versenken,
verb. ,
von dem gemeingerm. verb. senken (
th. 10,
sp. 591)
abgeleitet. ahd. far-, firsenken Graff 6, 255;
dimersit, farsenkit. Steinmeyer-Sievers
ahd. gl. 1, 232, 20; fir-, farsenkit,
demersit. 109;
mhd. versenken
mhd. wb. 2, 2, 307
a. Lexer
mhd. handwb. 3, 225;
mersus, versenckt. Diefenbach
gloss. 358
c;
demergo, ich stosse tieff hinab, versencke. Dasypodius; versencken, under
sich sencken, underhin tuncken, ins wasser stoszen. Maaler 430
d; versencken, ins wasser oder morasz sencken; versenckt,
enfonsé Hulsius
dict. 355
b (1616);
demergere, untertauchen, versencken. Corvinus
fons lat. 398
b (1660); versenken,
demergere, in gurgitem praecipitare. Stieler 2008;
weiter verzeichnet bei Kramer
deutsch-it. dict. 2, 768
a. Steinbach 2, 774 (versäncken), Frisch 2, 265
a, Adelung
und Campe.
dän. forsænke,
schwed. försänka
sind aus dem deutschen entlehnt. das präfix ver-
bezeichnet bei versenken
abschlusz der handlung des senkens, so dasz das versenkte
zur ruhelage kommt. dabei tritt eine einschränkung des verbalbegriffs ein, insofern der begriff des senkens als eines bloszen abwärtsbewegens meist ausgeschlossen wird, doch s. die stelle aus Klopstock
unten unter 1,
e und die bemerkungen unter 2,
g; auch in folgender stelle tritt die bedeutung des bloszen senkens hervor: damit sy (
die gans mit hörnern) ander vogel rain verstôssen wil, sich selber gar versencken mit tieffem flug von der gemain. O. v. Wolkenstein 18, 6, 6.
niederwerfen, in trümmer werfen: die thore sind versenckt; die riegel gantz zerbrochen. Opitz 3, 34 (1690).
dagegen wird sonst fast immer an der vorstellung festgehalten, dasz mit dem sinken ein eingehen in etwas, ein umgeben, umfaszt, bedeckt werden sich verbindet. das bewegen bis zur ruhelage drückt sich in älterer sprache häufig, in neuerer seltener dadurch aus, dasz in der verbindung versenken in
der dativ zu in
tritt, nicht der accusativ (
dabei ist natürlich von den fällen abzusehen, in denen in
nur den ort bezeichnet, wo das versenken
stattfindet);
für die vorstellung des bedeckt werdens bezeichnend ist die verbindung mit der präposition mit (
vgl. 1,
a und 2,
b),
die ältere sprache entwickelt eine prägnante anwendung '
zu fall bringen, stürzen, verführen, verderben',
die später wieder aufgegeben wird. für die neuere sprache charakteristisch ist die verwendung des reflexiven sich versenken
in übertragenem gebrauch. 11)
in eigentlichem sinne, etwas so abwärts bewegen, dasz es in etwas eingeht, von einem andern umgeben, umschlossen, bedeckt wird. Adelung
meinte, dasz das andere häufiger das wasser als die erdtiefe sei. dem jetzigen sprachgebrauch entspricht diese scheidung nicht (die fundamente sind tief in die erde versenkt, die schiffe wurden angebohrt und in der hafeneinfahrt versenkt);
vgl. auch die unten angeführten technischen anwendungen. 1@aa) versenken
ins wasser: versenckt ihn ins meer, da es am tieffsten ist,
vastoque immergite ponto. Corvinus
fons lat. 398
b; brüder- und kindermärder werden mit schlangen in einem ledern sack vernähet, und ins wasser versencket, und ersäuffet. Comenius
sprachenthür übers. von Docemius 669 (1657); die kostbarsten waaren ins wasser versäncken. Steinbach 2, 774; kasten mit steinen in den flusz versenken. Adelung. biderbi ist imo, daʒ ana sî hangan quirnstein in sînan hals inti sî vorsenchit in tiufî sêuues.
Tatian 94, 4; ich kam in die hôcheit des meres unde die gewâswittere die versankten mich.
