zeit war hier ein jägersmann, der sich auf viel verstand, was jetzt nicht jeder kann. doch als der wetterstrahl ihm einst den arm verwandt, legt er die büchse ab und nahm das horn zur hand Kind
gedichte 2, 191.
in neuerer zeit mit verwandter front:
unter v.
f. versteht man, dasz eine armee bei angriff oder verteidigung nicht senkrecht zu ihrer front zurückgehen kann, sondern sich gezwungen sieht, mehr oder weniger seitlich auszuweichen Bernhardi
Deutschlands heldenkampf 32. 66)
umwenden: das gemähte gras v.
schwäb. Fischer; verwendt stricken,
links stricken Müller-Fraureuth 2, 619; er verwandt das haupt
Aymont (1535) s I
a; verwendet ihn (
den lachs, der gebraten werden soll) einmahl im papier, und wenn er auf beiden seiten fertig ist, so könnet ihr solchen mit dem papier anrichten Amaranthes
frauenzimmerlexikon 1114.
reflexiv: wie der dotter im ey, der auf kein seiten sich verwendet Paracelsus
opera (1616) 2, 109
b Huser; zehen oder zwölf stund under einem zug schlafen und sich niemaln verwenden Albertinus
Lucifers königreich 220
L.; das steuerruder hatte sich verwendet
allg. d. bibl. 67, 199.
bildlich: darinn (
im krieg) ist das glückrad senwell, verwendt sich augenblicklich schnell Fronsperger
kriegsbuch (1573) 2, 100;
das part. prät. in adjectivischer function schon mhd.: mit verwendeter baniere, sam riter die vrides gerten Heinrich v.
d. Türlin
krone 10895;
nhd.: also namen die begynen Ulenspiegeln und truogen in uf den kirchoff unrecht, als er uf dem buch lag, als der boum (
totenbaum, sarg) verwent was
Eulenspiegel 144
ndr.; (
Circe) schlug sie mit verwandtem stecken Rollenhagen
froschmeuseler (1595) f 3
a; man komme in wenig jahren wieder, so wird sich das blat verwendet finden Schoch
studentenleben (1657) k 4
b; wenn ein messer aufm rücken lieget, das ist nicht gut: ja man soll eher nach solchem verwandten messer laufen, es umbzulegen, als nach einem kinde, welchs ins feuer gefallen Prätorius
philosophia colus 13; Conti, mit den gemälden, wovon er das eine verwandt gegen einen stuhl lehnet Lessing 2, 381
M. (
Emilia 1, 4).
von der hand: wenn seine rechte hand verwandt auf dem rücken lag Gaudy
s. w. 4, 123;
meist, wenn von schlag oder stosz die rede ist: stosze mit verwanter hand nach seinem halsz hinein Sutorius
fechtbuch 60; dabei holte ich mit der verwandten hand aus Gaudy
s. w. 2, 109;
auch mundartlich: er gab ihm eins mit verwengter hand Frischbier 2, 444; mit der verwendte hand Mensing 5, 446.
substantiviert: krist wat mit de vorwente,
du bekommst was mit dem handrücken jb. f. ndd. sprachf. 34, 63;
auch für schlag, ohrfeige: giebt ihm der erste beste junge ... eine verwendte — hier zu lande heiszts watsche — auf die linke backe Holtei
erz. schr. 14, 44; du krijst jleich ne verwendte Brendicke
Berliner wortschatz 189. 77)
abwenden, von etwas wegwenden, schon ahd.: avertebant, wantun, firwantun, dancherten
gloss. 1, 693, 38
St.-S. meist von einem
oder von etwas,
vereinzelt mit dem dativ: 62 jar hastu im feld gestritten und hast der welt niemaln das angesicht verwendt Albertinus
fürsten u. potentaten (1599) 26.
selten von herz, kopf, hand: daher scheut ihn jung und alt mit verwandtem hertzen P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 336; was gäbs für ein hindernisz, sagte er, sich halb zum gehen wendend und mit halb verwendetem kopfe Brion zusprechend Laube
ges. schr. 2, 102; er solle alsbald wieder ans steuerruder sich hinsetzen und keine hand davon verwenden G. H. v. Schubert
erzähl. 1, 57.
häufiger gesicht, antlitz v.: Joel, der andere sohn, verwandte sein thränendes antlitz von dem vater und sah den messias die gräber herabgehn Klopstock
Messias (1780) 34; eine häszliche, eine abscheuliche bildung ..., von der man gern sein gesicht verwendet Lessing 9, 17
M.; verwende nicht dein angesicht! maler Müller 3, 256.