Germ. 7, 341; diese prelaten und phaffen lieʒ er in die kerkere seczcen in Sicilia unde in daʒ mere vorsengken.
d. chron. 2, 1, 256, 19; wahren ... die kein zöllner anhalten, kein seereuber versencken, kein feuer verzehren kan. Opitz 2, 258 (1690); wolt ers (
eam) lan in dem meer ertrencken in eim zerbrochen schieff versencken. H. Sachs 8, 412, 39
Keller-Götze; weil ich versenckt hab mein reychthumb (
ins meer). 8, 669, 30.
die anwendung auf personen, wie sie die ältere sprache kennt, ist später nicht mehr möglich. versencken, die schiff ertrencken; versenckt schiff, ertrenckt, undergangen, zu boden gefaaren. Maaler 430
d. 431
a; ein schiff versencken,
affondare. Kramer
deutsch-it. dict. 2, 768
a (1702); sie versänckten alle schiffe,
omnes naves demergebant. Steinbach 2, 774; ein schiff versenken,
submergere navem. Frisch 2, 265
a; (
wachteln) vallent des nahtes in die segel und in diu schef und ze stunden in sô grôʒer meng, daʒ si diu schef versenkent. Megenberg 182, 22; kein schiff wird erobert, und keins, zu beladet von der hineinrauschenden woge, versenkt. Klopstock 2, 38. ein schiff versenken
wird jetzt nur in eingeschränktem sinne gebraucht, es anbohren und zu grund sinken lassen (ein schiff versenken, '
es mit steinen beschweren und anbohren, damit es untersinke'. Campe),
nicht mehr in dem allgemeinen sinne von '
zum sinken bringen'. versenken mit,
bedecken mit: so zeygt die schrifft an, dʒ eyn mal die gantz welt, bisz an acht person, mit eim sündflusz versenckt worden sey. Franck
weltbuch 2
a (1542).
vgl. eine stadt durch überschwemmung versencken. Kramer
deutschital. dict. 2, 768
a (1702). 1@bb)
hin und wieder wird das wort mit einer merkwürdigen sinnesverschiebung gebraucht: einen wasserlauf, einen hafen versenken
heiszt ihn durch versenkte gegenstände unfahrbar, unbenützbar machen. darna vor de koning von Denemarken unde greve Alf unde vorsengten de Travene.
d. chron. 2, 1, 250, 18; (
der herzog hat) die Peene unter Wolgast, mit groszen steinen versencket. Micrälius
altes Pommern buch 2, 266; flüsse und häfen könnten uns dienen. allein zufüllen und versenken sollten wir sie beynahe, da sie ihrem vaterlande ungetreu und fremden dienstbar werden. Möser
patr. phant. 1, 18 (1775). 1@cc)
in die erde hinabsenken und damit bedecken, darin bergen. einen sarg versenken,
ihn in die gruft, das grab hinablassen. Campe; die grosze glasscheibe kann in die erde versenkt werden,
prägnant: läszt sich versenken. wor auff stehen jre (
der erde) füsse versencket?
Hiob 38, 6.
dagegen für uns ungewöhnlich: die versenckte schatz im sande.
5 Mos. 33, 19;
begraben, in gewählter sprache: so wirdt er in den sandt versencket, und legt sich zue der langen rhue. Opitz
poeterei 47
neudruck; nehmt gottes körper ab, tut ihm das letzte recht, versenkt ihn in ein grab. Fleming
ged. 1, 26, 424
Lappenberg; mich lebend unverschoben nur gleich in grund versenk. Spee
trutznachtigall 92
Balke. prägnant: wird man denn auch sie versäncken, sterb' ich noch ein mahl in ihr. Günther
bei Steinbach 2, 774.
das bedecken, verschütten tritt mehr hervor, als das sinken machen: eine stadt durch erdbeben versencken. Kramer
deutsch-ital. dict. 2, 768
a (1702); daʒ dritt ist, daʒ dik in dem ertpidem auʒ der erden vert vil sandes und staubes, alsô daʒ er ain ganz dorf versenkt. K. v. Megenberg
buch d. natur 113, 11; hat gott die stadt versenckt umb jrer sünde willen. Luther 4, 108
b; (
Sodom und Gomorra) sein daruomb von got verhaszt, gentzlich versencket und verprannt. Schwrrtzenberg 101
b (1535).
diese gebrauchsweise ist aufgegeben. 1@dd)
freiere, aber immer noch sinnliche anwendung: man sah sich in grundlosen koth versenkt. Göthe
campagne in Frankreich 1792, 6.