am gewöhnlichsten von blick und auge: mit verwandtem blick
deutsche schaubühne 4, 212
Gottsched; Henry Felix risz die augen auf und lauschte mit einem ausdrucke des entsetzens, vor dem nun auch Sara den blick verwenden muszte Bierbaum
prinz Kuckuck 3, 455. blick v.
meist, auge v.
immer in negativen zusammenhängen: ich auch kein auge von ihm verwenden kundt
engl. comedien u. trag. (1624) A a III; aber gleichwohl darf ich die augen nicht sehr von meinem koffer verwenden Lessing 2, 156
M.; ich ... verwandte, so viel ich unbemerkt seyn konnte, kein auge Heinse 4, 48
Schüdd.; sein geist war ganz dahin gebannt, er hätt kein auge davon verwandt Göthe 16, 126
W. (
H. Sachs); Karln, der keinen blick von ihm verwandte Immermann 2, 51
B.; ohne den blick von ihr zu verwenden
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 3, 71. 88)
in eine bestimmte richtung, auf ein bestimmtes ziel hinwenden; von hier hat sich das part. prät. verwandt
abgespalten und ist zum selbständigen wort geworden, bei dem das bewusztsein für den zusammenhang mit verwenden
ganz verloren gegangen ist (
s. sp. 2121). 8@aa)
körperlich; in älterer zeit oft den rücken v.: als bald das weib den rück verwandt Er. Alberus
fabeln 169
ndr.; so er den rucken verwendt Fischart
geschichtsklitt. 101
ndr.; ähnlich Grimmelshausen 2, 339; 459
Keller. mit richtungsbestimmung: dieweil er (
der hirsch) seine füsz unter den bauch versteckt und sein athem in die küle und feuchte des erdbodens verwendet hat
neu jägerbuch (1590) 49
b; im streich verwendt dein kurtze schneiden gegen seinem streich Sutorius
fechtbuch 8; verwende deine augen auf dasjenig, was du seyn werdest nach disem kurtzen leben Albertinus
Lucifers königreich 104
L.; dasz ich nur ein halbes auge auf dich verwenden konnte Hippel
lebensl. n. aufsteig. linie 3, 2, 356. 8@bb)
übertragen von begriffen verschiedener art: dahär kummet es, das ein grosz nachgedenken das gesycht verdunckelt, dieweil es sich innwendig uff das gemüt verwendet Eppendorf
Plinius 11, 207; wie er den krieg wider in Ungaren verwenden möcht Stumpf
Schweytzerchronik 32
a; indem ich den ganzen unterricht, den man uns in der geometrie ertheilte, sogleich in das thätige verwandte Göthe 26, 75
W.; fremdes konnt ich wohl in meinen nutzen verwenden, aber nicht aufnehmen 33, 195
W. mit persönlichem object, einen auf etwas verweisen, hinweisen: her Johanns Wernher ist der österreichischen lehen halb uf ain commission dornach verwent worden
Zimmersche chronik 2, 322
B. gefühlen, gedanken, bemühungen eine bestimmte richtung geben: es scheint, als ob die muter unter iren kindern gemeinlich mehr lieb auf die sön dan die töchter verwenden Fischart 3, 169
H.; ich will ihre andacht anderswohin verwenden Opitz
Argenis 2, 472; dessen schlauer herr neffe ... sein gantzes dichten und trachten darauf verwendete, ... das Osterland der magyarischen verwüstung zu entreiszen Steub
wanderungen im bayr. gebirge 99. 8@cc)
reflexiv, sich mit etwas beschäftigen, um etwas bemühen: der zwar sich stets mit fleisz und müh auf kenntnisz jeder art des wuchers, aber nie auf beszre kenntnisse verwandt Ayrenhoff 5, 30; mich ganz auf das studium der theologie zu verwenden Feszler
Abälard (1806) 1, 156.
sich an einen wenden: ich thor, der ich mich mit einer solchen frage auch eben an dich verwandte Meiszner
Alcibiades 2, 153. 99)
den bedeutungen 5-8
entspricht in übertragenem sinn: 9@aa)
zerstören, vernichten, schon mhd.: darnâch er si (
die burg) vorbrante, vortilgte und vorwante Nic. v. Jeroschin 20273
St.; nhd.: als der herr Judam und Iherusalem durch den gewalt Nabuchodonosor verwendet G. Alt
buch der chronicken (1493) 55
b.
reflexiv: wan tete der wolken schate, von zu grozer hitze drate, daz getreyde sich verwente und uf dem velde verbrente
Hiob 13947
K.; von geistigem und abstractem: dise irrunge (
dasz es keinen unterschied zwischen den personen der dreifaltigkeit gebe) verwante er hir mite, daz her sprach: daz wort was bî gote
mystiker 1, 159
Pfeiffer; o du gott der barmhertzigkeit, eröffne unser taubheit, erleuchte unsere blindheit, unterrichte unsere einfältigkeit, verwende unsere thorheit und vertilge unser unsinnigkeit Meyfart
himml. Jerusalem (1630) 2, 392; damit dem Pharao seine närrischen grillen sollen verwendet werden Abraham a
s. Clara
in zs. f. d. wortf. 8, 292.
in neuerer zeit vereinzelt in der ungewöhnlichen bedeutung, etwas in seiner wirkung aufheben: ein schwächling, der einen spaziergang vom tage vorher durch ruhe verwenden musz Stifter
s. w. 3, 279. 9@bb)
ändern, verändern, verwandeln. 9@b@aα)
in allgemeinem sinne, mhd.: unde als si en under ougen sach, dû was sîn antlitze verwant, als si hen nie hedde erkant
d. wilde mann 1, 437
K.; wo er (
der fähnrich) etwas mangels spürt, das zeiget er an, damit dasselbig verwendt und gebessert werde Fronsperger
kriegsbuch 1, s 1
a; wenn das geschlecht abwich, verwandte der strafende prophet durch eine kleine beugung seinen glückbringenden namen Herder 12, 194
S. reflexiv: sîn rehtiu sprâche sich dâ verwante und blæget als ein lembelîn Lampr. v. Regensburg
Franciscus 3133
W.; wie bald sich alle ding verwenden B. Waldis
Esopus 2, 290
K. 9@b@bβ) v. in,
verwandeln: wan als di wort gesprochen worden oder noch werden volent, ir tugende kraft dô verwent daz brôt garbe unde ganz in den heiligen lîchnam glanz Joh. v. Frankenstein
kreuziger 1892; so bald der könig das innen wurd, war sein treu in untreu verwendt H. Sachs 16, 348
K.-G.; die provintz in ein königreich instituiern und verwenden D. Federman
Niderlands beschreibung (1580) 4
b; so wird mein ach zuhand in lust verwant P. Fleming
deutsche ged. 1, 431
L.; der mensch wird in ein vieh und wütend thier verwand Rachel
sat. ged. 95
ndr.; den alle balken und decken sie sind schon lange verbrannt und trepp und gang und capelle in schutt und trümmer verwandt Göthe 1, 93
W.; die äcker sollten in gärten, gartenländer verwendet werden 35, 159. 9@b@gγ)
seltener v. zu
in gleichem sinne: din angst und not und zitlich leid wirt zlest verwendt zuo ewiger fröud Liliencron
hist. volksl. 4, 42; ers ihnen reicht und thät es geh zum waren fleisch verwenden Spee
trutznachtigall (1649) 332. 9@cc)
verzaubern: des bapstes heiligkeit, die hur, wann man sie drey mal sihet nur, so hat sie einen gleich zu hand gleich wie Medusae kopf verwandt Fischart
nachtrab 1710
Kurz. 9@dd) sich v.,
seine meinung, gesinnung ändern: da sie aber lange warteten und sahen, das im nichts ungeheures widerfur, verwandten sie sich und sprachen, er were ein gott (
apostelgesch. 28, 6) Luther
bibel 6, 348
B., vgl. Teller 1, 85; vielleicht wird Hector seinen willen an uns der massen nicht vollenden; sein herz das kan sich bald verwenden durch Jovis rathschlag, uns verborgen Spreng
Ilias 126
b.