sept. (33, 46
Weim. ausgabe); als er (
der morgen) den verwelkten mond unter die erde versenkt ... hatte. J. Paul
Hesperus 4, 62; die augen zwinkerten aus mehr ovallänglichen als runden höhlen und lagen tief versenkt. Gutzkow
ritter v. geist 8, 155; mit wonne fühlt sie sich itzt wieder ganz umgeben von ihrer liebe, ganz in seinen arm versenkt. Wieland 22, 249 (
Oberon 6, 4); den kopf tief in die kissen versenken
u. ä. in eigenthümlicher anwendung: gleich indem kam ein feiner glatter und ziemblicher schwerer bachstein an, traff ihn gleich in die seite, und versenckte ihm also fort zwey ribben im leibe.
junker Harnisch aus Fleckenland 247 (1669). 1@ee)
in der folgenden stelle wird sich versenken
ungewöhnlich fast wie sich senken
gebraucht: im thale, das sich bey kleinen hügeln versenkte. Klopstock
Messias 3, 528. 22)
übergang zur bildlichen und übertragenen anwendung. 2@aa)
einen in die hölle versenken
ist zunächst durchaus sinnlich gemeint; doch wird die vorstellung leicht unbestimmt und andere unsinnliche wendungen schlieszen sich hier am besten an; es ist ganz natürlich, dasz das versinken lassen, nach abwärts bewegen ganz allgemein ein bild der bewegung zum schlechten, verderblichen, leidvollen wird. eine seele in die helle versencken. Kramer
deutsch-ital. dict. 2, 768
a (1702). das sie (
Eva) sich nur je lenge je tieffer in die helle versencket. Luther 4, 24
b.
prägnant, in die tiefe stürzen: der antichristo stêtpî demo altfîante, stêt pî Satanâse,der inan varsenkan scal.
Muspilli 45; mach ê mich reîne, ê mîn gebeine versenke sich in daʒ verlorne tal. Walther von
d. Vogelweide 123, 40; das ich werd von sünden entbunden, werd nit versenckt in der hell. Waceernagel
kirchenl. 2, 876 (1075, 10). 2@bb)
bewegung zum untergange im schlechten, verderblichen, leidvollen, sich in laster versenken, in verderben versenken, in kummer, trauer versenken;
auch in neuerer sprache kann man sagen, entsprechend dem älteren gebrauche: eine ganze stadt in trauer versenkt;
nur der neueren sprache angehörig aber sind wendungen wie: in seine trauer versenkt,
vertieft in die trauer, hingegeben der trauer (
s. unten e). sich inn allerley laster versencken und stecken. Maaler 430
d; weil dich aber kronen nicht in hochmuth versäncken konnten. Steinbach 2, 774; in gram, in elend, in schmerzen versenkt. Adelung; das sie sich nicht allein in laster versencken. Luther 2, 293
a; noch das hertz in schrecken versencke. 7, 118
a; lüste, welche versencken die menschen ins verderben und verdamnis.
1 Timoth. 6, 9; thest mir leib, ehr und gut ertrencken, in alle laster tieff versencken. H. Sachs 5, 69, 5
Keller-Götze. anknüpfung, durch die präposition mit: (
dieses volk) ehret die schlangen und götzen, mit vil lüsten versenckt. Franck
weltbuch 92
a (1542); wie sich mîn sin mit klagene hât versenket und vertopt.
Reinfrid von Braunschweig 3619. 2@cc)
in schlaf, betäubung versenken: die müdigkeit hatte sie bald in tiefen schlaf versenkt. 2@dd)
in der deutlich bildlichen anwendung liegt meist die vorstellung der wassertiefe zu grunde: patriam demersam extuli, meinem vatterland, das schon zu grund versencket war, hab ich wiederumb ausz aller noth geholffen. Corvinus
fons lat. 398
b (1660); diser welt kint, diu ir gedenk versenkent in dem üppigen unstæten mer diser armen werlt. K. v. Megenberg
buch d. natur 114, 21; der jüngling aber, welcher im meere der liebe gantz versencket ... war.
pers. rosenthal 5, 4; das wesentliche wurde in einer sündfluth von willkührlichen sätzen versenkt. Lessing
3 14, 157; daʒ sî aber versenket was in den vil tiefen ünden tætlîcher sünden. Hartmann von Aue
Greg. 2484. du ewges wollust-meer, wann wirst du mich recht tränken, wann wirst du mich in dich mit leib und seel versenken? Angelus Silesius
seelenlust 173
neudruck; dunkles gefühl nur, etwas, das von fern herdroht, noch versenkt in der zukunft meere. Klopstock
Messias 9, 426; (
ich will nicht) in ein meer von thränen mich versenken. Gotter
ged. 1, 215 (1787); all mein sehnen will ich, all mein denken, in des Lethe stillen strom versenken, aber meine liebe nicht. Schiller 11, 9; versenkt im Lethe sei auf ewig das vergangene.
jungfrau v. Orleans 3, 2.
andere vorstellungen: wie habt jr uns von der höhe, in die tieffe, mit ewerm hinnen scheiden versenckt.