den glauben wechseln: dasz unser unglück wie eine gottesstraf gekommen ist, ... weil ich mich so leicht verwendt hab Ganghofer
in gartenlaube 1905, 690. 9@ee) sich v.,
sich verstellen: Tiberius was ein mensch, ... der sich verwendt und anders gegen jedermann stellet, dan im zuo muot war Seb. Franck
chron. Germ. (1538) 17. 9@ff) die kleider v.,
vertauschen: Mauricius entrinnet in verwendten kleidern verstelt Seb. Franck
chron. Germ. (1538) 58: sich v.,
sich verkleiden: den keiser Rudolphen, er verwende oder verkleide sich, wie er wölle Megiser
annales Carinthiae 902; verwendet,
verkleidet: dise verwendte bilgere Stumpf
Schweytzerchronik 691
a. 9@gg) in eine andere sprache v.,
übersetzen: dieweil er (
Cicero) zum ersten alle geschicklichkait und weiszheyt der Griechen aus irer sprach in die latinisch versezt und verwendet hat Fischart 3, 122
H.; dise guevarrische quaestiones hab ich ... ausz irem hispanischen idiomate und reymen in die teutsche sprach verwendt Albertinus
zeitkürtzer, vorr. 2. 9@hh)
das part. prät. in der bedeutung übertragen, metaphorisch, bildlich: wie Christus deütlich sagt, das er darumb verdeckt in parabolis durch ain allegorische, verwendte red ... mit in redt Seb. Franck
paradoxa (1558),
vorrede 2; habt ihr denn nicht gefunden auch, dasz es wol ehe also im brauch, dasz eben in einm testament auch wol oft ist ein wort verwänd? als dort: das lamb ists osterfest, das doch nur des anzeig gewest Rinckhart
christl. ritter 73
ndr. 9@ii)
zum übeln wenden, schlecht machen, verderben. 9@i@aα)
selten von gegenständlichem: die zwey stuck von metallen seyen von natur vergifft, verkehren und verwenden das wasser von stund an
neu jägerbuch (1590) 12
b; dürres heu vertwendet sich,
wird wieder feucht, neuge—
backenes brot v. sich,
seine rinde wird weich Fischer
schwäb. wb. 2, 1409. 9@i@bβ)
öfter vom menschen und von geistigem; verdrehen, verwirren, verführen: lascivire Diefenbach 319
c; wer spricht aber, es sey kein got, dan der also verwirrt und verwendt ist in seiner eigne fantasey Eberlin v. Günzburg 3, 115
ndr.; solt ich jetzt in meinen letzten tagen mich erst von verloffnen leuten verkeren und verwenden lassen Mathesius
ausgew. w. 1, 9
Lösche; da kam ein teufelspfäfflein ins land, der hat uns kopf und sinn verwandt Göthe 16, 59
W. (
pater Brey); da ist er einmal heimgekommen, ... ganz verdrossen und verwendt Ganghofer
in gartenlaube 1905, 650.
entstellen: (
sein schriftwechsel), bei dem er zuweilen mentem auctorum zu verwenden scheinet Leibniz
d. schr. 2, 161.
part. prät. verwendt,
verdreht, vertrackt, verzwickt schweiz. id. 1, 910; noch mit anderen verwickleten, ... verwegenen, verwenden traumen mattet sich die menschliche phantasey ab Abraham a
s. Clara
Judas 1, 3; verwandtes,
adv., verdreht, dann auch scheel, ferner mürrisch Schütz
Siegerl. sprachidiom 2, 24. 9@i@gγ)
formen des part. prät. ohne rückumlaut sind vielfach weder der form noch der bedeutung nach mit sicherheit von verwähnt (
s. o. sp. 2074)
und verwöhnt (
s. u.)
zu scheiden. auch die schreibung verwendt
ist kein absolutes kriterium, vgl. diewil si verwendt warend, es keme allein usz des Waldmans übermuot
dok. z. gesch. d. bürgerm. H. Waldman 2, 553,
wo zweifellos verwähnt
gemeint ist. fast alle folgenden beispiele sind daher mehrdeutig; wechselseitige beeinflussung der drei wörter scheint sicher: verwendt,
petulans, insolens, dissolutus moribus Aler
dict. (1727) 2, 2033; so drucket sie das regiment, das sie werden dardurch verwend, das sie nach den weibern weng fragn Ayrer
dramen 1857
K.; er hielt sich gar verwändt Frey
gartenges. 140
B.; vil brüder und schwester, die ein ziemliche feule und verwendte meuler haben Mathesius
Sarepta (1571) 25
a; ihre stieftochter seie gar verwendt gewesen (1597) Crecelius
oberhess. wb. 880; hüt dich vor mir, stoltzer und verwendter ritter (
de mauvais vouloir)
Amadis 742
lit. ver.; es ist ein schön kindt, aber gar nicht woll erzogen, sondern gantz verwendt Elis. Ch. v. Orleans 3, 470
lit. ver. 1010)
in andern besitz übergehen lassen: und ire erbschaft in den hof von Remich gelegen mügen sy verkeufen, verlygen, versetzen, verpenden, verwenden, ubergeben, verspellen, verbuben, verzeren (1477)
weist. 2, 242; dasz ... die geraithe guter nicht verwendt noch veräuszert sollen werden 3, 745; dasz er si abermals frit mit brief und siglen, dasz si von dem gotzhus niemer soltind verkouft noch verwent werden J. v. Watt 2, 360; weilen etwelche unterthannen ihre haab und gütter zuweilen versilbern und verwenden (
hs. a. d. anf. d. 19.
jh.)
tirol. weist. 2, 3.
mit richtungsbestimmung: wohin das unfertig guot sölle verwendt werden Zwingli
d. schr. 1, 172; er welle ... dasselbig gut alles an ein closter und nüw gottshuss verwenden Tschudi
chron. helv. 1, 6; in den beutischen heyden, die er damals zum schlosz Glogauw verwendet gehabt Rätel
Curäi chron. 326; alle kleider und kleinot der kirchen verwenden in den stock armer leuten Stumpf
Schweytzerchron. 389
a; gern seinen überflusz mit immervollen händen an jeden darbenden, eh er noch fleht, verwenden J. A. Schlegel
verm. ged. 1, 166.
im sinn von vererben, vermachen: der künig wölte sin erbland an sin kind verwenden Tschudi
chron. helv. 1, 241.
auch von amt, würde, herrschaft: welche ehr und hochheit nachmals durch die schwester graf Jacobs ... auf Franciscum ihren sohn ... ist verwändet worden Uffenbach
atlas minor 65; wann vorzeiten ein hertzog oder grafe abgieng, haben darum seine kinder das amt nicht geerbet, sondern der keiser oder könig hat solche würde anderweits seines gefallens verwant Schottel
haubtsprache 260.
vom übergang des römischen reichs auf die Deutschen: also ist uf denselbigen tag in der person Caroli durch des papsts hand das römisch rich von den Griechischen an die Tütschen verwendt J. Keszler
sabbata 34; dann das keyserthumb auf die Teutschen verwendet (
ist) Stumpf
Schweytzerchron. 9
a. 1111)
brauchen, gebrauchen, verbrauchen, aufwenden, anwenden. 11@aa)
von geld und besitz: an sein eignen nutz v. Frisius 139
b. 11@a@aα)
ohne nähere bestimmung: beratschlagende, wie es (
das geld) am förmlichsten zu verwenden Kirchhof
wendunmuth 2, 54
Ö.; der mann schafft und erwirbt, die frau verwendets Göthe
gespräche 2, 114
W. v. B.; dasz man die subsidien gegen ihre bestimmung verwende Ranke 30, 20. 11@a@bβ) zu etwas v.: das hergeschossne geld sey zu etwas anders verwendet worden S. v. Birken
ostländ. lorbeerhäyn 112; und wozu ins teufels namen soll man denn sein geld verwenden Göthe 45, 17
W.; zu fürderung des gottsdiensts Tschudi
chron. helv. 1, 55; zu schutz und schirm des lands Lehman
florileg. pol. 2, 866; zum besten des klosters
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 334; zum nutzen der armen Ranke 2, 18; zu gunsten der arbeitenden bevölkerung
hwb. d. staatswiss.3 1, 4; zu weltlichen dingen Schupp
schr. (1663) 53; zu neuen ankäufen W. v. Humboldt
ges. schr. 6, 1; zu geschenken für mich Steffens
was ich erlebte 1, 200; zu einem baldigen Türkenkrieg Ranke 1, 204; zu andern, natürlich öffentlichen zwecken Mommsen
röm. staatsrecht 1, 89. 11@a@gγ) auf etwas v.: das solche reichthumbe uff so lose uppigkeiten verwendet ... werden Moscherosch
gesichte (1650) 2, 87; auf meine erziehung Thümmel
reise i. d. mitt. prov. v. Frankr. 5, 310; du hast auf diese reise zu groszes geld verwendet Göthe 43, 291
W.; einen gulden auf ausbesserung seiner kleider zu verwenden
M. Meyr
erz. a. d. Ries 1, 79; auf den Türkenkrieg Ranke 37, 270.