Aimon F 1
a (1535); dy sêle wil er versencken in den grunt âne grunt.
Germ. 15, 98. in daʒ tief abgründe der wîselôsen gotheit in die siu versenket verswemmet und vereinet werden. Suso
bei Wackernagel
leseb. 1, 886, 9 (1839). 2@ee)
in neuerer sprache wird besonders das reflexive verbum in übertragenem sinne gebraucht (
vgl. sich vertiefen, vergraben);
es bezeichnet völliges eingehen in etwas, im fühlen, denken, arbeiten, besonders in dem sinne, dasz die umgebung, die auszenwelt zurücktritt oder schwindet, das innere nur von dem einen in anspruch genommen wird; in gleichem sinn wird das part. versenkt
gebraucht (
vgl. auch versenken);
eine sinnesbethätigung ist dabei natürlich nicht ausgeschlossen: er versenkte sich ganz in ihren anblick, in die melodie, die von ferne herüberklang. sich in gedanken, erinnerungen, sich ganz in seine traurigkeit, in seine arbeit versenken; in betrachtungen versenkt. wahre liebe ist zu stark an ihren gegenstand gefesselt, zu tief in ihn versenkt, um so viel auf sich selbst acht zu geben. Wieland 27, 168 (
Peregrinus Proteus 2); in der unseligen schreiberey versenkt seyn. Heyne
briefe von J. v. Müller 146; wenn auch nur musik und tanz um sie herum sie aus der dunkeln traurigkeit rissen, in die sie versenkt ist. Göthe
Lila 1 (12, 55
Weim. ausg., var.: in der); sie vergasz zeit und stunde, und dachte nicht, dasz sie zu lande noch einen weiten rückweg nach dem neuen gebäude habe; aber sie sasz versenkt in ihr buch, in sich selbst.
wahlverw. 2, 13 (20, 356); Wilhelm stand in vielfaches nachdenken versenkt.
Wilhelm Meisters lehrj. 7, 2 (23, 16); er versenkt sich in dieses reich, nimmt es ernstlich in sich auf. II, 6, 111; die einsame ins eigne herz versenkte Liane. J. Paul
Titan 2, 166; Emanuel, der still in den himmel versenkt und wie ein hingeschiedener neben ihm gelegen.
Hesperus 1, 273; hier war, tief in gedanken versenket, der gottversöhner eingeschlafen. Klopstock
Messias 1, 532; versenkt in ängstliches staunen, höret sie von den pallästen der Römer herüber ein dumpfes tief aufsteigend getöse. 7, 267; sie glaubt, bey mondeslicht, in einer laube der gärten des harems zu sitzen, in fantasieen der liebe versenkt. Wieland
Oberon 5, 2.
besondere wendungen, einen versenken,
ganz entsprechend der eben belegten anwendung von sich versenken in: von jenen ernsten gesprächen, die uns oft nur zu tief in unser eigenes innere versenkten. Göthe
Wilhelm Meisters wanderj. 3, 13 (25, 1, 238
Weim. ausg.).
in gesuchter ausdrucksweise braucht Klopstock
in der folgenden stelle versenken
wie sich versenken,
wenn er versenkt
nicht als part. prät. aufgefaszt wissen will: tiefsinnig hatt' ich geforscht, zweifelnd versenkt, ernster durchdacht. 2, 41.
innere concentration prägt sich in den gesichtszügen aus: sein stilles, versenktes, unbefangenes gesicht. J. Paul
Kampanerthal 92. sich versenken
in dem oben angegebenen sinne kann auch prägnant gebraucht werden (
wie sich vertiefen): er versteht es nicht sich zu versenken. 2@ff)
etwas versenken,
bergen, verbergen in übertragenem sinne: er redet was er denket, und denket was er redet, hat nichts bey sich versenket. Opitz 1, 64 (1690).