auf gegenstände, deren erwerb, herstellung oder unterhaltung kosten verursacht: seines herren gelt auf vihe oder andere kaufmanschatz anlegen und verwenden Sebiz
feldbau (1579) 38; auf meinen anzug Stephanie
d. jüng.
lustspiele 274; auf kupferstiche Mörike 3, 27
Göschen; wegen der auf das gut verwendeten kosten
handelsgesetzbuch § 397. 11@a@dδ)
im gleichen sinne v. an,
selten in etwas: dann er im viel gut und gelt an disen buw ze verwenden geben hat Tschudi
chron. helv. 1, 7; (
sie) haben ... dieselbig (
eine summe geld) an die vorbemelt losung irer statt verwendt Stumpf
Schweytzerchron. 411
b; die letzten wenigen louisdor meines vermögens an das kleine geburtstagsgeschenk zu verwenden Brentano
ges. schr. 4, 284; wegen des in die sache verwendeten capitals Chr. Wolff
v. d. menschen thun u. lassen 650; das geld, welches er ... selbst diese tage her in ein leichtes bretergerüste verwendet hatte Göthe
Wilhelm Meisters theatr. sendung 199
M. 11@a@eε) auf
oder an jemanden v.,
formal mit einigen belegen unter 10 (
besonders der stelle aus J. A. Schlegel)
übereinstimmend, aber dem sinn nach verschieden: dort jemandem etwas zuwenden, hier es in seinem interesse ausgeben: hätt ich vermögen, das nöthige auf dich zu verwenden, glaubt ich, dasz etwas aus dir werden könne U. Bräker
schr. 1, 271; wüszte das dein vater, der so viel auf sie verwendet, kehrt er im grab sich um Bauernfeld
ges. schr. 5, 45; wie der (
sohn) ein paar schulen durchstudirt hatte, konnte der vater nichts mehr an ihn verwenden
kinder- und hausmärchen 2, 68. 11@a@zζ)
von aller localen bedeutung gelöst ist die verbindung für etwas
oder für jemanden v.: so habe ich dies vermögen genau nur für ihre bedürfnisse und plane verwendet Iffland
theatr. w. 1, 137; für die kirche Brentano
ges. schr. 4, 85; für den staatszweck Hegel 9, 440; verwenden sie das, was sie vermögen, ... für die ihrigen fürst Pückler
briefw. u. tageb. 1, 171; verwendet der verwahrer hinterlegtes geld für sich
bürgerl. gesetzb. § 698. 11@bb)
zeit, mühe, arbeit, fleisz, sorgfalt v.
und ähnliches. in älterer zeit auch für-
und vorwenden: alle potentaten ..., bei welchen ir allen möglichen fleiss fürgewendet Sleidanus
reden 108
B.; (
wir) sollen fleyss furwenden, das wyr die weyss und form, wie es Christus eyngesatzt hat, wider erfur brengen Luther 8, 537
W.; die grosse gedult vorwenden in trübsal und nöthen, erduldn schlege auf den lenden, lassen sich gar ertödten P. Widmann
hortulus (1627) 1, 48. 11@b@aα)
ohne nähere bestimmung: du verwendest und verthust manchen augenblick Göthe IV 6, 20
W.; o zeit und zeit genug, verwendet sie fein klug, verwendet sie fein fromm, so heiszt euch gott willkomm Brentano
ges. schr. 2, 577; sie klagt zwar, dasz die müh, die sie verwandt, verloren Besser
schr. 1, 280
K.; betrachtet ich den fleisz, den ich verwendet Göthe 10, 121
W. (
Tasso v. 399); meinen eifer unnüzer weise verwandt zu haben Caroline 1, 325
Waitz. 11@b@bβ)
mit satzergänzung: so wollt ich dasselbige einzubringen nicht allein allen fleisz verwenden Schweinichen
denkw. 213
Ö.; und die musen abzuwarten, hat sie manchen tag verwandt Gottsched
ged. (1751) 182. 11@b@gγ) auf etwas,
seltener an, zu
und in etwas v.: die zeit, so man auf das punctieren verwendet v. Fleming
teutsche soldat (1726) 35; an allen diesen würde ich verhindert werden, wenn ich ein kind hätte, denn auf dieses würde ich meine ganze zeit verwenden Gottschedin
briefe 1, 234
R.; ich habe hier einige monate auf die bearbeitung und den druck eines romans verwendet Göthe IV 21, 92
W.; er habe seine mühe auf unnütze und schlechte kleinigkeiten verwandt
d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. 4, 458
Gottsched; welch einen lobenswürdigen fleisz hat der dichter auf die sprache und den wohlklang verwendet Lessing 8, 50
M.; den auf alte sprachen verwandten fleisz Göthe 46, 98
W.; die sorge ..., die sie auf mich verwendet haben 38, 73
W.; mehr sorgfalt auf ihre toilette zu verwenden Pfeffel
pros. vers. 4, 32; mein manuscript, dem man es ansehen wird, dasz ich eine unendliche arbeit darauf verwendet habe Hebbel
briefe 6, 1; der ... viel zeit, mühe und kosten daran verwendet S. v. Birken
verm. Donaustrand, vorr. 6; die wenige daran verwandte zeit U. Bräker
s. schr. 1, 1; woran mein mann all seinen sauren schweisz verwendet maler Müller 2, 101; ungeachtet der vielen zeit, die man zur vorbereitung verwendet hatte Göthe 22, 190
W.; einen vormittag ..., den ich ganz zur besichtigung des doms verwendete Moltke
schr. u. denkw. 1, 221. 11@cc) das leben v.
im selben sinne wie zeit v.: jene mikrologen, die ihr ganzes leben auf die anatomie einer mücke verwenden J. G. Forster
s. schr. 1, 9.
zuweilen auch das leben für einen opfern: so würde ich anerkennen, dasz ich ihm mein leben schuldig sei, und es im nothfall auch wieder für ihn verwenden Göthe 43, 347
W.; sein blut, sein leben wird er für den vater freudig verwenden, wenn ihm unglimpf widerführe Schiller 12, 270
G. (
Wallenst. tod 3, 2). 11@dd)
kräfte, fähigkeiten v.: alle hochgelehrte scharfsinnige doctores in der welt, welche mit himmelischen gaben gezieret und begabet sind, und aber dieselbigen mehr zu eyteler lust und eigen ruhm ... verwendet haben Moscherosch
gesichte (1650) 1, 457; wer ist nun, der begreifen kann, wenn man auch allen witz darauf verwendet Brockes
ird. vergnügen 4, 77 eine idee, an die er ... allen reichthum seiner phantasie, seines herzens, seiner erfahrungen ... verwandte Herder 17, 271
S.; jedes verwenden der kraft (
scheint) neue kräfte zu erzeugen Göthe 24, 331
W.; alle kräfte an blut und gut auf die kriege mit den nachbarstaaten zu verwenden Ritter
erdkunde 1, 153; wie man so viel genie unterdrücken oder höchstens zu geheimen allotria verwenden kann G. Keller 2, 153. 11@ee)
stoffe, material, gegenstände v.;
ohne ergänzung, aufbrauchen, verbrauchen: schon war ein theil des kalks verwendet Göthe 44, 153
W.; zu,
seltener an
und auf etwas v.: sonst pflegt man gemeiniglich solche (
floretseide) zur stepp- und nähseiden zu verwenden v. Hohberg
georg. cur. 2, 434; abgetragene wälle, deren steine zu den neu aufgebauten häusern verwendet worden Göthe III 4, 215
W.; wenn nicht mehr als vier pflüge zu ihrer bearbeitung verwandt wurden Dahlmann
französ. revol. 43; korn, anstatt es zur aussaat zu verwenden G. Keller
ges. w. 2, 99; ob zu viel wolle daran verwendet ist J. Möser
s. w. 1, 121; sie wollte auf die unnützen linden kein wasser verwendet haben Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz 283.
auch von literarischem stoff: das soldatengespiele, zu einer halblüsternen posse verwandt, läszt sich jedermann gefallen Göthe IV 40, 218
W.; Timäus ... verwandte die mythische tradition zu einer klügelnden deutung Niebuhr
röm. gesch. 1, 31; rücksichtsloser als heute dem dichter gestattet wird, hat Milton einzelne stellen des Holländers verwendet Treitschke
hist. u. pol. aufs.5 1, 43; (
der dichter) arbeitet wahrscheinlich am hofe Heinrichs des löwen, verwendet thatsachen aus der kreuzfahrt dieses fürsten Scherer
literaturgeschichte 94. 11@ff)
wörter, ausdrucksmittel, kunstformen v.: die kräftige füglichkeit unserer sprache ist sonderlich aus denen doppelungen abzumerken, in welchen sich gar etliche wörter verwenden lassen Harsdörfer
frauenzimmergesprächspiele 3, 295; der natur der sache nach werden die darstellungsmittel hier ganz anders wie in der es-dursymphonie verwendet O. Jahn
Mozart 4, 134; auch Berthold verwendet epische und dramatische elemente Scherer
literaturgeschichte 235; einen in der composition geschickt verwendeten eichenkranz H. Brunn
kl. schr. 1, 36; in Tirol wird der name (
wilde jagd) auch für einzelne sturmgeister verwandt Laistner
nebensagen 91. 11@gg)
einen theil eines werkes zu oder auf etwas v.: der ganze erste act wird darauf verwendet, die gemüther mehr oder weniger vom Ugolino abwendig zu machen Göthe 40, 320
W.; deren zweites ... kapitel ... mit zur grundlegung der christlichen kirchenlehre verwendet worden (
ist) D.