verbergen, um es aus der welt zu schaffen, vergessen zu machen; im bilde: nit mehr der sünd gedenke; ach, nur ins meer, nur weit und sehr sie tief in grund versenke. Spee
trutznachtigall 62
Balke. übertragen: versenket sîn diu mære, dô mir alrêste wart kunt der Bernære.
rabenschlacht 1073; wellich sine missetat mit rüwe und mit leyde gebuszet hat, des sunde wart gar vorsencket, daʒ er got nymmer mer gedencket. Mone
altd. schauspiele 157 (
v. 475). 2@gg)
in älterer sprache entwickelt versenken
den prägnanten sinn von '
zu falle bringen, verderben, verführen',
meist im geistlichen sinne; diesem übertragenen gebrauch liegt die sinnliche vorstellung des sinken, fallen machens zu grunde (
vgl. Müllenhoff-Scherer
denkm.3 2, 34
zu Musp. 45),
die sich fast nur in dieser beziehung für die bedeutungsentwicklung des verbums fruchtbar erweist; vorstellungen von dem versenken in die hölle, in die tiefe der verdammnis, der sünde, des verderbens (2,
a—
b)
mischen sich gelegentlich ein. ward tho mennisgen wethaʒ er nan (
Adam den apfel) uʒ thoh ni spe, iʒ widorort ni wantainti unsih so firsancta. Otfrid 2, 6, 28; sô hât uns des tiuvels rât versenket sêle unde lîp. Hartmann von Aue
Gregor. 2602; daʒ er niht des gedenket, daʒ manegen versenket. Stricker
Daniel 8128; damit versenkent si ir leben.
d. teufels netz 9024; das ich die lüt damit tæt versenken. 13043; ich bin gewest in der judden schar, ich han se alle vorsencket gar. sie hon gesworn Jhesum brengen umb sin leben.
Alsfeld. pass. 186; solch bösz gedanckn last euch erleidn, die euch würdn seel und leib versencken. H. Sachs 5, 230
a (1579).
verderben: gott sey mir gnedig, denn menschen wöllen mich versencken.
ps. 56, 2; und versenckest mich sogar.
Hiob 10, 8; also sol Babel versenckt werden, und nicht wider auffkomen von dem unglück.
Jer. 51, 64;
vgl. versenker;
nach dem biblischen gebrauch: leicht auch schafft er den krummen gerad' und den stolzen versenkt er. Voss
bei Campe. 33)
leicht erklärt sich aus der ursprünglichen bedeutung des verbums die anwendung von versenken
im sinne von versetzen, zum pfand geben. Fischart
kennt sie aus dem rotwelschen (
vgl. versenkeln),
s. oben kamesierer
th. 5,
sp. 99
; auch in die soldatensprache ist das wort gedrungen, s. Horn soldatensprache 98: lugt, dasz ihr was zu versenken könnt kriegen. W. Scherffer
ged. 422 (1647). 44)
anwendung in technischer sprache: eine schraube versenken,
sie mit einer für den kopf gemachten vertiefung einlassen, sodasz sie nicht aus der oberfläche heraussteht. Jacobsson
techn. wb. 4, 528
a;
das versenken
der nadeln (
ausdrillen der öhre)
ist geschildert bei Karmarsch-Heeren
techn. wb.3 6, 218; versenkte zapfenlöcher,
die nur durch die halbe platte gebohrt sind. Jacobsson
techn. wb. 8, 81
b (
uhrmacherei); versenktes blindes loch, '
ein meisterstück im bohren'
bei der uhrmacherei, nicht durchgehend, mit einem trichterförmigen eingang (
der versenkung). 81
a; versenkter, geflöszter kalk, '
welchen man in einem hölzernen kasten mit wasser gelöscht, und als kalkmilch in eine grube hat laufen lassen, die unverkalkten theile davon zu scheiden.' 5, 629
b;
das versenken
der grubenmauerung in schächte '
erfolgt, wenn die grundlage derselben vorsichtig ausgegraben und so die ganze mauerung niedergelassen wird.' Scheuchenstuel
idiot. d. österr. berg- und hüttensprache 254; versenkt '
sind bei flottenden oder schwimmenden wasserpflanzen stengel oder blätter.' Behlen
lex. d. forst- und jagdkunde 6, 138; versenkt
heiszt im wappen eine figur in der mitte des schildes, die kleiner ist als die umstehenden; sie wird im blasonieren zuletzt angesagt. Jablonski
allgem. lex. 814
a (1721).