F. Strausz
schr. 6, 13. 11@hh)
personen v.: der bruder wird zusehen, wie er dich verwenden mag Bauernfeld
ges. schr. 6, 132; der herzog erklärte sich bereit, sich überall, wo der könig ihn verwenden wolle, gebrauchen zu lassen Häuszer
deutsche gesch. 1, 387; die jäger und schützen bleiben in reserve, um nach den umständen verwandt zu werden Wilhelm I.
mil. schr. 1, 15; der zum landbau verwandten sklaven Jhering
geist d. röm. rechts 2, 1, 184; dasz ihn madame Bär zu einer privatmission verwendete Seb. Brunner
erz. u. schr. 1, 219. 1212) sich v.,
sich bemühen, sich einsetzen, für etwas eintreten; selten sich einem v.: ein edler nam, ihr herrn! unwürdig nicht, dasz ihr in solcher zahl euch ihm verwendet Kleist 3, 110
Sch. (
pr. v. Homburg 5, 5);
meist für einen: ich habe mich bisher noch für keinen menschen verwendet Lichtenberg
briefe 2, 226
L.; verwende dich für Wallnau, dasz er diese stelle bekommt Iffland
theatr. w. 7, 139; seit 1204 verwandte er (
der papst) sich noch kräftiger für Otto Eichhorn
staats- u. rechtsgesch.3 2, 138; als Lafayette in Olmütz sasz, verwandte sie sich für den gefangenen bei dem könige von Preuszen Steffens
was ich erlebte 3, 199.
andere wendungen: zu meinem besten Wieland
Agathon (1766) 1, 366; Göthe 43, 317
W.; zu unseren gunsten
M. v. Ebner- Eschenbach
ges. schr. 4, 369; sich bey dem fürsten dieser armen familie wegen zu verwenden Sophie Laroche
fräul. v. Sternheim 1, 280; dasz sie sich in unsern angelegenheiten männlich halten und verwenden Göthe IV 19, 149
W. für ein ereignis, das angestrebt wird: für ihre verheirathung Arnim 15, 57
Gr.; für Hofkirchens begnadigung Laube
ges. schr. 14, 84;
selten für etwas, das beseitigt werden soll: freilich hätten Europas völker das heiligste recht, sich für die leiden Irlands mit gewaffneter hand zu verwenden Heine 3, 489
E.; gegen etwas: vergebens verwandten sich die nachbarn hiegegen Ranke 38, 81;
um eine sache: nur ungern will sich die mutter bei der waisenbehörde um das einsegnungskleid verwenden Bettine
dies buch gehört dem könig 2, 578.
mit satzergänzung: er hatte sich auch bei der prinzessin verwendet, dasz sie Mozart zu ihrem musiklehrer annehmen möchte O. Jahn
Mozart 3, 49; die französische republik werde sich dafür verwenden, dasz kaiser Franz mit Salzburg auch einen theil von Bayern bekommen Döllinger
akadem. vorträge 1, 49.
der substantivierte inf.: auf dessen verwenden H. Meyer
gesch. d. bild. künste 3, 262; auf verwenden dieses ritters Hauff
s. w. 1, 344. 1313)
in ähnlichem sinne: ein entschuldigendes wort ... für mich verwenden Göthe IV 20, 17
W.; dasz meine bisherigen bemühungen zu ihren gunsten werden verwendet seyn IV 42, 253
W.; verwenden sie allen ihren einflusz bey ihrer nichte Schiller 14, 188
G.; das fräulein verwendet gefällig und liebreich eine sittsame beredsamkeit für den kleinen schützling A. W. Schlegel
s. w. 9, 71. —